JobReport Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe

Trends und Entwicklungen auf dem deutschen Stellenmarkt im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen

WBS JobReport - Die Entscheidungshilfe bei der Qualifizierungswahl

Die WBS TRAINING AG analysiert regelmäßig den Stellenmarkt und veröffentlicht die Ergebnisse in Form von JobReports. Diese geben Interessenten für Weiterbildungen sowie Personal- und Arbeitsberatern umfangreiche Informationen für die Berufswahl. Die JobReports diesen als Entscheidungshilfe bei der Karriereplanung sowie bei der Wahl geeigneter Qualifizierungen und Zertifizierungen.

Mit diesem JobReport informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Jobmarkt sowie über entsprechende Weiterbildungsangebote in den Bereichen Gesundheit sowie Pflege und Sozialberufe.

Arbeiten in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen: hohe Nachfrage, große Verantwortung

Demografischer Wandel, Kinderbetreuungsanspruch, Pflegenotstand und Gesundheitsboom, das sind einige Schlagworte, die täglich in den Medien präsent sind. Und das mit gutem Grund: Denn immer mehr Menschen benötigen und bekommen in bestimmten Lebensphasen Unterstützung, Pflege oder Behandlung. Um dies zu gewährleisten, braucht es qualifiziertes Personal, das sowohl das entsprechende Fachwissen mitbringt, als auch gerne mit und für Menschen arbeitet.

In vielfältigen Berufen – vom Altenpfleger bis zum Notfallsanitäter, von der Erzieherin bis zur Arzthelferin – geht es darum, kranke, pflege- und hilfsbedürftige Menschen jeden Alters zu begleiten und für sie da zu sein. Mit dem demografischen Wandel und damit verbundenen zunehmenden Betreuungs- und Pflegeangeboten wächst auch der Bedarf an Fachkräften, die diese Aufgaben in ihrem Job tagtäglich mit Verantwortung und Einfühlungsvermögen erfüllen möchten.

Für diesen JobReport haben wir uns Stellenanzeigen für verschiedene Berufe im Bereich der Gesundheits-, Medizin-, Pflege- und Sozialberufe angeschaut und ausgewertet. Dazu haben wir Stellenanzeigen für die folgenden 23 verbreiteten und gefragten Berufe ausgewertet – und bei fast allen eine steigende Nachfrage festgestellt:

Alten und Krankenpflege:

  • Altenpfleger
  • Altenpflegehelfer
  • Krankenpflegehelfer
  • Pflegekräfte und Betreuer für Demenzkranke(inkl. Gerontopsychiatrie)
  • Pflegeberater
  • Praxisanleiter
  • Pflegedienstleitung
  • Sterbebegleitung

Gesundheitswesen:

  • Kaufleute und Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Medizinische Dokumentation (inkl.Tumordokumentation)
  • Klinische und medizinische Kodierfachkräfte
  • Notfallsanitäter und Rettungsassistenten
  • Fachkräfte für Arztpraxen (inkl. Abrechnungskenntnisse für Ärzte und Zahnärzte)
  • Physiotherapeuten
  • Masseure und Medizinische Bademeister
  • Ergotherapeuten
  • Logopäden
  • Qualitätsmanagementbeauftragte
  • Hygienebeauftragte

Sozialberufe:

  • Erzieher und Kindertagespfleger
  • Sozialassistenten und -helfer
  • Aus- und Weiterbildungspädagogen inkl. Personalentwicklung
  • Lehrkräfte für Deutsch
  • Integration von Migranten

Viele der von uns untersuchten Berufe erfordern neben spezifischen Qualifikationen und Kenntnissen ein hohes Maß an Verantwortung, Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen. Sie bieten dafür aber auch alles, was die Arbeit mit Menschen in besonderen Lebenssituationen ausmacht.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung Stellenmarkt 2016
Regionale Betrachtung
Altenpflege, Krankenpflege und Helferberufe
Gesundheitsberufe
Pädagogische und Sozialberufe
Berufsbegleitende Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Pflege und Gesundheit

Entwicklung Stellenmarkt 2016

Deutlicher Zuwachs des Gesamtstellenmarktes im März 2016

  • 13,6 % mehr Stellenangebote im Vergleich zum März 2015
  • Auswertung von 193 Stellenmärkten (Internet, Zeitschriften und Zeitungen)
  • rund 185.000 Positionen bei fast 46.000 Unternehmen, Institutionen und Personaldienstleistern

