JobReport Technische Berufe

Trends und Entwicklungen auf dem deutschen Stellenmarkt für technische Berufe

WBS JobReport - Die Entscheidungshilfe bei der Qualifizierungswahl

Die WBS TRAINING AG analysiert regelmäßig den Stellenmarkt und veröffentlicht die Ergebnisse in Form von JobReports. Diese geben Interessenten für Weiterbildungen sowie Personal- und Arbeitsberatern umfangreiche Informationen für die Berufswahl. Die JobReports diesen als Entscheidungshilfe bei der Karriereplanung sowie bei der Wahl geeigneter Qualifizierungen und Zertifizierungen.

Mit dem JobReport Technische Berufe informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Jobmarkt sowie über entsprechende Weiterbildungsangebote für Automatisierungstechnik.

Beste Berufsperspektiven in Technischen Berufen mit der richtigen Qualifizierung

Das Feld der Technischen Berufe umfasst vielfältige Berufsbilder und Einsatzgebiete. Es reicht vom Diplom-Ingenieur über den Hausmeister mit Fachkenntnissen im Bereich Erneuerbare Energien bis hin zum Konstrukteur mit Expertise in Geoinformationssystemen. Fachliches Know-how und entsprechende Spezialisierungen sind in allen Technischen Berufen unabdingbar. Über eine Ausbildung oder ein Studium, aber auch eine Weiterbildung können sich angehende und praktizierende Techniker das notwendige Fachwissen für ihr Berufsfeld aneignen. Bedingt durch den rasant fortschreitenden Einsatz der Technik in nahezu allen Lebensbereichen und ihrer schnellen Entwicklung bieten Technische Berufe vielversprechende Zukunftsperspektiven und Karrierechancen. Diese Tendenz wird sich mit dem demografischen Wandel in den kommenden Jahren sogar noch verstärken: Fachkräfte und gut ausgebildete Quereinsteiger werden hier ein breites Angebot an spannenden Jobs und Tätigkeiten finden. Für diesen JobReport haben wir Stellenanzeigen der Technischen Bereiche ausgewertet, für die bei der WBS TRAINING AG bundesweit entsprechende Weiterbildungsangebote und Umschulungen angeboten werden.

Dazu gehören folgende Berufsbilder:

  • SPS-Programmierung (speicherprogrammierbare Steuerung) mit den Anwendungsprogrammen EPLAN, SIMATIC, TIA und WinCC
  • CNC-Programmierung (rechnergestützte numerische Steuerung) mit den Anwendungsprogrammen SINUMERIC, FANUC und HEIDENHAIN
  • Elektroniker Betriebstechnik
  • CAD (Computer-Aided Design), Bau und Architektur, Maschinenbau, Automobilindustrie und Flugzeugbau, Medizin, Metall und Feinwerktechnik, 3D-Druck, Technisches Produktdesign
  • Fachanwender für Geoinformationssysteme
  • Alternative und Erneuerbare Energien (AUEN), Projektmanagement, -entwicklung und -beratung für alle Bereiche alternativer Energien- Energiemanagement für alle Bereiche alternativer Energien
  • Facility Management- Hausmeister und Haustechniker für Energieeffizienz und Energieeinsparung

Die hier untersuchten Berufe zeichnen sich also vor allem durch ihre enge Anbindung an spezielle Technologien, Software- und Anwendungsprogramme aus. So vielfältig die unterschiedlichen Berufe sind, so vielfältig sind auch die damit verbundenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten.

Inhaltsverzeichnis

Erhebungsmethode und Datengrundlage
Entwicklung Stellenmarkt 2014
Automatisierungstechnik
Regionale Betrachtung - Automatisierungstechnik
CAD
Regionale Betrachtung - CAD
Interview "Privates Engagement im Umwelt- und Naturschutz zum Beruf gemacht"
Geoinformationssysteme
Regionale Betrachtung - Geoinformationssysteme
Alternative und Erneuerbare Energien
Regionale Betrachtung -  Alternative und Erneuerbare Energien
Energiemanagement und -beratung
Regionale Betrachtung - Energiemanagement und -beratung
Facility Management/ Haustechnik
Regionale Betrachtung - Facility Management/ Haustechnik

Erhebungsmethode und Datengrundlage

Auswertung des Stellenmarktes für Technische Berufe in Online- und Printmedien

Die für diesen JobReport untersuchten Stellenanzeigen der Technischen Berufe wurden mit den Daten des europäischen Marktführers in der Stellenmarktanalyse, „AnzeigenDaten.de“, gewonnen und ausgewertet.

Insgesamt wurden 187 Stellenmärkte in Online-Jobbörsen, Fachzeitschriften und Tageszeitungen aus den Monaten Oktober 2014 und 2013 herangezogen. Darunter sind etablierte Online- Jobbörsen wie Monster, Stepstone und Jobware. Außerdem wurden Stellenanzeigen aus über 150 lokalen, regionalen und überregionalen Zeitungen sowie Fach- und Branchenzeitschriften einbezogen. Ausgewertet wurden Stellenanzeigen von öffentlichen Arbeitgebern, Dienstleistern, Unternehmen und Personaldienstleistern.

Zum besseren Vergleich haben wir nur die Stellenmärkte berücksichtigt, die in beiden Jahren bestanden haben. So lässt sich die Entwicklung des Stellenmarktes besser beurteilen, da mögliche Verzerrungen durch neue oder eingestellte Medien in dem einen oder anderen Erhebungszeitraum vermieden werden.

Um die Aussagekraft der Daten weiter zu erhöhen, wurden die Stellenangebote gruppiert und den ausschreibenden Unternehmen, Institutionen und Dienstleistern zugeordnet. Auf diese Weise wird ein Stellenangebot, das von einem Unternehmen in verschiedenen Stellenmärkten mehrfach geschaltet wurde, tatsächlich nur einmal gezählt. Dies ergibt eine realistische Anzahl der ausgeschriebenen Stellen.

Um die Nachfrage nach den einzelnen Berufen auch regional darstellen zu können, haben wir die Jobangebote auf Basis der Bundesländer zu vier Regionen – Nord, Ost, Süd, West – zusammengefasst. Bei dieser Betrachtung wurde der Einsatzort für die ausgeschriebene Stelle herangezogen und nicht der Sitz des Unternehmens, das die Stelle ausgeschrieben hat. Die vier von uns gebildeten Regionen setzen sich folgendermaßen zusammen:

Region Nord: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Region Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Region Süd: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Region West: Nordrhein-Westfalen

Die Zusammenfassung ermöglicht ein recht genaues Bild der regionalen Verteilung innerhalb der Bundesrepublik. Wie auch schon bei vorherigen Untersuchungen zeigt sich, dass ein sehr großer Anteil der ausgeschriebenen Stellen in der Region Süd gefunden wird. Das liegt nicht nur an der von WBS vorgenommenen regionalen Strukturierung der Länder, sondern vor allem an der stärkeren Wirtschaftskraft und Nachfrage in den südlichen Bundesländern. Doch auch in den anderen Regionen 7 bestehen ausreichend Chancen, einen entsprechenden Job zu finden.

Für die Abfragen der einzelnen Berufsgruppen und Berufe wurden Volltextrecherchen der Anzeigentexte entwickelt und eingesetzt, um die teils unterschiedlichen Berufsbezeichnungen erfassen und interpretieren zu können. Auf diese Weise können wir für die jeweiligen Berufe genaue Angaben machen. Die hier untersuchten Berufsbilder im Bereich der Technischen Berufe wurden im Wesentlichen in den entsprechenden Berufsgruppen abgefragt. So war es möglich, die zum Teil komplizierten und mit vielen Fachausdrücken und -beschreibungen versehenen Stellenangebote zu finden und auszuwerten.

Der für diesen JobReport entwickelte methodische Ansatz und die damit gewonnenen Daten ermöglichen insgesamt sehr repräsentative und valide Aussagen zu Angebot und Nachfrage auf dem Stellenmarkt der Technischen Berufe. Die Daten zeigen die Entwicklung in den einzelnen Berufen und ermöglichen die Bewertung hinsichtlich der gefragten Qualifikationen und Spezialisierungen. Der WBS JobReport bietet somit eine gute Entscheidungsgrundlage für all diejenigen, die sich für Berufe im Umfeld von Automatisierungstechnik, CAD oder Alternativen und Erneuerbaren Energien interessieren und/oder weiterbilden möchten.

Entwicklung Stellenmarkt 2014

Zahl der Stellenangebote steigt kontinuierlich

Im Oktober 2014 waren in den von uns ausgewerteten Print- und Online-Stellenmärkten über 194.000 Stellen ausgeschrieben. Das sind fast 30 Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres, in dem rund 151.000 Stellen ausgeschrieben waren.

Die Entwicklungen innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen waren dabei sehr unterschiedlich. Bei den naturwissenschaftlichen und Hightech-Berufen stieg die Zahl der Stellen um rund acht Prozent, IT-Stellen nahmen um etwa 18 Prozent zu und im Bereich Marketing, Werbung und PR lag der Anstieg sogar bei über 33 Prozent. Der stärkste Anstieg ist jedoch bei den Technischen Berufen – also Ingenieuren, Konstrukteuren und Architekten – zu verzeichnen. Hier stieg die Zahl der angebotenen Jobs um über 42 Prozent.

Und auch in absoluten Zahlen ist die Berufsgruppe die stärkste, hier waren im Oktober 2014 fast 30.000 offene Stellen annonciert.

