JobReport Kaufmännische Berufe

Trends und Entwicklungen auf dem deutschen Stellenmarkt im kaufmännischen Bereich 2013

WBS JobReport - Die Entscheidungshilfe bei der Qualifizierungswahl

Die WBS TRAINING AG analysiert regelmäßig den Stellenmarkt und veröffentlicht die Ergebnisse in Form von JobReports. Diese geben Interessenten für Weiterbildungen sowie Personal- und Arbeitsberatern umfangreiche Informationen für die Berufswahl. Die JobReports diesen als Entscheidungshilfe bei der Karriereplanung sowie bei der Wahl geeigneter Qualifizierungen und Zertifizierungen.

Mit dem JobReport Kaufmännische Berufe informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Jobmarkt sowie über entsprechende Weiterbildungsangebote im Kaufmännischen Bereich.

Den Arbeitsmarkt beobachten – Chancen nutzen!

Für die WBS TRAINING AG ist es wichtig, den Arbeitsmarkt genau zu beobachten und die Anforderungen an Bewerber und Jobsuchende zu analysieren. Dieses Vorgehen ist eine wichtige Voraussetzung, um qualifizierte Weiterbildungen anbieten zu können, die sich an den Bedürfnissen des Marktes orientieren.

Wir beschäftigen uns deshalb mit wichtigen Fragen. Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt? In welchem Verhältnis stehen die aktuellen Daten zu denen des Vorjahres? Was erwarten Arbeitgeber von ihren Bewerbern? Welche Kenntnisse werden gefordert? Denn neben fachlichen Qualifikationen werden zunehmend auch andere Schlüsselqualifi kationen wie Projektmanagement, Organisation und Fremdsprachenkenntnisse von Bewerbern erwartet. Die Nachfrage nach Arbeitskräften aus dem Bereich Unternehmens- und Büroorganisation ist stark auf dem Arbeitsmarkt vertreten, zudem werden Weiterbildungen in diesem Bereich von den Arbeitsagenturen gefördert. Daher haben wir in dieser Ausgabe die Arbeitsmarktdaten aus den kaufmännischen Bereichen erhoben und ausgewertet, um unser Weiterbildungsangebot gezielt anbieten zu können. Die Daten beziehen sich auf die folgend benannten Berufsgruppen und kaufmännischen Ausbildungsberufe.

Berufsgruppen:

  • Finanz- und Rechnungswesen, Lohnbuchhaltung, Controlling
  • Steuerwesen
  • Sekretariat, Bürowesen, Office-Management
  • Projektmanagement und Qualitätsmanagement
  • Logistik und Lager
  • Einkauf
  • Personalwesen

Kaufmännische Ausbildungsberufe:

  • Bürokaufleute
  • Industriekaufleute
  • Einzelhandelskaufleute
  • Großhandelskaufleute
  • Speditions- und Logistikdienstleistungskaufleute
  • Immobilienkaufleute
  • Personaldienstleistungskaufleute
  • Informatikkaufleute
  • IT-Systemkaufleute
  • Tourismuskaufleute
  • Veranstaltungskaufleute
  • Kaufleute im Gesundheitswesen

Für diese vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten werden neben aktuellem Fachwissen auch häufig EDV-Kenntnisse vorausgesetzt. So können sich Bewerber mit Kenntnissen in SAP®, DATEV, Lexware oder auch MS Office sowie Fachanwendungen zusätzliche Chancen auf dem Arbeitsmarkt sichern. Auch mit Fremdsprachenkenntnissen, beispielsweise dem international anerkannten LCCI – English for Business Sprachenzertifikat (London Chamber of Commerce and Industry) können Bewerber punkten. Auf den folgenden Seiten stellen wir unsere Untersuchungsmethoden vor, auf welche Weise wir die Daten generierten, wie wir diese ausgewertet und welchen Auswertungszeitraum wir berücksichtigt haben.

Unser Ziel ist es, Weiterbildungsangebote zu entwickeln und anzubieten, die Sie bestmöglich auf Ihren neuen Job vorbereiten und das vermitteln, was der Arbeitsmarkt und die Unternehmen von Ihnen erwarten und fordern.

Inhaltsverzeichnis

Erhebungsmethode und Datengrundlage
Entwicklung Stellenmarkt 2013
Regionale Betrachtung
Interview "Unterscheidung durch Spezialisierung.“
Qualitäts- und Projektmanagement
Controlling, Finanz- und Rechnungswesen
Sekretariat, Bürowesen und Office-Management
Spedition und Logistik
Steuerwesen
Personalwesen
Einkauf
Kaufmännische Ausbildungsberufe
Interview „Mehr als ein Gespür für Zahlen.“

Erhebungsmethode und Datengrundlage

Auswertung von Stellenanzeigen aus Online- und Printmedien

Die gewonnenen Daten wurden aus dem Datenbestand des europäischen Marktführers in der Stellenmarktanalyse „anzeigendaten.de“ generiert. Für die Untersuchung herangezogen wurden Stellenanzeigen aus insgesamt 163 Stellenmärkten in Online-Jobbörsen und Printmedien für die Monate März 2012 und März 2013. Unter ihnen die 25 wichtigsten und größten Onlinestellenbörsen (unter anderem Stepstone, Monster, Jobware) sowie über einhundert lokale, regionale und überregionale Zeitungen und Fach- zeitschriften.

Um die Daten vergleichen zu können, wurden jedoch nur solche Medien in die Untersuchung einbezogen, die sowohl im März 2012 als auch im März 2013 auf dem Markt angeboten wurden. Um die Aussagekraft der Zahlen zu erhöhen, wurden die Stellenanzeigen den ausschreibenden Unternehmen zugeordnet, so dass die gleiche Stellenausschreibung nur einmal gezählt wurde, auch wenn sie in unterschiedlichen Stellenmärkten (z.B. Print und Online) ausgeschrieben war. Praktikaangebote, Traineestellen und Ausbildungsplätze wurden in dieser Untersuchung ausgeschlossen.