  • Berufsgruppe „Gesundheit, Medizin und Soziales“ mit über 14.000 Stellen auf Rang 10 meiste Stellen im Bereich „Technische Berufe“ und einem Plus von 6,7 %
  • auf Platz 2 „Vertrieb und Verkauf“ mit einem deutlichen Zuwachs von 15,7 %
  • auf Rang 3 „IT und Telekommunikation“ mit 26,2 % mehr Stellen im Vergleich zum Vorjahr
  • größte Zuwächse seit 2015:
    • + 61,8 % mehr Jobangebote im „Personalwesen“ (Rang 14)
    • + 36,2 % zusätzliche Stellen im Bereich „Consulting, Beratung“ (Rang 11)
    • + 33,5 % Stellenzuwachs in der Berufsgruppe „Marketing, PR, Werbung, Design/Multimedia“ (Rang 13)

Regionale Betrachtung

Pflege- und Arzthelferberufe in allen Regionen am stärksten gesucht

  • Pflege- und Arzthelferberufe machen den größten Anteil der Stellenangebote im Bereich Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe aus:
    • in Nord, Ost und West mit 52 %
    • im Süden mit 47 %
  • dafür sind in der Region Süd Sozialberufe anteilig mit 27 % am stärksten, in den westlichen, östlichen und nördlichen Bundesländern nur 21 bis 23 %
  • übrige Gesundheitsberufe im Westen mit 27 % etwas stärker
  • auffällig, die klassische regionale Verteilung gilt im Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales nicht:
    • die Region Ost platziert sich mit der Stellenanzahl auf Platz 3 und damit noch vor der Region Nord
    • die Region Süd ist mit rund 2.400 Jobangeboten nur bei den Sozialberufen Spitzenreiter
    • bei den Pflege- und Arzthelferberufen sowie den übrigen Gesundheitsberufen verdrängt die Region West den Süden vom 1. Platz

Altenpflege, Krankenpflege und Helferberufe

Dienst am Menschen und für die Gesellschaft – Berufe in der Kranken- und Altenpflege

Berufe in der Pflege haben Zukunft: einerseits für die Menschen, die diese wichtigen Berufe ergreifen und sich damit sichere wie auch vielfältige Jobperspektiven erschließen, andererseits für die immer älter werdende Gesellschaft, die zunehmend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen ist, um die Betreuung und Pflege von kranken sowie älteren Menschen gewährleisten zu können.

Während in der Altenpflege Senioren beraten, betreut, versorgt, gepflegt und bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt werden, kümmern sich Berufe der Krankenpflege um die Betreuung, Versorgung und Pflege von Patienten aller Altersstufen. Alle Pflegeleistungen müssen zudem sorgfältig dokumentiert werden. Und neben der persönlichen Zuwendung sollte in diesen Berufen immer auch für die Angehörigen ein offenes Ohr da sein.

Ob Alten- oder Krankenpflege – entsprechende Berufe sind anspruchsvoll und setzen viel persönliches Engagement voraus. Hier sind Teamplayer gefragt, die sehr selbstständig und pflichtbewusst arbeiten. Darüber hinaus sollten sie einfühlsam sowie körperlich und psychisch belastbar sein. Doch wer sich einmal für die Arbeit mit Menschen entschieden hat, kennt das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Die zwischenmenschlichen Momente sind es meist, die für den anstrengenden Berufsalltag entschädigen.

Mit dem steigenden Bedarf an Pflegedienstleistungen und entsprechend qualifiziertem Personal wird auch das Thema Ausbildung immer wichtiger. Das Krankenpflegegesetz (KrPflG) und Altenpflegegesetz (AltPflG) schreiben ausdrücklich die Verknüpfung von theoretischer und praktischer Ausbildung vor. Hier wird berufspädagogisch qualifiziertes Fachpflegepersonal benötigt, das die Schüler geplant an pflegerisches Handeln heranführt und sie während der Ausbildung lernfördernd begleitet.

