JobReport Berufe in den Medien

Trends und Entwicklungen auf dem deutschen Stellenmarkt für Berufe in den Medien

WBS JobReport - Die Entscheidungshilfe bei der Qualifizierungswahl

Die WBS TRAINING AG analysiert regelmäßig den Stellenmarkt und veröffentlicht die Ergebnisse in Form von JobReports. Diese geben Interessenten für Weiterbildungen sowie Personal- und Arbeitsberatern umfangreiche Informationen für die Berufswahl. Die JobReports diesen als Entscheidungshilfe bei der Karriereplanung sowie bei der Wahl geeigneter Qualifizierungen und Zertifizierungen.

Mit dem JobReport Berufe in den Medien informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen und Trends auf dem Jobmarkt sowie über entsprechende Weiterbildungsangebote im Bereich Medien, Redaktion und Kommunikation

Mehr als „irgendwas mit Medien“ – Berufe mit anspruchsvollen Aufgaben und Karrieremöglichkeiten

„Was möchtest Du gern beruflich machen?“ „Irgendwas mit Medien! “Was lange Zeit als perspektivlose Zukunftsplanung galt, hat sich zu einem Bündel spannender Berufe mit besten Jobperspektiven gewandelt. „Die Medien“ sind nicht nur in unserem Alltags- und Berufsleben zu einem wichtigen Wirtschafts- und Unterhaltungsfaktor geworden, mit der Digitalisierung und dem Internet ist die Kommunikation durch Medien geradezu explodiert.

Neben Fernsehen, Radio und Tageszeitungen bestimmen Online-Portale, Internetseiten, Social Media und Apps das Alltags-, Wirtschafts- und Berufsleben immer zunehmender. Mit dieser Digitalisierung der Kommunikation sind viele neue Berufsbilder entstanden, die vielversprechende Karrieremöglichkeiten bieten: Denn für alle Medien werden Inhalte (Content), Gestaltung (Design) und Technik (Programmierung) benötigt. Und das „Universum der Medien“ wächst täglich weiter.

Für diesen JobReport konnten wir nicht den gesamten Kosmos der Medienberufe untersuchen. Wir haben uns auf die Berufe konzentriert, für die bei der WBS Training AG auch entsprechende Weiterbildungsangebote bestehen. Das sind folgende Berufe:

  • Online-Marketing mit und ohne Erfahrungen im Bereich E-Commerce
  • Public Relations (PR) und Redaktion mit den Bereichen:
    - Social Media Marketing
    - Online-Redaktion
  • Technische Redaktion
  • Medienproduktion und -gestaltung (Print und Online)
    - Mediengestalter (mit Kenntnissen der Anwendungen Photoshop, InDesign- Illustrator, und Dreamweaver)
  • Screen- und Interfacedesign
  • Webdesign (und Webprogrammierung)
  • App-Entwicklung

Die von uns untersuchten Berufe werden in nahezu allen Branchen nachgefragt. In der Industrie, dem Dienstleistungssektor, der Wissenschaft und Forschung oder aber bei den zahlreichen Medien und ihren Dienstleistern selbst. Die Einsatzgebiete sind so vielfältig wie die Aufgaben. Alle „Medienberufe“ haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie brauchen Menschen mit Kreativität, Aufgeschlossenheit, Neugier und dem richtigen Know-how. Viele Berufe verändern sich und neue Karrieremöglichkeiten entstehen. Mit einer entsprechenden Aus- und Weiterbildung hat man darum beste Chancen auf einen zukunftsorientierten Beruf, in dem es bestimmt nie langweilig wird.

Inhaltsverzeichnis

Erhebungsmethode und Datengrundlage
Entwicklung Stellenmarkt 2015
Interview "Plattform übergreifend denken und handeln"
Online-Marketing
Public Relations (PR) und Redaktion
Medienproduktion und -gestaltung (Digital + Print)
Regionale Betrachtung
Interview "Im Text mehr erleben lassen und weniger beschreiben"

Erhebungsmethode und Datengrundlage

Auswertung des Stellenmarktes für Berufe in den Medien

Die für diesen JobReport untersuchten Stellenanzeigen aus den Bereichen der „Medienberufe“ wurden auf Basis der Daten des Marktführers in der Stellenmarktanalyse, „anzeigendaten.de“, gewonnen und ausgewertet. Diese Daten beinhalten neben den Angaben zum Anbieter auch den gesamten Text aller Jobanzeigen. Wir haben für diesen JobReport Anzeigen aus insgesamt 198 Stellenmärkten in Online-Jobbörsen, Fachzeitschriften und Tageszeitungen aus den Monaten Januar 2014 und 2015 herangezogen. Darunter sind auch bekannte Online-Jobbörsen wie Monster, Stepstone, Jobware, aber auch der Stellenmarkt der Bundesagentur für Arbeit (SIS). Außerdem wurden Stellenanzeigen aus über 160 lokalen, regionalen und überregionalen Zeitungen sowie Fach- und Branchenzeitschriften einbezogen. Ausgewertet wurden Stellenanzeigen von öffentlichen Arbeitgebern, Dienstleistern, Unternehmen sowie Personaldienstleistern. Zum besseren Vergleich haben wir nur solche Stellenmärkte berücksichtigt, die in beiden Monaten Stellen ausgeschrieben hatten. So lässt sich die Entwicklung des Stellenmarktes besser beurteilen, da mögliche Verzerrungen durch neue oder eingestellte Medien in dem einen oder anderen Erhebungszeitraum vermieden werden. Um die Aussagekraft der Daten zu erhöhen, wurden die Stellenangebote gruppiert und den ausschreibenden Unternehmen, Institutionen und Dienstleistern zugeordnet. Auf diese Weise wird ein Stellenangebot, das von einem Unternehmen in verschiedenen Stellenmärkten mehrfach geschaltet wurde, tatsächlich nur einmal gezählt. Dieses Vorgehen gibt ein realistisches Bild der ausgeschriebenen Stellen. Um die Nachfrage nach den einzelnen Berufen auch regional darstellen zu können, haben wir die Jobangebote auf Basis der Bundesländer zu vier Regionen– Nord, Ost, Süd, West – zusammengefasst. Für diese Auswertung wurde der Ort, an dem das Unternehmen seinen Sitz hat, berücksichtigt und nicht der mögliche Einsatzort. Die vier von uns gebildeten Regionen setzen sich folgendermaßen zusammen:

Region Nord: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Region Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Region Süd: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Region West: Nordrhein-Westfalen

Die Zusammenfassung ermöglicht ein recht genaues Bild der regionalen Verteilung innerhalb der Bundesrepublik. Wie auch schon bei vorherigen Untersuchungen zeigt sich, dass ein sehr großer Anteil der ausgeschriebenen Jobs in der Region Süd gefunden wird. Das liegt nicht nur an der von WBS vorgenommenen regionalen Strukturierung der Länder, sondern vor allem an der stärkeren Wirtschaftskraft und Nachfrage in den südlichen Bundesländern. Doch auch in den anderen Regionen bestehen ausreichend Chancen, einen entsprechenden Job zu finden. Für die Abfragen der einzelnen Berufsgruppen und Berufe wurden Volltextrecherchen der Anzeigentexte entwickelt und eingesetzt, um die teils unterschiedlichen Berufsbezeichnungen erfassen und interpretieren zu können. Auf diese Weise können wir für die jeweiligen Berufe genaue Angaben machen. Die hier untersuchten Berufsbilder im Bereich der Medienberufe wurden im Wesentlichen in den entsprechenden Berufsgruppen abgefragt. So war es möglich, die zum Teil komplizierten und mit vielen Fachausdrücken und -beschreibungen versehenen Stellenangebote zu finden und auszuwerten. Der für diesen JobReport entwickelte methodische Ansatz und die damit gewonnenen Daten zeigen ein sehr deutliches Bild des Jobmarktes für Medienberufe. Der WBS JobReport bietet dadurch eine gute Entscheidungsgrundlage für all diejenigen, die sich für Berufe oder eine Weiterbildung im Umfeld der alten und neuen, digitalen und analogen Medien interessieren.

Entwicklung Stellenmarkt 2015

Leichter Rückgang der Stellenangebote in 2015

Im Januar 2015 wurden in den von uns ausgewerteten Print- und Online-Stellenmärkten rund 307.000 Stellenangeboten. Der Gesamtstellenmarkt hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar um rund 1,7 Prozent verringert, bewegt sich aber weiterhin in Bezug auf die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen auf einem sehr hohen Niveau. Eine Erklärung für den leichten Stellenrückgang könnte die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 sein.

In Zahlen ausgedrückt sind es im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch nur etwa 5.400 weniger Stellenangebote in dem Zeitraum Januar. Ob diese Entwicklung auch auf die von uns untersuchten Medienberufe zutrifft und welche Rolle bestimmte zusätzliche Qualifikationen bei der Jobsuche spielen, wollen wir im weiteren Verlauf näher betrachten. Jene Berufsgruppen, die für den Bereich Medien relevant sind, haben wir in der Grafik zur Gesamtverteilung der Stellenangebote gesondert hervorgehoben.

Berufe in den Medien verzeichnen mehr Jobangebote

Die Berufszweige Marketing, PR, Werbung sowie Design und Multimedia wurden für diese Analyse in einer Berufsgruppe zusammengefasst und ausgewertet.

Zwischen Januar 2014 und 2015 hat die Zahl der Stellenangebote in dieser Gruppe um rund drei Prozent zugelegt. Hier waren Anfang 2015 fast 8.800 Stellen ausgeschrieben. In Bezug zum allgemeinen Trend des Gesamtstellenmarktes hat sich das Jobangebot in diesem Bereich somit etwas besser entwickelt und zeigt insgesamt einen positiven Trend auf. Einige Medienberufe – wie zum Beispiel Webdesigner – werden in Unternehmen dem Bereich IT zugeordnet. Aus diesem Grund beleuchten wir auch diese Berufsgruppe etwas näher. Im Januar 2015 wurden hier circa 32.000 Stellen ausgeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt dies eine leichte Steigerung von 1,4 Prozent. Auch in diesem Bereich bewegt sich die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen somit positiv entgegen dem leichten Abwärtstrend des Gesamtstellenmarktes.

In den beiden genannten Berufsgruppen wird ein breites Spektrum an Berufsbildern abgedeckt. In der folgenden Analyse untersuchen wir ausgewählte Berufe im Online-Marketing, im Bereich Social Media und PR, redaktionelle Berufe, Mediengestalter sowie Berufe rund um das Thema Webdesign.

Stabiler Stellenmarkt rund um Marketingund Medien

Die Entwicklung des Stellenmarktes zeigt auch im Jahresverlauf ein kontinuierlich hohes Niveau mit 300.000 Angeboten im Monat Januar, saisonübliche Einschnitte im Juni und Dezember eingeschlossen.

