Empathie im Beruf?
Warum dich empathisches Verhalten im Arbeitsleben weiterbringen kann.

4 Situationen, in denen Empathie im Beruf hilfreich ist.

Das Wort Empathie taucht im Job-Kontext immer häufiger auf und du fragst dich, was es damit auf sich hat? In welchen Berufen wird Empathie gebraucht, bin ich empathisch genug oder kann ich es lernen, überlegst du. In diesem Beitrag geben wir dir einen kompakten Überblick zum Thema Empathie im Beruf und lassen dich an vier Beispielen nachvollziehen, warum dich empathisches Verhalten im Arbeitsleben weiterbringen kann.

Empathie im Beruf – Inhaltsübersicht.

Was bedeutet das Wort Empathie?

Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Einfühlungsvermögen. Es beschreibt also unsere Fähigkeit, die Gefühle, Stimmungen und Motivationen unserer Mitmenschen wahrzunehmen, zu deuten und nachzuempfinden. Als soziale Wesen, die von Geburt an im Austausch mit anderen Menschen stehen, verfügen wir also alle über eine gewisse Empathiefähigkeit.

Sobald wir kommunizieren, und sei es nur ein Gruß im Treppenhaus oder die morgendliche Begegnung in der Kaffeeküche, nehmen wir unser Gegenüber wahr. Ist die Körpersprache offen und zugewandt, klingt die Sprachmelodie fröhlich? Da ist wohl jemand gut gelaunt. Ist das Gegenteil der Fall, möchte Kollegin oder Nachbar wahrscheinlich lieber in Ruhe gelassen werden. Höchstwahrscheinlich wendest du Empathie täglich an, ohne darüber nachzudenken.
Empathie ist wichtiger Bestandteil unserer Kommunikationsfähigkeit und gehört deshalb zu den gefragten Soft Skills vieler Stellenausschreibungen.
Ist Empathie aber in jedem Beruf hilfreich? Kurz gesagt: Ja – sobald du mit Menschen zusammenarbeitest. Das gehört in vielen Berufen zum täglichen Doing. Darum sind unter anderem diese Jobs ohne Einfühlungsvermögen kaum denkbar: 

  • Medizinische- und Pflegeberufe
  • (Sozial-)pädagogische Berufe
  • Therapeutische Berufe
  • Bestatter:in, Trauerbegleitung
  • Vertriebsfachkraft
  • Flugbegleitung

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Wie zeige ich Empathie im Berufsleben?

Wenn Empathie so wichtig ist, wie kann ich sie dann zeigen, fragst du dich? Denn nicht alle von uns sind es gewohnt, das eigene Herz auf der Zunge zu tragen oder haben Lust, einen sachlichen Austausch am Arbeitsplatz mit Empfindungen aufzuladen. Das ist auch gar nicht nötig – aber die Fähigkeit, Stimmungen bei Kolleg:innen oder Kund:innen wahrzunehmen, kann dir im Arbeitsalltag viele Vorteile bringen.

Kleine Gesten oder Sätze der Aufmerksamkeit zeigen dem Gegenüber: Ich sehe dich, ich fühle mit dir, du bist nicht allein. Dem Kollegen, der heute so still ist, einen Kaffee mitzubringen oder der Kundin, die etwas reklamiert, eine ehrliches „Ich verstehe, wie Sie sich gerade fühlen" zu sagen, wird die gesamte nachfolgende Kommunikation einfacher machen. Kleine Gesten, ein Lächeln oder Augenzwinkern, ein kurzer Satz oder das Hochziehen der Augenbrauen beim Zuhören kann schon Anteilnahme und Mitgefühl ausdrücken.

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In diesen 4 Situationen bringt Empathie dich im Beruf weiter.

#1 Empathie beim Bewerben.

Bereits beim Lesen einer Stellenausschreibung und später im Bewerbungsgespräch kann dir Empathie nützlich sein. Versetze dich in deine zukünftigen Arbeitgeber hinein: Sie haben ein Bedürfnis, brauchen jemanden ganz bestimmtes, möchten unbedingt die richtige Entscheidung treffen. Wie stellt sich die Firma dar, was sind ihre Werte, was ihr Versprechen? Lies aufmerksam und recherchiere gründlich wie ein Detektiv.

Wenn du ihr Bedürfnis nachempfinden kannst und verstanden hast, wen sie sich wünschen, fällt dir das Schreiben einer passenden Bewerbung gleich leichter. Auch deine Vorstellung im Bewerbungsgespräch gelingt dir mühelos, denn jetzt bietest du deinem Gegenüber die Lösung an!