Rückgang der Stellenanzeigen

Für die hier zugrunde gelegte Methode der vergleichbaren und verfügbaren 163 Quellen aus dem März 2012 und 2013 ergibt sich folgendes Bild: Während im März 2012 noch 45.948 Unternehmen 201.636 Stellen ausgeschrieben hatten, waren es im März 2013 40.991 Unternehmen mit 158.376 Jobangeboten, ein Stellenückgang um 21,4 Prozent. Wobei die Zahl der Unternehmen, die Stellenanzeigen geschaltet haben, lediglich um 10,7 Prozent zurückging. Sie haben also offensichtlich weniger offene Stellen ausgeschrieben. Die von uns erhobenen Zahlen korrespondieren dabei nicht nur mit den Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit, sondern auch mit der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung in diesem Zeitraum. Diese Daten bilden die Grundlage für die folgenden Analysen der jeweiligen Berufsgruppen. Zur Erhebung von besonderen Merkmalen und Anforderungen, wie beispielsweise Kenntnisse im Umgang mit speziellen Softwareanwendungen (SAP®, DATEV, ATLAS, Microsoft etc.), wurden diese aus den konkreten Anzeigentexten abgefragt.

Regionale Verteilung der Stellenangebote

Wo es sinnvoll war, wurden die Stellendaten regional zugeordnet. Dabei wurde der Sitz des ausschreibenden Unternehmens und nicht der, möglicherweise abweichende, Einsatzort herangezogen. Die Bundesländer wurden zu Regionen zusammengefasst, um auch regionale Unterschiede der Angebote aufzuzeigen. Dabei bilden Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern die Region „Nord“, die neuen Bundesländer inklusive Berlin die Region „Ost“, das Bundesland Nordrhein-Westfalen die Region „West“ und alle übrigen Bundesländer (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern) die Region „Süd“. Die meisten Stellenanzeigen werden in den wirtschaftlich stärksten Bundesländern im Süden und Westen geschaltet.

Die hier gewählte Methode und die so gewonnenen Daten ermöglichen repräsentative und belastbare Aussagen zur realen Situation auf dem Stellenmarkt und geben einen detaillierten Einblick in die Entwicklung der einzelnen Berufsgruppen.

Mit der trendbereinigten Interpretation der Zahlen ergeben sich so neue Ansatzpunkte zur Bewertung der Entwicklung in einzelnen Segmenten oder mit besonderen Qualifi kationen.

Entwicklung Stellenmarkt 2013

Weniger Stellenangebote als 2012

Im März 2013 wurden in den von uns ausgewerteten Quellen rund 160.000 Stellen angeboten. Der Gesamtstellenmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar um rund 21 Prozent verringert, bewegt sich aber weiterhin in Bezug auf die Anzahl der ausgeschrieben Stellen auf einem hohen Niveau. Somit spiegelt sich auch im Bereich der Jobangebote die grundsätzlich gedämpfte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wider.

Über 40.000 Stellen weniger erheben wir für den Zeitraum März im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dieser Trend wird auch durch die Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit gestützt. Auch sie hat eine geringere Nachfrage nach Arbeitskräften als im Vorjahr ermittelt.1 Ob diese Entwicklung auch auf die Berufsgruppen im kaufmännischen Bereich zutrifft und welche Rolle bestimmte Zusatzqualifikationen beim Wettkampf um eine passende Stelle spielen, wollen wir im weiteren Verlauf nachgehen. Hierzu betrachten wir hauptsächlich jene Berufsgruppen, die für den kaufmännischen Bereich relevant sind. Sie sind in der Grafik zur Gesamtverteilung der Stellenangebote gesondert hervorgehoben.

Mehr Stellenangebote im Oktober und Januar

Nach einem starken Start im Frühjahr 2012 hat die Anzahl der Stellenangebote der für den kaufmännischen Bereich relevanten Berufsgruppen im Laufe der letzten 12 Monate kontinuierlich abgenommen. Nur im Rechts- und Steuerwesen blieb die Nachfrage entgegen dem Trend konstant. Auch die Berufsgruppen Transport und Logistik, Personalwesen und Einkauf mussten nur geringe Einbußen hinnehmen. Günstige Monate für die Job suche waren im Rückblick neben den Frühjahrsmonaten der Oktober und Januar – hier profitierten insbesondere Bewerber in den Top3-Berufsgruppen Projektmanagement, Rechnungswesen und Offi ce-Management von einer größeren Stellenauswahl. Erwartungsgemäß war der Monat Dezember für alle Berufsgruppen weniger erfolgversprechend – die Feiertage und das Jahresende dürften in diesem Monat für das geringere Stellenangebot verantwortlich sein.

Regionale Betrachtung

Kompetenzen in Rechnungswesen und Controlling im Westen stärker gefragt

Wie die Nachfrage nach den Berufsgruppen im kaufmännischen Bereich innerhalb der Regionen verteilt ist, zeigen die folgenden Grafi ken. Zur besseren Beurteilung und Orientierung wurden die Bundesländer zu einzelnen Regionen zusammengefasst: Nord (Bremen, Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig- Holstein), Ost (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen), Süd (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland), West (Nordrhein-Westfalen). Danach gab es die meisten Stellenausschreibungen im März 2013 mit Abstand in der Region Süd, gefolgt von den Regionen Nord und West. Bewerber im Osten Deutschlands schöpfen aus dem kleinsten Stellenpool. Betrachtet man die prozentuale Verteilung innerhalb der Regionen, zeigt sich im Westen eine höhere Nachfrage nach Personal für die Bereiche Rechnungswesen und Controlling. Diese Berufsgruppe belegt hier mit 29 Prozent die Spitzenposition – in den übrigen Regionen mit jeweils 27 Prozent nur den zweiten Platz. In den Regionen Nord, Süd und Ost gibt es die meisten Stellen im Bereich Organisation und Projektmanagement. In West und Ost liegen die Angebote im Bereich Personalwesen entgegen der bundesweiten Verteilung noch vor der Berufsgruppe Transport, Verkehr, Logistik und Lager. Ansonsten verteilen sich die Jobofferten über die Regionen hinweg sehr ähnlich.

Interview "Unterscheidung durch Spezialisierung.“

Ein Interview mit Katrin Sünderhauf, Leiterin Employer Branding & Recruiting – Region Ost, Deutsche Bahn AG

Der DB-Konzern sucht zurzeit mit einer großen Werbekampagne Arbeitskräfte für alle Bereiche. Gehören die kaufmännischen Berufe auch dazu?