Weiterhin steigende Nachfrage nach ausgebildeten Altenpflegern

  • 34,1 % mehr Stellen für staatlich anerkannte Altenpfleger
  • mit fast 2.000 Anzeigen starke Nachfrage auf dem deutschen Arbeitsmarkt
  • sichere Berufsaussichten nach einer Ausbildung oder Umschulung

Riesiger Bedarf an unterstützenden Tätigkeiten bei der Pflege- und Krankenversorgung

  • rund 5.500 Jobangebote insgesamt für Helfer- und Assistenzberufe in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege
  • Stellenzuwachs von 17,4 %
  • entsprechende Qualifikationen bieten zukunftssichere Berufsmöglichkeiten

Sprunghafter Anstieg der Nachfrage in der Altenpflegehilfe

  • rund 1.800 Stellenanzeigen suchen helfendes und assistierendes Personal, speziell in der Altenpflege
  • damit größter Anteil im Bereich der Helferberufe mit einem Plus von 82,2% hat sich die Nachfrage fast verdoppelt
  • verdeutlicht, wie dringend Pflegefachkräfte (wie z. B.Altenpfleger) Unterstützung bei der Grundpflege, täglichen Betreuung und Versorgung älterer Menschen benötigen

Große Nachfrage nach Krankenpflegehelfern, die Patienten beim Gesundwerden unterstützen

  • im März 2016 noch mal 48,9 % mehr Stellenangebote für Krankenpflegehelfer als im gleichen Vorjahresmonat
  • fast 1.000 Stellen fordern eine entsprechende Qualifikation
  • gute Aussichten für Krankenpflegehelfer, die examinierten Fachkräften in der Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflege assistieren und Patienten versorgen können

Zunehmender Bedarf an Pflege- und Betreuungsangeboten für Menschen mit Demenz

  • über 600 Stellenanzeigen fragen nach Erfahrungen in der Pflege und Betreuung von Demenzkranken
  • damit ist der Bedarf noch mal um 22,3 % im Vergleich zum März 2015 gestiegen
  • Zahl der Betroffenen mit dem Krankheitsbild Demenz steigt
  • sehr gute Beschäftigungsaussichten für Fachkräfte, die für diese besonderen Herausforderungen geschult sind
  • spezielle Kenntnisse auf dem Gebiet der Gerontopsychiatrie fordern im März 2016 nur 65 Anzeigen

Qualifizierte Pflegeberatung gesetzlich vorgeschrieben

  • für Personen, die Pflegeversicherungsleistungen beantragt haben, muss eine unabhängige, individuelle und umfassende Pflegeberatung gewährleistet sein
  • Anforderung wird daher zunehmend auch in Stellenanzeigen benannt
  • 124 Stellen fragen nach einer entsprechenden Qualifikation
  • deutlicher Anstieg um 65,3 %

Für die praktische Ausbildung in der Pflege werden zunehmend Praxisanleiter gesucht

  • weiterer Anstieg der Nachfrage, diesmal um 32,5 % im Vergleich zum Vorjahr
  • 224 Stellenangebote suchen im März 2016 Praxisanleiter
  • berufspädagogisch qualifiziertes Fachpersonal ist wichtig für die praktische Ausbildung von Pflegepersonal, die laut Krankenpflege-und Altenpflegegesetz eng mit der theoretischen Ausbildung an der Berufsfachschule verknüpft sein muss

Gesundheitsberufe

Jeder achte Erwerbstätige arbeitet im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist ein stark wachsender Markt und mit 5,2 Millionen Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Laut dem Bundesgesundheitsministeriumist die Zahl der Beschäftigten seit dem Jahr 2000 um fast eine Million und beachtliche 27 Prozent gewachsen.

Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, tun meist alles, um die Gesundheit ihrer Patienten zu erhalten oder Krankheiten und Verletzungen vorzubeugen sowie diese zu behandeln. Die Arbeit mit und für Menschen sowie die Verbesserung ihrer Gesundheit – und damit auch ihrer Lebensqualität – steht im Fokus dieses Berufsfeldes. Hier sind Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Anderen helfen zu können, kann dabei ein sehr erfüllender Aspekt im Berufsleben sein.

Neben den fachlichen und medizinischen Aufgaben fallen zudem zahlreiche Tätigkeiten im Bereich Organisation, Management, Verwaltung, Abrechnung und Dokumentation an. Auch hier muss das Personal spezifisch geschult sein und mit entsprechenden Computeranwendungen und Programmen umgehen können. So ist zum Beispiel die Leistungsabrechnung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit medizinischer Fachkräfte.