Deutlicher Zuwachs bei den Technischen Berufen

Fasst man die Berufsgruppen „Technische Berufe“, „Forschung und Entwicklung, Hightech, Naturwissenschaften“ und „Bauwesen, Handwerk, Umwelt“ zusammen, so stieg hier die Zahl der ausgeschriebenen Stellen innerhalb eines Jahres von 39.347 auf 50.783. Zwischen Oktober 2013 und 2014 hat die Zahl der Stellenangebote somit innerhalb der Technischen Berufe um über 29 Prozent zugenommen. Für die Auswertungen der einzelnen Berufe in diesem JobReport wurden daher auch nur in diesen Berufsgruppen recherchiert und Stellenangebote abgefragt. Der Fokus lag dabei auf Technischen Berufen aus dem Umfeld CAD, SPS und CNC-Programmierung, Geoinformation sowie Alternative und Erneuerbare Energien.

Bei der Analyse des Stellenmarktes konnten die Stellenangebote im Stellenmarkt der Arbeitsagenturen nicht berücksichtigt werden, da sie nicht vollständig und gleichmäßig erfasst werden können. Bezöge man sie mit ein, würde sich auch kein wesentlich anderes Bild bei der Entwicklung der Stellenmärkte zeigen.

Bei der Jobsuche geht ohne Online-Jobbörsen fast gar nichts mehr

Bei der Suche nach einem neuen Job kommen Bewerber an Online-Stellenbörsen nicht vorbei. Von den 194.000 Stellen waren rund 165.000 in Online-Jobportalen ausgeschrieben, in den gedruckten Medien waren es nur 29.000. Bei den Technischen Berufen fällt das Verhältnis noch deutlicher aus: Hier waren rund 55.000 Jobs in Online-Stellenbörsen inseriert, aber nur 7.500 in Zeitschriften und Zeitungen. Arbeitsuchende und Jobwechsler sollten daher die einschlägigen Job-Portale, aber auch die Online-Stellenmärkte von Zeitungen und Fachzeitschriften, in die Jobsuche einbeziehen.

Schwankungen des Stellenmarktes für Technische Berufe auf hohem Niveau

Der Stellenmarkt für Technische Berufe steht mit seiner Anzahl der Angebote nicht nur an der Spitze aller Berufsgruppen, im Vergleich haben die Jobangebote seit Oktober 2013 mit einer Steigerung von mehr als 40 Prozent auch am stärksten zugenommen. Betrachtet man die letzten zwölf Monate, so fallen allerdings stärkere Schwankungen im Angebotsvolumen auf. Gab es im ersten Quartal monatlich bereits weit über 26.000 Jobangebote, gingen die Ausschreibungen vor allem im Mai und Juni mit jeweils circa 22.000 Stellen deutlich zurück, um dann ab Juli wieder anzusteigen und im September die 30.000er Marke, und damit den absoluten Höchststand, zu erreichen. Eine beachtliche Jobauswahl für entsprechend qualifizierte Bewerber. Um den Stellenmarkt für die Bereiche „Automatisierungstechnik“, „CAD“(Computer-Aided Design) sowie „Alternative und Erneuerbare Energien“(AUEN) vollständig erfassen zu können, haben wir in unsere Analyse auch die Berufsgruppen „Bauwesen, Architektur, Handwerk und Umwelt“sowie „Forschung und Entwicklung (FuE), Hightech und Naturwissenschaft“ einbezogen. Beide Berufsgruppen weisen deutlich weniger Schwankungen bei der Anzahl der Stellenangebote auf als die „Technischen Berufe“.Nach einem leichten Einbruch der Angebotssituation im Bereich „Bauwesen,Architektur, Handwerk und Umwelt“ auf weniger als 10.000 Stellen im Dezember 2013, kletterten die Werte in den Folgemonaten wieder deutlich nach oben und kratzten im März, Juli und September 2014 sogar die 15.000er Marke. Mit diesen Zahlen bewegt sich der Stellenmarkt für diese Berufsgruppe im guten Mittelfeld. Die Angebote im Bereich „FuE, Hightech und Naturwissenschaft“ wiesen über alle Monate hinweg die größte Angebotskonstanz auf. Der beste Monat für Bewerber in dem Bereich war der Juni mit über 8.000 Jobmöglichkeiten.

Automatisierungstechnik

Leben in einer automatisierten Welt

Wer wäscht seine Wäsche oder spült sein Geschirr heute noch von Hand? Bereits im Alltag und Haushalt begegnen uns zahlreiche Beispiele der Automatisierung. Maschinen und Automaten erleichtern täglich unser Leben. Für industrielle Anwendungen verhält es sich ähnlich. Viele Schlüsselindustrien wie die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Chemieindustrie sind ohne Automatisierungstechnik heute nicht mehr denkbar. Als wichtige Technologie trägt sie einen erheblichen Anteil an der Produktivität und am Erfolg des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Komplexe Maschinen und Anlagen wurden und werden zunehmend automatisiert, so dass sie viele Arbeitsschritte eigenständig und ohne das Mitwirken von Menschen erledigen können. Prozesse werden somit rationalisiert, die Produktivität gesteigert und Menschen von anstrengenden, gefährlichen oder Routineaufgaben entlastet. Ob ein Auto hergestellt, Energie gewonnen und verteilt oder der Verkehr auf Straßen und Schienen geregelt wird: Moderne Technik steuert jeden Produktions- oder Arbeitsschritt und kontrolliert sich dabei weitestgehend selbst. Viele Bereiche in der Produktions- und Verfahrenstechnik sind bereits automatisiert. Der Funktionsumfang der Automatisierungsgeräte nimmt dabei immer mehr zu: Systeme werden vernetzt und Leittechnik wird dezentralisiert. So konnte der Automatisierungsgrad in den letzten Jahren erheblich gesteigert werden. Flexiblere Anlangen beschränken die Automatisierung nicht mehr nur auf die Produktion von Großserien, auch die Kleinserienproduktion ist mittlerweile möglich und kann wirtschaftlich sein. Doch ganz ohne den Menschen geht es auch in einer automatisierten Welt nicht, denn diese Technik muss programmiert, bedient und überwacht werden, damit Maschinen und Anlagen sicher und zielgerichtet laufen können.

50 Prozent mehr Jobangebote im Bereich SPS-Programmierung

Mit Hilfe der Automatisierungstechnik lassen sich automatisierte Prozesse steuern. Mittlerweile hat die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) die verbindungsprogrammierte Steuerung(VPS) fast komplett abgelöst. Waren bei der verbindungsorientierten Steuerung die einzelnen Bauelemente wie Relais, Schalter und Anzeigengeräte über eine Verdrahtung fest miteinanderverbunden, ist die Steuerung mit SPS-Systemen deutlich flexibler und der Verdrahtungsaufwand erheblich geringer. Die speicherprogrammierbare Steuerung ist also eine Art “Rechner“, mit dessen Hilfe Maschinen und Anlagen geregelt und gesteuert werden können und der auf digitaler Basis programmiert wird. Der SPS-Programmierer entwirft und erstellt Regel- und Steuerungsprogramme für technische Geräte, Maschinen, Anlagen und sonstige Einrichtungen. Dazu projektiert, programmiertund vernetzt er die speicherprogrammierbaren Steuerungen. Außerdem nimmt er die Anlagen in Betrieb oder rüstet sie bei Bedarf um. Im Rahmen der Wartung und Reparatur erstellen SPS-Fachkräfte zu dem Fehlerdiagnosen und führen die Fehlerbehebung durch. Diese Tätigkeiten führen sie in Betrieben aus, die speicherprogrammierbare Steuerungsverfahren einsetzen. Das können Unter-nehmen der Metall- und Kunststoffindustrie, des Kraftfahrzeug-, Flugzeug-, Schiffs-, Maschinen- und Anlagenbaus, der Elektrobranche, der Nahrungs- und Textilindustrie, aber auch der Chemie- und Pharmaindustrie sein.

Der Stellenmarkt für Personen mit Kenntnissen im Bereich der SPS-Programmierung konnte im Oktober 2014 im Vergleich zum Vorjahresmonat mitfast 1.100 Angeboten um 48 Prozent zulegen. Im Vergleich zum Gesamtstellenmarkt, der bereits ein Plus von 28 Prozent verzeichnen konnte, ist das nochmals eine weitere Steigerung von 20 Prozent. Eine ausgesprochen gute Position für entsprechend qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber.

Mit Spezialkenntnissen im Bereich SPS-Programmierung punkten

Viele Stellenausschreibungen für SPS Programmierer benennen bereits spezielle Software im Anforderungsprofil. Bewerber, die entsprechende Kenntnis nachweise erbringen können, sind hier besonders gefragt. Am häufigsten fallen die Begriffe „SIMATIC“, „STEP7“ und „SCL“. SIMATIC STEP7 ist eine spezielleProgrammiersoftware von Siemens. Siei st weltweit die bekannteste und meistgenutzte Programmiersoftware in der Industrieautomatisierung. Von der Konfiguration der Hardware, über das Festlegen der Kommunikation, bis hin zur Programmierung und Inbetriebnahme sorgt sie für eine effiziente Umsetzung der Automatisierungsaufgaben. SCL steht für Structured Control Language und ist eine der verwendeten Programmiersprachen. Sie kombiniert Sprachelemente aus der Hochsprachenprogrammierung mit SPS-typischen Spracherweiterungen. In 413 Stellenanzeigen wurden im Oktober 2014 entsprechende Kenntnisse in SIMATICSTEP7 und SCL gefordert.

