Karriereleitfaden SAP Berater

Trends und Entwicklungen für SAP®-Fachkräfte auf dem deutschen Stellenmarkt

SAP®-Systeme haben weltweit Unternehmen und deren Prozesse verändert und optimiert. Gut ausgebildete SAP®-Fachkräfte haben glänzende Chancen auf dem Arbeitsmarkt und werden händeringend gesucht. Von 2013 auf 2014 ist die Nachfrage laut umfassender Stellenmarktanalyse nochmals um rund 40 Prozent gestiegen.


Bereits seit 1999 ist die WBS TRAINING AG renommierter Bildungspartner der SAP® Education. Bei uns finden Sie das gesamte Bildungspartner-Produktangebot für SAP®-Berater und SAP®-Anwender und zusammen damit fundierte SAP®-Erfahrung in aller Breite und Tiefe.

Willkommen in der SAP ® -Welt

Die SAP SE ist Hersteller einer weltweit eingesetzten betriebswirtschaftlichen Standard-Software und hat ihren Sitz in Walldorf. SAP®-Berater (SAP®-Consultants) analysieren die konkreten Bedürfnisse eines Unternehmens und passen die Software entsprechend an. Gegebenenfalls erfolgt durch den SAP®-Berater auch die Schulung der Mitarbeiter.

Was steht hinter der Software SAP®?

Mit dem Wachstum von Unternehmen – und der damit verbundenen Zunahme der anfallen-den Daten – waren Lösungen zur integrativen Organisation von Unternehmensdaten nötig. Die Daten, in Form von Statistiken, Verkaufszahlen oder Produktionsdaten, dienen der strategischen Planung von Geschäftsprozessen und sind Grundlage für wichtige unternehmens-strategische Entscheidungen. SAP, Marktführer im Bereich Unternehmenssoftware, bietet mit seinen Softwareprodukten Lösungen an.
Vom Back Office bis zur Vorstandsetage, vom Warenlager bis ins Regal, vom Desktop bis hin zum mobilen Endgerät – SAP versetzt Menschen und Organisationen in die Lage, effizienter zusammenzuarbeiten und Geschäftsinformationen effektiver zu nutzen. Mehr als eine Viertelmillion Kunden weltweit können dank der Anwendungen und Services von SAP rentabel wirtschaften, sich ständig neuen Anforderungen anpassen und nachhaltig wachsen.


 

SAP hat sich mit seinen Produkten fest auf dem Markt etabliert. Zahlreiche Menschen arbeiten heute mit der Software und wenden diese im Beruf an. Unternehmen schätzen, dass die Standardsoftware alle Unternehmensbereiche abdeckt, Prozesse effizient abbildet und sich rasch an neue Anforderungen anpassen lässt. So sind die Firmen für die Zukunft gut gerüstet.
Dennoch stellt die Einführung von SAP® jedes Unternehmen noch immer vor einige Herausforderungen. Da stehen Analysen und Beratungen hinsichtlich der Neugestaltung und Optimierung der fachlichen Prozesse sowie die technische Umsetzung im SAP®-System an. All dies sind Herausforderungen, die mit der Unterstützung von SAP®-Beratern gemeistert werden.

Inhaltsverzeichnis

Wie werde ich SAP®-Berater?
Was heißt es, SAP®-Berater zu sein?
Warum bei der WBS TRAINING AG weiterbilden?
Wie läuft die SAP®-Beraterzertifizierung ab?
Fördermöglichkeiten/Finanzierung
Fachberatung
Qualifizierung zum SAP®-Berater
Interview mit Irmgard Bühren
Interview mit Anja Hemmersbach
Qualifizierung zum SAP®-Anwendungsentwickler
Interview mit Michael Thimm
Interview mit Norbert Hintzen

Wie werde ich SAP ® -Berater?

Da die Berufsbezeichnung SAP®-Berater bzw. SAP®-Consultant nicht geschützt ist, gibt es auch keine Standardausbildung. SAP®-Berater ist also, wer über die entsprechenden Kenntnisse verfügt. Grundlage ist dabei meist ein Studium an der FH oder Hochschule in den Bereichen Wirtschaft oder Informatik. Aber auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, gepaart mit fundierten Berufserfahrungen in der entsprechenden Fachanwendung, kann genügen. Die erforderlichen Spezialkenntnisse der SAP®-Software, einschließlich der am Markt zählenden SAP®-Beraterzertifizierung, lassen sich dann durch SAP®-Kurse bei der WBS erwerben.

Was heißt es, SAP ® -Berater zu sein?

Die Aufgaben eines SAP®-Beraters sind so vielfältig wie seine Kunden. So arbeitet der SAP®-Berater an der Schnittstelle von Technik (EDV), Betriebswirtschaft (Fachwissen) und Personal. Dementsprechend sollte der ideale SAP®-Berater auch in allen drei Bereichen entsprechende Kompetenzen mitbringen:

technische Beraterkompetenz

Die SAP®-Software ist komplex und erfordert fundiertes Wissen in Sachen IT-Technologie. Der Berater muss nicht nur die Software beherrschen, sondern auch Kenntnisse über die notwendige Hardware wie Server und Datenbanken mitbringen.

fachliche Beraterkompetenz

Jedes Unternehmen hat seine ganz individuellen Strukturen und Anforderungen. Als SAP®-Berater sollte man deshalb über ein breites Hintergrundwissen aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Unternehmensprozesse mitbringen, denn die Aufgabe des Beraters ist es, diese zu analysieren und die SAP®-Software maßge-schneidert anzupassen (sog. Customizing).

Soziale Kompetenz

Als SAP®-Berater arbeitet man in der Regel in einem Team und muss sich häufig mit dem Personal anderer Abteilungen abstimmen. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und die Freude am Umgang mit anderen Menschen sind deshalb enorm wichtig.Viele der Junior SAP®-Berater arbeiten als externe Berater (Freelancer) bei Consulting-Unternehmen, wo sie regelmäßig an neuen Projekten und somit in verschiedenen Unternehmen agieren. Das bedeutet für die SAP®-Berater – immer wieder neue Auftraggeber und neue Mitarbeiter. Gute Menschenkenntnis, ein gewisses Einfühlungsvermögen und Reisebereitschaft runden damit sein Profil ab.

Warum bei der WBS TRAINING AG weiterbilden?

Bereits seit 1999 ist die WBS ausgewiesener Bildungspartner der SAP Education – die Voraussetzung, um von der SAP als Schulungsunternehmen im öffentlich-geförderten Bereich zugelassen zu werden. Die Möglichkeiten als SAP®-Bildungspartner sind einzigartig, denn nur offizielle Bildungspartner bieten ihren öffentlich-geförderten Kunden Schulungen zur SAP®-Software in einem Live-Schulungssystem der SAP, original SAP®-Unterlagen und eine sichere Qualitätskontrolle mit original SAP®-Zertifizierungen an. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der SAP Deutschland SE und Co. KG wurde die WBS 2013 mit dem „SAP® Education Partner Award 2012“ der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) für Deutschland ausgezeichnet. Die WBS überzeugte unter anderem mit der Aktivität in der Partnerschaft, der ausgesprochenen Innovationsfreudigkeit, der konstanten Qualität der Angebote sowie einer umfassenden Zufriedenheit in der Zusammenarbeit mit der SAP.

Wie läuft die SAP ® -Beraterzertifizierung ab?

Am letzten Tag des SAP®-Beraterkurses fin-det die SAP®-Beraterzertifizierung in den Räumen der WBS statt. Innerhalb der WBS gibt es Standorte, die für eine Beraterzertifizierung, mit den damit verbundenen Kriterien an einen Prüfungsort, zugelassen sind. Die genaue Information, wo die Teilnehmer eines SAP®-Beraterkurses ihre Zertifizierung ablegen, erhalten sie im Kursverlauf.