Der Arbeitsmarkt hat sich in einen Bewerbermarkt gewandelt, und potentielle Arbeitgeber stehen im starken Wettbewerb um geeignete Kandidaten. Unsere Unternehmensstrategie „DB 2020“ hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 zu den Top-10-Arbeitgebern im deutschen Vergleich zu zählen. Im Ausland wollen wir zu den Top-Arbeitgebern der jeweiligen Länder gehören. Mit der aktuellen Arbeitgeberkampagne möchten wir uns für die Zukunft gut aufstellen. Da wir Besetzungsbedarf in allen Berufsbildern haben, gehören die kaufmännischen Berufe natürlich dazu. Wir wollen in den nächsten zehn Jahren ca. 7.000 Mitarbeiter jährlich einstellen: vom Azubi bis zum Akademiker (w/m).

Wie viele Arbeitnehmer in kaufmännischen Berufen beschäftigt die DB und können Sie Ihren Bedarf (auch zukünftig) decken?

Wir beschäftigen weltweit 300.000 Mitarbeiter in 130 Ländern. In Deutschland sind es ca. 200.000 Mitarbeiter in rund 500 Berufsbildern. In den kaufmännischen Berufen haben wir den sog. Fachkräftemangel noch nicht so intensiv zu spüren bekommen, wie im gewerblich-technischen bzw. Ingenieurbereich. Nur in den ganz spezifi schen kaufmännischen Berufen wie z.B. Lohnbuchhalter oder bei den Spezialisten im Bereich Treasury bemerken wir, dass wir weniger Bewerbungen bekommen.

Unterscheiden Sie Bewerber für kaufmännische Berufe danach, ob sie eine klassische Ausbildung gemacht haben oder sich über eine Weiterbildung qualifiziert haben?

Bei der DB haben wir keine Vorbehalte gegenüber Bewerbern, die über eine Weiterbildung in den Beruf gekommen sind. Wir betrachten die Besetzung unserer Vakanzen immer genau und wägen ab, welche konkreten Anforderungen mit dem Job verbunden sind. Daraus leiten sich die konkreten Qualifi kationen ab, die wir an den Bewerber stellen. Bei der Betrachtung der Profile stellen wir meist fest, dass berufliche Quereinsteiger ein Mehr an Berufserfahrungen mitbringen. Dies erleichtert es meist, sich gut in neue betriebliche Arbeitsabläufe hinein zu versetzen.

In welchen Geschäftsbereichen beschäftigt Ihr Unternehmen Kaufl eute und mit welchen Aufgaben?

Wir haben kaufmännische Berufsbilder im Bereich Finanzen und Controlling, in der Unternehmensstrategie, im Personalbereich sowie im Inhouse-Consulting, direkt am Bahnhof, in unseren Speditionen und im Vertrieb. Das gilt für Auszubildende, für Fach- kräfte und Akademiker mit einschlägiger Berufserfahrung und für Hochschulabsolventen.

Welche Karrieremöglichkeiten haben Kaufleute bei der DB?

Bei der Deutschen Bahn kann man das gesamte Berufsleben verbringen. Bei uns kann man einsteigen, aufsteigen und umsteigen. Wir wollen Entwicklungs- perspektiven bieten und fördern das auch. Entwicklungsperspektiven ergeben sich bei uns durch Projekte, den Wechsel des Einsatzes zwischen einer zentralen Abteilung in eine Abteilung eines unserer Geschäftsfelder oder durch Tätigkeiten im internationalen Umfeld. Wir bieten Fachkarrieren oder die Entwicklung zur Führungskraft. Wichtig ist uns allgemein, dass sich die Mitarbeiter ihre Beschäftigungsfähigkeit permanent erhalten.

Was sollten Bewerber an fachlichen Qualifikationen mitbringen, wenn sie als Kaufleute bei der DB einsteigen wollen?

Pauschal ist das schwierig zu beantworten, weil es auf die jeweilige Position ankommt. Grundsätzlich sehen wir gern eine kaufmännische Ausbildung oder einen einschlägigen Hochschulabschluss. Ein IHK-Abschluss ist dabei ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Bei Hochschulabsolventen legen wir Wert auf praktische Erfahrungen, die zielführend für die angestrebte Position sind.

Was ist darüber hinaus wichtig oder hilfreich (FiBu, ERP, Fremdsprachen etc.)?

Natürlich sollte man für den Bereich die geforderten Qualifikationen mitbringen. Im kaufmännischen Bereich ist es von Vorteil, wenn man beispielsweise bereits SAP®-Kenntnisse besitzt. Bei einer Bewerbung als Buchhalter oder Controller, sollten die aktuellen Accounting Standards und BWL-Kennzahlen, wie „ROCE“, „Tilgungsdeckung“ und „Gearing“ keine Fremdwörter sein.

Was sollte man beachten, wenn man sich für eine berufliche Weiterbildung oder Qualifi zierung, zum Beispiel eine Umschulung, zu einem kaufmännischen Beruf entscheidet?

Da gerade in Berlin das Angebot an kaufmännischen Berufen breit gefächert ist und wir viele Bewerber haben, ist es ratsam, sich durch Spezialisierung zu unterscheiden. Als Bewerber würde ich immer darauf achten, dass ich mit meinen Kenntnissen und Fähigkeiten sowie meinen persönlichen Eigenschaften in den Bereich passe, in dem ich mich bewerbe. Beispiel: Strebe ich eine Tätigkeit als Kaufmann im Vertrieb an, dann stelle ich meine bereits erzielten Verkaufsergebnisse und meine große Affi nität zum Vertrieb heraus.

Wie beurteilen Sie die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und bei den Bewerbern bzgl. Qualität und Quantität der Bewerber? Und wie stellen Sie sich als Personalverantwortliche darauf ein?

Eignung und Affinität für den Beruf werden immer im Mittelpunkt stehen. Die Arbeitsmärkte werden aber zukünftig sehr regional sein, denn die Berufstätigen werden nicht mehr weite Strecken zur Arbeit zurücklegen wollen, wenn es auch in der Nähe Arbeit gibt. Für die Unternehmen kann das mittel- und langfristig heißen, dass sie die Arbeit dahin bringen müssen, wo Arbeitskräfte verfügbar sind.