An nächster Stelle steht die Software EPLAN, die der Elektroprojektierung dient. Hierbei handelt es sich um eine CAD-Softwarelösung, die auch im Bereich der Automatisierungstechnik eine Rolle spielt. 314 Stellenausschreibungen verlangten entsprechende Kenntnisse. Mit diesen Zusatzkenntnissen können SPS-Programmierer auch konstruktive und dokumentarische Leistungen in der Elektrotechnik erbringen. Die Software EPLAN P8 dient der Projektierung, Dokumentation und Verwaltung von elektrotechnischen Projekten. Das TIA-Portal als neue Softwareversion von STEP7 ist relativ neu auf dem Markt. 82 Jobofferten benennen diese Spezialkenntnisse bereits in ihrem Anforderungsprofil. Im Oktober 2013 waren es lediglich 21 Anzeigen, damit hat sich die Anzahl bereits vervierfacht – Tendenz steigend. Kenntnisse in der Siemens-Software WinCC (Windows Control Center) werden nur in 26 Stellenangeboten explizit gefordert, je nachdem wie detailliert die Anforderungen formuliert sind. WinCCSCADA und WinCC flexible sind Programme zur Projektierung von Prozessvisualisierungen für das Bedienen und Beobachten von Maschinen und Prozessen.

Jobangebot für CNC-Programmierer hat sich mehr als verdoppelt

CNC-Programmierer (Computerized Numerical Control) entwickeln und testen computergestützte Steuerprogramme für Werkzeugmaschinen. Sie erstellen Programme für die automatisierte spanende Fertigung (z. B. Drehen und Fräsen) von Werkstücken. Die steuerungsbezogene Programmierung erfolgt anhand von technischen Zeichnungen und Vorgaben aus der Konstruktionsabteilung. Mit dem Schreibenkomplexer CNC-Programme setzen sie die jeweiligen Vorgaben in werkstoff- und fertigungsgerechte Arbeitsschritte sowie maschinengerechte Steuerbefehle um. Desweiteren verbessern, optimieren und verwalten sie diese funktionstauglichen CNC-Programme und überführen sie in die Praxis. Sie richten computergesteuerte Fräswerke oder Drehmaschinen ein und helfen beispielsweise beim Einlesen der erstellten Programme in den Arbeitsspeicher der jeweiligen Maschine. Sie arbeiten entweder in der Metallverarbeitung – wie zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, in der Elektroindustrie sowie im Fahrzeug- und Werkzeugbau– oder in der Kunststoff- und Holzverarbeitung. Dort werden CNC-Programmierer in der Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplanung und-steuerung sowie in Produktion und Fertigung eingesetzt.

Ausgebildete CNC-Programmierer, die sich in der Programmierung verschiedener Steuerungen auskennen, sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Dies belegt unsere Auswertung des Stellenmarktes. Im Laufe eines Jahres ist das Stellenangebot für CNC-Programmierer um 126 Prozent auf 568 Angebote gestiegen. Es hat sich also mehr als verdoppelt.

CNC-Programmierer benötigen spezielle Kenntnisse in verschiedenen Programmiersprachen. Den größten Anteil und auch die höchste Steigerung konnte im Oktober 2014 die Programmiersprache HEIDENHAIN verzeichnen. HEIDENHAIN ist ein deutscher Hersteller, unter anderem von CNC-Steuerungen. In 130 Stellenangeboten werden diese Kenntnisse im Profil der Bewerber gefordert. Damit ist die Nachfrage im Vergleich zum Oktober des Vorjahres noch mal um 106 Prozent gestiegen.

Kenntnisse im CNC-Programm FANUC wurden in 63 Stellenausschreibungen– und damit am zweithäufigsten– verlangt. Auch hier gab es eine erhebliche Steigerung um rund 91 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Programmiersprache SINUMERIK wurde in den Stellenanzeigen 24-mal konkret benannt, mit einer leichten Steigerung von 20 Prozent. SINUMERIK war die erste deutsche Marke für CNC-Steuerungen.

Stark gestiegene Nachfrage nach ausgebildeten Elektronikern für Betriebstechnik

Der anerkannte Berufsabschluss „Elektroniker für Betriebstechnik“ kann im Rahmen einer Erstausbildung, aber auch in einer Umschulung erworben werden. Elektroniker für Betriebstechnik kümmern sich um eine fachgerechte Installation, Wartung und Reparatur von Anlagen. Das können Produktions-, Betriebs- und Verfahrensanlagen sein, Anlagen der Energieversorgung sowie der Kommunikations-und Beleuchtungstechnik, aber auch Schalt- und Steueranlagen. Ihre elektro- und steuerungstechnischen Kenntnisse können sie zum Beispiel bei Herstellern industrieller Prozesssteuerungseinrichtungen, in Elektroinstallationsbetrieben beim Einbau technischer Gebäudeausrüstungen sowie bei Energieversorgern einsetzen. Darüber hinaus können sie ihrem Beruf überall dort nachgehen, wo Produktions-und Betriebsanlagen eingesetzt und instand gehalten werden. Das Spektrum möglicher Einsatzfelder reicht dabei von der produzierenden Industrie bis zu Flughäfen oder Krankenhäusern.

Und auch hier ist der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften hoch. Im Oktober 2014 gab es fast 590 Stellen für Personen mit diesem Ausbildungshintergrund. Das entspricht einer enormen Steigerung von fast 146 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Personen mit diesem Abschluss haben daher sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Regionale Betrachtung – Automatisierungstechnik

SPS-Programmierer in allen RegionenDeutschlands sehr gefragt

Wie die Nachfrage im Bereich Automatisierungstechnik in Deutschland regional verteilt ist, zeigen die folgenden Grafiken. Zur besseren Beurteilung und Orientierung wurden die Bundesländer von uns für den JobReport zu einzelnen Regionen zusammengefasst.

Die meisten Stellenausschreibungen im Bereich Automatisierungstechnik (AT) gab es danach, mit insgesamt fast 2.070 Angeboten, im Süden Deutschlands. Die übrigen Regionen sind hinsichtlich der AT-Stellenangebote fast gleich auf: mit insgesamt 600 Angeboten der Westen auf Platz zwei, mit fast 570 Stellen der Osten auf dem dritten Platz und mit 510 Angeboten der Norden an hinterster Stelle.

In den Regionen Nord, Ost und West haben wir das gleiche Ranking im Hinblick auf die Stellenanzahl im Bereich Automatisierungstechnik: an erster Stelle die Angebote für SPS-Programmierer, gefolgt von den Elektronikern für Betriebstechnik auf Rang zwei und die CNC-Programmierung an Position drei. Innerhalb der Regionen warten auf SPS-Programmierer im Osten und Westen mit 78 Prozent anteilig die meisten Stellen im Bereich Automatisierungstechnik. In der Region Nord ist der Anteil der Elektroniker-Stellen mit 19 Prozent verhältnismäßig hoch. Im Süden sind es die Jobmöglichkeiten für CNC-Programmierer (ebenfalls mit 19 Prozent), die hier sogar auf Platz zwei rangieren und damit entgegen der Reihenfolge in den anderen Regionen noch vor den Stellen für Elektroniker. Das verhältnismäßig kleinste Stellenangebot erwartet CNC-Programmierer mit nur sieben Prozent in der Region West.

CAD

CAD-Fachkräfte – meistgesuchte Technische Berufsgruppe*

CAD steht für „Computer-Aided Design“ und damit für das computergestützte Konstruieren und Zeichnen. Ob bei der Produktion von Einzelteilen oder dem Bau von ganzen Häusern, Maschinen und Autos, die neue Technologie hat in den letzten Jahren gezeichnete Baupläne durch elektronische Modelle komplett abgelöst. Stand in der Anfangszeit CAD lediglich für die Nutzung des Computers als Hilfsmittel beim technischen Zeichnen, so sind professionelle CAD-Anwendungen heute komplexe Systeme, mit denen Experten technische Lösungen entwerfen und konstruieren – und das nicht mehr nur zwei-, sondern dreidimensional (3D). Mit der neu gewonnenen dritten Dimension können Objekte virtuell beliebig räumlich abgebildet werden. Die räumliche Vorstellung ist somit deutlich einfacher geworden. Bereits jetzt kann man diese 3D-Modelle nicht mehr nur am Bildschirm bewundern, sondern als „gedruckte“ Versionen in unterschiedlicher Größe in den Händen halten (s. Abschnitt „3D-Druck“). Auch wenn die Steigerung des CAD-Stellenmarktes um rund 12 Prozent unter der Entwicklung des Gesamtstellenmarktes liegt (hier gab es ein Plus von rund 29 Prozent), bewegt sich die Zahl der Stellen für CAD-Fachkräfte mit fast 3.500 Angeboten auf einem sehr hohen Niveau und steht damit absolut betrachtet mit deutlichem Abstand an der Spitze der in diesem JobReport ausgewerteten Technischen Berufe. Entsprechend qualifizierte Fachkräfte haben also ausgesprochen gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Einsatz finden CAD-Anwendungen mittlerweile in fast allen Bereichen der Technik, wie z. B.:

  • Architektur und Bauwesen
  • Maschinenbau, Automobilindustrie und Flugzeugbau
  • Medizin-, Metall- und Feinwerktechnik (z. B. Zahntechnik)

Den konkreten Stellenmarkt für die dreigroßen CAD-Bereiche inklusive der entsprechenden Programme betrachten wir auf den folgenden Seiten detaillierter. Außerdem schauen wir uns den geänderten Berufsabschluss „Technischer Produktdesigner“ (ehemals Technischer Zeichner) genauer an und unternehmen eine kleine Reise in die Welt des 3D-Drucks.