Da die Gelder im Gesundheitsbereich immer knapper werden, müssen Gesundheitsbetriebe wirtschaftlich arbeiten. Auch hierfür wird qualifiziertes und für das Gesundheitswesen spezialisiertes Personal benötigt.

Kaufmännische Kenntnisse im Gesundheits- und Sozialwesen gefragt

  • kaufmännische Ausbildungen speziell für das Gesundheits- und Sozialwesen in 158 Anzeigen gefordert
  • Anstieg von 73,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat März
  • da nur die konkreten Bezeichnungen „Kaufmann/Kauffrau bzw. Fachwirt/-in im Gesundheitswesen“ erfasst werden konnten, hier oft aber nur allgemein nach einer kaufmännischen Ausbildung gefragt wird, dürfte der reale Bedarf an kaufmännischem Personal wahrscheinlich deutlich höher liegen

Stabile Nachfrage nach Kenntnissen in der medizinischen Dokumentation

  • exakte Dokumentation wichtig für Behandlung, Abrechnung und Forschung
  • 660 Stellenausschreibungen fordern diese Zusatzqualifikation
  • davon 44 Stellen speziell im Bereich der Tumordokumentation
  • insgesamt kleiner Zuwachs von 4,6 %

Konstanter Bedarf an Kodierfachkräften

  • 219 Stellenanzeigen fordern explizit Kodierkenntnisse im klinischen und medizinischen Bereich
  • leichter Rückgang im Vergleich zu 2015
  • durch Einführung des DRG-Systems in Deutschland, laufende Änderungen z. B. in Bezug auf Abrechnung oder Kodierrichtlinien sowie die kontinuierliche Zunahme der zu erfassenden Datenmengen gewinnt das Berufsbild der Kodierfachkraft in Krankenhäusern und Fachkliniken immer mehr an Bedeutung

Größte Nachfrage im Gesundheitsbereich nach Fachkräften für Arztpraxen

  • Fachkräfte organisieren, planen Termine, betreuen Patienten, unterstützen den Arzt bei Diagnostik und Therapie, assistieren bei Behandlungen, übernehmen Laborarbeiten und sorgen für einen reibungslosen Praxisbetrieb
  • insgesamt 1.849 Stellen im März 2016, entspricht einem Zuwachs von 3,9 %
  • Leistungsabrechnung ebenfalls wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit
  • mit 247 Stellenanzeigen stabile Nachfrage nach Abrechnungskenntnissen für Arztpraxen
  • 109 Jobangebote fordern spezielle Abrechnungskenntnisse für Zahnarztpraxen, Steigerung um 11,2 %

Notfallsanitäter und Rettungsassistenten werden immer gebraucht

  • 192 Jobangebote im März 2016 und damit nur 6 Stellen weniger als im März 2015
  • stabile Nachfrage nach dieser höchsten nicht ärztlichen Qualifikation
  • Berufsbild Notfallsanitäter hat mit umfangreicherer Ausbildung Anfang 2014 den Rettungsassistenten abgelöst, wird aber zum Teil in Stellenanzeigen noch so bezeichnet
  • Notfallsanitäter übernehmen lebensrettende Sofortmaßnahmen, die Erstversorgung und assistieren dem Notarzt

Konstant gute Jobperspektiven für Physiotherapeuten

  • mit fast 800 Stellen zweitgrößte Jobauswahl der hier ausgewerteten Gesundheitsberufe
  • stabile Nachfrage mit einem leichten Rückgang von 1,7 %
  • gefragte Berufsgruppe, die Menschen bei eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit aufgrund von Unfällen, Operationen, Verletzungen, Alter, Krankheit oder Behinderung hilft

Mehr Jobangebote für Masseure und medizinische Bademeister

  • deutlicher Stellenzuwachs von 14,6 % für diese Berufsgruppe
  • 306 Jobangebote im März 2016 für Masseure und medizinische Bademeister
  • bieten Patienten und Kunden verschiedene Therapien, wie spezielle Massagetechniken, physikalische Therapien und Heilbäder, an

