Interview, Dr. Carsten Schmidt, Prokurist der WBS TRAINING gGmbH
13.02.2012Seit wann gibt es die Berufsfachschulen bei der WBS?
Die WBS Berufsfachschulen gibt es seit 2010. In Oldenburg nahmen im März die ersten Schüler den Unterricht auf. Es folgten Klassen in Dresden, Leipzig, Chemnitz, Halle und Berlin. Aktuell unterrichten wir 230 Schülerinnen und Schüler.
Welche verschiedenen Ausbildungsgänge bietet die WBS an?
Die WBS bildet derzeit an ihren Berufsfachschulen Altenpfleger und Altenpflegehelfer aus.
Sie sind als Prokurist der WBS TRAINING gGmbH hauptverantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der einzelnen Berufsfachschulen vor Ort. Verraten Sie uns Ihr Ziel?
Gemeinsam mit den Schulleiterinnen und Schulleitern entwickeln wir die Umsetzung an den Schulen vor Ort. Die gleichbleibend hohe Qualität unserer Bildungsangebote ist uns dabei sehr wichtig. Die Auszubildenden sollen dahingehend gefördert werden, dass sie einerseits gute Einstiegs- oder Wiedereinstiegschancen auf dem Arbeitsmarkt haben sowie andererseits ihre persönliche und fachliche Entwicklung individuell entfalten können. Die Schulkultur ist von gegenseitigem Vertrauen, kooperativem Führungsstil, offener Kommunikation, Rücksichtnahme und sozialer Verantwortung geprägt. Unser oberstes Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu einem erfolgreichen Abschluss in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf zu verhelfen.
Warum setzen Sie gerade auf den Bereich Gesundheit und Soziales und wie schätzen Sie die Chancen für Ihre Absolventen ein?
Das Gesundheits- und Sozialwesen ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Die Branche wird in unserer Gesellschaft weiter an Bedeutung gewinnen. Insbesondere die Pflege wird mit der steigenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen einen hohen Stellenwert einnehmen. Bereits heute werden Pflegefachkräfte dringend benötigt. In Zukunft wird es noch mehr Pflegerinnen und Pfleger bedürfen, um den Pflegebedarf bewältigen zu können. Wer Spaß an sozialer Arbeit hat und Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten möchte, hat also beste Berufsperspektiven.
Wer kann sich bewerben?
Grundsätzlich kann sich jeder bei uns bewerben. Wer eine Erstausbildung beginnt und eine Berufsfachschule sucht, kann sich bei uns melden, aber auch, wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus mit einer Umschulung beruflich neu orientieren will, ist bei uns willkommen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich berufsbegleitend, beispielsweise zum Altenpfleger, ausbilden zu lassen. Zur Absicherung der Ausbildungsfinanzierung stehen verschiedene Förderinstrumente bereit. Auch dazu beraten wir jeden Interessenten ausführlich.
Welches pädagogische Konzept liegt ihrem Unterricht zugrunde?
Die WBS Berufsfachschulen setzen das didaktische Konzept der Lernfeldorientierung um. Lernfelder konkretisieren berufliche, gesellschaftliche und individuelle Handlungssituationen. Der Unterricht ist handlungsorientiert. Die Schülerinnen und Schüler werden zu eigenen Akteuren ihres Handlungs- und Lernprozesses. Durch die Identifizierung mit der Aufgabenstellung sind sie in der Lage, eine eigene Betrachtung der zugrundeliegenden Lernsituation vorzunehmen. Sie entdecken experimentierend und konstruierend eigene Lösungen, aus deren Vergleich sie zu angemessenen Lösungsstrategien gelangen. Alle Ausbildungsziele sind auf die Entwicklung von Handlungskompetenzen gerichtet. Diese verstehen wir als die Bereitschaft und Fähigkeit des Einzelnen, sich in gesellschaftlichen, beruflichen und privaten Situationen sachgerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.
Welche Entwicklung ist für die nächsten Jahre geplant?
In den nächsten Jahren wird die WBS ihr Schulnetz weiter ausbauen. So ist für 2012 eine weitere Berufsfachschule in Erfurt in Planung. Zudem streben wir in diesem Jahr die Genehmigung weiterer Ausbildungsgänge wie dem staatlich geprüften Krankenpflegehelfer in Sachsen und dem Erzieher in Sachsen-Anhalt an. Darüber hinaus werden wir unsere Kooperationen mit den Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens weiter intensivieren. Damit wollen wir zum einen die Qualität der praktischen Ausbildung weiter steigern. Zum anderen legt das Netzwerk, welches wir für unsere Schüler und Schülerinnen schaffen, den Grundstein für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben.