Ziel ist es, das Optimum für die Teilnehmer zu erreichen, deshalb bereiten wir sie sorgfältig auf diese Prüfung vor. Die Prüfung ist an einheitliche Maßstäbe angelehnt, die von SAP definiert werden. Nach bestandener Prüfung erhalten sie das offizielle Zertifikat als SAP®-Berater.

2013 traten insgesamt 400 Teilnehmer der SAP®-Beraterkurse ihre Zertifizierung an. 335 Teilnehmer absolvierten diese mit Erfolg. Das entspricht einer Bestehensquote von 83 Prozent (Ergebnis ohne Wiederholungsprüfung). Ein Ergebnis, auf das die WBS stolz ist.

Folgende SAP®-Zertifizierungen werden von unseren Teilnehmern absolviert (Stand 2014):

  • FINANZWESEN:
    SAP Certified Application Associate – Financial Accounting with SAP® ERP 6.0 EHP5 (C_TFIN52_65)
  • CONTROLLING:
    SAP Certified Application Associate – Management Accoun-ting (CO) with SAP® ERP 6.0 EHP5 (C_TFIN22_65)
  • PERSONALWESEN:
    SAP Certified Application Associate – Human Capital Management with SAP® ERP 6.0 EHP5 (C_THR12_65)
  • MATERIALWIRTSCHAFT:
    SAP Certified Application Associate – Procurement with SAP® ERP 6.0 EHP6 (C_TSCM52_66)
  • VERTRIEB:
    SAP Certified Application Associate – Order Fulfillment with SAP® ERP 6.0 EHP5 (C_TSCM62_65)
  • PRODUKTION:
    SAP Certified Application Associate – Production - Planning & Manufacturing with SAP® ERP 6.0 EHP5 (C_TSCM42_65)
  • BUSINESS INTELLIGENCE:
    SAP Certified Application Associate – Business Intelligence with SAP NetWeaver® 7.0 (C_TBW45_70)
  • ENTWICKLUNG:
    SAP Certified Development Associate – ABAP with SAP NetWeaver® 7.02 (C_TAW12_71)

Fördermöglichkeiten/Finanzierung

Unsere Weiterbildungen erfüllen die Voraussetzungen für verschiedene Fördermöglichkeiten. Sie sind nach der „Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung“ (AZAV) zertifiziert. Nur zugelassene Qualifizierungen werden von der Agentur für Arbeit und den Jobcentern mit dem Bildungsgutschein gefördert. Davon profitieren insbesondere Arbeitsuchende. Außerdem kommen folgende alternative Förderungen in Frage: als Reha-Maßnahme durch die zuständigen Kostenträger (z.B. Ren-tenversicherungsträger), über den Europäi-schen Sozialfonds (ESF), für Soldaten auf Zeit über den Berufsförderungsdienst (BFD) oder über flankierende Arbeitsmarkt-Sonderprogramme der einzelnen Bundesländer.

Arbeitsuchende und Berufsrückkehrer

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Weiterbildung zu 100 Prozent über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Wenn Sie die Fördervoraussetzungen erfüllen, werden die Lehrgangs- und Fahrtkosten übernommen. In Ausnahmefällen werden Übernachtungs- und Verpflegungskosten erstattet, wenn im Tagespendelbereich kein vergleichbares Bildungsangebot zu finden ist. Auch eine Kostenübernahme für die Betreuung von Kindern kann beantragt werden.

Menschen, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind

Sie haben eine Kündigung erhalten? Sobald Sie sich arbeitsuchend gemeldet haben, können Sie mit Ihrem Berater bei der Agentur für Arbeit über Ihre Qualifizierungsmöglichkeiten sprechen. Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie schon in Ihrer „Freistellungszeit“ mit einer Weiterbildung beginnen. Sie befinden sich in einer Transfergesellschaft? In Absprache mit Ihrem Coach von der Transfergesellschaft können Sie Ihr Qualifizierungsbudget zielführend einsetzen. Individuell auch in Kombination mit anderen Förderungen.

Rehabilitanden

Die Deutsche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften oder Reha-Abteilungen der Agentur für Arbeit/Jobcenter fördern in der Regel eine Weiterbildung oder Umschulung, wenn Ihnen die Ausübung Ihres bisherigen Berufs aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Sie bieten Ihnen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, die auch Lehrgangs-, Fahrt- und Verpflegungskosten beinhalten. Je nach persönlicher Situation können weitere Kosten übernommen werden.

Bundeswehrsoldaten

Damit Sie als Soldat (oder Soldatin) auf Zeit die erfolgreiche Eingliederung in ein Zivilarbeitsleben erreichen, berät Sie der Berufsförderungsdienst (BFD) der Bundeswehr zu Ihren beruflichen Bildungsmöglichkeiten. Die Leistungen richten sich nach der Dauer Ihrer Dienstzeitverpflichtung.

Fachberatung

Sie möchten sich beruflich weiter entwickeln und suchen eine passende Qualifizierung? Die Entscheidung sollte gut durchdacht sein. Daher unsere Empfehlung: Lassen Sie sich im Vorfeld ausführlich und persönlich beraten. Unsere erfahrenen Weiterbildungsreferenten nehmen sich Zeit für Sie. So finden Sie aus der Vielzahl an Angeboten den für Sie richtigen Kurs und vermeiden eine Unter- oder Überforderung während der Weiterbildung.

Wie sieht solch ein Beratungsgespräch bei der WBS aus?
Ein persönliches Beratungsgespräch dauert in etwa eine Stunde. Im Verlaufe des Gesprächs analysieren wir zusammen mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation. Dazu sehen wir uns Ihren bisherigen beruflichen Werdegang, Ihren Lebenslauf und Ihre Zeugnisse an. Wir stellen mittels eines Eignungstests fest, ob sich Ihre momentanen Fähigkeiten und Kenntnisse mit der beruflichen Wunschvorstellung decken. Auf der Grundlage dieser gemeinsam ermittelten Daten stellen wir die für Sie passende Weiterbildung zusammen.

Vereinbaren Sie einfach ein kostenloses Beratungsgespräch! Unsere Spezialisten erreichen Sie Montag bis Freitag, 8:00 bis 20:00 Uhr über folgende Kanäle:

  • Kostenlose SAP-Berater-Hotline: 0800 – 927 72 72
  • Online-Kontaktmöglichkeiten via Chat:
  • www.wbstraining.de/chat
  • www.wbstraining.de/chat
  • oder Video:
  • http://www.wbstraining.de/bildungsberatung
  • Per E-Mail: sapberater@wbstraining.de

Qualifizierung zum SAP ® - Berater

Das Berufsbild

Betriebswirtschaftliche Software wird nicht mehr nur von großen Unternehmen eingesetzt, sondern vermehrt auch im Mittelstand und in kleinen Unternehmen. Vor allem die Fachbereiche Finanzen, Controlling, Beschaffung und Einkauf sind wichtige Stellschrauben, um Arbeitsabläufe verbessern und beschleunigen zu können. Häufig finden Unternehmen in ERP-Projekten wie SAP® ERP 6.0 die Lösung, um ihre IT-Infrastruktur zu konsolidieren und zu standardisieren. An dieser Stelle setzt die Arbeit eines SAP®-Anwendungsberaters ein.

Aufgabe eines SAP®-Anwendungsberaters ist es, die Prozesse des Unternehmens auf das SAP®-System zu übertragen. Die SAP®-Software kann dann die betrieblichen Daten abbilden sowie Prozesse auslösen und steuern. Der Berater (auch unter der Bezeichnung Consultant bekannt) muss diese Prozesse verstehen und wissen, was die Programme an Möglichkeiten bieten. Die SAP®-Software ist somit der Werkzeugkasten, mit dem er arbeitet. Ziel ist es, die Abläufe im Unternehmen zu optimieren.

Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Fachgebiet der SAP®-Anwendungsberater kommt. Er muss neben der Berufserfahrung auch eine gewisse Portion Expertentum im Sinne von SAP®-Spezialwissen mitbringen. Wissen, das er innerhalb der Projekte, bei der Neueinführung oder Optimierung eines bereits vorhandenen Systems, erfolgreich einsetzen kann.