Stabiler Stellenmarkt mit positiver Tendenz für Ergotherapeuten

  • mit 472 Stellenangeboten gute Jobauswahl
  • leichte Steigerung um 2,6 %
  • Ergotherapeuten aktivieren physische, psychische und soziale Fähigkeiten ihrer Patienten aller Altersgruppen, mit dem Ziel, deren Selbstständigkeit zu erhalten und zu fördern

Solider Stellenmarkt mit leichten Einbußen für Logopäden

  • 114 Stellenanzeigen für Logopäden im März 2016 gezählt
  • lediglich 5 Stellen weniger als im gleichen Vorjahresmonat
  • relativ beständige Nachfrage nach dieser medizinisch-therapeutischen Disziplin, die Menschen aller Altersgruppen hilft, die in ihrer Kommunikation durch Sprach-, Stimm-, Sprech-, Schluck- und Hörstörungen eingeschränkt sind

Pädagogische und Sozialberufe

Fachkräfte im Sozialwesen und pädagogischen Bereich sind gefragt wie nie

Der Bedarf an pädagogischen Angeboten – für Groß oder Klein – ist enorm. Das hängt aktuell mit verschiedenen Faktoren zusammen: Durch die familienfreundliche politische Situation und dem Inkrafttreten des neuen Kinderförderungsgesetztes im Sommer 2013 wurde der Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder deutlich verbessert. Doch um den Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung und Betreuung bereits ab Vollendung des ersten Lebensjahres gewährleisten zu können, werden ausgebildete Fachkräfte wie Erzieher und Kindertagespfleger benötigt. Darüber hinaus übernehmen Fachkräfte im Sozialwesen neben der pädagogischen Betreuung und sozialpflegerischen Aufgaben für hilfsbedürftige Personen wie Schwangere, ältere oder behinderte Menschen, die Hilfe bei ganz alltäglichen Tätigkeiten.

Im Zuge der Flüchtlingskrise ist zudem ein ganz neuer Bedarf an unterstützenden Tätigkeiten im pädagogischen und sozialen Bereich entstanden. Ob Integrationsbegleiter für erwachsene Menschen, die aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten, oder Integrationshelfer speziell für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund – sie leisten gezielte Einzelfallhilfe und unterstützen die Menschen bei ihrer Integration in unsere Gesellschaft, in den deutschen Arbeitsmarkt und in deutsche Bildungseinrichtungen. Bei ihren ersten Schritten in Deutschland erhalten erwachsene Migranten von interkulturell geschulten Fachkräften beispielsweise Informationen zu Sprachkursen, zum neuen Lebensumfeld, zu Normen und Werten, zum Umgang mit Behörden und zur Jobsuche, so dass sie im deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Kinder und Jugendliche benötigen zudem besondere Aufmerksamkeit, da neben sprachlichen Barrieren und unbekannten Lernformen an deutschen Schulen auch traumatische Erlebnisse verarbeitet werden müssen.

Im Bereich der Erwachsenenpädagogik sind dementsprechend auch verstärkt Lehrkräfte für Deutsch gefragt. Aber auch für bereits in Deutschland lebende Menschen ist Lernen im Erwachsenenalter wichtig, um berufliche und persönliche Qualifikationen auszubauen. Hier sind Aus- und Weiterbildungspädagogen professionelle Begleiter.

Umfangreichste Stellenauswahl für Erzieher und Kindertagespfleger

  • mit 4.000 Stellenangeboten enormer Bedarf an Betreuungspersonal für Kinder
  • und das bei einem weiteren beachtlichen Anstieg von 27 % seit März 2015
  • das 2013 in Kraft getretene Kinderförderungsgesetz (KiföG) mit dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für jedes Kind ab einem Jahr bis zur Einschulung macht sich weiterhin deutlich im Stellenmarkt bemerkbar
  • Erzieherinnen und Erzieher sowie pädagogische Fachkräfte in der Kindertagespflege und -betreuung gehören damit zu einer der gefragtesten Berufsgruppen in Deutschland

Bessere Jobperspektiven für Sozialassistenten

  • 315 Stellen suchen im März 2016 Personal mit einer Sozialassistenz- oder Sozialhelfer-Qualifikation
  • das entspricht einem beachtlichen Plus von 41,3 % Stellenanzeigen mehr im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • Sozialassistenten unterstützen hilfsbedürftige Personen, wie Kinder, Schwangere, ältere oder behinderte Menschen, pädagogisch, sozialpflegerisch und bei ganz alltäglichen Tätigkeiten
  • bietet als Basisberuf insbesondere für Personen mit Hauptschulabschluss eine gute Einstiegsmöglichkeit in weitere Pflege- und Sozialberufe