Im Vergleich zum gesamten Stellenmarkt hat das Jobangebot für Medien und IT-Berufe in den letzten zwölf Monaten leicht zugenommen. In dieser Ausgabe des WBS JobReports betrachten wir die Stellenmarktentwicklung für diese zwei großen Themenbereiche etwas genauer:

  • Marketing, PR, Werbung, Design und Multimedia

  • Informations- und Telekommunikationstechnologie
    (im speziellen Berufe mit Medienschwerpunkt, wie z.B. Webdesign)

Die meisten Jobangebote gab es über das Jahr gesehen im Bereich IT. In diesem JobReport wird jedoch nur ein Teil der in dieser Berufsgruppe ausgeschriebenen Stellen analysiert. So werden die Berufsgruppen Webdesigner und Screendesigner oder Angebote im Online-Marketing näher beleuchtet. Bis auf die Monate Februar, März, Juni und Dezember bewegt sich die Anzahl der Stellenangebote im gesamten IT-Bereich bundesweit stabil mitüber 30.000 Anzeigen. Der Anteil der medienrelevanten Stellen lässt sich hier nicht genau beziffern. Wenn wir uns die Berufsgruppe anschauen, die ausschließlich Angebote in den Bereichen Marketing, PR, Werbung, Design und Multimedia umfasst, so kann man sagen, dass diese im Verlauf der letzten12 Monate kaum Schwankungen unterlegen war. Im Januar 2015 gab es 279 mehr Angebote als im Vorjahresmonat. Lediglich im Juni und Dezember 2014 ist die Anzahl der Stellenangebote unter 8.000 gesunken. Das größte Stellenangebot für Bewerber in den Bereichen Marketing, PR und Medien gab es in den Monaten Juli und Januar 2015.

Interview: „Plattform übergreifend denken und handeln“

Interview mit Daniel Velilla, Head of Human Ressources, redcoon GmbH

Herr Velilla, Sie suchen zahlreiche Mitarbeiter in den Bereichen Webdesign und Webredaktion. Wie sehen für diese Personen typische Tätigkeitsfelder bei redcoon aus?

Als einer der größten Onlineversender von Unterhaltungselektronik in Europa können wir unseren Mitarbeitern ein vielfältiges und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum bieten. Bei redcoon arbeiten Webdesigner und Gestalter in der Kreation und der Kampagnenumsetzung. Die Designabteilung ist außerdem für das Shopdesign und die Gestaltung unserer Geschäftsmaterialien zuständig. Die Kollegen im Content Management arbeiten an der Erstellung und Bereitstellung der Produktbeschreibungen in unserem Shop, sie verfassen Texte, bearbeiten Bilder und integrieren Herstellerinformationen auf unserer Webseite.

Wie viele Arbeitnehmer beschäftigt redcoon im Bereich Webkommunikation und können Sie Ihren Bedarf (auch zukünftig) decken?

Insgesamt arbeiten rund 20 Mitarbeiter in den genannten Bereichen. Die besten Talente zu gewinnen, ist immer eine Herausforderung. Bisher sind wir damit sehr erfolgreich, aber wir freuen uns natürlich immerüber Bewerbungen von motivierten und talentierten Einsteigern und Fachkräften.

Spielen die Art der Aus- und Weiterbildung sowie Abschlüsse eine Rolle bei der Bewerberauswahl?

Natürlich suchen wir die Bewerber heraus, deren Profil unsere Anforderungen am besten erfüllt. Auf welchem Bildungsweg die Bewerber ihre Qualifikationen letztendlich erworben haben,spielt dabei eine nachgeordnete Rolle.

Welche speziellen Anforderungen haben Sie an Bewerber, die im Bereich Webkommunikation arbeiten wollen? Sind zusätzliche Qualifikationen (z. B. SEO,Social Media) für diesen Bereich wichtig?

Zusätzliche Qualifikationen, speziell aus dem Online-Marketing, sind für uns natürlich wertvoll. Je mehr Erfahrungen ein Bewerber auf diesem Gebiet mitbringt, desto vielfältiger können wir ihn oder sie auch bei bereichsübergreifenden Themen einsetzen.

Welche fachspezifischen Kompetenzen, wie Programmier- oder Software-Kenntnisse, muss eine Fachkraft, die im Bereich Webkommunikation für redcoon arbeiten möchte, mitbringen?

Ein Webdesigner sollte Programme wie Adobe Photoshop, Illustrator, Indesign und Acrobat Pro sicher beherrschen und außerdem Erfahrung mit HTML, XHTML und CSS haben. Darüber hinaus sind Kenntnisse in JavaScript von Vorteil. Grundsätzlich setzen wir ein Gespür für Design und Usability voraus – die Bewerber sollen aus Kundensicht denken.

Webredakteure sollten die Erstellung von SEO-optimiertem Unique Content beherrschen und außerdem Erfahrung mit Photoshop und grundlegende Kenntnisse in HTML mitbringen. Abhängig von ihrer bisherigen Erfahrung und ihren Zusatzqualifikationen haben die Mitarbeiter bei uns auch die Möglichkeit, sich in weiteren Fachbereichen oder fachbereichsübergreifenden Themen und Projekten einzubringen.

Welche Karrieremöglichkeiten bietet redcoon für eine/n Webdesigner/-in oder Webredakteur/-in?

Unser Unternehmen und unser Webshop entwickeln sich ständig weiter, das macht die Arbeit bei uns so spannend. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich bewähren, können ein größeres Verantwortungsgebiet übernehmen oder auch internationale Projekte mitunseren Landesgesellschaften betreuen.

Gibt es bei redcoon Mitarbeiter, die sich in dem Bereich Webkommunikation (bspw. Webprogrammierung, SEO, Social Media, CMS, Photoshop) haben weiterbilden lassen?Was ist aus Ihrer Sicht wichtig für eine derartige Weiterbildung?

Wir arbeiten hier vor allem mit Coachings, um Spezialwissen in unser Unternehmen zu holen. So bieten wir beispielsweise für das Content Management-Team regelmäßig Schulungen zum Thema SEO an, um alle Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten.