CAD-Kenntnisse für Bauwesen undArchitektur gefragt

Ein wichtiges Feld, in dem CAD (Computer-Aided Design) Anwendung findet, sind die Bereiche Bauwesen und Architektur. CAD-Fachkräfte mit dem Schwerpunkt Bau fertigen Zeichnungen an, erstellen Genehmigungs- und Ausführungspläne für Wohn- und Geschäftsgebäude wie auch für öffentliche Bauten und den konstruktiven Ingenieurbau. Sie können also Entwürfe und Konstruktionsvorgaben in konkrete Pläne und Zeichnungen umsetzen und konstruktive Details ausarbeiten. Außerdem sind sie beteiligt, wenn Unterlagen für Bauanträge erstellt werden. Die konstruktive Ausführung und unterschiedliche Ansichten der Bauwerke setzen sie mithilfe von CAD-Systemen um, die wir uns im Folgenden noch genauer anschauen werden (s. Folgeabschnitt). CAD-Anwender für Bauwesen und Architektur arbeiten beispielsweise in Architekturbüros, in Planungsbüros für Hoch- und Tiefbau, in Statikbüros oder in kommunalen Einrichtungen und deröffentlichen Verwaltung, wie zum Beispiel bei Bauämtern. Im Oktober 2014 wurden im Berufsfeld Bauwesen und Architektur insgesamt fast 700 Stellen für Personen mit entsprechenden CAD-Kenntnissen ausgeschrieben. Das entspricht einer Angebotssteigerung von rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Spezielle Software-Kenntnisse im CAD-Bereich Bauwesen und Architektur gefordert

Welche CAD-Software-Kenntnisse werden am häufigsten in Bauwesen und Architektur verlangt? Das wollen wir uns an dieser Stelle genauer anschauen:

Mit einem Anteil von über 70 Prozent und 272 Angeboten werden Kenntnisse der Anwendung „AutoCAD Architektur“mit Abstand am häufigsten in Stellenanzeigen gefordert. AutoCAD ist ein vektororientiertes CAD-Zeichenprogramm von Autodesk. Es wurde ursprünglich für das Erstellen von technischen Zeichnungen (2D) entwickelt, umfasst heute aber auch umfangreiche Funktionen zum Erstellen von komplexen 3D-Objekten.

Circa ein Fünftel der Anzeigen fordert von Bewerbern Anwenderkenntnisse in der Software „ALLPLAN“ von Nemetschek. Das CAD-System ALLPLAN unterstützt den Planungs- und Bauprozess von Gebäuden im Hinblick auf Kosten, Zeitaufwand und Qualität. Es umfasst die 2D-Konstruktion, 3D-Modellierung sowie bauteilorientierte Mengen- und Kostenermittlung für das konkrete Gebäudemodell. Die Software „ArchiCAD“ wurde nur in sieben Prozent der Stellenausschreibungen konkret im Anforderungsprofil benannt, je nachdem wie detailliert dieses formuliert ist. Hierbei handelt es sich um ein CAD-Programm speziell für Architekten. Es kann 3D-Modelldaten, Materialeigenschaften, Massen und weitere Daten speichern, um daraus verschiedenste Planungen im Bauwesen – wie zum Beispiel Werkplanungen und Wohnflächenberechnungen– zu generieren.

Größte Nachfrage nach CAD-Konstrukteuren im Maschinenbau, in der Flugzeug- und Automobilindustrie

Ein weiteres, großes Feld im CAD Bereich ist der Maschinen-, Fahrzeug und Flugzeugbau. Auch hier erstellen CAD-Fachkräfte Entwurfs- und Konstruktionszeichnungen mit Hilfe bestimmter CAD-Zeichnungsprogramme. Sie konstruieren neue Objekte, erstellen Varianten oder nehmen Anpassungen an bestehenden Objekten vor. Ihre Aufgabe ist die technische Gestaltung der jeweiligen Produkte. Im Bereich Maschinenbau werden technische Anlagen unter Beachtung von Normen am Computer entworfen. CAD-Konstrukteure werden außerdem in der Automobilindustrie und für den Bau von Flugzeugen benötigt.

Mit fast 1.600 Stellenangeboten für Bewerber mit CAD-Kenntnissen im Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau bietet dieser CAD-Bereich den größten Stellenpool, allerdings mit einem leichten Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

CAD-Konstrukteure im Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau arbeiten beispielsweise in Ingenieurbüros sowie in Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen entsprechender Firmen dieser Branche. Sie haben mit den passenden Qualifikationen sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

CATIA, NX, Inventor und AutoCAD – wichtige Programme im Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau

Auch die Flugzeug- und Automobilindustrie sowie der Maschinenbau arbeiten mit speziellen CAD-Programmen. Lassen Sie uns einen detaillierten Blick darauf werfen, welche Systemkenntnisse in Stellenprofilen konkret gefordert werden: Den größten Anteil macht mit fast 50 Prozent und rund 1.200 Angeboten das CAD-System CATIA aus. CATIA steht für Computer-Aided Threedimensional Interactive Application und wurde ursprünglich für den Flugzeugbau entwickelt, hat sich heute aber auch im Fahrzeugbau etabliert. Die Vorteile des Programms bei der Tragflächenentwicklung mittels dreidimensionaler Flächenmodelle lassen sich perfekt auf die Gestaltung strömungsgünstiger Karosserien für die Automobilindustrie übertragen, aber auch der Schiffbau profitiert davon.

An zweiter Stelle mit einem Fünftel der CAD-Stellenanzeigen (510 Angebote) im Maschinen-, Fahrzeug-und Flugzeugbau und damit einer beachtlichen Zunahme von fast 76 Prozent (Vergleich Oktober 2013 und Oktober 2014) folgt das CAD Programm Siemens NX (ehemals NXUnigraphics). NX ist ein interaktives CAD-System. Da es erst später von Siemens übernommen, ursprünglich aber von Unigraphics Solutions entwickelt wurde, ist es auch heute noch unter NX Unigraphics bekannt. Auch dieses dreidimensionale System automatisiert die Entwurfs-, Konstruktions- und Zeichen arbeit in den jeweiligen Fertigungsbetrieben. Anwendungsbereiche sind der Maschinenbau, aber auch die Automobilindustrie. NX wird zum Beispiel beim Autohersteller Opel (GM) für die Entwicklung von Fahrzeugkomponenten eingesetzt.

Etwa 300 Stellenausschreibungen im Bereich Maschinen- Fahrzeug- und Flugzeugbau fordern AutoCAD Kenntnisse. Dieses CAD-Programm, das uns bereits im Bereich Bauwesen/Architektur begegnet ist, gibt es auch mit der Ausrichtung auf den Maschinenbau. Hiermit ist sowohl 2D- als auch 3D-CAD möglich.

Mit elf Prozent ist die Forderung nach Inventor-Anwenderfähigkeiten fast gleich auf. Inventor ist eine parametrische3D-CAD-Software, mit der räumliche Modelle im Maschinen-, Werkzeug- und Anlagenbau erzeugt werden können. Da alle Elemente und Maße einzeln und zugeordnet gespeichert werden, können die Modelle auch nachträglich durch das gezielte Ändern der Werte beeinflusst werden. Es lassen sich somit sogar ganze Bewegungsabläufe für Baugruppen simulieren und in Videoanimationen darstellen.

Etwas seltener wurde das CAD-Programm Creo Elements/Pro (ehemals Pro/ENGINEER) in den Anforderungsprofilen der Stellenanzeigen konkret benannt – insgesamt 191-mal. Das voll-parametrische 3D-CAD-System ermöglicht ebenfalls Änderungen der Geometrien durch Veränderungen der Parameter und wird in der Automobilindustrie sowie im Maschinenbau beispielsweise für die Motoren- und Antriebsentwicklung eingesetzt.

SolidWorks-Kenntnisse besonders in kleineren und mittleren Unternehmen gefragt

CAD-Fachkräfte werden auch in der Medizin-, Metall- und Feinwerktechnik benötigt. Hier spielt vor allem das 3D-CAD-Programm SolidWorks eine Rolle, so dass wir den entsprechenden Stellenmarkt gezielt dazu ausgewertet haben. Wir haben 420 Stellenanzeigen gefunden, die Personal mit diesen speziellen CAD-Kenntnissen suchen. Der Umfang des Stellenangebotes bewegt sich mit diesem Wert fast auf dem Niveau des Vorjahres und somit gleichbleibend gut.

Mit der Software „SolidWorks“ können parametrische Modelle, Baugruppen und Zeichnungen erzeugt werden. Sie wird eher für die mechanische Konstruktion in kleineren und mittleren Unternehmen eingesetzt, zum Beispiel in der Medizintechnik, im Werkzeugbau und in der Blechbearbeitung, aber auch für das Design von Industrie- und Konsumgütern. Da das 3D-CAD-System relativ günstig ist und bereits in der Grundversion – von der Analyse über die Visualisierung bis zur Bewegungssimulation– eine hohe Funktionalität aufweist, deckt SolidWork seinen hohen Anwenderbereich in der Produktentwicklung ab. Es bietet viele Schnittstellen zu anderen CAD-Systemen, außer zu CATIA. Hier findet kein Austausch der Funktionalitäten statt, da es sich um ein Wettbewerbssystem von SolidWorks handelt.