Für den Ausbildungsbereich wird es bedeuten, dass die weniger werdenden Schulabgänger aufgrund der höheren Nachfrage noch mehr umworben werden. Die Unternehmen werden mit Attributen wie Sicherheit im Arbeitsverhältnis, Entwicklungsmöglichkeiten und Vielfalt bei der Zielgruppe Schüler punkten.

Um übergreifend Fachpersonal zu bekommen, gehen wir früh auf Schüler als potentielle Azubis und Dual Studierende zu und zeigen ihnen, was wir alles bieten können. Beim „Dualen Studium“ können die Studenten z.B. schon während des Studiums Geld verdienen. Zusätzlich suchen wir im europäischen Ausland und bieten spezielle Programme auch für Schulabgänger ohne bzw. mit eher schlechtem Abschluss.

Die wichtigsten Punkte bei einer Bewerbung um eine Ausbildungsstelle oder einen neuen Job sind Interesse und Motivation für das Fachgebiet.

Unsere Stellenangebote gibt es immer aktuell auf der Karrierewebsite der DB: www.deutschebahn.com/karriere.

Qualitäts- und Projektmanagement

Fähigkeiten im Qualitäts- und Projektmanagement branchenübergreifend gefragt

Professionelles Qualitäts- und Projektmanagement ist für moderne Unternehmen ein wesentlicher Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor. Mitarbeiter, die neben fachlichem Know-how fundierte Qualitäts- und Projektmanagementkenntnisse mitbringen, sind daher in allen Wirtschaftszweigen sehr gefragt. Vom „Kick-Off-Meeting“ bis zur Projektpräsentation werden im Projektmanagement Prozesse ziel- und ergebnisorientiert geplant, gesteuert, überwacht und dokumentiert. Projektmanager sind für die Leitung eines Projekts verantwortlich und steuern das gesamte Projektteam. Neben Projektmanagement- Fähigkeiten, allgemeinem Management- und produktspezifi schem Wissen sind vor allem eine ganzheitliche Denkweise sowie soziale und kommunikative Fähigkeiten für den Projekterfolg entscheidend. Immer mehr Unternehmen führen Qualitätsmanagementsysteme ein, um Verbesserungspotenziale zu identifi zieren und zu integrieren. Als Teilbereich des Managements sichert das Qualitätsmanagement die vorgegebene Qualität von Produkten und Dienstleistungen und hilft dabei, diese weiter zu entwickeln. Mitarbeiter des Qualitätsmanagements gestalten und standardisieren beispielweise Arbeitsabläufe und Produktionsprozesse, optimieren Kommunikationsstrukturen, messen die Kundenzufriedenheit und legen Qualitätsnormen für Produkte oder Leistungen fest.

Software-Kenntnisse im Projektmanagement bringen Vorteile

Die Arbeit in Projekten ist für viele Fachkräfte ein fester Bestandteil ihres berufl ichen Alltags. Entsprechend groß ist das Stellenangebot in diesem Bereich, wobei hier nur jene Stellen erfasst sind, die konkret unter dem Titel „Projektmanager“ ausgeschrieben wurden.Darüber hinaus wird diese Fähigkeit sehr häufi g in Anforderungsprofilen zahlreicher weiterer Stellen genannt.

12 Prozent der Stellenanzeigen für Projektmanager fordern Kenntnisse in der Software Microsoft Project. Die Software hilft beim Planen, Steuern und Überwachen von Projekten. Bewerber mit entsprechenden Fähigkeiten können daher extra punkten.

 

 

 

 

Interessante Entwicklungsmöglichkeit mit einer QM-Qualifi kation Mitarbeiter im Qualitätsmanagement wurden im Vergleich zum letzten Jahr weniger häufig gesucht. Das Angebot ging um ein Drittel zurück. Allerdings wurden in der vorliegenden Erhebung nur die Stellenausschreibungen erfasst, die im Titel nach Personal im „Qualitätsmanagement“ gesucht haben. Aber auch für andere Stellen dürfte eine solche Zusatzqualifi kation eine Rolle spielen und eine entsprechende Spezialisierung bietet daher für viele Berufe interessante Entwicklungsperspektiven.

Controlling, Finanz- und Rechnungswesen

Stellenangebot im Bereich Controlling am größten

Unternehmen in fast allen Wirtschaftszweigen suchen qualifi ziertes Personal für das Controlling sowie für das Finanz- und Rechnungswesen. Fachkräfte für Finanzbuchhaltung sind im Unternehmen für die Verbuchung anfallender Geschäftsvorfälle verantwortlich. Mit ihrer Arbeit liefern sie das Zahlenwerk, das zur Erstellung des Jahresabschlusses sowie für Planungs- und Kontrollentscheidungen der Geschäftsleitung benötigt wird. Controller nutzen und verdichten diese Datenbasis, um die erzielten Ist-Werte den Zahlen aus der Planung gegenüberzustellen. Diese betriebswirtschaftlichen Steuerungsinformationen liefern – analysiert und aufbereitet – die Grundlage für wichtige Unternehmensentscheidungen. Im Bereich Lohnbuchhaltung sorgen Fachkräfte für die Organisation, Führung und Überwachung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Sie fertigen alle anfallenden Bescheinigungen und Arbeitspapiere an und sind für das monatliche und jährliche Meldewesen an die Sozialversicherungsträger (Renten- und Krankenkassen sowie Arbeitsagenturen) zuständig. Für diese vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeiten werden neben aktuellem Fachwissen fundierte EDVKenntnisse in relevanten Software- Anwendungen vorausgesetzt. So verlangt der vermehrte Einsatz der Business-Software SAP®, die heute nicht mehr nur in Großunternehmen sondern auch im Mittelstand eingesetzt wird, intensive Anwenderkenntnisse. Diese Tendenz spiegelt sich auch in den Qualifikationsanforderungen der Stellenanzeigen wider. Mit einer entsprechenden SAP®-Zertifi zierung des Bewerbers erhöhen sich daher die Chancen auf eine Anstellung. Auch DATEV-Kenntnisse werden zunehmend in Stellenanzeigen zum Rechnungswesen gefordert. Denn allein neun Millionen Lohn- und Gehaltsabrechnungen werden bundesweit monatlich mit der Software von DATEV erstellt.