Wird der Bedarf an Fachkräften im Bereich Webkommunikation eher zunehmen oder abnehmen? Welche Karrierewege werden entstehen?

Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an Webredakteuren ungefähr gleich bleiben wird. Zwar steigt die Anzahl der Themen stetig, aber durch neue Prozesse und Software kann die Arbeit heutzutage mit derselben Mitarbeiteranzahl bewerkstelligt werden. Im Bereich Webdesign wird der Bedarf steigen. Die Karrierewege sind hier vielfältig, wichtig sind aber auf jeden Fall eine solide technische Ausbildung sowie kreatives Potenzial.

Was würden Sie einer/einem Weiterbildungsinteressierten für denBereich Webkommunikation mit auf den Weg geben?

Webdesign muss im Zuge der Multi-Device-Entwicklung zunehmend plattformübergreifend funktionieren. Wichtig sind Kenntnisse in HTML5 und CSS3. Grundsätzlich sollten Weiterbildungsinteressierte sich an aktuellen Trends orientieren und an den Themen, die für Unternehmen heute wichtig sind. Dazu zählen SEO-Optimierung, spezielle Anforderungen an Social-Media-Content oder E-Mail Marketing.

Online-Marketing

Mehr Jobs im Online-Marketing

Laut BITKOM besitzen 84 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern eine eigene Webseite. Bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind es 96 Prozent. Die eigene Webseite ist für Unternehmen wie eine Visitenkarte, die auf das eigene Angebot aufmerksam macht.

Mitarbeiter im Online-Marketing haben die Aufgabe, Interessenten und Nutzer (sogenannte User) auf die Webseite des Unternehmens zu locken. Dort ist das Hauptziel, aus Nutzern Kunden zu machen, indem diese das angebotene Produkt bestellen oder die Dienstleistung anfragen. Aber auch die langfristige Kundenbindung ist hier von großer Bedeutung.

Im Fokus des Online-Marketings stehen die Gestaltung und der inhaltliche Aufbau der Unternehmenswebseite. Eine gut strukturierte und übersichtliche Seite hilft dem Besucher, sich gut zurecht zu finden. Man spricht hier auch von der sogenannten Benutzerfreundlichkeit (Web Usability). Die Webseite wird also gemäß den Anforderungen, Wünschen und Erwartungen des Kunden im Umgang mit Webseiten programmiert.

Besucher einer Webseite werden zu Kunden, indem sie zum Beispiel direkt ein Produkt im Online-Shop bestellen. Hier spricht man von Electronic Commerce (kurz E-Commerce; deutsch: elektronischer Handel). E-Commerce ermöglicht das Einkaufen rund um die Uhr und von überall, sei es vom heimischen PC oder von unterwegs mit dem Tablet oder dem Smartphone.

Um diese Aufgaben im Online-Marketing optimal bewältigen zu können, sind Kenntnisse in Spezialgebieten unerlässlich. Themen wie Bannerwerbung, Suchmaschinen-Marketing, E-Mail-Werbung, Mobile Marketing oder auch der Bereich Social Media sollten Fachkräften in diesem Bereich nicht fremd sein. Auf einige dieser Spezialkenntnisse gehen wir im späteren Verlauf des JobReports genauer ein.

Die Bedeutung der unternehmenseigenen Webseite spiegelt sich auch im Jobangebot wider. Entgegen dem Gesamttrend gab es im Januar 2015 mit insgesamt 668 Angeboten über 20 Prozent mehr Stellenangebote im Bereich Online-Marketing als im Vorjahresmonat. Der Anteil der Angebote, in denen Kenntnisse im Bereich E-Commerce gezielt gefordert wurden, ist sogar umfast 30 Prozent auf 155 Stellenangebote im Januar 2015 gestiegen.

Public Relations (PR) und Redaktion

Social Media Marketing – Fingerspitzengefühl für Kommunikation

Social Media, auch als soziale Medien bezeichnet, umfassen digitale Medien, die es Nutzern ermöglichen, sich auszutauschen und allein oder in der Gruppe mediale Inhalte zu erstellen. Die bekanntesten sozialen Medien sind zum Beispiel Facebook, Twitter und Youtube. Unternehmen haben das wirtschaftliche Potenzial dieser Medien bereits vor geraumer Zeit erkannt und setzen verstärkt auf eine gute Präsenz in diesen Kanälen.

Social Media Marketing ist eine Form des Online-Marketings, das zum Ziel hat, Aufmerksamkeit für die Marke oder das Produkt zu generieren. Daneben werden die sozialen Medien oft auch mit unterhaltenden Inhalten bespielt, so dass Nutzer im besten Fall dazu angeregt werden, Unternehmensinhalte in ihrem persönlichen Netzwerk zu teilen. Einige Unternehmen setzen Social-Media-Kanäle für den Kundenservice ein und ergänzen somit den klassischen Telefon- und E-Mail-Support. Vorteil hierbei ist, dass die Kunden sich aus der gewohnten Umgebung (z.B. Facebook) heraus an den Support wenden können. Externe Medien wie Hotline oder E-Mail werden dadurch ergänzt.

Social Media Marketing bietet gleichermaßen Chancen und Risiken. Einerseits kann ein breites Publikum schnell und kostengünstig angesprochen werden. Andererseits besteht die Gefahr, dass die Kommunikation außer Kontrollegerät. Negative Meinungen können im Internet schnell entstehen, sich ebenso rasant verbreiten und dann dem Image der Marke oder dem Unternehmen schaden. Geschultes Personal kann darin jedoch auch die Chance erkennen, diese Kritik aufzugreifen und vom Gegenteil zu überzeugen. Die Auswertung im JobReport zeigt, dass immer mehr Unternehmen fachlich kompetentes Personal für diesen Bereich suchen. Im Januar 2015 wurden über 250 Stellenangebote im Bereich Social Media erfasst. Das sind etwa 20 Prozent mehr Angebote als im Vorjahresmonat.