#2 Empathie im Kundenkontakt.

Im Kundenkontakt ist Einfühlungsvermögen dein wichtigstes Werkzeug. Tätigkeiten im Vertrieb könnte man zu den typischen Empathie-Berufen zählen. Denn erfolgreiche Vertriebler sind nicht selten offene, umgängliche und sehr zugewandte Menschen. Aber auch eine reine Beratungstätigkeit geht kaum ohne Empathie.

Selbstverständlich ist deine fachliche Kompetenz ebenso wichtig, deine Kund:in soll dir vertrauen und sich sicher fühlen. Aber wenn sie zu spät zum Termin kommt, lass dir erstmal die Geschichte vom Stau erzählen! Mit der Prise Einfühlungsvermögen, der besonderen Aufmerksamkeit und persönlicher Anteilnahme festigst du eure Beziehung. Kundenbindung basiert mindestens genauso auf Sympathie wie auf guten Konditionen.

#3 Empathie im Team.

Du arbeitest im Team, möchtest es sogar mal leiten oder bist schon in einer Führungsposition? Dann versetze dich in deine Kolleg:innen hinein. Sei es in der Kaffeepause oder im Mitarbeitergespräch – beobachte, frage nach, höre zu. Nutze und trainiere deine Empathie. Schule deine „Antennen", denn die Zwischentöne, die kleinen Aufs und Abs im Teamalltag, Spannungen oder freudige Anlässe vermitteln dir wertvolle Informationen. Wem geht es gut, wer zieht sich zurück, wer ist überfordert, wer privat belastet?

Als empathisches Teammitglied oder Teamleitung kannst du vermitteln, trösten, anfeuern und motivieren, du kannst dein Team zu guten Leistungen bringen und wirst hoffentlich nicht von einer Kündigung überrascht. Damit ist nicht gemeint, dass du jedermanns „best buddy" sein musst. Empathie im Team bedeutet eher, im Blick zu haben, was die anderen bewegt und damit zu wissen, was möglich ist.

#4 Empathie im Video-Call.

Ein aktuelles Thema, das fast uns alle seit der Pandemie betrifft: Empathie am Bildschirm im Video-Call. Gar nicht so einfach, denn digitale Kommunikation schluckt einige unserer Empathie-Anzeiger. Körpersprache ist kaum zu sehen, kurze anerkennende Laute wie „Ah, echt?" oder „Oh je!" funktionieren in größeren Calls nicht, weil alle das Mikro ausschalten. Unser Blick auf das Gesicht der Sprechenden wirkt je nach Setup schnell als Seitenblick, als seien wir abgelenkt.

Kennt man sich gut, ist das alles kein Thema. Hat man unbekannte Gegenüber am Bildschirm, lohnt es sich jedoch, auf die eigene, reduzierte Bildsprache zu achten und Anteilnahme bewusst sichtbar zu machen. Ein direkter Blick in die Kamera, ein gelegentliches Vorbeugen sowie ausgeprägte Mimik, deutliches Nicken oder Kopfschütteln, Schulterzucken oder strahlendes Lächeln können auch über den Bildschirm Empathie vermitteln.

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Fazit: Empathie als Karrierewerkzeug.

Auch wenn es typische Berufe für empathische Menschen gibt, zum Beispiel in der Pflege, im sozialen Bereich oder eben im Vertrieb, hast du an den beschriebenen Situationen gesehen, dass Empathie in jedem beruflichen Austausch hilfreich ist und dich durchaus weiterbringen kann.

Warum?

  • Empathische Menschen werden als sympathisch wahrgenommen.
  • Gegenseitige Wahrnehmung verbessert jedes Arbeitsklima.
  • Empathischer Umgang schafft dir Zugang und Menschen öffnen sich dir.
  • In Verhandlungen oder Konfliktsituationen kann Empathie wie ein soziales Schmiermittel wirken.

Möchtest du deine Empathiefähigkeit weiter ausbauen? Nimm dir Zeit. Reflektiere Situationen und frage dich: „Wie mag es ihm wohl gerade gehen? Warum war sie vorhin so kurz angebunden?" Als nächstes wende dich mit Fragen an die Kollegen: „Wie hast du das eben gemeint? Bist du gerade unter Druck? Wie war dein Tag heute?"

Werde zum Forschenden in Sachen Einfühlungsvermögen und gleiche deine Beobachtungen mit den Aussagen ab. Denk dran, du bist ohnehin ein empathischer Mensch – es liegt an dir, wie du diese Fähigkeit einsetzt.

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