In den kompakten und lösungsorientierten SAP®-Beraterkursen der WBS TRAINING AG erwerben die Teilnehmer das Know-how, um erfolgreich in solchen SAP-Projekten mitzuarbeiten. Für die verschiedenen Beraterprofile mit jeweils unterschiedlichem fachlichen Schwerpunkt bieten wir vier- bis fünfmonatige Weiterbildungen mit abschließender Zertifizierung an – beispielsweise für das Beraterprofil Personalmanagement den Kurs „Berater/-in SAP®ERP 6.0 Personalmanagement und Administration (HCM)“ mit einer Laufzeit von 17 Wochen. Darüber hinaus bieten die Weiterbildungen im Rahmen einer Fallstudie die Möglichkeit, das Erlernte durch den Aufbau einer fiktiven Firma direkt anzuwenden. Hierdurch können die ersten Gehversuche als zukünftiger SAP®-Anwendungsberater realisiert und wertvolle Projekterfahrungen gesammelt werden.

Die einzelnen WBS-Angebote für die Zielgruppe der SAP®-Anwendungsberater finden Sie auf den folgenden Seiten.

Berater/-in SAP®ERP 6.0 externes Rechnungswesen (FI) mit Zusatzqualifikation Controlling (CO)

Berater/-in SAP®ERP 6.0 6.0 Controlling (CO) mit Zusatzqualifikation Finanzbuchhaltung (FI) und Produktionsplanung (PP)

Berater/-in SAP®ERP 6.0 Personalmanagement und Administration (HCM)

Berater/-in SAP®ERP 6.0 Beschaffung und Materialwirtschaft (MM) mit Zusatzqualifikation Vertrieb (SD) und Produktionsplanung (PP)

Berater/-in SAP®ERP 6.0 Vertrieb (SD) mit Zusatzqualifikation Materialwirtschaft (MM) und Produktionsplanung (PP)

Berater/-in SAP®ERP 6.0 Produktionsplanung und Fertigung (PP) mit Zusatzqualifikation Materialwirtschaft (MM) und Vertrieb (SD)

Berater/-in SAP NetWeaver® 7.0 – Business Intelligence (BI/BW)

Interview mit Irmgard Bühren

Teilnehmerin des SAP®-Beraterkurses Finanzbuchhaltung
15. April 2014 – 13. August 2014, WBS Düsseldorf

Frau Bühren, Sie absolvieren im Augenblick den SAP®-Beraterkurs Finanzbuchhaltung (BFI) bei der WBS. Schildern Sie uns doch einmal kurz ihren beruflichen Werdegang.
Direkt nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Schnell habe ich erkannt, dass noch mehr kommen darf und mich für ein BWL-Studium entschieden. Während meines Studiums habe ich mehrere Jahre nebenbei in der Finanzbuchhaltung gearbeitet. Hier kam ich mit ersten kleinen Datenbankprojekten in Berührung und meine Neugierde für die Themen IT und Software wurde geweckt. Nach dem Studium habe ich drei Jahre im Controlling und anschließend in einer kleinen Werbeagentur gearbeitet. Bei der Werbeagentur durfte ich meine IT-Affinität ausleben – ich habe dort eine eigene Buchhaltung, auf der Basis einer eingekauften Software, und ein kleines Controlling aufgebaut. Danach kam ich zur BBDO Gruppe, der größten Werbeagentur Deutschlands, wo ich Softwareprojekte – wie z.B. Digitale Archivierung, Online Genehmigung von Eingangsrechnungen und Reisekostenabrechnungen – fachlich geleitet habe.

Sie absolvieren einen SAP®-Beraterkurs. Hatten Sie in der Vergangenheit bereits Kontakt mit der SAP®-Software?
Nein, ich habe vorher noch nicht mit der SAP®-Software gearbeitet. Ich hatte nur davon gehört. SAP® wird in der Werbebranche wenig verwendet.

Warum haben Sie sich dann für SAP®und für diese Weiterbildung entschieden und wie sind Sie zur WBS gekommen?
Ich bin sehr neugierig und wollte die SAP®-Software schon immer kennen lernen. Ich habe mich immer mal wieder beworben, auch auf Stellen, die SAP-Kenntnisse vorausgesetzt haben. Warum dies nicht funktionieren konnte, ist mir jetzt, wo ich mit der Weiterbildung begonnen habe, klar geworden. Um mit SAP® arbeiten zu können, muss man die Software kennen. Die Entscheidung für den SAP®-Beraterkurs fiel, da ich meine langjährig erworbenen, fundierten fachlichen Erfahrungen gerne weiter anwenden wollte. Dafür benötige ich Kenntnisse in mindestens einem der weitverbreiteten ERP Systeme. Analyse und Umsetzung waren schon immer meine „Themen“. Ich finde es spannend herauszufinden, wie ein Programm arbeitet, wie es aufgebaut ist und wie die Zusammenhänge sind. Ich habe mir die Liste der SAP®-Bildungspartner genommen, die diese Weiterbildung in ihrem Programm haben und mir vier Anbieter persönlich angesehen. Bei einem Beratungsgespräch bei der WBS habe ich witziger Weise einen ehemaligen Kollegen im Foyer getroffen und der sagte „Das ist super hier, Du musst unbedingt hierher kommen“. Ich hatte ein ausführliches und informatives Beratungsgespräch und die Atmosphäre am Standort hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mich direkt wohl gefühlt. Schließlich habe ich alle Angebote verglichen und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die WBS für mich genau der richtige Partner ist.

Was lernt man in der Weiterbildung zum SAP®-Berater Finanzbuchhaltung?
In der Weiterbildung geht es los mit einem groben Überblick über die Module Finanzbuchhaltung und Controlling. Aus meiner Sicht sind theoretische und praktische Erfahrungen in den Gebieten sehr hilfreich, da man – neben der Software und den neuen SAP®-Begrifflichkeiten – eine Menge Stoff verarbeiten muss. Im Moment sind wir im technischen Teil, mit Schwerpunkt auf SAPTEC und den BC400, also Grundbegriffe der Technik und Programmierung. Danach geht es dann in die Finanzbuchhaltung, also vertiefend in die einzelnen Finanzbausteine und das Customizing dazu. Am Ende steht dann die große Komplexaufgabe bzw. Fallstudie und die Prüfungsvorbereitung.

Nun haben Sie die ersten Bausteine der Weiterbildung absolviert, d.h. Sie haben bereits einen Einblick in die gesamte Kursgestaltung. Entspricht diese ihren Erwartungen?
Ich hatte keine konkreten Erwartungen an den Kurs. Ich komme aus einer Branche, in der das Thema Weiterbildung wenig Aufmerksamkeit erhält und daher hatte ich wenig Erfahrung damit. Ich hatte keine exakten Vorstellungen, war eher skeptisch bezüglich der Lernmethodik, sprich dem virtuellen Klassenzimmer. Ich konnte mir nicht vorstellen den ganzen Tag Kopfhörer zu tragen und keinen Präsenzunterricht vor Ort zu haben – dabei komme ich prima damit zurecht. Für mich ist es auch keine Einschränkung, was das Gruppengefühl oder die Gemeinschaftsarbeit angeht.

Was sollten Weiterbildungsinteressierte aus ihrer Sicht bei einer Entscheidung für eine Weiterbildung im Bereich SAP®-Berater beachten bzw. mitbringen?
Für mich war entscheidend, welches Ziel ich erreichen will und was ich damit tun möchte. Mein Rat wäre somit, ein konkretes Ziel zu haben, wie es beruflich weitergehen soll. Typische Eigenschaften, wie analytisches Denkvermögen, eine strukturierte und selbstorganisierte Arbeitsweise, IT-Affinität und Softskills sind für
einen Berater aus meiner Sicht ein absolutes Muss.

