Was sind Soft Skills?
So wichtig sind sie für die Karriere. Mit Skill-Liste & Tipps.

Soft Skills: Ein Erfolgsfaktor für Bewerbung und Karriere.

Soft Skills spielen im Arbeitsleben eine immer wichtigere Rolle und können durchaus über den Erfolg oder Misserfolg einer Bewerbung entscheiden. Als Ergänzung zu den fachlichen Qualifikationen treten die Soft Skills bei Personaler:innen und Arbeitgeber:innen zunehmend in den Vordergrund. In vielen Fällen sind die Soft Skills letztendlich der entscheidende Faktor, der den Unterschied zu den Mitbewerber:innen ausmacht und zu einer Einstellung führt.

Dies belegt auch der Jobmonitor der Bertelsmann Stiftung. Seit 2018 stellt der Jobmonitor steigende Nachfrage nach Soft Skills in Stellenanzeigen fest. Auch der WBS Jobreport aus dem ersten Halbjahr 2022 kommt zu einem ähnlichen Schluss: Weiterbildungen in Soft Skills sind ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen.

Welche Soft Skills bei der Bewerbung besonders wichtig sind und wie sie sich trainieren lassen, zeigen wir dir im Folgenden. Außerdem erfährst du, in welche Arten Soft Skills unterteilt werden, wir geben dir Beispiele in einer Soft Skills Liste und erklären, welche Soft Skills für Führungskräfte unverzichtbar sind.

Lese-Tipp: Verpass nicht den Abschnitt > Soft Skills Training. Darin erfährst du, wie man durch wirksames Selbstcoaching wichtige Soft Skills trainiert und diese in den Alltag integriert.

Soft Skills für deine Karriere: Inhaltsübersicht.

Definition Soft Skills: Was versteht man darunter?

Soft Skills: Junger Mann und junge Frau unterhalten sich im Job

Die Bezeichnung Soft Skills beschreibt im Prinzip die positiven Charaktereigenschaften, die eine Bewerber:in ausmachen. Übersetzt werden kann die Bezeichnung Soft Skills mit „weichen Kompetenzen“, was im Gegensatz zu den Hard Skills die charakterlichen Eigenschaften einer Person beschreibt und einen Hinweis auf die Persönlichkeit gibt.

Unterteilt werden die Soft Skills in:

  • methodische Kompetenzen.
  • soziale Kompetenzen.
  • persönliche Kompetenzen.

Was sind Hard Skills? Hard Skills bedeutet übersetzt so viel wie „harte Fakten“ oder „harte Fähigkeiten“. Sie bezeichnen die fachlichen Kompetenzen einer Bewerber:in (z. B. die schulische Ausbildung) und sind messbar. Mehr dazu im Abschnitt: Soft Skills vs. Hard Skills >

Warum sind Soft Skills für die Bewerbung und Karriere so wichtig?

Inzwischen reicht es nicht mehr aus, nur über die geforderte Fachkompetenz zu verfügen, auch die Soft Skills stehen bei einer Bewerbung auf dem Prüfstand. Hierbei geht es jedoch nicht um die Sympathie einer Bewerber:in. Vielmehr liegt der Fokus auf den Vorteilen, von denen das Unternehmen durch die Einstellung profitiert.

Unabhängig von der Branche legen viele Arbeitgeber:innen zunehmend Wert auf Teambuilding und außerfachliche Kompetenzen. Erweist sich eine Bewerber:in als teamfähig, kann sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter:in sich gut in das bereits bestehende Team einfügt und das Arbeitsklima weiterhin produktiv ist. Je wohler sich die Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz fühlen, desto verbundener fühlen sie sich mit dem Arbeitsplatz und dem Unternehmen. Das führt wiederum dazu, dass die Motivation der Mitarbeiter:innen steigt und die Arbeitsleistung davon langfristig profitiert.