Fast die Hälfte aller Stellenangebote im Controlling fordern SAP®- Anwenderkenntnisse

In der Berufsgruppe „Finanz-, Rechnungswesen und Controlling“ werden vor allem Personen mit Controlling-Kenntnissen gesucht. Der Rückgang der Stellenangebote entspricht mit einem Fünftel dem allgemeinen Trend des Gesamtstellenmarktes. Mit Zusatzkenntnissen in SAP® können Bewerber extra punkten; fast die Hälfte der Ausschreibungen verlangen diese explizit. Sehr gute Offi ce-Kenntnisse wie zum Beispiel für das Tabellenkalkulationsprogramm Microsoft Excel werden als Basis vorausgesetzt und wurden daher nicht extra erhoben.

 

 

 

 

 

 

Kaum Rückgang der Stellenangebote für Finanzbuchhalter

Dem Trend entgegen hat sich das Stellenangebot für Finanzbuchhalter im Vergleich zum Vorjahresmonat März weniger stark rückläufi g entwickelt als der Gesamtstellenmarkt und zeigt teilweise sogar positive Tendenzen auf. Rund die Hälfte aller Stellenanzeigen in diesem Bereich verlangen spezielle Softwarekenntnisse. So hat das Angebot für Finanzbuchhalter, die DATEV-Anwendungen beherrschen, im Vergleich zum Vorjahr sogar um 24 Prozent zugelegt. Mit einem Drittel der Stellenausschreibungen für Finanzbuchhalter machen dennoch weiterhin spezielle SAP®-Softwarekenntnisse den Löwenanteil aus, denn die Business- Software wird hauptsächlich von größeren Unternehmen eingesetzt. Das Programm Lexware wird dagegen eher von kleinen Betrieben genutzt, dementsprechend niedrig ist die Zahl der Stellenanzeigen, die nach entsprechenden Anwender-Qualifi kationen suchen. Hier spielen aber auch andere Software-Anwendungen wie der Microsoft-Klassiker Excel eine Rolle.

Keine Lohnbuchhaltung ohne DATEV

55 Prozent der Stellenangebote für Lohnbuchhalter verlangen im Anforderungsprofil spezielle Softwarekenntnisse. DATEV wird dabei am häufi gsten gefordert (ca. 33 Prozent); gefolgt von SAP®-Anwenderkenntnissen (21 Prozent), deren Nennung im Vergleich zum Vorjahr allerdings rückläufi g ist. Möglicherweise haben größere Unternehmen, die vorwiegend SAP® einsetzen, weniger Stellen in dem Bereich ausgeschrieben. Kleinere Betriebe arbeiten eher mit Lexware oder einem der zahlreichen anderen Programme. Dies ist möglicherweise ein Grund für den auffallend geringen Anteil an Stellenanzeigen von annähernd 2 Prozent, die explizit Lexware-Kenntnisse fordern. Werden diese ausdrücklich gefordert, kann die Zusatzqualifi kation jedoch einstellungsentscheidend sein.

Sekretariat, Bürowesen und Office-Management

Jedes Unternehmen benötigt Bürokräfte

Stellenangebote im Sekretariats- und Officebereich gehören zu den klassischen kaufmännischen Tätigkeitsbereichen. Hier treffen Bewerber auf ein umfangreiches Betätigungsfeld. Es werden Angebote, Abrechnungen und allgemeiner Schriftverkehr erstellt, Termine koordiniert und geplant oder Rechnungen geschrieben und erfasst. Auch die Kundenberatung und -betreuung sind Tätigkeitsbereiche in diesem breiten Berufsbild. Letztlich erledigen Personen in diesem Berufszweig alle bürotypischen kaufmännisch verwaltenden und organisatorischen Aufgaben: von der Buchhaltung bis zum Vertrieb in einem Unternehmen. Dass die Entwicklung dem Trend des Gesamtstellenmarktes folgt, weist auf gute Zukunftsperspektiven dieser Tätigkeiten hin. Es ist also zu erwarten, dass auch Stellenangebote in diesem Bereich einem möglichen Aufwärtstrend folgen.

Mit EDV-Kenntnissen kommen Sie weiter!

Nahezu alle Stellenausschreibungen in diesem Bereich fordern spezielle Software- oder Sprachkenntnisse von den Bewerbern, Englisch und Microsoft Office stechen hier besonders heraus. Das Büroorganisations- und Kommunikationsprogramm MS Office besteht aus vielen einzelnen Programmen. Microsoft Word wird für die Textverarbeitung und Microsoft Excel für Tabellenkalkulation eingesetzt. Weiterhin reichen die unterschiedlichen Programme über die Erstellung von Präsentationen mit PowerPoint oder der E-Mail- und Terminverwaltung mit Outlook bis hin zur Datenbankverwaltung mit Access. Diese Vielfalt passt genau zu den abwechslungsreichen Aufgaben im Sekretariats- und Offi cebereich und gehört heute fast schon zu den Standardanforderungen.

Spedition und Logistik

Mehr Jobs im Bereich Spedition, Logistik sowie Im- und Export

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung organisieren den Versand, den Umschlag wie auch die Lagerung von Gütern und verkaufen Verkehrs- sowie logistische Dienstleistungen unter Beachtung einschlägiger Rechtsvorschriften. Ob auf der Straße, in der Luft, auf dem Wasser oder der Schiene: die Experten des Transportwesens wählen geeignete Transportmittel
und -routen aus, erarbeiten Terminpläne und erledigen damit alle zusammenhängenden Formalitäten. Sie fertigen Warenbegleit-, Fracht- und Zollpapiere aus und kümmern sich um allgemeine Verwaltungsarbeiten. Beschäftigungsmöglichkeiten finden kaufmännische Mitarbeiter im Bereich Spedition und Logistik bei nationalen und internationalen Speditionen, Güterkraftverkehrsunternehmen, Unternehmen des kombinierten Verkehrs, Luftfrachtspeditionen, Binnen- und Seehafenspeditionen, Reedereien, Kurier-, Express- und Paket-Diensten sowie Logistik- und Lagerunternehmen. Dort arbeiten sie beispielsweise als Sachbearbeiter, Expedient, Disponent, Akquisiteur oder Zolldeklarant. Auch im Verwaltungs- und Lagerbereich stehen ihnen umfangreiche Aufgabenfelder offen. Potenzielle Arbeitgeber für Fachkräfte im Im- und Export sind neben Transport-, Speditions- und Logistikunternehmen auch Außenhandelsunternehmen sowie Dienstleistungsund Produktionsunternehmen, die Auslandsgeschäfte tätigen. Ob Einfuhr oder Ausfuhr von Gütern, der Außenhandel spielt für Deutschland eine bedeutende Rolle und entsprechend geschulte Arbeitskräfte, die den Warenaustausch über Grenzen hinweg sachkundig koordinieren und abwickeln können, sind begehrt.