Frau Bühren, gibt es etwas, das Sie anderen Weiterbildungsinteressierten mit auf den Weg geben möchten?
Mein erster Rat wäre, einfach Ruhe zu bewahren. Ich habe erlebt, wie hektisch die Teilnehmer in den ersten Tagen waren. Man hat uns aber genau erklärt, wie die Vorgehensweise ist. Die vielen Kursunterlagen überfordern auf den ersten Blick etwas, doch in der Ruhe liegt die Kraft. Die Vorbereitungen auf die Prüfungen in den ersten Bausteinen waren sehr gut, die Trainer unterstützen uns bestens. Der zweite Rat bezieht sich auf die Prüfungen. Die Prüfungsaufgaben sollten sehr genau gelesen werden. Es gibt viele kleine Stolperfallen in den Fragestellungen. Aber auch darauf werden wir optimal vorbereitet.

Welche Fähigkeiten, neben dem Fachwissen, machen für Sie einen guten SAP®-Berater aus?
Veränderungen bringen naturgemäß auch Verunsicherungen bei den involvierten Mitarbeitern der Unternehmen mit sich. Da ist es ganz wichtig, dass man als externer Berater auch die Fähigkeit besitzt, Ängste und Vorbehalte wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Neben all dem Fachwissen sollte man daher auch gute soziale Kompetenzen mitbringen.

Würden Sie eine Weiterbildung bei der WBS TRAINING AG weiterempfehlen?
Ja, ich fühle mich bei der WBS wirklich gut aufgehoben. Das Thema macht mir Spaß. Insgesamt finde ich die Weiterbildung eine bereichernde Erfahrung für mich.

Interview mit Anja Hemmersbach

SAP®-Beraterin/Trainerin für Materialwirtschaft/Einkauf (MM), Vertrieb (SD), Lagerverwaltung (WM) und Retail

Frau Hemmersbach, wie sind Sie eigentlich zu SAP® gekommen? Was waren ihre Stationen auf diesem Weg?
Eigentlich bin ich durch Zufall auf die Software SAP® gestoßen. Ich habe damals eine berufliche Nische gesucht und es hieß, dass einzige was nicht jeder kann oder lernt ist SAP®. Daraufhin habe ich eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert. Nach der Ausbildung habe ich viele Jahre als Trainerin gearbeitet. Weil ich mich aber weiter entwickeln wollte und auch die Chance dazu bekam, habe ich in einem Consultingunternehmen als Beraterin angefangen. Ab und zu arbeite ich aktuell noch als Trainerin aber eher beim Kunden. Hauptsächlich bin ich als SAP®-Beraterin unterwegs.

Können Sie das Projekt, an dem Sie gerade arbeiten und ihre spezielle Aufgabe darin kurz beschreiben?
Ich bin aktuell in einem Projekt, dass die Einführung der SAP®-Branchenlösung Retail in einem großen internationalen Unternehmen durchführt. Meine Aufgabe besteht darin, alles rund um die Filialinventur umzusetzen. Von der Konzeptionierung bis hin zu den fachlichen Spezifikationen. Ich schreibe Dokumente, mache das Customizing im SAP®-System, setze Entwicklungsbeschreibungen auf, teste diese Entwicklung und bringe sie hoffentlich bis zum „Go-Life“.

War es einfach, diesen Weg zu gehen?
Nein, war es nicht. Es gibt sehr viele Hürden, die man überwinden muss. Wichtig dabei ist, dass man ein Ziel vor Augen hat. Es bieten sich einem viele gute Chancen, aber man bekommt die Beraterjobs nicht hinterhergeworfen. Der Bedarf ist zwar hoch, aber die Qualifikation, die benötigt wird, ist ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Am Anfang war es relativ schwierig, in der Branche Fuß zu fassen und sich einen Namen zu machen. Aber wer seine Chancen erkennt und es schafft, sich durch gute Arbeit zu beweisen, der kommt auch weiter. Man muss Einsatz zeigen und darf nicht nach der ersten Absage den Kopf in den Sand stecken. Weiterhin sollte man sich stetig verbessern und auf dem neusten Stand bleiben. Das kann man durch zusätzliche Weiterbildungen oder Literatur verwirklichen.

Sie sagen, die Qualifikation ist von enormer Wichtigkeit? reicht es nicht, nur den entsprechenden Beraterabschluss zu haben?
Ich bin der Meinung, dass dies nicht ausreicht. Mit der SAP®-Beraterzertifizierung kann man sich eine Tür öffnen, gerade wenn man vorher nicht im SAP®-Bereich gearbeitet hat. Viel wichtiger ist jedoch, ein fachliches Profil aufweisen zu können. Am besten ist es, wenn man vorher in der Fachrichtung unterwegs war. Das heißt aber nicht, dass man unbedingt ein Studium oder andere hohe Qualifikationen mitbringen muss. Hinzu kommt eine gewisse IT-Affinität, die ebenfalls eine weitere Voraussetzung darstellt.

Sie sprachen von der Notwendigkeit, sich einen Namen zu erarbeiten. Wie erarbeitet man sich einen Namen und wie sind Sie vorgegangen?
Hauptsächlich mit unermüdlichem Einsatz und Interesse, an dem, was ich tue. Das ist ganz wichtig. Ich muss dem Kunden vermitteln, dass ich mich für sein Anliegen interessiere. Nur das fachliche Wissen reicht in der Unternehmensberatung nicht aus. Dazu zählen auch Erfahrungen im Projektmanagement und eine gewisse Portion Lebenserfahrung. Außerdem wird man schnell feststellen, dass die Beraterwelt nicht so groß ist. Gerade branchenspezifisch kennt man sich irgendwann und dann zählen einfach Empfehlungen.

Wie steuern Sie ihren fachlichen Wissenszuwachs, der für einen Berater notwendig ist?
Meine bevorzugte Quelle ist Fachliteratur und darüber hinaus pflege ich ein aktives Netzwerk. Toll ist es, wenn man in Projekte kommt, wo man die Möglichkeit hat, mit den neuesten Technologien zu arbeiten. Dann kann ich mich weiterbilden, indem ich mit diesen Technologien arbeite. Wenn man diese Möglichkeit nicht hat, ist es wichtig, dass man sich über aktuelle Themen auf dem Markt informiert und auch mal den einen oder anderen Kurs absolviert. Auf jeden Fall sollte man auf dem Laufenden bleiben, denn der Markt auf diesem Gebiet entwickelt sich rasend schnell.

Haben Sie jemals gezweifelt oder diesen Schritt, den Sie gegangen sind, in Frage gestellt?
Generell muss ich sagen, dass ich nie daran gezweifelt habe, SAP®-Beraterin und -Trainerin zu sein. Es gab Situationen, in denen ich darüber nachgedacht habe, ob es auf Dauer das Richtige für mich ist. Aber diese Phasen waren immer nur ganz kurz. Die leisen Zweifel rührten aus der anstrengenden Reisetätigkeit und der kraftraubenden Arbeit in den verschiedenen Projekten. Dennoch ist mir klar, dass ich ohne diese Art der Tätigkeiten nicht mehr sein möchte. SAP®-Beraterin sein bzw. mit der Software arbeiten, dies habe ich definitiv nie in Frage gestellt. In dieser Rolle fühle ich mich wohl und das, was ich mache, mache ich mit Herz und Verstand.

In den ersten Jahren ihrer SAP®-Beratertätigkeit waren Sie als SAP®-Trainerin unterwegs. Was hat ihnen diese Zeit für ihren späteren Einsatz als SAP®-Beraterin gebracht?
Für mich war es optimal, zunächst als SAP®-Trainerin zu arbeiten. Für die Ansprüche, die ich an mich persönlich und an die Arbeit, die ich abliefern möchte, habe, ist der Weg sehr gut gewesen. In meiner Zeit als SAP®-Trainerin habe ich mit SAP®-Anwendern und deren Arbeitsoberfläche gearbeitet. Erfahrungen, die ich heute nicht mehr missen möchte und die bei meiner jetzigen Arbeit sehr nützlich sind. Wenn ich mich z.B. mit dem Kunden unterhalte, dann kann ich gut beurteilen, was der Kunde möchte. Ich sehe nicht nur die technische Seite, sondern ich sehe auch den Menschen, der anschließend am System arbeitet. Darüber hinaus habe ich als Trainerin gelernt, toleranter gegenüber Systemstörungen und flexibler in deren Fehlerbehebung zu sein. Zusammenfassend kann ich nur sagen, für mich war es der richtige Schritt.