Auch in der Führungsebene spielt Sozialkompetenz eine entscheidende Rolle. Führungskräfte sind verantwortlich für das Arbeitsklima und müssen eine gute Beziehung zu den Kolleg:innen pflegen. Des Weiteren sind organisatorische Fähigkeiten gefragt, da häufig viele Aufgaben gleichzeitig koordiniert und durchgeführt werden müssen. Wichtige Soft Skills für Führungskräfte sind zudem auch die persönlichen Kompetenzen. Als Führungskraft solltest du selbstbewusst, kompetent und überzeugend auftreten können, um dich für die Führungsposition zu qualifizieren.

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Soft Skills vs. Hard Skills – wo liegt der Unterschied?

Im gleichen Atemzug mit Soft Skills fällt häufig auch die Bezeichnung Hard Skills. Während es sich bei den Soft Skills um die „weichen Kompetenzen“ handelt, können die Hard Skills als „harte Fakten“ betrachtet werden. Die Hard Skills beschreiben die fachlichen Kompetenzen, die eine Bewerber:in vorweisen kann. Darin zusammengefasst werden die schulische Bildung, die Ausbildung, der Hochschulabschluss und die Berufserfahrung (sofern vorhanden). Auch Weiterbildungen, Zertifikate und Fremdsprachen fallen unter die Hard Skills. Von Vorteil ist es, wenn sich die Soft und Hard Skills ergänzen. Das bedeutet, wenn du zum Beispiel die erforderlichen Qualifikationen als Führungskraft mitbringst, kannst du auch mit den entsprechenden Soft Skills punkten.

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Über 90 %

der Personaler halten Soft Skills für außerordentlich wichtig im Hinblick auf die Digitalisierung der Arbeitswelt.

Quelle: LinkedIn | Global Talent Trends Report

Soft Skills: Wie werden die Kompetenzen unterteilt?

Wie bereits erwähnt, werden Soft Skills in die folgenden drei Arten unterteilt:

  1. Methodische Kompetenz:

Zu den methodischen Kompetenzen zählen alle Eigenschaften und Fähigkeiten, die notwendig sind, um Probleme lösen zu können. Im Arbeitsleben zeigen die methodischen Kompetenzen auch, welche Fähigkeiten eine Bewerber:in für die Bewältigung von Aufgaben und die Aneignung von Fähigkeiten mitbringt. Die methodischen Kompetenzen spielen zudem eine wichtige Rolle für den Erwerb von Hard Skills.

  1. Soziale Kompetenz:

Die sozialen Kompetenzen sind unverzichtbar für den Umgang mit Menschen und entscheidend für die zwischenmenschlichen Beziehungen. Im Berufsleben tragen die sozialen Kompetenzen zu einem guten Arbeitsklima bei und entscheiden darüber, wie gut ein Team zusammenarbeiten kann.

  1. Persönliche Kompetenz:

Die persönlichen Kompetenzen beziehen sich auf die Persönlichkeit eines Menschen und zeigen sich etwa durch ein selbstbewusstes Auftreten, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Begeisterungsfähigkeit.

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Soft Skills Liste: Beispiele für die Kompetenzen.

Methodische Kompetenzen

Wichtige Schlüsselqualifikationen für den späteren Erwerb von Hard Skills:

  • Gesprächsführungskompetenz
  • Konzeptionskompetenz
  • Zeitmanagement
  • Präsentationstechnik
  • Zielorientierung
  • Organisationsfähigkeit
  • Selbstmanagement
  • Problemlösungsfähigkeit

Soft Skills: Junge Frau lernt in Klass methodische Kompetenz
Soft Skills: Gruppe von jungen Frauen unterhält sich

Soziale Kompetenzen

Diese Eigenschaften sind wichtig für zwischenmenschliche Beziehungen und den Umgang mit anderen Kolleg:innen:

  • Emotionale Intelligenz
  • Kritikfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit

Persönliche Kompetenzen

Diese Skills bestimmen den Umgang mit sich selbst und die innere Haltung zu Arbeit und Umwelt:

  • Engagement
  • Eigeninitiative
  • Selbstbewusstsein
  • Leistungsbereitschaft
  • Aufgeschlossenheit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Belastbarkeit
  • Leistungsfähigkeit
  • Ehrgeiz
  • Flexibilität
Soft Skills: Junge Frau mit dunklen Haaren zeigt persönliche Kompetenz

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Soft Skills in der Bewerbung und im Lebenslauf.