Gestiegene Nachfrage nach ATLAS-Kenntnissen für die Zollabwicklung

Das Stellenangebot für kaufmännisches Personal in den Bereichen Spedition, Logistik sowie Im- und Export hat als einziger Berufsbereich im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugelegt – insgesamt wurden im März 2013 über 12 Prozent zusätzliche Jobs angeboten. Insbesondere Personal mit Kenntnissen in der Zollsoftware ATLAS (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System) – dem EDVVerfahren der deutschen Zollverwaltung zur Automatisierung der Zollabwicklung im Bereich Im- und Export – wird vermehrt gesucht (+ 62 Prozent). SAP® bleibt aber weiterhin die wichtigste Software-Anwendung im Bereich Spedition und Logistik – über 20 Prozent aller Angebote fordern in diesem Feld Anwender-Fähigkeiten.

Steuerwesen

Konstante Arbeitsmarktbedingungen im Steuerwesen

Das Steuerwesen ist im kaufmännischen und verwaltenden Bereich angesiedelt. Personen, die in diesem Aufgabengebiet tätig werden möchten, sollten ein gutes Zahlenverständnis und eine Vorliebe für exaktes und sorgfältiges Arbeiten besitzen. Aufgaben wie das Buchen von Geschäftsvorfällen, von Löhnen und Gehältern sowie Jahresabschlussarbeiten oder auch die Ermittlung der Steuerpfl icht können in diesen Bereich fallen.

DATEV gehört zum Standard in Steuerkanzleien und Unternehmen

Der Arbeitsmarkt zeigt im Vergleich zum Vorjahr und zum Gesamtstellenmarkt ein konstantes Verhalten, die Stellenanzeigen sind nur um vier Prozent zurückgegangen. Auch im Jahr 2013 ist es für viele Unternehmen wichtig, dass die gesuchten Mitarbeiter Kenntnisse spezieller Software mitbringen. Etwa 15 Prozent der Unternehmen fordern in ihren Stellenanzeigen DATEV-Kenntnisse sogar explizit ein. DATEV ist eine verbreitete Software für Finanzbuchführung und wird von zumeist mittelständischen Unternehmen selbst oder vom Steuerberater genutzt. Als Standardprogramm für EDV-gestützte Buchführung dient DATEV auch weiteren wesentlichen Aufgaben der Steuerberatung wie z.B. Steuerberechnung und -erklärung, Rechnungswesen und Jahresabschluss sowie Lohnabrechnung. In unterschiedlichsten Branchen und Bereichen wird diese vielseitige Software eingesetzt. Personen im Berufsfeld Steuerwesen sollten daher ihre Software-Kenntnisse regelmäßig auffrischen und vertiefen, um am Arbeitsmarkt die besten Chancen zu haben.

Personalwesen

Stellenmarktentwicklung im Personalwesen besser als der Trend

Das Personalwesen ist ein Bereich, den man in nahezu allen Unternehmen über alle Branchen hinweg wiederfindet. Fachkräfte in dieser Funktion betreuen einen defi nierten Mitarbeiterkreis in unterschiedlichsten Belangen, von der Lohn- und Gehaltsabrechnung über die Stammdaten- und Personalaktenpfl ege bis hin zu tarifl ichen, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen. Außerdem umfasst dieser Bereich auch die Personalbeschaffung (Recruiting) und den gezielten Einsatz von Personal.

DATEV holt auf – mehr Chancen mit speziellen Softwarekenntnissen

Die Entwicklung auf dem Stellenmarkt im Personalwesen zeigt einen weniger starken Rückgang als der allgemeine Trend am Gesamtstellenmarkt. Einzig die Anzahl der Stellenangebote, in denen explizit DATEV-Kenntnisse gefordert werden, sind im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17 Prozent (trendbereinigt sogar um fast 40 Prozent) gestiegen – dies trotz eines generell zu verzeichnenden Rückgangs von Stellenangeboten im Personalwesen. Dennoch ist in diesem Bereich die Anwendersoftware SAP® ERP mit fast 27 Prozent am stärksten gefragt. SAP® ERP, das Hauptprodukt des deutschen Software-Unternehmens SAP AG, betrifft alle geschäftsrelevanten Bereiche eines Unternehmens, so auch explizit den Personalbereich. Microsoft Offi ce Kenntnisse werden in diesem Bereich als Basiskenntnisse angesehen und sind daher nicht Bestandteil der Erhebung. Die Stellenausschreibungen zeigen, dass rund ein Drittel aller Unternehmen großen Wert auf spezielle Softwarekenntnisse legt. Bewerber, die entsprechende Kenntnisse mitbringen, haben deutlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Einkauf

Einkauf als Schlüsselfunktion für den Unternehmenserfolg

Einkauf steht im betriebswirtschaftlichen Kontext vorwiegend für operative Tätigkeiten zur Versorgung eines Unternehmens mit Gütern und Dienstleistungen, die zur Durchführung des Produktionsprozesses benötigt, vom Unternehmen aber nicht selbst hergestellt werden. Der Einkauf nimmt also eine Schlüsselfunktion im Betrieb ein und trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei. Mitarbeiter im Einkauf kaufen Produkte und Dienstleistungen aller Art bei Anbietern, Herstellern oder Großhändlern im In- und Ausland für die Verwendung, Verarbeitung oder den Weiterverkauf ein. Dabei planen, steuern und optimieren sie den gesamten Einkaufsprozess: von der Marktbeobachtung über die Angebotseinholung bis zur Vertragsgestaltung, und überwachen den Wareneingang und die Lagerhaltung. Sie arbeiten einerseits mit verschiedenen Abteilungen des Unternehmens zusammen und stehen andererseits im Kontakt mit Großhändlern, Lieferanten und Speditionen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit wenden sie betriebliche Informations- und Kommunikationssysteme an. Beschäftigungsmöglichkeiten finden entsprechend qualifizierte Personen in Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Sie können in Industrie-, Handels- und größeren Handwerksbetrieben, im Dienstleistungsbereich oder bei Interessenvertretungen, Verbänden und Organisationen tätig werden.