Kommen wir zu der Arbeit in den Projekten zurück. Wie sehen die einzelnen Schritte eines Projektes aus? Wie groß sind die Teams, in denen Sie arbeiten?
Ich beziehe mich mal auf mein aktuelles Projekt – ein sehr schönes Projekt, wie ich finde. Da bin ich schon von Anfang an dabei und habe somit alle bisherigen Phasen durchlaufen. Bei der Konzeptionierung waren wir noch recht wenige Personen. Dann wurde die Aufgabenstellung immer detaillierter und jetzt ist es bereits ein sehr umfangreiches Großprojekt mit vielen Mitarbeitern. Entsprechend groß ist auch die gesamte Struktur und Hierarchie. Das beginnt beim Projektleiter, geht über die Teilprojektleiter und den Teamleitern zu den Themenverantwortlichen mit den dazugehörigen Teams. In meinem Team arbeiten aktuell 14 SAP®-Berater für den Bereich Vertrieb. Dann gibt es noch die Teams für die Bereiche Finanzwesen, Controlling, Logistik und weitere. Nicht zu vergessen ist das Entwicklungsteam, welches sehr groß ist. Bei der Gruppe der SAP®-Anwendungsberater arbeiten viele vor Ort im Unternehmen und nur wenige per Remote von zu Hause. Bei den SAP®-Anwendungsentwicklern ist dies umgekehrt – da arbeiten viele im Home-Office per Remote. Bis zum „Go-Life“, der endgültigen Fertigstellung der Unternehmenslösung, wird sich das so weiterentwickeln. Dann werden die Prozesse getestet und vom Kunden abgenommen. Anschließend beginnt die Phase der Nacharbeit – Abläufe, die noch nicht so rund laufen, müssen angefasst und verändert werden. Bei so einem großen Projekt wird das noch ein paar Jahre dauern.

Gibt es in einem Projekt auch eine Einarbeitungsphase? Gerade für Juniorberater?
Das ist grundsätzlich sehr verschieden. Ich habe bis jetzt die Erfahrung gemacht, dass es keine große Einarbeitungsphase gibt. Aber man bekommt Zeit. Natürlich ist auch hier viel Eigeninitiative gefragt, denn egal, wie ich zu dem Projekt gekommen bin, es hat keiner Zeit mir von „Hölzchen auf Stöckchen“ alles zu erklären. Aber das Team ist natürlich immer für Fragen offen. Auch muss man nicht vom ersten Tag an Ergebnisse abliefern, nein. Man bekommt schon die Zeit, die man benötigt, um sich selbst einzuarbeiten.

Auf welche Bedingungen müssen sich dann junge Berater einstellen, wenn sie den Weg des Freelancers gehen möchten?
Als erstes sollte sich jeder darauf einstellen, dass man sich vieles selbst erarbeiten muss. Ein großes Netzwerk und die Arbeit im Team können dabei helfen. So hat man die Möglichkeit, auf die Erfahrungen anderer zurück zu greifen. Eigeninitiative ist hierbei besonders wichtig. Weiterhin braucht man eine große Portion Motivation und Begeisterungsfähigkeit – erst wenn man zeigt, dass man Spaß an der Sache hat und lernen will, ist man in der SAP®-Branche angekommen und die Türen stehen einem offen.

Was war bisher Ihr spannendstes Projekt?
Mein aktuelles Projekt ist definitiv das spannendste, an dem ich bisher gearbeitet habe. Darüber hinaus war ich einmal im Bereich Dispatching unterwegs. Dieser Job ist nicht bei jedem beliebt, denn man muss analysieren, wer welchen Fehler gemacht hat. Ist das jetzt ein Entwicklungsfehler, ist es ein Customizingfehler oder ist es ein Anwendungsfehler? Das fand ich persönlich sehr spannend und ich habe viel gelernt. Dies war so eine Art Task Force, die eingerichtet wurde, um ein fertiges System zu testen, von dem man wusste, dass es noch nicht ausgereift ist. Während man bei diesem Projekt eher Detektiv spielen musste, genieße ich an meinem aktuellen Projekt, dass ich vieles selbst gestalten kann und meine Erfahrungen und Ideen einbringen kann.

Das heißt, Sie sind glücklich in dieser Rolle?
Ja. Ich möchte meinen Weg nicht missen und auch nicht verlassen. Ich kann mir gut vorstellen diesen Job auch noch in zehn Jahren auszuüben, vielleicht etwas ruhiger oder wieder mehr als Trainerin. Aber mit SAP® sollte es immer zu tun haben.

Qualifizierung zum SAP ® - Anwendungsentwickler

Das Berufsbild

Sich gut mit Computern und Technik auskennen, ist das eine. Doch SAP®-Anwendungsentwickler sind keine „Nerds“, die im dunklen Keller vor sich hin programmieren. Stattdessen geht es bei diesem Beruf um Kundenbetreuung, Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit. Wer sich für das berufliche Wirkungsfeld eines SAP®-Anwendungsentwicklers interessiert, sollte diese Voraussetzungen mitbringen. „Die Zeiten, in denen IT-Fachkräfte ausschließlich technische Fertigkeiten mitbringen mussten, sind definitiv vorbei ̋, so der Arbeitsmarktexperte Stephan Pfisterer des Branchenverbandes Bitkom. Fachliches Wissen werde erst durch entsprechendes Know-how über Geschäftsprozesse, Kundenanforderungen und vorhandene IT-Infrastrukturen produktiv. SAP®-Anwendungsentwickler sind am Markt begehrt – wer mit dem notwendigen SAP®-Zertifikat und der entsprechenden beruflichen Vorerfahrung im Programmierumfeld aufwarten kann, um den buhlen die Unternehmen.Das Tätigkeitsfeld eines SAP®-Anwendungs-entwicklers ist die Software selbst. Sie arbeiten überwiegend in Consultingunternehmen an der Entwicklung der Software, aber auch in Unternehmen, die SAP® für ihre Geschäftsprozesse einsetzen. Anwendungsentwickler modifizieren bestehende Anwendungen mit Hilfe der SAP®-eigenen Programmiersprache ABAP®für unternehmensspezifische Anforderungen und erstellen zusätzliche Anwendungen. Sie sind verantwortlich für Konzeption, Design und Spezifikation von Entwicklungsaufträgen sowie für die Programmierung und Qualitätssicherung. Dafür werden die Programmiermethode, die Programmiersprache und das Werkzeug fachgerecht ausgewählt und angewendet. Auch die Testung und Dokumentation gehören zum Aufgabengebiet. Bei der Erstellung neuer Programmroutinen müssen bestehende Benutzeroberflächen, Datenbanken und Systeme berücksichtigt werden. Ein SAP®-Anwendungsentwickler kann softwaretechnische Details von anderen Softwarebausteinen spezifizieren und mögliche Schnittstellen im System zu anderen Komponenten definieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ein SAP®-Programmierer verschiedene Programmiersprachen beherrscht und anwenden kann. Ein Jobprofil im Bereich der SAP® Programmierung könnte wie folgt aussehen:

Jobprofil
SAP® ABAP Junior Entwickler / SAP NetWeaver® Junior Berater (m/w)
Talentierter Tekki... oder engagierter Einsteiger? Egal, welche Wahl Sie treffen, für uns sind Sie der Richtige (m/w), wenn Sie mit Engagement und Neugier Ihre Position als neuer SAP® ABAP / NetWeaver® Spezialist (m/w) antreten. In einem intensiven Wettbewerbsumfeld arbeiten Sie an der positiven Weiterentwicklung des Unternehmens mit und verfolgen mit Ihrer Abteilung festgesetzte Ziele, um einen entscheidenden Teil zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Zeigen Sie Ihre Talente:

  • Umsetzung von ABAP Entwicklungsaufträgen sowie Schnittstellenentwicklung (ALE, RFC, BAPIs)
  • Unterstützung von SAP®-Projekten in allen Phasen der Softwareentwicklung
  • Erarbeitung zukünftiger Anforderungen gemeinsam mit dem Fachbereich und anschließende systemseitige Umsetzung
  • Mitentwicklung neuer Integrationsarchitekturen von SAP® Systemen und Erstellung von Dokumentationen
  • Nach intensiver Einarbeitung fachliche und technische Beratung im Bereich Schnittstellenkonfiguration bzw. -integration auf Basis von SAP NetWeaver®

Damit sind sie dabei:

  • Nach intensiver Einarbeitung fachliche und technische Beratung im Bereich Schnittstellenkonfiguration bzw. -integration auf Basis von SAP NetWeaver®
  • Erste praktische Erfahrungen im Bereich SAP® ABAP Entwicklung sowie im SAP NetWeaver® Umfeld

*Zitat aus dem Beitrag „Vom Tekki zum Mekki“ von Ina Hönicke der Zeitschrift Computerwoche

Anwendungsentwickler/-in SAP NetWeaver® 7.0 - ABAP mit Projektmanagement und Grundlagen Datenbanken

Interview mit Michael Thimm

Teilnehmer des SAP®-Beraterkurses ABAP/Anwendungsentwickler
18. Februar 2014 – 9. Juli 2014, WBS Göttingen

 

Herr Thimm, vielleicht können Sie uns zunächst Ihren beruflichen Weg schildern?
Ich habe in Göttingen Mathematik und Informatik im Nebenfach studiert. Nach dem Studium war ich als Softwareentwickler und Systemadministrator bei einem Pharma-Unternehmen tätig. Das Unternehmen hat mit Hilfe computergestützter Technologie neue Wirkstoffe gesucht. Anschließend habe ich als wissenschaft-licher Mitarbeiter im Bereich Aerodynamik und Strömungstechnik beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gearbeitet. Hier habe ich Softwareprojekte gesteuert und zur wissenschaftlichen Datenerfassung und -analyse auch selbständig Software entwickelt.

Sie absolvieren derzeit die Weiterbildung zum SAP®-Anwendungsentwickler (BABAP). Haben Sie vorher schon mal mit SAP® gearbeitet?
Ja, bei meinem letzten Arbeitgeber, dem DLR, bin ich als Anwender mit SAP® in Berührung gekommen. Die Arbeit mit SAP® fand ich spannend und ich habe mich direkt genauer über die Software informiert. Auf diese Weise habe ich erfahren, dass es neben der Systemanpassung an Kundenbedürfnisse, auch die Möglichkeit gibt, neue Anwendungen zu programmieren. Das hatte mich schon länger interessiert.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für diese Weiterbildung entschieden und welcher Weg hat Sie zur WBS geführt?
Im DLR bin ich immer wieder zeitlich befristet eingestellt worden. Dies war mir auf Dauer zu unsicher. Also habe ich beschlossen, mich beruflich umzuorientieren. Die Entwicklung von Prozessketten zur Datenerfassung spielt im wissenschaftlichen Bereich eine große Rolle und, da ich gerne programmiere und Spaß an der Entwicklung intuitiver Bedienoberflächen habe, erschien mir dieser Schritt als logisch. Im Internet habe ich mich über SAP®-Schulungsmöglichkeiten im Bereich ABAP informiert. Über die offizielle SAP-Seite bin ich über die Liste der Education Partner zur WBS gekommen.

Was lernt man in der Weiterbildung zum SAP®-Anwendungsentwickler ABAP?
Der ABAP-Kurs ist modular aufgebaut und setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Man lernt alles, was notwendig ist, um selbst Anwendungen für SAP® zu entwickeln. Dies umfasst die Systemarchitektur, Datenorganisation, Programmierung von Benutzerschnittstellen und vor allem auch die ABAP Sprachsyntax. Man lernt den Umgang mit der SAP®-eigenen ABAP Entwicklungsumgebung und weiteren Programmierwerkzeugen, wie z.B. der Debugger zum Testen der Programme, den Code Inspector als Analysewerkzeug und die Laufzeitanalyse für Optimierungen. Natürlich werden auch weitergehende Konzepte der Informatik wie spezielle Entwurfsmuster in der objektorientierten Programmierung, also ABAP Objects, behandelt.

Entspricht die Kursgestaltung Ihren Erwartungen?
Die Teilnehmerzusammensetzung in unserer Kursgruppe ist sehr heterogen und somit fängt der Kurs bei Null an. Für die totalen Anfänger ist das optimal, aber ich habe schon einige Vorerfahrung und insofern ist es für mich manchmal ein bisschen langatmig. Was ich gut finde – und das war mir vorher gar nicht so bewusst – ist die Lernform, mit der dieser SAP®-Beraterkurs bei der WBS angeboten wird, der Online-Präsenzunterricht über das WBS LernNetz via Adobe Connect. Erstens sitzt man immer in der ersten Reihe und zweitens hat man auch mal die Möglichkeit, abzuschalten oder innezuhalten, um im Skript besonders interessante Inhalte zu vertiefen.

Gibt es ein konkretes Unternehmen, bei dem Sie nach ihrer absolvierten Weiterbildung arbeiten würden oder streben Sie später eine freiberufliche tätigkeit an?
Das ist eine spannende Frage. Aber zum jetzigen Zeitpunkt habe ich mich noch nicht endgültig entschieden. Es stehen verschiedene Optionen zur Auswahl. Für den Anfang ausschließen kann ich, als Inhouse-Berater zu arbeiten. Ich möchte mich aufbauend auf dem WBS-Kurs persönlich weiterentwickeln, mich dabei auf mehrere Module fokussieren, dort gezielt einarbeiten, um dann beratend tätig zu werden. Dabei werde ich mich auf Consultingunternehmen konzentrieren, die für mehrere Kunden arbeiten. Als Freelancer zu arbeiten, wäre ebenfalls eine interessante Herausforderung. Es gibt verschiedene Agenturen, die SAP®-Anwendungsentwickler wie mich vermitteln. Weiterhin ist man als Freelancer flexibel und hat die Möglichkeit, sehr viele Firmen kennenzulernen und mit vielen unterschiedlichen Systemen zu arbeiten. Das wäre mir am Anfang wichtig. Eine weitere Option wäre, in der Erwachsenenbildung als Trainer zu arbeiten.

Gibt es etwas, was Sie anderen Weiterbildungsinteressierten mit auf den Weg geben möchten?
Jeder Teilnehmer sollte sich, bevor er einen SAP®-Kurs belegt, detaillierte Informationen zu dieser Weiterbildung einholen und sich darüber hinaus Gedanken machen, was er danach machen möchte. Die WBS bietet eine ganze Reihe, also einen bunten Strauß an unterschiedlichen SAP®-Beraterkursen, an. Jeder sollte sich bewusst machen, wo seine persönlichen Stärken liegen.

Was sollte ein SAP®-Anwendungsentwickler mitbringen?
Auf jeden Fall sollte ein SAP®-Anwendungs-entwickler analytisch denken können, das ist für jede Programmiersprache wichtig. Beim SAP®-System ist es jedoch absolut notwendig, da man ein komplettes System hat, was erstmal geistig zerlegt werden muss. Anschließend muss der Entwickler entscheiden, an welcher Stelle er eingreifen oder etwas verändern sollte. Die Fähigkeit, unkonventionell zu denken, hilft bei der Wiederverwendung von Codebestandteilen oder bei der Beschaffung von Informationen, da hier oft mehrere Wege zum Ziel führen. Außerdem ist es wichtig, strukturiert zu denken und zu arbeiten, auch um bei den vielen Schulungsunterlagen nicht den Überblick zu verlieren.