CMS-Systeme – das Handwerk für erfolgreiche Online-Redakteure

Online-Redakteure haben die Aufgabe, Texte für Internetseiten aufzubereiten, Themen zu recherchieren und die entstandenen Texte zu veröffentlichen. Grundlegende journalistische Kenntnisse und eine Affinität zum Online-Marketing kennzeichnen das Profil der Online-Redakteure. Wer Texte für das Internet verfasst, muss teilweise andere Fähigkeiten mitbringen als Kollegen, die für klassische Printmedien schreiben. Das Leseverhalten im Netz unterscheidet sich vom Leseverhalten in klassischen Medien. So sollten Texte im Internet zum Beispiel kürzer und leichter verständlich sein.

Mitarbeiter mit entsprechenden Kompetenzen werden unter anderem von Zeitungen und Zeitschriften, die Onlineportale betreiben, von Werbeagenturen und auch von PR-Agenturen gesucht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte eine geringe Steigerung der Anzahl der Stellenangebote in diesem Bereich festgestellt werden. Im Januar 2015 wurden insgesamt 197 Stellen ausgeschrieben. Die Analyse zeigt, dass Bewerber mit CMS-Kenntnissen zusätzlich punkten können – mehr als ein Drittel der Stellenanzeigen für Online-Redakteure fordern diese. CMS (Content Management System) ist eine Software zur Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten einer Webseite. Typo3 und auch WordPress zählen zu den bekanntesten Open-Source-CMS-Systemen.

Technische Redakteure – Vermittler zwischen Hersteller und Konsument

Technische Redakteure erklären Funktionen komplexer Geräte in einer verständlichen und zielgruppengerechten Form und bereiten komplexe technische Inhalte für den Leser anschaulich auf. Der Technische Redakteur vermittelt also zwischen Hersteller und Konsument. Bedienungsanleitungen sind ein klassisches Beispiel für seine Arbeit. Technische Aspekte muss er aus verschiedenen Perspektiven betrachten können, um sie in eine für den Endverbraucher verständliche Sprache zu übersetzen – zum einen aus der Sicht des Entwicklers und zum anderen aus der Sicht des Anwenders. Unterschiedlichste Branchen haben Bedarf an Mitarbeitern im Bereich Technische Redaktion, Ingenieurbüros, Unternehmen der IT-Branche und Verlage sind nur einige Beispiele.

237 Stellen wurden zu diesem speziellen Berufsbild im Januar 2015 ausgeschrieben. Im Januar 2014 waren es mit 389 Stellenangeboten noch deutlich mehr. Ob es sich bei dem Rückgang um ein dauerhaftes Phänomen handelt, bleibt abzuwarten.

Medienproduktion und -gestaltung (Digital + Print)

Mediengestalter und Medienfachwirte erledigen häufig die gleiche Arbeit

Mediengestalter ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Auch im Rahmen einer Umschulung ist es möglich, einen solchen Abschluss zu erwerben. Es kann zwischen zwei Ausbildungsbereichen gewählt werden – Bild und Ton oder Digital und Print. Mediengestalter für Bild und Ton werden zum Beispiel in Film- und Tonstudios oder auch in Rundfunkanstalten gesucht. Dort können Sie unter anderem als Produktions-, Ton- oder Regieassistenten eingesetzt werden. In manchen Tätigkeitsfeldern entspricht die Arbeit des Mediengestalters auch dem Berufsbild des Tontechnikers. Jedoch spielt die elektronische Datenverarbeitung (EDV) in dem Berufsbild des Mediengestalters eine wesentlich größere Rolle.

Der Mediengestalter für Digital- und Printmedien stellt Druckerzeugnisse und andere Medienprodukte her. Dazu gehören zum Beispiel Zeitschriften, Broschüren, Werbematerialien, Plakate– oder im Online-Bereich – Webseiten. Mediengestalter mit dem Schwerpunkt Digital und Print arbeiten in Werbeagenturen, direkt in Marketingabteilungen von Unternehmen oder auch in Verlagen und Druckereien.

Schauen wir uns die Nachfrage nach Mediengestaltern an, ohne nach Schwerpunkten zu unterscheiden, verzeichnen wir im Januar 2015 etwas mehr als 500 Stellenanzeigen. In dieser Auswertung sind auch Stellenanzeigen enthalten, die artverwandte Berufsabschlüsse verlangen, wie zum Beispiel den Medienfachwirt. Unternehmen suchen in diesem Fall Mitarbeiter, die entweder Mediengestalter sind, Medienfachwirt oder eine andere, vergleichbare Ausbildung mitbringen. Der geprüfte Medienfachwirt ist im Gegensatz zum Mediengestalter ein Fortbildungsabschluss, der in der Regel auf eine abgeschlossene Berufsausbildung aufbaut. Das Einsatzgebiet ähnelt stark dem des Mediengestalters, wobei dem Medienfachwirt seine kaufmännischen Kenntnisse zusätzlich von Nutzen sind. Medienfachwirte arbeiten in Unternehmen häufig auch als Mediengestalter.

Obwohl die Fähigkeiten des Mediengestalters/Medienfachwirts umfangreichen Einsatz finden, haben wir im Vergleich zum Vorjahresmonat etwa 18 Prozent weniger Ausschreibungen erfassen können. Ein möglicher Einfluss auf die Entwicklung des Stellenmarktes kann die Einführung des Mindestlohngesetzes zum 1. Januar 2015 sein. Gerade im Bereich der Mediengestaltung werden häufig Volontäre eingesetzt. Diese Art der Anstellung eignet sich in dieser Branche sehr gut für den Berufseinstieg. Unter bestimmten Voraussetzungen steht Volontären absofort der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde zu.