Mitarbeiter im Einkauf arbeiten mit SAP®

Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es im März 2013 31 Prozent weniger Stellenangebote im Bereich Einkauf. Die Jobaussichten sind aber weiterhin gut, da die Auswahl nach wie vor groß ist. Auffällig ist auch hier der hohe Anteil von nahezu 37 Prozent an Stellenanzeigen, die spezifische Kenntnisse im Umgang mit der ERP-Software von SAP® fordern. Bewerber, die das entsprechende SAP®-Anwenderzertifikat vorweisen können, haben daher bei vielen Jobs einen ausdrücklichen Vorteil. Leitungspositionen im Einkauf wurden in dieser Untersuchung nicht berücksichtigt. Denn nur so ist eine realistische Abbildung des relevanten Stellenmarktes für Personen mit einer Sachbearbeiter Qualifizierung im Einkauf möglich.

Kaufmännische Ausbildungsberufe

So erlangen Sie einen anerkannten Berufsabschluss im kaufmännischen Bereich

Einen Berufsabschluss kann man auf unterschiedlichen Wegen erlangen. Viele Ausbildungsberufe absolviert man in der so genannten dualen oder betrieblichen Ausbildung. Hierbei erlernt man die Theorie in einer Berufsschule, während im Unternehmen praktisch gearbeitet wird. Weiterhin gibt es den Weg einer reinen schulischen Ausbildung, z. B. in einer Berufsfachschule (www.wbs-berufsfachschulen.de ).Neben diesen beiden Wegen besteht aber auch die Möglichkeit, sich zu einem späteren Zeitpunkt in einer anderen als der vorher ausgeübten oder erlernten Tätigkeit, zum Beispiel im Rahmen einer Umschulung, auszubilden.
Die Gründe dafür können vielfältig sein: eine längere Auszeit z. B. während der Kindererziehung, eine Berufskrankheit oder mangelnde Jobangebote und Karrieremöglichkeiten im bisherigen Beruf. Die Dauer einer Umschulung unterscheidet sich oft von der eines klassischen Ausbildungsweges. Bei der WBS TRAINING AG wird eine Umschulung in 24 Monaten durchlaufen und beinhaltet ein Praktikum in einem Unternehmen. Kaufmännische Umschulungen richten sich an Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem guten Hauptschul- bzw. mittleren Schulabschluss sowie mindestens zwei Jahren Berufserfahrung. Je nach gewählter Umschulung sollte man z. B. auch Grundkenntnisse in Englisch mitbringen, Spaß an der Arbeit im Büro haben und Standardsoftware wie MS Offi ce gut beherrschen. Auf Grundlage einer individuellen Beratung sowie eines ergänzenden Eignungstests wird eingeschätzt, ob die Umschulung für den Interessenten erfolgversprechend ist.

Kaufmännische Ausbildungen weiterhin beliebt

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhebt jährlich in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Es werden die Verträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden, und diejenigen, die am 30.9. auch noch bestanden haben. Die Rangliste aller Ausbildungsberufe 2012 kann im Internetangebot des Bundesinstituts für Berufsbildung eingesehen werden (www.bibb.de ).Das Ergebnis der BIBB-Erhebung zum 30.9.2012 zeigt, dass kaufmännische Ausbildungen auch in der Erstausbildung ganz weit vorn sind. Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel findet man auf dem ersten Platz, gefolgt vom Bürokaufmann auf Rang 3. Die Ausbildungen zum Industriekaufmann und Kaufmann im Groß- und Außenhandel belegen die Plätze 5 und 6. Dieses Ranking belegt unsere Einschätzung und Erfahrung, dass eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich zukunftsträchtig ist. Die gute Stellenmarktsituation spiegelt das eindeutig wieder.

Interview „Mehr als ein Gespür für Zahlen.“

Ein Interview mit Hildegard Kaufmann, Fachleiterin Berufliche Bildung der WBS TRAINING AG, über die Qualifizierung und Berufsperspektiven von Kaufleuten und Bürofachkräften

Wie beurteilen Sie die aktuellen Chancen für Kaufleute im Arbeitsmarkt? In welchen Branchen sind die Aussichten besonders gut?

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung hat auf dem Arbeitsmarkt auch die Nachfrage nach Kaufleuten wieder deutlich zugenommen. Insbesondere bei Bürofachkräften, Buchhaltern und Einzelhandelskaufleuten liegt der Kräftebedarf auf hohem Niveau. Kaufleute sind aktuell besonders im Handel und im Dienstleistungssektor begehrt, etwas geringer ist die Nachfrage in der Industrie. Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse im kaufmännischen Bereich hoch und die Arbeitslosigkeit vergleichsweise niedrig.

Welche Qualifikationen sollte jemand mitbringen, der sich für eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich interessiert?

Grundqualifikationen für eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich sind: eine gute Ausdrucksfähigkeit, ein Gespür für Zahlen und ein Grundverständnis für das Funktionieren der Wirtschaft. Außerdem sollten sie service- und kundenorientiert eingestellt sein und eine Affinität zu modernen Informations- und Kommunikationstechnologien mitbringen, die aus dem kaufmännischen Arbeitsprozess nicht mehr wegzudenken sind.

Welche Abschlüsse (z. B. IHK) werden auf dem Arbeitsmarkt vorwiegend verlangt?