Vielleicht einige Worte zu ihrer Kursgruppe. Fühlen Sie sich dort wohl und gut aufgehoben? Wie ist der Umgang untereinander? Und haben Sie volle Unterstützung durch die eingesetzten Trainer?
Das Klima bei uns ist super, obwohl wir alle teilweise sehr unterschiedlich vom Wesen und vom Alter sind. Ich bin glücklich mit meinen Lernkollegen und dem Umfeld, alle sind sympathisch und die Zusammenarbeit läuft gut. Insgesamt herrscht eine entspannte Atmosphäre, in der sich gut lernen lässt. Wir haben bis zum jetzigen Zeitpunkt zwei Trainer erlebt. Die beiden machen das super und sind sehr kompetent.

Würden Sie eine Weiterbildung bei der WBS TRAINING AG weiterempfehlen?
Ja, auf jeden Fall. Mich persönlich hat der Kurs einen großen Schritt voran gebracht. Ich finde das WBS LernNetz-Konzept toll und kann nur sagen, dass es dem Präsenzunterricht überlegen ist. An dem Standort, an dem ich sitze, herrscht ein tolles Klima. Ich fühle mich hier richtig wohl.

Interview mit Norbert Hintzen

Ehemaliger Teilnehmer der WBS und SAP®-Berater bei der ASW Consulting GmbH in Essen

 

Herr Hintzen, können Sie uns zunächst, in wenigen Sätzen, ihren beruflichen Werdegang schildern?
Ursprünglich habe ich in dem Bereich Elektrotechnik gearbeitet. 2001 bin ich durch mein Hobby, dem Programmieren, zu meinem aktuellen Beruf gekommen. Während meiner Ausbildung zum Fachinformatiker – in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung – habe ich die Software SAP® kennen gelernt. In meiner anschließenden Tätigkeit jedoch aus den Augen verloren, da ich die Software im Beruf nicht anwenden musste. Das Interesse an SAP® blieb aber bestehen. Anfang 2007 bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, das Geschäftsfeld SAP® für mich persönlich aufzurollen. Ich wollte eine fundierte Ausbildung im Bereich SAP® machen, so bin ich dann zur WBS gekommen. Im Oktober 2007 absolvierte ich meinen Kurs zum SAP®-Berater Materialwirtschaft (MM). Nach der Weiterbildung fragte die WBS an, ob ich mir vorstellen könnte, dort als Trainer zu arbeiten. Das Angebot kam mir sehr gelegen, so dass ich Anfang 2008 in die Selbstständigkeit gegangen bin. Von 2008 bis 2011 war ich als freiberuflicher SAP®-Trainer für verschiedene Bildungsträger tätig, unter anderem auch für die WBS. Im Anschluss bin ich ins SAP®-Beratergeschäft gewechselt und arbeite aktuell bei einem Consultingunternehmen in Essen. Mit diesem Übergang vom SAP®-Trainer zum SAP®-Berater bin ich von der SAP®-Anwendung Materialwirtschaft zur Branchenlösung Retail gewechselt. Im Augenblick arbeite ich parallel in zwei bzw. drei Retail-Projekten bei zwei verschiedenen Kunden.

Können Sie die Projektthemen, an denen Sie gerade arbeiten, und ihre speziellen Aufgaben darin kurz beschreiben?
Meine Aufgaben innerhalb der Projekte sind sehr vielfältig. Bei einem Projekt geht es darum, dass Teilbereiche einer Warenhauskette voneinander abgekoppelt werden. Hier ist meine Aufgabe, Testszenarien zu entwickeln, durchzuführen und zu managen. Weiterhin bin ich in diesem Projekt für die Erstellung von Schulungsunterlagen verantwortlich und führe auch selbst Schulungen durch. In einem zweiten Projekt arbeite ich an der Vervollständigung von Artikelstammsätzen. Bei der Zusammenführung von unterschiedlichen Datensystemen zu einem gemeinsamen Ganzen, in diesem Fall zu einem einheitlichen SAP®-System, sind Datenkonflikte und Inhomogenitäten keine Seltenheit. Meine Aufgabe ist es, den Original-Stammsatz zu ermitteln und auszubauen sowie die Dubletten von Artikelstammsätzen zu finden und zu deaktivieren.

Sie haben bei der WBS die SAP®-Beraterausbildung einschließlich der SAP®-Beraterzertifizierung absolviert. Wie sind Sie ihren Weg zum SAP®-Berater gegangen? Welche Stationen haben Sie durchlaufen?
Wie viele Teilnehmer war ich vor meiner Weiterbildung arbeitsuchend, das war 2007. In dieser Zeit dachte ich intensiv darüber nach, wie es beruflich für mich weitergehen sollte. In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich an mein damaliges Interesse für SAP®. Über das Internet verschaffte ich mir Informationen zu Voraussetzungen und Tätigkeiten eines SAP®-Beraters. Bei meiner Recherche im Netz stieß ich auf den WBS-Standort Dortmund, bei dem ich dann zur persönlichen Beratung war. Das Gespräch war sehr hilfreich und ich entschied mich für eine SAP®-Beraterausbildung. Im letzten Drittel des Kurses kam man auf mich zu und fragte mich, ob ich mir statt dem Leben eines SAP®-Beraters ein Leben als SAP®-Trainer vorstellen könnte. Vorstellen konnte ich mir das damals schon, aber sicher war ich mir nicht. Um mich für die Tätigkeit als Trainer zu testen und somit auch Sicherheit zu erlangen, habe ich einen Trainerauswahlworkshop bei der WBS in Stuttgart absolviert. In diesem Workshop konnte ich meine Trainer-Kompetenzen unter Beweis stellen, was zu dem Ergebnis führte, dass ich seit 2008 als Freelancer unterwegs war.

War der Weg einfach zu beschreiten? Haben Sie jemals gezweifelt oder diesen Schritt, den Sie gegangen sind, in Frage gestellt?
Diesen Weg zu gehen, war ganz und gar nicht einfach. Und es gab Situationen, in denen ich gezweifelt habe. Die Anwendung Materialwirtschaft ist sehr vielschichtig – dies hatte ich unterschätzt und ich musste mir die fehlenden Kenntnisse mit viel Fleißarbeit aneignen und anlesen. Während des SAP®-Beraterkurses bei der WBS schlossen wir uns zu kleinen Arbeitsgruppen zusammen, in denen wir auch nach Seminarschluss diskutierten und Wissen austauschten. Auch in meinen Trainerjahren gab es ab und an den Moment, in dem ich an meinem Entschluss gezweifelt habe. Vor allem dann, wenn ich auf die vielfältigen Fragen der Teilnehmer nicht sofort eine Antwort wusste. Anderseits hat mich diese Zeit auch stark gemacht. Durch die Fragen der Teilnehmer und das Training am System erwarb ich mir tiefere Systemkenntnisse, von denen ich jetzt als SAP®-Berater profitiere.

Wie steuern Sie ihren fachlichen Wissenszuwachs, der für einen Berater notwendig ist?
Ich arbeite in einem Unternehmen, in dem wir uns gegenseitig unterstützen. Gibt es ein Thema innerhalb meiner Projektarbeit, in dem ich nicht sattelfest bin, dann habe ich drei Optionen: Die erste Option ist das Selbstlernen z.B. über Internetrecherche, die zweite Option ist der Wissensaustausch zwischen den Kollegen und die dritte ist, dass wir innerhalb des Unternehmens Lerngemeinschaften bilden. In den Lerngemeinschaften wählen wir ein Thema aus und jeder trägt mit seinem persönlichen Wissensschatz dazu bei, das Thema von allen Seiten zu beleuchten. Am Ende wird ein Dokument erstellt, welches die wichtigsten Informationen enthält, jedem zur Verfügung steht und somit für alle Mitarbeiter einen Mehrwert darstellt.