Inwieweit sich bestimmte Spezialkenntnisse, zum Beispiel im Grafikprogramm Photoshop, auf die Chancen am Arbeitsmarkt auswirken und die Jobaussichten eventuell erhöhen, wird im Folgenden untersucht.

Spezielle Softwarekenntnisse – ein Muss für Mediengestalter

Mediengestalter sollten mit unterschiedlichen Softwareprodukten umgehen können. Im Folgenden beschreibt der JobReport, welche Softwarekenntnisse in Stellenanzeigen für Mediengestalter explizit gefordert werden.

Dabei beschränken wir uns auf vier wesentliche Programme: Adobe Photoshop, Adobe InDesign, Adobe Illustrator und Adobe Dreamweaver.

Adobe Photoshop ist eines der funktionsreichsten und meist verwendeten Bildbearbeitungsprogramme. Fotografen, Webdesigner, Werbeagenturen und natürlich auch Mediengestalter nutzen diese Software vorrangig. Diese Tatsache spiegelt sich auch in den Stellenanzeigen für Mediengestalter wider. Fast 50 Prozent der Stellenausschreibungen fordern Kenntnisse in Adobe Photoshop. Ähnlich verhält es sich bei Adobe Indesign. Das professionelle Layout- und Satzprogramm ermöglicht die Gestaltung von Broschüren, Zeitschriften, Katalogen, Plakaten und anderen Drucksachen. In 36 Prozent aller Stellenanzeigen für Mediengestalter wird diese Software genannt. Knapp gefolgt, mit circa 32 Prozent, ist der Wunsch nach Kenntnissen in der Software Adobe Illustrator. Mit diesem Programm werden vektorbasierte Grafiken und Zeichnungen erstellt, die man, ohne dass die Qualität leidet, beliebig in der Größe verändern kann.

Adobe Dreamweaver ist ein HTML-Editor und ermöglicht es, Webseiten grafisch zu erstellen und zu bearbeiten. In etwa 14 Prozent aller Stellenanzeigen wird die Fähigkeit im Umgang mit Dreamweaver verlangt. Im Gegensatz zu den anderen drei Softwareprodukten gibt es für das Webdesign eine deutlich größere Anzahl an alternativen Softwareprodukten. In dieser Auswertung haben wir uns auf Adobe Dreamweaver beschränkt.

Große Nachfrage im Screendesign – benutzerfreundliche Grafik für den Bildschirm

In der Grafik unterscheidet man zwischen Screendesign und Printdesign. Screendesign ist für die Gestaltung von Bildschirmmedien wie Fernsehen und Internet nötig. Screendesigner beschäftigen sich nicht nur mit der reinen Gestaltung, sondern auch mit technischen Aspekten. Im Gegensatz zum Printdesign wissen Screendesigner nicht, auf welchen Medien ihre gestalteten Inhalte ausgegeben werden. Zum Beispiel haben Nutzer, bedingt durch verschiedene Endgeräte, unterschiedlich große Displays. Kenntnisse in Photoshop und HTML sind für Screendesigner eine Grundvoraussetzung. Ebenso wie für Interfacedesigner. Jene beschäftigen sich zusätzlich zur Grafik mit der Bedienung und Navigationsstruktur der Benutzerschnittstelle, zum Beispiel einer Webseite. Aber auch Screendesigner achten bereits auf eine verständliche und schnell zu erfassende Benutzerführung. Diese beiden Bereiche sind oft nicht klar voneinander zu trennen. Aus diesem Grund wurden im JobReport beide Bezeichnungen zusammen ausgewertet. Im Januar 2015 konnten wir fast 1.000 Stellenangebote für diese Berufe erfassen. Das entspricht einer Steigerung von etwa 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Der Unterschied zwischen Screen- und Webdesign ist fließend. Webdesigner kümmern sich nicht nur um das Design, sondern auch um die Usability und die benötigten Schnittstellen – genau wie ein Screendesigner. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass der Screendesigner sich auch um Bereiche kümmert, die nichts mit dem Internet zu tun haben, z. B. Screendesign für Smartphones oder für Betriebssysteme. Aus diesem Grund suchen Unternehmen entweder gezielt nach Screendesignern oder Webdesignern. Die Webdesigner beleuchten wir im folgenden Kapitel.

Webdesigner – kreativer Beruf mit Zukunft

Um die Entwicklung von Internet-Anwendungen kümmern sich sogenannte Webdesigner. Titel wie Webdeveloper, Webprogrammierer, Webentwickler oder Web Engineer sind in vielen Stellenanzeigen ebenfalls üblich. Die Hauptaufgabe dieser Fachkräfte ist die Erstellung und Pflege von Webseiten. Der Webdesigner ist vorrangig für die Gestaltung, den Aufbau und die Nutzerführung verantwortlich. Dabei berücksichtigt er das Corporate Design des Auftraggebers. Die Nachfrage nach entsprechenden Spezialisten ist weiterhin sehr hoch. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es im Auswertungszeitraum Januar 2015 nur eine geringe Veränderung in der Nachfrage, mit 1.227 Angeboten gab es 27 Stellenausschreibungen mehr. Da es bei der Webentwicklung um die komplette Gestaltung von Webseiten geht, vom Design über die Ablaufsteuerung bis zur Programmierung des Webauftrittes mit Animationen und dem Aufsetzen auf einen Server, sind Design-Kenntnisse meist ein essenzieller Bestandteil der Suchprofile von Unternehmen und Software-Agenturen.