Um bereits bei der Bewerbung mit den Soft Skills überzeugen zu können, sollten diese im Bewerbungsschreiben und Lebenslauf ebenfalls erwähnt werden. Auch wenn die Soft Skills heutzutage an Bedeutung gewonnen haben, stehen die Hard Skills bei der schriftlichen Bewerbung noch immer im Vordergrund. Damit Beweber:innen zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, ist es wichtig, dass alle Qualifikationen, die in der Stellenanzeige genannt werden, im Lebenslauf wiederzufinden sind. Anhand der Hard Skills entscheidet die Personaler:in, ob eine Bewerber:in die fachlichen Qualifikationen mitbringt, die für die Stelle erforderlich sind. Fehlen relevante Qualifikationen, sinken die Chancen, den Job zu erhalten, erheblich. Da auch die Mitbewerber:innen über die geforderten Qualifikationen verfügen, können die Soft Skills sprichwörtlich das Zünglein an der Waage darstellen und darüber entscheiden, wer die Jobzusage schlussendlich erhält.

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche und wie viele Soft Skills in der schriftlichen Bewerbung genannt werden. Hierbei gilt: Weniger ist mehr. Bei der Bewerbung kannst du in Bezug auf die Soft Skills nicht mit Quantität punkten. Entscheidend ist die Qualität der Soft Skills, die Bewerber:innen im Anschreiben und Lebenslauf aufführen.

Tipps für die Auswahl der Soft Skills für die Bewerbung:

  • Konzentriere dich auf deine Stärken und leg den Fokus auf 5 Soft Skills, mit denen du überzeugen kannst. Wichtig: Diese Fähigkeiten und Kompetenzen müssen auch tatsächlich vorhanden sein, um die Probezeit erfolgreich absolvieren zu können.
  • Beschränke dich auf die Soft Skills, die für den Job relevant sind. Häufig ist bereits in der Stellenausschreibung erkennbar, auf welche Soft Skills die Arbeitgeber:in besonders großen Wert legt.
  • Untermauer deine Soft Skills mit Beispielen. Die Aussage, dass du teamfähig, motiviert oder belastbar bist, reicht nicht aus. Beleg diese Eigenschaften im Anschreiben mit konkreten Beispielen. Beachte jedoch: Fass dich kurz und verlier dich nicht in Worthülsen.

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Gibt es Soft Skills, die als Schwächen ausgelegt werden können?

Jeder, der schon einmal ein Bewerbungsgespräch hatte, kennt die Frage nach den eigenen Schwächen. Natürlich möchte man auch bei dieser Frage nicht negativ auffallen und versucht die Antwort möglichst positiv zu formulieren. Ehrlichkeit ist auch bei Bewerbungsgesprächen ein Punkt, der durchaus überzeugend ist. Eine Schwäche, die durchaus in Bezug auf die Soft Skills positiv gewertet wird, ist etwa die Detailverliebtheit. Wer detailorientiert ist, liefert ein gutes Ergebnis ab, was wiederum positiv für das Unternehmen ist.

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Soft Skills Training: Können Soft Skills trainiert werden?