Welche Voraussetzungen und persönliche Eigenschaften sollten angehende SAP®-Berater mitbringen?
Angehende SAP®-Berater müssen Teamplayer sein. Eine gewisse Portion Selbstsicherheit und Nervenstärke – hin und wieder muss man Hürden nehmen oder auch akzeptieren – sollten sie ebenfalls mitbringen. Kommunikationsstärke ist ebenfalls gefragt. Darüber hinaus sollte ein SAP®-Berater sowohl kunden- als auch systemorientiert arbeiten. Kundenwünsche sind die eine, Umsetzbarkeit und effiziente Gesamtlösung die andere Seite. Im Sinne der Kunden zu handeln und dies auch dem Kunden gegenüber zu argumentieren, sollte dem Berater ein Anliegen sein. Ganz wichtig sind darüber hinaus die Fachkompetenzen, die jeder angehende SAP®-Berater mitbringen sollte. Hier leistet die WBS sehr gute Arbeit. Die Weiterbildungen zum SAP®-Berater bei der WBS sind prozessorientiert aufgebaut und werden auch so von den Trainern vermittelt. Diesen Vorteil konnte ich selbst genießen und davon profitiere ich bei meiner aktuellen Tätigkeit als SAP®-Berater. Ich kenne viele SAP®-Berater, die mit einem super Studium, aber ohne Zertifizierung Spezialisten geworden sind. Jedoch sind diese allerdings nur Spezialisten für Teilgebiete mit bestem Detailwissen. Was ihnen jedoch fehlt, ist der Gesamtüberblick, das „über den Tellerrand hinaus blicken“, das Zusammenspiel der einzelnen Teilgebiete zu einem gemeinsamen Ganzen. Und an dieser Stelle können zukünftige SAP®-Berater mit einer WBS-Weiterbildung punkten.

Kommen wir zu ihrer arbeit als SAP®-Berater zurück und schauen uns ihren Arbeitsplatz an. Wo arbeiten Sie innerhalb ihrer Projekte? Arbeiten Sie direkt vor Ort beim Kunden oder im Home-Office?
Generell gibt es beide Möglichkeiten. Wenn ich im Homeoffice bin, dann kann ich an Dingen arbeiten, die keine Anwesenheit beim Kunden bedürfen (z.B. eine Präsentation vorbereiten), oder ich arbeite über den Remotezugriff auf dem System. Ich selbst arbeite die gesamte Arbeitswoche beim Kunden, also fern von zu Hause. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ich kann mich mit anderen Beratern direkt austauschen und wir arbeiten gemeinsam an bestimmten Aufgaben. Und diesen Vorteil kann ich nur jedem jungen SAP®-Berater ans Herz legen. Gerade am Anfang der Karriere ist der persönliche Austausch mit Kollegen vor Ort enorm wichtig.

Sie sprachen von der Arbeit am SAP®-System. ist dies ein Testsystem, auf dem die SAP®-Berater ihre Lösungen entwickeln und testen?
Richtig, aber es gibt auch andere Varianten. Bei einem meiner Kunden arbeite ich am Produktivsystem. Hier geht es um die Bereinigung der Stammdaten. Die Produktivsysteme, mit denen ich arbeite, sind aber nicht nur SAP®-Systeme. Auch damit sollte der zukünftige Berater umgehen bzw. sich schnell einarbeiten können.

Ist es notwendig, dass SAP®-Anwendungsberater schon vorab grundlegende Programmierkenntnisse besitzen?
Bis jetzt komme ich einigermaßen zurecht, mit dem, was ich kann, und mit dem, was ich dazu gelernt habe. Es ist aber für den Berater von Vorteil, den sogenannten Debugger, dem Test-werkzeug in der ABAP Workbench, einsetzen zu können. Bei einer Vielzahl der Tätigkeiten eines Beraters geht es um die Analyse von Prozessen, die Fehlersuche und die Prozessoptimierung, da ist grundlegendes Programmverständnis unumgänglich.

Wie gestaltet sich der Berufseinstieg als SAP®-Berater, z.B. in einem Projektteam? Bekommt er Unterstützung? Oder wie sollte er seinen Weg gestalten?
Was jeder neue SAP®-Berater mitbringen sollte, ist eine erfolgreiche Zertifizierung. Diese ist der Türöffner für den neuen Weg, aber noch kein Beweis dafür, dass man die Software SAP® beherrscht. Deshalb sollte sich jeder neue SAP®-Berater bewusst sein, dass er in den ersten Einsätzen eher im unterstützenden Bereich arbeiten wird. Dies heißt dann z.B. Stammdaten für bestimmte Testszenarien anlegen. So wächst man dann sukzessive in die neue Rolle des SAP®-Beraters hinein. Ganz wichtig ist es, immer ein offenes Ohr und Auge zu haben, für alles, was einem ein gestandener SAP®-Berater mit auf den Weg gibt. Wenn ich als junger SAP®-Berater auf der Suche nach Einsatzmöglichkeiten unterwegs bin, dann sollte ich vorrangig bei großen Consultingunternehmen schauen. Bei diesen Unternehmen ist die Nachfrage nach zertifizierten SAP®-Beratern sehr groß.

Was reizt Sie an ihrer derzeitigen Aufgabe gegenüber dem Trainer-Dasein?
Jede Tätigkeit hat so ihre Reize und Herausforderungen. Als SAP®-Berater reizt es mich, stets für neue Anforderungen Lösungen zu suchen. Da ist Ideenreichtum gefragt. Als SAP®-Trainer fand ich es spannend, jeden einzelnen Teilnehmer der Kursgruppe mitzunehmen. Für mich bestand die Herausforderung darin, mein Wissen so aufzubereiten und rüberzubringen, dass jeder Teilnehmer mitkommt, dies nachvollziehen kann und dann die SAP®-Zertifizierung erfolgreich besteht. Somit haben beide Seiten meines bisherigen SAP®-Daseins spannende Aspekte. An die Zeit des SAP®-Trainerdaseins erinnere ich mich heute noch sehr gern – und bedingt durch mein Profil, werde ich innerhalb der Projekte, wenn notwendig, auch als Trainer eingesetzt.

Was erwartet einen SAP®-Berater auf dem Markt und wie kann er auf sich aufmerksam machen?
Ein SAP®-Berater sollte sich stets offen zeigen – auch hinsichtlich örtlicher Flexibilität. Ohne Reisen geht es nicht. Bei den wenigen Inhouse-Beraterplätzen haben junge SAP®-Berater geringe Chancen. Auch Berater sind nur Menschen und können Fehler machen – dessen muss man sich bewusst sein. Man muss auch mal Kritik einstecken können und bereit sein, an sich zu arbeiten. Was man auch nicht unterschätzen darf, sind Netzwerke. Da ist es ganz besonders wichtig zu überlegen, wie man sein Netzwerk pflegt und weiter ausbaut. Gerade bei Themen, die einem nicht so liegen, kann man über dieses Netzwerk Leute kontaktieren, die einem weiterhelfen. Einzelgänger haben es im SAP®-Umfeld sehr schwer. Im Grunde genommen sollte jeder SAP®-Berater die klassischen Medien nutzen – Socialmedia wie Xing, Twitter und andere. Es ist sinnvoll, in diesen Medien mit Informationen zu sich und seinen Aktivitäten nicht zu geizen.

Wie sehen Sie sich heute? Sind sie zufrieden mit ihrem bisherigen Weg und Ihrer aktuellen Situation?
Ja, das kann ich so sagen, ich bin zufrieden. Ich habe natürlich Zukunftspläne. Aber ich glaube, dass ich mich in dem Gebiet, in dem ich jetzt arbeite, gut etabliert habe. Das heißt, ich habe mir innerhalb der Branche einen Namen gemacht. Natürlich denke ich ab und zu darüber nach, wieder als freiberuflicher SAP®-Berater zu arbeiten. Denn eines steht fest, als etablierter SAP®-Berater kommt man nicht nur weit herum, man kann auch richtig gutes Geld verdienen.