A und O ist ein anerkannter Berufsabschluss in einem der über 50 verschiedenen kaufmännischen Ausbildungsberufe. Gefragt sind aber auch Weiterbildungsabschlüsse (Fachwirt/Fachkaufmann), die nach einschlägiger Berufspraxis einen beruflichen Aufstieg ermöglichen. Aktuelle Unternehmensbefragungen haben ergeben, dass rund 75 Prozent der bei den Industrie- und Handelskammern angesiedelten Betriebe Fremdsprachenkompetenz, insbesondere Englisch, von ihren Mitarbeitern erwarten. Den stärksten Bedarf haben die kaufmännischen Funktionsbereiche
Einkauf, Verkauf, Service/Kundenbetreuung, Marketing und Logistik. Ergänzende Zusatzqualifikationen für Kaufleute sind daher Sprachenzertifi - kate, wie zum Beispiel das international anerkannte LCCI – English for Business Sprachenzertifikat. (London Cham ber of Commerce and Industry) SAP®-Kenntnisse zählen zu den Schlüsselqualifikationen im kaufmännischen Bereich.
SAP®-Software ist heute nicht nur in Großunternehmen, sondern vermehrt auch im Mittelstand im Einsatz. Ein fachspezifisches Anwenderzertifikat belegt den sicheren Umgang mit SAP®-Anwendungen und ist in Wirtschaft und Industrie stark nachgefragt. Die WBS TRAINING AG ist zertifizierter Bildungspartner der SAP AG.

Welche Kurse sind zurzeit besonders beliebt/ empfehlenswert?

Das kaufmännische Kursangebot der WBS boomt. Mehr als die Hälfte unserer Interessenten entscheiden sich für den Besuch einer kaufmännischen Weiterbildung. Teilnehmerstark sind insbesondere die Angebote im Bereich Finanz- und Lohnbuchhaltung mit DATEV und SAP®, aber auch das Kursangebot im Bereich Büromanagement. Bei den Umschulungen sind die Berufsbilder Bürokaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung und die Kaufleute im Gesundheitswesen besonders beliebt.

Welche Angebote werden gefördert?

Die jeweiligen 156 Agenturen für Arbeit sowie alle Jobcenter legen im Rahmen ihrer Bildungszielplanung regionale Förderschwerpunkte fest. Kaufmännische Angebote sind seit vielen Jahren fester Bestandteil der Planung. Ergänzt werden die klassischen Fördermöglichkeiten (Berufliche Weiterbildung) durch gezielte Zielgruppenprogramme der BA (z.B. IFlaS1 oder WeGebAU2).

Wie entwickelt man die richtigen Angebote für Weiterbildungen in diesem Bereich? Wie gehen Sie vor?

Jede Kursentwicklung beginnt mit der systematischen Beobachtung des Arbeitsmarktes. Was fordern Arbeitgeber von ihren Bewerbern? Welche aktuellen Kenntnisse z.B. Kaufmännische Anwendungsprogramme werden vorausgesetzt? Was wird in Bezug auf Kenntnisse, Fertigkeiten und soziale Kompetenzen gefordert? Daraus erstellen wir ein Soll-Profil für bestimmte Berufsbilder und nachgelagert entwickeln wir gezielte Themenbausteine mit den entsprechenden Unterrichtsplänen. Im Bereich der kaufmännischen Umschulungen sind die jeweiligen Ausbildungsverordnungen die Basis für die
Entwicklung.

Wie bewerten Sie intern Ihre entwickelten Produkte? Bekommen Sie direktes Feedback von Personalverantwortlichen und/oder Kursteilnehmern?

Wir befragen unsere Teilnehmer regelmäßig zu insgesamt18 Qualitätskriterien einer Weiterbildung, unter anderem nach dem persönlichen Lernerfolg, der Verbesserung der Bewerbungssituation und einer Weiterempfehlung. Parallel erhalten wir auch positives Feedback von Unternehmen, die engagierte Teilnehmer der WBS eingestellt und, insbesondere im Rahmen einer schnellen Einarbeitung, gemerkt haben, dass die Teilnehmer das Gelernte gut anwenden können. Der Kontakt zu den Arbeitgebern wird darum in den nächsten Jahren weiter ausgebaut.

Welche zukünftigen Trends beobachten Sie und wie werden Sie darauf in der Produktentwicklung reagieren?

Verschiedene Studien prognostizieren für Deutschland einen deutlichen Fachkräfteengpass. So rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit aufgrund der demografi - schen Entwicklung bis zum Jahr 2025 mit einem Rückgang der Arbeitskräfte um 6,5 Mio. Personen, davon rund 5,4 Mio. Fachkräfte. Die Erhöhung des Qualifi -
kationsniveaus der Erwerbsbevölkerung, Qualifizierung von Arbeitslosen sowie eine Steigerung der Erwerbsbeteiligung von Frauen sind einige der Maßnahmen, die zur Sicherung der Fachkräftebasis diskutiert werden. Zugleich führen Globalisierung und technischer Fortschritt zu Verschiebungen der Beschäftigtenstruktur zwischen den Branchen. Die Nachfrage im Dienstleistungsbereich wird steigen, während der Personalbedarf im verarbeitenden Gewerbe langfristig zurückgeht. In den Unternehmen steigt der Anteil an wissensintensiven Tätigkeiten, neben der fachlichen Qualifikation sind zunehmend aber auch „Schlüsselqualifikationen“ wie Kommunikationsstärke, Konfliktfähigkeit, Lösungsorientierung sowie Flexibilität gefragt. Damit einher geht ein Wandel der Arbeitskultur, die Arbeit in Netzwerken und virtuellen Teams gewinnt an Bedeutung, neue Formen der Aus- und Weiterbildung fördern Flexibilität und selbstgesteuertes Lernen. Die WBS TRAINING AG geht innovative Wege und hat die internetbasierte Lernplattform WBS LernNetz Live® entwickelt. Dabei werden Weiterbildungsteilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet mit den besten Trainern in virtuellen Klassenräumen zusammengeführt. Um Frauen den Zugang zu Weiterbildungsangeboten zu erleichtern, bietet die WBS eine Reihe von kaufmännischen Maßnahmen in Teilzeit im WBS LernNetz Live® an. Wir sind bestrebt, dieses Angebot stetig zu erweitern. Personen ohne Berufsabschluss haben bei der WBS die Möglichkeit, im Rahmen einer kaufmännischen Umschulung oder in Vorbereitungskursen zur Externenprüfung einen Berufsabschluss nachzuholen und so ihr Qualifikationsniveau und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern.

Ihr persönlicher Tipp für Menschen, die sich für eine Weiterbildung im kaufmännischen Bereich interessieren?

Nutzen Sie das Angebot der persönlichen Beratung – berufliche Weiterentwicklung ist und bleibt individuell. Dennoch ein Tipp: Stärken ausbauen!