3D-Druck – Technologie mit Zukunft

Auch wenn der 3D-Druck bereits 1983 von dem US-Amerikaner Chuck Hull erfunden wurde, so ist diese Technologie erst in den letzten Jahren soweit ausgereift, dass sie in verschiedenen Bereichen des Lebens Anwendung finden kann. Bisher kamen die Drucker eher in der Industrie zum Einsatz. Aufgrund sinkender Preise hält diese einstige Zukunftsvision aber auch in unseren ganz normalen Alltag Einzug. Ob 3D-Druck von Handyhüllen, Schmuck, Brillen, Spielzeug, Deko-Objekten und vieles andere – einiges ist mittlerweile möglich.

Die Funktionsweise des 3D-Drucks ist schnell erklärt: 3D-Modelle werden virtuell zerlegt, via 3D-Drucker in dünnen Schichten aufgetragen und so zu einem realen dreidimensionalen Gegenstand geformt. Im Wesentlichen gibt es heute zwei Drucktechniken: Geräte, die man zu Hause nutzen kann, arbeiten mit einer Art Heißklebepistole, mit der man das Objekt schichtweise aus Kunststoff aufbaut. Professionelle Maschinen, die in der Industrie eingesetzt werden, arbeiten meist mit dem sogenannten Laser-Sintering-Verfahren. Dies kann man sich wie eine Art Sandkasten vorstellen. Das pulverförmige Rohmaterial wird schichtweise aufgebracht und die Stellen mit einem Laser erhitzt bzw. mit einem Bindemittel versehen, die das spätere dreidimensionale Werkstück ergeben. Dort härtet das Material aus. Dieser Vorgang wiederholt sich Schicht für Schicht. Das übrige Pulver bleibt lose und stützt während des Druckvorgangs das eigentliche Objekt. Dieses kommt erst zum Vorschein, wenn der Prozess abgeschlossen ist und die Pulverreste entfernt sind. Neben Kunststoffen können als Druckmaterial auch Metalle wie Titan, Holzspäne, ja sogar Lebensmittel verwendet werden.

Additive Fertigung mit 3D-Druckern statt Materialverlust

Da der 3D-Drucker nur so viel Material verbraucht, wie unbedingt nötig ist, spricht man bei dieser Technik von „additiver“ (oder auch „generativer“) Fertigung, das heißt einem „hinzugebenden“(oder auch „erzeugenden“) Verfahren. Damit unterscheidet sichder 3D-Druck deutlich von den bisherigen subtraktiven Techniken wie Fräsen, Sägen und Bohren, die immer mit Materialverlust verbunden sind. Vorteile des 3D-Drucks sind die hohe Flexibilität und starke Individualisierungsmöglichkeit, denn hiermit lassen sich hoch komplexe Formen realisieren, die mit klassischen Guss- oder Stanzverfahren nicht machbar sind. Doch der Herstellungsprozess dauert immer noch sehr lange und der spezielle Rohstoff ist relativ teuer – teurer als das bei konventionellen Verfahren verwendete Rohmaterial. Aktuell gilt noch die Faustformel: Soll das finale 3D-Objekt doppelt so groß sein, wird acht Mal soviel Material und acht Mal so viel Zeit für die Herstellung benötigt. Hinsichtlich Kosten und Zeitaufwand wird sich in Zukunft noch Einiges verbessern. Beim Bau von Prototypen hat die Technologie aber bereits den Durchbruch geschafft. Viele Unternehmen fertigen damit Modelle ihrer Produkte an. Für Ingenieure und Architekten wird die Technik daher immer wichtiger. Um in die Massenproduktion zu gehen, sind allerdings noch einige Entwicklungsschritte notwendig. Doch dann sollen 3D-Drucker in der Zukunft fast alles herstellen können – von Lampen, Stühlen und Tassen über Prothesen und Zahnersatz bis hin zu Propellern, Autoteilen und ganzen Getrieben, ja sogar der 3D-Druck einer Pizza soll dann keine Science-Fiction-Vision mehr sein. Laut dem Wohlers Report 2014 des gleichnamigen Consulting-Unternehmens rechnen die Experten im 3D-Druck-Bereich mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 35 Prozent– dem höchsten Wachstum seit17 Jahren. Sie erwarten sowohl einen Anstieg im privaten Bereich als auch in der Industrie für die Produktion von Endprodukten oder anderen einsetzbaren Teilen.

Diese Bereiche arbeiten mit dem 3D-Druck zur Prototypenentwicklung:

  • Kunst und Design
  • Architektur
  • Modellbau
  • Maschinenbau
  • Automobilbau

In folgenden Bereichen wird der3D-Druck bereits zur Serienfertigung eingesetzt:

  • Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Medizin- und Zahntechnik
  • Verpackungsindustrie
  • Bioprinting

Da Kenntnisse im 3D-Druck in Stellenanzeigen noch sehr selten explizit benannt und gefordert werden, konnten wir hierfür noch keine aussagekräftigen Daten ermitteln. Eventuell sieht das in zwei Jahren bei unserer nächsten Auswertung des Stellenmarktes für Technische Berufe schon ganz anders aus.

Gute Jobaussichten mit anerkanntem Berufsabschluss im Technischen Produktdesign

Der „Technische Produktdesigner“ ist nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) ein anerkannter Ausbildungsberuf. Technische Produktdesigner wirken an der Entwicklung technischer Produkte mit und erstellen dreidimensionale Datenmodelle sowie technische Dokumentationen für Bauteile und Baugruppen. Die Ausbildung oder Umschulung kann mit den Fachrichtungen Maschinen- und Anlagenkonstruktion oder Produktgestaltung und -konstruktion absolviert werden. Der Technische Produktdesigner löste den ursprünglichen Ausbildungsberuf des Technischen Zeichners ab, da heute vieles computerbasiert abläuft und CAD-Programme eingesetzt werden. Nach gestalterischen und technischen Vorgaben erstellen Technische Produktdesigner 3D-Datensätze und Dokumentationen für Bauteile und Baugruppen und passen diese an. Zu ihrer Tätigkeit gehört auch die Planung und Koordination von Arbeitsabläufen und Konstruktionsprozessen, die Berücksichtigung von Fertigungsverfahren und Werkstoffeigenschaften sowie die Kontrolle und Bewertung der Arbeitsergebnisse. Die Prüfung für den anerkannten Berufsabschluss erfolgt durch die Industrie- und Handelskammern(IHK).

In dieser Auswertung haben wir uns den Arbeitsmarkt für Produktdesigner mit dem Schwerpunkt Maschinen-und Anlagenkonstruktion näher angeschaut. Bei ihnen geht es um die Entwicklung von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen. Mit fast 1.270 Stellen im Oktober 2014 sieht der Arbeitsmarkt für ausgebildete Technische Produktdesigner ausgesprochen gut aus. Vom Oktober 2013 bis zum Oktober 2014 konnten wir eine deutliche Angebotssteigerung von rund 94 Prozent feststellen, das entspricht fast einer Verdopplung der Nachfrage. Bewerber mit diesem Berufsabschluss haben daher aktuell sehr gute Berufsperspektiven. In unserer Erhebung haben wir auch die veraltete Berufsbezeichnung des Technischen Zeichners berücksichtigt, da diese in vielen Stellenanzeigen noch geläufig ist und synonym verwendet wird.

Technische Produktdesigner für Anlagen-und Maschinenbau arbeiten in Industrieunternehmen, Konstruktions und Ingenieurbüros. Die Branchen, in denen die Unternehmen tätig sind, reichen vom Maschinen- und Anlagenbau, über den Apparatebau bis hin zur Automobil- und Verpackungsindustrie. Hier sind die Technischen Produktdesigner überall dort im Einsatz, wo die Entwicklung, Konstruktion sowie Dokumentation von industriellen Produkten gefragt sind.

 

 

Regionale Betrachtung – CAD

CAD-Schwerpunkte regional unterschiedlich verteilt

Schauen wir uns abschließend die Verteilung der CAD-Stellenangebote nach Schwerpunkten im regionalen Vergleich an. Auch hier haben wir aus Gründen der Übersichtlichkeit die Bundesländer wieder zu einzelnen Regionen zusammengefasst.

Die meisten Stellenangebote im gesamten CAD-Bereich gab es auch für dieses Thema mit mehr als 2.300 Angeboten in der Region Süd. Auf Position zwei platziert sich der Norden mit fast 730 Angeboten, gefolgt vom Westen Deutschlands mit insgesamt über 500 CAD-Angeboten auf dem dritten Platz. Die Region Ost belegt mit rund 320 Stellen im CAD-Bereich den letzten Rang.

Im Süden und Westen Deutschlands ist die Nachfrage nach CAD-Konstrukteuren im Bereich Maschinen-, Fahrzeug und Flugzeugbau besonders hoch und steht an erster Stelle – im Süden mit dem höchsten Anteil von 43 Prozent und im Westen von 39 Prozent. In den nördlichen Bundesländern hingegen steht mit 41 Prozent die Berufsgruppe der „Technischen Produktdesigner“ an der Spitze. In der Region Ost verteilt sich das Stellenangebot im Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie für Technische Produktdesigner mit 33 Prozent genau gleich. Hier haben außerdem CAD-Fachkräfte im Bereich Bauwesen und Architektur die verhältnismäßig größten Jobchancen im regionalen Vergleich. 25 Prozent der CAD-Stellen in den östlichen Bundesländern entfallen auf diesen Bereich. CAD-Programmkenntnisse im Bereich Medizin-, Metall- und Feinwerktechnik stehen in allen Regionen auf Rang vier – innerhalb der Regionen Nord und West haben entsprechend qualifizierte Bewerber die größten Chancen (Stellenanteil elf Prozent).