Bei den Soft Skills handelt es sich zwar um die charakterlichen Eigenschaften einer Person, aber das bedeutet nicht, dass diese nicht trainiert werden können. Grundsätzlich verfügt jeder Mensch über die Fähigkeit der Persönlichkeitsentwicklung und kann somit auch seine Soft Skills trainieren. Allerdings solltest du dir im Klaren darüber sein, dass dies ein langer Prozess ist und mit einer fortwährenden Weiterentwicklung verbunden ist. Während Hard Skills durch Lehrgänge oder Weiterbildungen aufgebaut werden können, bedarf es bei den Soft Skills der persönlichen Selbstreflexion. Bewerber:innen müssen sich dafür sowohl ihrer Stärken als auch ihrer Schwächen bewusst werden, um gezielt daran arbeiten zu können. Möglich ist dies zum Beispiel mit einem professionellen Coaching. Gerade die Soft Skills von Führungskräften können von einem Coaching und dem Erlernen von Strategien zur Personalführung, Zeitmanagement und Selbstmanagement profitieren.

Viele Soft Skills können durch ein kontinuierliches Selbstcoaching trainiert werden. Wie bei allen Gewohnheiten, benötigt es Zeit, bis die neuen Verhaltensweisen verinnerlicht werden. Daher sollten Bewerber:innen, die ihre Soft Skills verbessern möchten, einen langen Atem mitbringen und das Training in den Alltag integrieren. Mit der folgenden Vorgehensweise möchten wir dich beim Training deiner Soft Skills unterstützen:

  1. Schwächen erkennen:

Bevor du deine Soft Skills verbessern kannst, gilt es, die Schwächen zu erkennen. Stell dir dafür die Fragen: Welche Stärken habe ich? Welche Soft Skills bringe ich mit? Welche Soft Skills möchte ich trainieren? Auf Basis dieser Selbstanalyse legst du den Startpunkt für deine Persönlichkeitsentwicklung fest.

  1. Ziele festlegen:

Wenn du weisst, welche Soft Skills du trainieren möchtest, solltest du dir konkrete Ziele festlegen. Wofür möchtest du deine Kompetenzen verbessern? Planst du eventuell einen Jobwechsel? Möchtest du im Assessment Center überzeugen können? Strebst du eine Beförderung an? Führ dir dein Ziel vor Augen, um die Persönlichkeitsentwicklung auch tatsächlich durchlaufen zu können. Fehlt der Fokus, besteht das Risiko, dass das Vorhaben misslingt und du deine Soft Skills nicht in dem Ausmaß verbessern kannst, wie ursprünglich geplant.

  1. Übungsphase:

Die Übungsphase ist der schwierigste Punkt der Persönlichkeitsentwicklung. Möchtest du zum Beispiel deine Kommunikationsfähigkeit trainieren, musst du in der Übungsphase jede Chance nutzen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Teamfähigkeit hingegen lässt sich zum Beispiel optimal bei einer Teamsportart in der Freizeit verbessern. Nutz jede Situation im Alltag, die mit der Kompetenz in Verbindung steht, die du trainieren möchten.

  1. Durchhaltevermögen:

Die persönliche Entwicklung ist ein langwieriger Prozess und erfordert viel Ausdauer und Durchhaltevermögen. Auch wenn sich die Erfolge nicht sofort einstellen, solltest du am Ball bleiben und nicht aufgeben. Bedenke dass sich ein Training der Soft Skills nicht nur für das Berufsleben und die Karriere auszahlt. Auch das Privatleben profitiert von den methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen.

Zusammengefasst: Grundsätzlich kann jeder Mensch seine Soft Skills trainieren. Voraussetzung dafür ist ein langer Atem und der Wunsch zur persönlichen Weiterentwicklung. Idealerweise wird das Training in den Alltag integriert und führt somit zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Fähigkeiten.

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Fazit: Soft Skills sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere.

Soft Skills spielen bei der Bewerbung und Karriere eine entscheidende Rolle. Während früher die fachliche Kompetenz entschied, ob eine Bewerber:in den Job erhält, schauen Personaler:innen heutzutage durchaus über eine schlechtere Abschlussnote hinweg, wenn die Soft Skills zum Unternehmen passen. Allerdings sind auch Soft Skills keine Fähigkeiten, die nicht trainiert werden können. Mit der passenden Strategie und Ausdauer können auch die methodischen, sozialen und persönlichen Kompetenzen verbessert werden.

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