Der Beruf Webdesigner wird daher auch oft anstatt Webprogrammierer genannt, beispielsweise in der JOBBÖRSE der Arbeitsagentur. Über 50 Prozent der ausgewerteten Stellenangebote für Webentwickler fragen in den Anzeigentexten explizit Designqualifikationen ab. Kenntnisse in Grafik- und Flashdesign – von der Bildbearbeitung bis zur Animation – sind Bestandteil der spezifischen Anforderungsprofile im Bereich Programmierung.

Nachfrage nach App-Entwicklern steigt

Mit dem Siegeszug der Smartphones und Tablets hat die Bedeutung von Applikationen, kurz Apps, deutlich zugenommen. Apps unterstützen den User in nahezu allen Lebenslagen: Sie erinnern uns an wichtige Termine, bringen uns sicher ans Ziel, informieren uns über das Geschehen auf der ganzen Welt und verkürzen uns die Wartezeit mit unterhaltsamen Spielen. Aber auch Business-Anwendungen sind zunehmend gefragt. Die kleinen Programme für mobile Endgeräte werden von sogenannten Applikationsentwicklern oder auch App-Developern konzipiert und realisiert. Fast 400 Mal wurde diese spezifische Qualifikation im Januar 2015 in Stellenanzeigen ausgeschrieben. Das entspricht einer deutlichen Nachfragesteigerung von fast 26 Prozent. Meist sind es Webdeveloper und Webdesigner, die sich auf die Entwicklung dieser mobilen Lösungen spezialisiert haben. Aber auch mit modernen Grafikprogrammen lassen sich mittlerweile Apps für besondere Anwendungen entwickeln.

Regionale Betrachtung

Screen- und Interfacedesigner sind in allen Regionen ganz weit vorn

Die folgenden Grafiken zeigen, wie die Nachfrage nach den unterschiedlichen Spezialisierungen im Bereich Medien regional verteilt ist. Zur besseren Orientierung haben wir die Bundesländer zu einzelnen Regionen zusammengefasst:

Region Nord: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

Region Ost: Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Region Süd: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Region West: Nordrhein-Westfalen

Betrachtet man die prozentuale Verteilung innerhalb der Regionen, zeigt sich in drei der vier Regionen eine sehr starke Nachfrage nach Screen- und Interfacedesignern. Im Osten beträgt der Anteil an Stellen in diesem Fachbereich 33 Prozent, gefolgt vom Süden mit 30 Prozent und dem Norden mit 27 Prozent.

Im Gegensatz zu den restlichen Regionen finden wir im Westen die stärkste Nachfrage im Bereich Webdesign und Webprogrammierung. Dieser Bereich wird im Norden, Osten und Süden mit 22 bis 24 Prozent am zweitstärksten nachgefragt. Abgesehen von der Region Ost liegen die Mediengestalter in den Regionen auf Rang drei mit anteilig etwa 15 Prozent. Im Osten stehen Stellenangebote für den Bereich Online-Marketing an dritter Stelle und verdrängen somit die Mediengestalter auf die vierte Position. Ansonsten ist die Verteilung über alle Regionen hinweg recht ähnlich.

Interview: „Im Text mehr erleben lassen und weniger beschreiben“

Interview mit Jörg Liedtke, freier Werbetexter

Herr Liedtke, Sie haben bereits 20 Jahre Berufserfahrung im BereichText und Konzeption. Bitte schildern Sie uns kurz Ihren Werdegang.

Zu Beginn war ich in einer Agentur als Texter und Konzeptioner tätig; unter anderem für Marken wie Porsche, Sheba und DB Autozug. Mit dem Eintritt ins Familienleben wollte ich dann meine Arbeitssituation verändern – das Agenturleben ist wirklich interessant, aber eben auch unstet. Also wechselte ich auf die Kundenseite und ging zum Hamburger Abendblatt. Hier arbeitete ich als Werbetexter. Auch diese Station meines Arbeitslebens gefiel mir sehr. Nur wusste ich bereits im Januar, was ich im November schreiben werde. Ich wollte mehr Spannung in meinem Job und wechselte schließlich in die Welt der Kreuzfahrten, zu Hapag Lloyd. Hier war ich nun für das Texten der Gebrauchstexte, Katalogtexte und Mailings zuständig. Als ich dann meinen Lebensmittelpunkt nach Scharbeutz an der Ostsee verlegt hatte, wechselte ich auch meinen Arbeitgeber und ging zu Deilmann Kreuzfahrten. 2011 habe ich mich dann selbstständig gemacht und arbeite seit dem als freier Werbetexter.

Sie sind bereits seit mehreren Jahren selbstständiger Texter. Wie sind sie damals dazu gekommen, sich selbstständig zumachen?

Die Vielfalt hat mich interessiert. Während ich in meinen Arbeitsjahren zuvor ausschließlich über ein Thema schrieb, kann ich nun als freier Texter über zahlreiche Themen schreiben: heute über Autos, morgen über Kreuzfahrten und übermorgen über Bedachungen. Das finde ich spannend und möchte es nicht mehr missen. Natürlich muss ich mir nun die Kunden selbst suchen. Das erfordert Einsatz, aber den investiere ich gerne.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in dem Berufsfeld Texter geändert? Welche besonderen Fähigkeiten sollte ein Texter heutzutage mitbringen?