Gestiegene Nachfrage nach Pädagogen in der Erwachsenenbildung und Personalentwicklung

  • signifikanter Stellenzuwachs für Aus- und Weiterbildungspädagogen: plus 12,8 %
  • mehr als 1.600 Angebote im März 2016
  • immer größere Bedeutung der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Erwachsenen

Bedarf an Lehrkräften für Deutsch aufgrund Zuwanderung geflüchteter Menschen

  • Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht (plus 178,8 %)
  • 92 Stellenanzeigen suchen im März 2016 Lehrkräfte, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten
  • um im neuen Land dauerhaft Fuß zu fassen, ist für Migranten das Beherrschen der Sprache eine wichtige Grundvoraussetzung

Prozentual stärkstes Stellenwachstum im Bereich Migration und Integration

  • Personen, die geflüchtete Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, bei ihrer Integration in Deutschland begleiten und betreuen sind immens wichtig
  • gab es im März 2015 lediglich 74 Stellen, die entsprechende Qualifikationen verlangten, so waren es im März 2016 schon fast 230 Stellen
  • das entspricht einer Steigerung von 209,5 % – damit ist die Nachfrage mehr als dreimal so hoch wie im vergangenen Jahr, Tendenz steigend

Berufsbegleitende Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich Pflege und Gesundheit

Immer auf dem neuesten Stand – auch im Berufsleben

Insbesondere die Arbeit mit Menschen braucht fähiges und auf dem neuesten Stand ausgebildetes Fachpersonal. Dieser fordert von Menschen in Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen ein hohes Engagement zur persönlichen Weiterentwicklung im Berufsleben. Während der Berufstätigkeit haben sie die Gelegenheit, vielfältige Weiterbildungs-, Auffrischungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten zu nutzen. Im Rahmen der „Registrierung beruflich Pflegender (RbP)“ können für Fort- und Weiterbildungsangebote Punkte angerechnet werden, so auch für die Angebote der WBS SCHULEN. Diese Punkte helfen, die Position der Profession gegenüber der Politik und anderen Berufsgruppen zu stärken.

Für diesen JobReport wurde der Stellenmarkt exemplarisch für vier wichtige Fortbildungsthemen im Gesundheits- und Pflegebereich ausgewertet.

Kenntnisse im Qualitätsmanagement gefragt

  • Personal zur Sicherung der Qualität in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist damit sehr gefragt
  • fast 2.400 Stellenangebote im Gesundheits- und Pflegebereich fordern Kenntnisse im Qualitätsmanagement
  • das sind fast 20 % mehr als im Vorjahr

Hygiene – Grundvoraussetzung in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

  • fast 1.300 Stellenangebote im Gesundheits- und Pflegesektor fordern Kenntnisse im Bereich Hygiene
  • mit einem deutlichen Plus von 27,7 % im Vergleich zum Vorjahr
  • jede Pflegeeinrichtung muss ausreichenden Schutz vor Infektionen und die Einhaltung von Hygieneanforderungen sicherstellen

Personal für Leitungsaufgaben in Pflegeeinrichtungen verstärkt gesucht

  • 816 Jobangebote sind im März 2016 für die Pflegedienstleitung ausgeschrieben
  • das entspricht fast einem Fünftel mehr bzw. einem Plus von 19,3 % im Vergleich zum Vorjahr
  • Personen, die Pflegeteams leiten, die Pflegearbeit planen und dabei wirtschaftliche Erfordernisse berücksichtigen können, sind begehrt

Professioneller Umgang mit dem Thema Sterben und Tod wieder wichtiger

  • 332 Stellen forderten im März 2016 von Bewerbern diese Kompetenz
  • deutliche Steigerung von 41,9 % seit März 2015
  • Sterbebegleitung als wichtiges Thema in der Pflege verlangt Fach- und Pflegepersonal besonders viel ab
  • entsprechende Kompetenzen können über berufsbegleitende Fortbildungen erworben werden