Interview: „Privates Engagement im Umwelt- und Naturschutz zum Beruf gemacht“

Interview mit Evelyn Villing, Inhaberin der Agentur für Umweltkommunikation brainding und Produktentwicklerin für WBS

Sie haben einen beeindruckenden Lebenslauf. Bitte schildern Sie uns doch kurz Ihren Werdegang.

Nach meiner kaufmännischen Berufsausbildung habe ich auf dem zweiten Bildungsweg mein Abitur gemacht, und danach Politikwissenschaft, Soziologie und Biologie studiert. Anschließend habe ich an der Universität Marburg als Dozentin und in einem Pilotprojekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für Umweltbildung gearbeitet. Das Thema Erneuerbare Energien war ein wichtiger Baustein des Modellprojekts. Später war ich in der freien Wirtschaft tätig und habe eine Weiterbildung zur PR-Beraterin absolviert. Nachdem ich dann Karriere in international tätigen PR-Agenturen gemacht habe, bin ich nach ein paar Jahren auf die Unternehmensseite ins Management gewechselt. Nach einer zusätzlichen Weiterbildung zur Projektmanagerin für Alternative und Erneuerbare Energien bei der WBS, bin ich seit 2009 selbstständig und Inhaberin der Agentur für Umweltkommunikation brainding. Außerdem arbeite ich als Produktentwicklerin für die WBS TRAINING AG.

Wie kamen Sie mit dem Bereich Alternative und Erneuerbare Energien in Berührung?

Ich habe mich schon im Studium schwerpunktmäßig mit den Themen Umweltpolitik und Umweltkommunikation auseinander gesetzt. Nach dem Super-GAU von Tschernobyl waren der Treibhauseffekt und das Ozonloch in aller Munde. Ich fragte mich: Wie können Menschen sinnvoll aufgeklärt werden, um langfristig ihr Verhalten zu ändern? Privat hatte ich mich damals ebenfalls im Umwelt und Naturschutz engagiert, zum Beispiel mache ich im Energiewende-Verein des Landkreises Starnberg seit Jahren die Öffentlichkeitsarbeit. Nach bewegten Berufsjahren im Management mit viel Reisetätigkeit wollte ich in ruhigeres Fahrwasser, um mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Deshalb fiel es mir ab einem bestimmten Punkt leicht, aus meiner damaligen Position als Marketing-Leiterin auszusteigen und mich gezielt für die Selbständigkeit weiterzubilden.

Weshalb haben Sie sich für eine Weiterbildung bei der WBS entschieden, was haben Sie dort gelernt und wo konnten Sie Ihr neues Wissen im Anschluss einbringen?

Das Angebot und die Kursinhalte bei WBS fand ich für meine Bedürfnisse ideal: Ich wollte eine Weiterbildung im Bereich Alternative und Erneuerbare Energien machen, um mich auf den aktuellen Wissensstand der Branche zu bringen und Kunden zukünftig auf Augenhöhe beraten zu können.

In der Weiterbildung lernte ich alles Wichtige rund um die alternative Energieerzeugung, auch wie eine Energieanlage – ganz gleich ob im Einfamilienhaus oder für einen Windpark – geplant wird und welche Vorschriften und Gesetze dabei beachtet werden müssen. Nach der Weiterbildung habe ich dann 2009 mein eigenes Beratungsbüro eröffnet. Momentan entwickeln wir Akzeptanz-Kampagnen, zum Beispiel für Windparks oder den Bereich Altbau-Sanierung, und wir erstellen Marketing- und PR-Konzepte für Unternehmen. Wir beraten Gemeinden und Landkreise bei Energieprojekten und führen zudem Bürgerbeteiligungen durch. In diesem Zusammenhang werde ich auch als Expertin angefragt und halte bundesweit Vorträge. Und ich bin natürlich immer noch mit Feuer und Flamme für die WBS als Produktentwicklerin tätig. Hier bringe ich mein praktisches Wissen in die Kursentwicklung ein.

Was sollten aus Ihrer Sicht Interessenten für die AUEN-Weiterbildungen bei der WBS mitbringen?

Man braucht vor allem einen klaren Berufswunsch für die Zeit nach der Weiterbildung. Interesse für Technik und Innovation, wie neue Bau- und Dämmstoffe oder technische Anlagen, sind ebenfalls wichtig. Gute Computerkenntnisse sind notwendig, weil in den Kursen branchenübliche Software verwendet wird. Das ist übrigens auch als Nicht-Techniker oder -Technikerin zu bewältigen. Als Projektentwickler oder Fachberater für Solaranlagen muss man kein Techniker oder Ingenieur sein. Der Stoff wird spannend und lebendig vermittelt und ist deshalb gut zu bewältigen.

Welche beruflichen Perspektiven und Aufgabenfelder können sich nach der Qualifizierung ergeben?

Die WBS bietet unterschiedliche Berufsbilder an: Energiemanager sind zum Beispiel für die Optimierung des Energieeinsatzes in Gebäuden zuständig. Vom Einkauf über die Art der Energie bis hin zur rationellen Nutzung – der gesamte Prozess wird als einheitliches System betrachtet und überwacht. Ein Absolvent des Projektmanager-Kurses hat vielfältige Auswahlmöglichkeiten, je nachdem, wie seine berufliche Vorbildung ist. Er kann eine effiziente Heizanlage für ein Schwimmbad planen,eine Solaranlage für einen Neubau oder die Wärmerückgewinnung in einer Autowerkstatt. Aber auch Ingenieurbüros oder Entwicklungsabteilungen von Turbinenherstellern sind potentielle Arbeitgeber. Gesucht sind derzeit Projektentwickler, die die Basis für die Umsetzung von Energieanlagen bereiten. Wie man eine Energieanlage wartet, überwacht und steuert, lernt man ebenfalls im Kurs. Mögliche Arbeitsfelder finden sich aber auch im Marketing, Vertrieb oder in der Unternehmenskommunikation, beispielsweise bei Energie-Versorgern. Besonders ist, dass geeignete Berufsgruppen mit der Weiterbildung auch die Zusatzqualifikation zum Energieberater bzw. Energieeffizienz-Experten erlangen. Das ist für diejenigen nützlich, die im Wohnbau, z. B. als Experte für Gebäudetechnik oder als Architekt, arbeiten. Der Bereich Service und Wartung von Energieanlagen wächst ebenfalls. Zum Beispiel sind Fachleute aus dem Bereich Facility-Management gefragt, die sich mit Energieeinsparung und Energieeffizienz auskennen. Diese Bereiche boomen. Darauf haben wir uns bei der WBS mit neuen Kursangeboten eingestellt, zum Beispiel gibt es eine Weiterbildung zum Hausmeister bzw. zur Hausmeisterin mit Knowhow in Energieeffizienz. Durch die Energiewende werden ganz neue Berufe geschaffen, aber auch Zusatzqualifikationen für bestehende Berufsbilder werden künftig wichtiger und öffnen neue Karrierechancen.

Geoinformationssysteme

Mehr Stellenangebote für Anwender von Geoinformationssystemen

In diesem Kapitel des JobReports wollen wir uns einen ganz speziellen Bereich etwas näher anschauen: die Geoinformationssysteme (GIS). Mit geographischen Informationssystemen werden Daten erfasst, gespeichert, analysiert und dargestellt, die sich auf räumliche Objekte beziehen. Bei diesen Geodaten handelt es sich um digitale Informationen über Umwelt, Bevölkerung, Sicherheit, Wirtschaft und viele weitere Themen.

Mit Hilfe eines Geoinformationssystems können beispielsweise Umweltschutzbehörden im Rahmen des Artenschutzes Fundorte von Rote-Liste-Arten verwalten und Veränderungsprozesse nachvollziehen. Im Projektmanagement für Erneuerbare Energien lassen sich damit Windparks planen. Marketingabteilungen bestimmen mittels eines GIS, in welchen Gebieten sie neue Kunden gewinnen können. Im Katastrophenschutz werden Informationen für Evakuierungspläne zusammengestellt. Geoinformationssysteme braucht man außerdem für die Planung von Verkehrswegen, Routenplanern und Navigationssystemen oder den Abbau von Rohstoffen (wie Kohle, Erz oder Kalk).

Die Einsatzfelder sind vielfältig – von Regional- und Stadtplanung, Energieanlagenplanung oder Umweltforschung, Archäologie, Kartografie und Geografie über Verkehr, Transport und Logistik sowie Handel, Banken und Versicherungen bis hin zur Kriminalistik oder im Marketing, Gesundheitswesen und Katastrophenschutz: Geoinformationssysteme kann man sich als eine Erweiterung der klassischen Landkarte vorstellen. Damit werden Geodaten nicht nur visualisiert, sondern mit zahlreichen Funktionen analysiert.

Als Beispiele von GIS-Software lassen sich im gewerblichen Bereich die Software ArcGIS von ESRI und im Open-Source-Bereich QGIS nennen. Im Online-Bereich dominiert GoogleMaps mit Google Earth als Zugangssoftware.

Personen, die den Umgang mit Geoinformationssystemen beherrschen, werden beispielsweise von Datenverarbeitungsdiensten für Geodaten, Architektur-, Ingenieur- und Vermessungsbüros, Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs oder Behörden wie zum Beispiel Landesämter für Geoinformationen gesucht.

Im Rahmen unserer Stellenmarktauswertung konnten wir im Oktober 2014 rund 260 Stellenangebote zählen, die Anwenderkenntnisse für Geoinformationssysteme verlangt haben. Das entspricht einer Steigerung von fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Über 11 Prozent der Stellenanzeigen verlangten explizit Kenntnissein der Software ArcGIS.