Vor allem das World Wide Web hat das Berufsfeld Texter beeinflusst. Während ich früher noch in die Bücherei gehen musste, um Informationen zu erhalten, sind diese nun meist nur einen Klick entfernt. Es gab eine Zeit, in der Texte sehr auf Keywords optimiert verfasst wurden, so dass Maschinen sie lesen können. Aber nach meinem Empfinden, sind diese Texte momentan nicht mehr so gefragt. Im Großen und Ganzen behaupte ich, dass sich das eigentliche Handwerk des Textens nicht sehr verändert hat. Der Beruf Texter ist kein geschützter Beruf mit einer klassischen Ausbildung. Ich würde sagen, dass der Texter ein Neigungsberuf ist. Es bedarf eines gewissen Sprachgefühls. Hinzu kommt dann natürlich, dass man das sprachliche Handwerk beherrschen muss – Rechtschreibung, Semantik, Grammatik. Dieses kann man natürlich lernen.

Sie waren einer der ersten Teilnehmer im WBS LernNetz Live® am Standort Lübeck und haben dort eine Weiterbildungzum Online-Redakteur absolviert. Wie wurden Sie damals auf die WBS und ihr Angebot aufmerksam?

Ich wollte mich gerne im Online-Journalismus weiterbilden, da ich in diesem Bereich meine Kenntnisse vertiefen und mich selbstständig machen wollte. Also habe ich mich nach den Möglichkeiten vor Ort umgeschaut. Ich war erst pessimistisch, einen passenden Kurs in der Umgebung zu finden. Denn selbst wenn ein passender Kurs hier in der Umgebung von Scharbeutz angeboten wird, müssen auch genügend Teilnehmer gefunden werden, damit dieser dann auch startet. Und so wurde ich dann auf das WBS Lern-Netz Live® aufmerksam.

Wieso hatten Sie sich dazu entschieden, sich im WBS LernNetz Live® weiterzubilden?

Da der Kurs online in ganz Deutschland angeboten wird, konnte ich mir sicher sein, dass dieser auch wirklich stattfinden wird. So blieben mir also eine Reise und ein teurer Aufenthalt in einer anderen Stadt erspart. Ich konnte nun einfach am WBS-Standort Lübeck an der Weiterbildung zum Online-Redakteur teilnehmen.

Es liegt sicherlich nicht jedem, sich an zwei Bildschirmen weiterzubilden und die anderen Kursteilnehmer nicht zu sehen. Aber das ist eine Gewohnheitssache. Im Laufe des Kurses ergab sich so etwas wie eine Klassengemeinschaft. Man hat ja auch die Möglichkeit, miteinander zu chatten und lernt sich dann auch kennen.

Würden Sie sich auch heute noch einmal im WBS LernNetz Live® weiterbilden? Wo sehen Sie Vorteile gegenüber dem Lernen im klassischen Präsenzunterricht?

Der größte Vorteil ist einfach die örtliche Unabhängigkeit. Ich muss nicht dort sein, wo der Lehrer sich befindet. Da ich relativ ländlich wohne und in meiner Region kein großes Angebot an Weiterbildungen besteht, war ich sehr dankbar für das WBS Lern-Netz Live®. Ich sehe wirklich keinen Nachteil gegenüber dem klassischen Präsenzunterricht. Die Dozenten waren wirklich nett und qualifiziert, zum Teil sogar hoch qualifiziert.

Das LernNetz Live® bietet in gewisser Weise auch eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben, in dem man zahlreiche Telefoninterviews führen muss. Ich kann eine Weiterbildung in dem WBS Lern-Netz Live® nur empfehlen. Leider fehlt mir die Zeit als Freiberufler, an einem weiteren Kurs teilzunehmen.

Was können Sie mit Ihrer jahrelangen Erfahrung als Texter angehenden Redakteuren mit auf den Weg geben?

Man sollte in seinen Texten den Leser mehr erleben lassen und weniger Sachverhalte beschreiben. Vorallem sollte ein guter Texter keine Worthülsen und leere Floskeln verwenden. Er sollte möglichst tief in die Materie gehen und nicht nur oberflächlich beschreiben. Also keine Floskel wie „faszinierender Sonnenuntergang“ verwenden. Das ist aussagelos. Viel mehr interessiert doch, ob die Sonne hinter Felsen untergeht, ob Möwen am Strand sind oder ob man das Meer während des Sonnenuntergangs rauschen hört. Viele Dinge lernt ein Texter jedoch erst in der Praxis. Gewisse Vorgehensweisen kann man sich zuvor aneignen, doch am Ende zählt, ob der Text dem Leser gefällt. Jeder Kunde hat andere Wünsche und möchte diese dann in den Texten umgesetzt wissen. Das bedeutet, dass man sich als Texter immer wieder neu auf die Vorgaben des Kunden einstellen muss. Man muss sich den Jargon der Branche aneignen, um glaubwürdig zu sein.

Wie hat sich das Texten verändert im Zuge des Internets, von Social Media und Content Marketing?

Ein Werbetexter hat keinen klassischen eigenen Stil wie ein Schriftsteller. Das Texten hängt meist von der Corporate Language des Kunden beziehungsweise der Marke ab. Hier gibt es eine Zielgruppe, die bestätigt werden will. Jedes Medium hat also seinen eigenen Stil, der vom Texter adaptiert werden muss, um die Position des Unternehmens einzunehmen. Das ist ganz elementar für den Beruf.

Durch das Internet und die Social-Media-Kanäle sind die Texte auf jeden Fall kürzer geworden. Auch das große Thema SEO, also für Suchmaschinen optimiert zu schreiben, verändert das Texten. Nichts destotrotz ist die Strategie des „Story Telling“ natürlich geblieben. Diese wird mit Vorliebe im Content Marketing eingesetzt. Ich mag diese Form des Textens sehr gerne. Denn wir leben in generischen Märkten, in denen sich die Produkte fast gar nicht mehr unterscheiden. Die Produktdifferenzierung erfolgt letztendlich über die Aura. Und diese beeinflusse ich natürlich ganz maßgeblich durch Sprache, durch Bildwelten und durch Tonalitäten.