Regionale Betrachtung – Geoinformationssysteme

Bessere Jobaussichten für Anwender von Geoinformationssystemen im Süden und Westen

Werfen wir noch einen Blick auf die regionale Verteilung der GIS-Stellenangebote. Aus Gründen der Übersichtlichkeit haben wir auch hier wieder mehrere Bundesländer zu einzelnen Regionen zusammengefasst.

Die meisten Stellenangebote für Fachanwender von Geoinformationssystemen gab es mit 170 Angeboten in den Bundesländern der südlichen Region. Sehr dicht folgt die Region West mit fast 140 Stellen auf Position zwei. Der Norden belegt mit 70 Angeboten den dritten Platz und die Region Ost mit nur 42 Stellen den letzten Rang.

Innerhalb der Regionen wurden Anwenderkenntnisse in der Software ArcGIS mit neun Prozent anteilig in den östlichen Bundesländern am meisten gefordert. Grundsätzlich war der Anteil in allen anderen Regionen mit sechs bis sieben Prozent eher niedrig.

Alternative und Erneuerbare Energien

Regenerative Energien als wichtigste Säule der Energiewende

Die Vorräte konventioneller Energieträger wie der fossilen Brennstoffe Kohle und Erdöl gehen zur Neige. Gleichzeitig erreichen uns in immer kürzeren Abständen Nachrichten über Naturkatastrophen, die mit dem Klimawandel zusammenhängen. Der Mensch muss daher mit der vorhandenen Energie nicht nur gut haushalten –Stichwort: Energieeffizienz – sondern vor allem neue Energie umwelt- und klimafreundlich erzeugen. Regenerativ gewonnene Energie wird daher immer wichtiger und muss gefördert werden. Die Begriffe „alternative“, „regenerative“und „erneuerbare“ Energien stehen für Energieträger, die quasi unerschöpflich sind. Sie sind die wichtigste Säule der nachhaltigen Energiepolitik und Energiewende. Die Begrifflichkeiten sind teilweise etwas irreführend, denn rein physikalisch gesehen lässt sich Energie nicht „erneuern“, also erschaffen, sie kann lediglich in verschiedene Formen umgewandelt werden. Zu den erneuerbaren Energien zählen die Sonnen- und Windenergie, die Wasserkraft und Erdwärme sowie nachwachsende Rohstoffe, also Bioenergie. Etwa ein Drittel der deutschen Stromerzeugung erfolgt bereits aus erneuerbaren Energiequellen.

Da der Ausbau der Alternativen und Erneuerbaren Energien (AUEN) stetig vorangetrieben wird, erfordert dies qualifiziertes Personal für die verschiedenen Bereiche. Wie der Stellenmarkt im Sektor der Erneuerbaren Energien aussieht, wollen wir uns im Folgenden genauer anschauen.

Größere Stellenauswahl für Projektmanager für Alternative und Erneuerbare Energien

Aus den im vorigen Kapitel genannten Gründen sind Fachkräfte, die Projekte im Bereich der Alternativen und Erneuerbaren Energien entwickeln, planen, koordinieren, managen, leiten und beraten können, für den Ausbau des Bereichs enorm wichtig. Projektentwickler oder Projektmanager für Alternative und Erneuerbare Energien (AUEN) entwickeln und realisieren verschiedene Energieprojekte. Das kann beispielsweise die Errichtung eines Windparks oder einer Solaranlage auf einer Freifläche oder einem Dach sein. Sie kümmern sich hierbei um die Standortauswahl und Projektierung, die Akquise und Sicherung von Flächen, um Finanzierungsmöglichkeiten der Projekte, Genehmigungsverfahren, Bauplanung und Überwachung der Bauausführung wie auch um die Inbetriebnahme der Anlage. Außerdem können entsprechende Fachkräfte mit dem Betrieb und der Verwaltung der Anlagen wie auch mit Serviceleistungen, der Instandhaltung und der Versicherung beauftragt sein. Auch Aufbau und Pflege von Geschäftsbeziehungen und das Führen von Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, Gemeindevertretern, Behörden und Projektpartnern sowie die Lobbyarbeit gehören zum möglichen Aufgabenbereich eines Projektmanagers. Stellen in Marketing und Vertrieb runden das umfangreiche Betätigungsfeld ab. Über 470 Stellen waren im Oktober2014 in diesem Bereich ausgeschrieben. Das sind 30 Prozent mehr als im Oktober 2013. Die Chancen für qualifizierte Bewerber haben sich somit nochmal deutlich verbessert.

Projektmanager in den Bereichen Solar- und Windenergie haben die Nase vorn

Wie stark Projektentwickler und -manager für die erneuerbaren Energiebereiche gesucht werden, zeigt die Grafik:

Mit Abstand die meisten Stellenangebote im Bereich der Alternativen und Erneuerbaren Energien gab es im Oktober 2014 für Projektmanager mit dem Schwerpunkt Windenergie. Mehr als 60Prozent der Ausschreibungen mit konkreten Nennungen suchten Spezialisten für Windenergieprojekte. Damit bestätigen sich offizielle Zahlen, nach denen diese Branche der größte Arbeitgeber im Bereich der Erneuerbaren Energien ist. Wir alle kennen Sie – die imposanten Windräder, die den Wind in großen Höhen „abgreifen“ und daraus Energie erzeugen. Deutschland ist mittlerweile einer der größten Windenergieproduzenten weltweit– und der Ausbau ist noch lange nicht abgeschlossen. Ältere Windenergie-Anlagen werden schonwieder durch neue, leistungsstärkere Maschinen ersetzt. In der Nord- und Ostsee werden Offshore-Windparks mit insgesamt 1.500 Windenergieanlagen ausgebaut. Allein in Deutschland arbeiteten im Jahr 2012 rund 118.000 Menschen im Bereich der Windernergie. Fachkräfte mit entsprechenden Kenntnissen haben daher heute und voraussichtlich auch in Zukunft sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Am zweithäufigsten wurden in unserer Auswertung mit 16 Prozent der konkreten Stellenanzeigen Fachkräfte für die Solarbranche gesucht. Laut dem Bundesverband für Solarenergie gibt es hier die meisten Stellen im Bereich Photovoltaik. Mit dieser Technik kann Sonnenenergie genutzt werden, indem Solarzellen das Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln. Photovoltaikanlagen belegen beispielsweise Dachflächen, Parkscheinautomaten oder Freiflächen. Den Bereich Photovoltaik haben wir daher auch separat betrachtet: In sieben Prozent der Stellenanzeigen im Bereich der Erneuerbaren Energien wird dieses Thema direkt benannt. Der Staat unterstützt diese Technologie finanziell durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches im Jahr 2000 in Kraft getreten ist.Allerdings wurde es Mitte 2014 reformiert und damit der Photovoltaik-Ausbau in Deutschland wieder etwas gebremst, was sich auch in einem Rückgang der Stellenangebote bemerkbar macht.

Zur Solarbranche gehören auch Wechselrichterhersteller und der Maschinenbau für die Entwicklung und Produktion entsprechender Anlagen. Solarthermische Anlagen, die mit der Sonne als Energiequelle Wasser erwärmen, spielen ebenso eine Rolle. Sie gehören mittlerweile bei fast jedem neu gebauten Haus zur Standardausstattung, denn sie sichern warmes Trinkwasser zum Verbrauch, zum Beispiel zum Kochen und Duschen oder für die Spül- und Waschmaschine, und unterstützen die Heizung.

Ebenfalls sieben Prozent der Jobofferten, die spezielle Themenfelder benennen, fallen auf den Bereich der Biogasanlagen. In diesen Anlagen entsteht Biogas durch die Gärung von Biomassen jeglicher Art. Dazu gehören sowohl Abfälle als auch nachwachsende Rohstoffe, wie Mais. Das Gas kann direkt in das Gasversorgungsnetz eingespeist werden, dient aber auch der Erzeugung elektrischer Energie bei gleichzeitiger Wärmegewinnung (Kraft-Wärme-Kopplung). Auch Fahrzeuge können mit Biogas angetrieben werden. Da Biogas im Gegensatz zu einigen anderen erneuerbaren Energien speicher- und damit gezielt abrufbar ist, spielt sie eine nicht unbedeutende Rolle. Der Anbau der Biorohstoffe bindet allerdings auch viel Fläche und bei der Verbrennung entsteht das Klimagas Kohlendioxid.

Die alternativen oder erneuerbaren Energiebereiche Blockheizkraftwerke (BHKW), Biomasse und Wärmepumpen wurden in den Stellenanzeigen kaum konkret benannt. Sie machen lediglich einen Anteil zwischen jeweils zwei bis vier Prozent aus. Blockheizkraftwerke gewinnen elektrischeEnergie und Wärme zugleich. Sie greifen dafür auf das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zurück. Die Abwärme der Stromerzeugung wird somit direkt am Ort der Entstehung genutzt.

Biomasseverbrennungsanlagen erzeugen vor allem Wärmeenergie, indem sie C02-neutral nachwachsende Rohstoffe, vor allem Holz (als Abfallprodukt), aber auch spezielle Gräser und Stroh verbrennen. Meist sind es kleine Nahwärme-Heizkraftwerke, die Siedlungen versorgen.

Zu den alternativen Energien gehören auch Geothermie und Wärmepumpen. Sie nutzen Energie, die von der Umwelt grenzenlos und kostenlos zur Verfügung gestellt wird, zum Beispiel aus der Umgebungsluft, dem Erdboden sowie dem Grundwasser. Solche Heiz- und Kühlsysteme benötigen einen Anteil an Strom, um diese Energie nutzbar zu machen. Sie kommen vor allem bei Ein- und Mehrfamilienhäusern, zunehmend auch in Hotels, Industriebetrieben oder öffentlichen Gebäuden zum Einsatz.

Projektmanager und Planer im Bereich Erneuerbare Energien brauchen fundierte Computerkenntnisse, da für alle Tätigkeiten branchenspezifische Software eingesetzt wird.

Regionale Betrachtung – Alternative und Erneuerbare Energien

Unterschiedliche Schwerpunkte im regionalen Vergleich bei den Erneuerbaren Energien

Wie sieht die Nachfrage nach den einzelnen Schwerpunkten im regionalen Vergleich aus? Hierzu haben wir wieder die Bundesländer zu einzelnen Regionen zusammengefasst.

Auch im Vergleich der Regionen ist die Nachfrage nach Projektmanagern im Bereich Windenergie am größten, allerdings mit einer sehr unterschiedlichen Verteilung: Absoluter Spitzenreiter war im Oktober 2014 der Norden Deutschlands mit fast 90 Prozent der entsprechenden Stellen. Hier sind Spezialisten für Windenergie sehr gut aufgestellt. Im Westen macht dieser Bereich noch mehr als 60 Prozent, im Süden und Osten um die 40 Prozent aus.

Experten im Bereich Solarenergie haben im Süden Deutschlands mit 25 Prozent Anteil die verhältnismäßig besseren Jobchancen. Speziell der Bereich Photovoltaik ist in den östlichen Bundesländern mit elf Prozent anteilig stärker. Personal für den erneuerbaren Energiebereich der Biomasse ist in der Region West mit 16 Prozent am besten aufgestellt, für Biogas in der Region Süd.

Mit Kenntnissen zu BHKW punkten Bewerber vor allem innerhalb der Region Ost. Entsprechende Stellenangebote machen dort elf Prozent der spezifischen Stellen im Bereich der Erneuerbaren Energien aus. Auch Experten für den Bereich Wärmepumpen werden mit elf Prozent Anteil in den östlichen Bundesländern im regionalen Vergleich deutlich stärker gesucht. In den anderen Bundesländern werden entsprechende Kenntnisse kaum, bis gar nicht (in derRegion West) in Stellenausschreibungen benannt.

Energiemanagement und -beratung

Gute Berufsperspektiven für Energiemanager und -berater

Professionelles Energiemanagement ist ein wichtiger Bestandteil der politisch beschlossenen Energiewende – und das sowohl für privatwirtschaftliche Unternehmen als auch für die öffentliche Hand. Energiemanager sind hier gesuchte Fachkräfte – im kaufmännischen und im technischen Bereich. Sie entwickeln und realisieren Energieeffizienzkonzepte aller Art und kümmern sich um das wirtschaftliche Projektmanagement im Bereich Energie. Als Fachleute planen, koordinieren und optimieren sie den Energieeinsatz inden Betrieben, mit dem Ziel Energiekosten zu senken. Hierfür schlagen sie vor, welche Bereiche analysiert werden und führen die notwendigen Prüfungen und Messungen durch. Wenn die Hauptverbraucher identifiziert sind, können aufgrund der gewonnenen Ergebnisse Zielwerte, technische Maßnahmen und Verhaltensregeln festgelegt werden. Gegebenenfalls müssen Regelungen und Steuerungen modernisiert und optimiert oder Arbeitsabläufe geändert werden. Ob die entsprechenden Maßnahmen erfolgreich waren, muss ebenfalls kontrolliert werden. Technische Energiemanager kümmern sich außerdem um die Instandhaltung und Wartung der Gebäudetechnik.

Mit der Zusatzqualifikation „Vor-Ort-Beratung“ bzw. „Energieeffizienzexperte“ können Energieberater zudem kompetent zu Themen wie Energieerzeugung,-bereitstellung, -speicherung, -verbrauch und -einsparung unter ökologischen, technischen und ökonomischen Aspekten informieren. Außerdem beantragen sie Fördermittel, zum Beispiel für klein- und mittelständische Unternehmen. Muss ein Gebäude beispielsweise modernisiert werden, prüfen sie die technischen Gegebenheiten der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Klimaanlagen und erstellen daraufhin ein passendes Konzept zum sparsamen und umweltschonenden Energieeinsatz. Auch der Bereich Wärmedämmung spielt eine wichtige Rolle. Die Aufnahme in die Liste der Energieberater bzw. als Energieeffizienzexperte erfolgt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Für den Oktober 2014 haben wir insgesamt 524 Stellenangebote für Bewerber mit diesen Qualifikationen gezählt. Das entspricht einer Steigerung des Jobangebots von mehr als 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mehr als die Hälfte dieser Stellen im Bereich Energiemanagement und -beratung bezieht sich auf den Gebäudebereich.

Regionale Betrachtung – Energiemanagement und -beratung

Energiemanager für Gebäude in den Regionen Süd und Ost am stärksten gesucht

Betrachten wir abschließend auch für Energiemanager und -berater die regionale Verteilung der Stellenangebote. Die Bundesländer sind auch hier wieder zu einzelnen Regionen zusammengefasst.

Die meisten Stellenangebote im Bereich Energiemanagement und -beratung gibt es mit über 250 Stellen in der Region Süd. Auf Position zwei platziert sich der Westen mit mehr als 100 Angeboten. Die östlichen Bundesländer belegen mit 72 Stellen Platz drei, dicht gefolgt vom Norden Deutschlands, mit insgesamt 70 Ausschreibungen, auf Rang vier.

Innerhalb der Regionen ist die Spezialisierung auf das Energiemanagement für Gebäude anteilig in der Region Ost mit 37 Prozent und im Süden mit 36 Prozent am stärksten gefragt. In den westlichen und nördlichen Bundesländern bewegt sich der Anteil für den Gebäudebereich bei circa 30 Prozent

Facility Management/ Haustechnik

Moderne Hausmeister sind auch Energieeffizienz-Experten

Hausmeister und Haustechniker sind Allrounder für Dienstleistungen rund um eine Immobilie. Sie kümmern sich darum, dass Gebäude, Grundstücke sowie technische Anlagen und Einrichtungen ordnungsgemäß genutzt und pfleglich behandelt – also über den gesamten Lebenszyklus hinweg nachhaltig verwaltet, betreut und bewirtschaftet werden. Sie stellen somit sicher, dass der Wert von Liegenschaften langfristig erhalten bleibt. Immer wenn haustechnische Arbeiten zu erledigen sind, kommen Hausmeister oder Haustechniker zum Einsatz. Sie kontrollieren und warten regelmäßig Gebäude mit ihren Außenanlagen und haustechnischen Einrichtungen (wie z.B. Heizungs-, Klima-, Aufzug- und Alarmanlagen). Sie führen einfache Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten durch, lesen Zähler ab und prüfen Sicherungen. Bei größeren Schadensfällen koordinieren sie die Auftragsvergabe an externe Fachfirmen. Auch die Pflege und Reinigung der Anlage kann zu ihrem Aufgabenbereich gehören –und sei es über die Beauftragung und Steuerung von Fremdunternehmen. Die Betreuung von Mietern ist ebenfalls ein Bestandteil ihrer Arbeit.

Zur technischen Gebäudebetreuung gehört zunehmend die zeitgemäße Energiekompetenz. Auch Hausmeister und Haustechniker müssen wissen, wie sich Energie einsparen und effizient einsetzen lässt. Die Steigerung der Energieeffizienz ist hierbei ein wichtiges Ziel. Dazu müssen Grundlagen der Energieversorgung, zu erneuerbaren Energien und zu alternativer Energietechnik bekannt sein. Ebenso wird Wissen zum Thema Umweltschutz wie auch umweltgerechte Entsorgung und Beschaffung verlangt. Mittels Messung und Überwachung kann die energetische Optimierung der Gebäudetechnik erreicht werden.

Hausmeister und Haustechniker sind bundesweit sehr gefragt. In unserer Erhebung haben wir im Oktober 2014 insgesamt 485 Stellenangebote für diese Berufsgruppe gezählt. Damit warten auf Hausmeister und Haustechniker fast 26 Prozent mehr Jobmöglichkeiten als noch vor einem Jahr. Obwohl in diesen Stellenanzeigen Energiekompetenz kaum explizit gefordert wurde – nur in einem Zehntel der Anzeigen – spielt sie doch eine stärkere Rolle als im gleichen Vorjahreszeitraum. Bewerber mit entsprechenden Zusatzqualifikationen können sich demnach gegenüber Konkurrenten Vorteile verschaffen.

Regionale Betrachtung – Facility Management/ Haustechnik

Hausmeister mit Energiekompetenz haben im Süden Deutschlands die besseren Chancen

Analysieren wir die Verteilung der Stellenangebote für Hausmeister und Haustechniker in den einzelnen Regionen, zu denen wir die Bundesländer zusammengefasst haben, ergibt sich folgendes Bild:

Mit deutlichem Abstand haben Hausmeister und Haustechniker das größte Jobangebot in der Region Süd. Über 270 Stellen waren hier im Monat Oktober 2014 ausgeschrieben. Die übrigen Regionen sind mit ihrem Stellenangebot in diesem Bereich fast gleich auf: im Osten 61, im Westen 59 und im Norden 52 Stellen.

Kenntnisse im Energiebereich werden innerhalb der Regionen am häufigsten im Süden mit zehn Prozent und im Osten Deutschlands mit acht Prozent gefordert. Wer hier entsprechende Zusatzqualifikationen aufweist, hat also besonders gute Chancen.