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Jobenrichment

Was ist Jobenrichment?

Jobenrichment, auch als Arbeitsbereicherung bekannt, ist ein Ansatz zur Verbesserung der Arbeitszufriedenheit und Motivation von Mitarbeitenden. Es zielt darauf ab, die Arbeit anspruchsvoller und interessanter zu gestalten, indem zusätzliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten übertragen werden. 

Dabei geht es nicht um eine quantitative Aufstockung der Arbeitslast, wie es beim Jobenlargement der Fall ist, sondern um eine qualitative Erweiterung des Aufgabenspektrums, z. B. die Übertragung von Planungs- und Kontrollaufgaben, mehr Verantwortung oder die Einführung von neuen, komplexeren Aufgaben.

Kurz gesagt: Jobenrichment macht Arbeit anspruchsvoller und somit wieder interessanter für die Mitarbeitenden. Das kann zu einer höheren Arbeitszufriedenheit führen.


Jobenrichment nützt Unternehmen und Mitarbeitenden gleichermaßen.

Jobenrichment kann sowohl für Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden zahlreiche Vorteile bringen. Durch die Erweiterung des Aufgabenbereichs fühlen sich Mitarbeitende stärker in den Arbeitsprozess eingebunden und können ihr Potenzial besser entfalten. Das kann zu erhöhter Arbeitszufriedenheit, Motivation und Produktivität führen. Unternehmen profitieren von einer effizienteren Arbeitsweise und können durch die gesteigerte Bindung ans Team Kosten im Personalbereich einsparen.

So funktioniert Jobenrichment in der Praxis.

Die Umsetzung von Jobenrichment kann in verschiedenen Formen erfolgen. Eine Möglichkeit ist die sogenannte „vertikale“ Arbeitsbereicherung, bei der Mitarbeitende zusätzliche Aufgaben auf höherer Hierarchieebene übernehmen. Eine andere Form ist die „horizontale“ Arbeitsbereicherung, bei der sie zusätzliche, gleichwertige Aufgaben übernehmen. In beiden Fällen ist es wichtig, dass die neuen Aufgaben den Fähigkeiten und Interessen entsprechen.

Hinweis: Damit der Schritt zu mehr Verantwortung gelingt, hilft passende Qualifizierung. Eine Weiterbildung oder Umschulung bereitet dich gezielt auf komplexere Aufgaben vor. Wer den Sprung in die Führung plant, findet in den Weiterbildungen Management und Leadership das passende Rüstzeug.

Jobenrichment braucht die richtige Balance.

Obwohl Jobenrichment viele Vorteile bietet, bringt es auch Herausforderungen mit sich. Eine davon ist die Notwendigkeit, die richtige Balance zwischen neuen Aufgaben und den bestehenden Verantwortlichkeiten zu finden. Eine zu hohe Arbeitsbelastung kann zu Stress führen

Darüber hinaus erfordert Jobenrichment eine sorgfältige Planung und Umsetzung, damit die neuen Aufgaben wirklich zu den Fähigkeiten und Interessen der Mitarbeitenden passen. Auch ihre Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

Lesetipp: Jobenrichment ist nur einer von vielen Begriffen der modernen Arbeitswelt. Im Ratgeber Onboarding, Jobenrichment und mehr – New Work-Vokabular verständlich erklärt findest du die wichtigsten Schlagworte kompakt zusammengefasst.

Jobenrichment, Jobenlargement und Jobrotation: die Unterschiede auf einen Blick.

Alle drei Begriffe zählen zu den klassischen Instrumenten der Personalentwicklung, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze

  • Jobenrichment erweitert die Arbeit qualitativ: Du übernimmst anspruchsvollere Aufgaben, zum Beispiel eigene Budgetverantwortung, und brauchst dafür meist zusätzliche Qualifizierung.
  • Jobenlargement erweitert die Arbeit dagegen quantitativ: Du übernimmst mehr gleichartige Aufgaben, ohne dass dafür in der Regel eine Weiterbildung nötig ist.
  • Jobrotation wiederum verändert die Richtung: Du wechselst für eine gewisse Zeit den Arbeitsplatz, zum Beispiel für drei Monate in den Einkauf, und gewinnst so einen Blick über den Tellerrand.

Gut zu wissen. Die drei Konzepte haben unterschiedliche Wurzeln. Jobenrichment geht auf den Psychologen Frederick Herzberg zurück, der Ende der 1950er Jahre herausfand, dass echte Motivation erst durch Verantwortung, Anerkennung und Entwicklungschancen entsteht und nicht allein durch Gehalt oder gute Arbeitsbedingungen. Jobenlargement gab es bereits vorher; Herzberg grenzte sein Konzept bewusst davon ab. Jobrotation ist noch älter und wurde erstmals 1951 von den Organisationsforschern Eric Trist und Ken Bamforth beschrieben.


Jobenrichment: Häufig gestellte Fragen (FAQ).

Werden durch Jobenrichment auch die Gehälter der Mitarbeitenden erhöht?

Jobenrichment zielt in erster Linie auf die qualitative Verbesserung der Arbeit ab und nicht unbedingt auf eine Gehaltserhöhung. Allerdings kann eine erfolgreiche Umsetzung dazu führen, dass du wertvoller für das Unternehmen wirst und dadurch möglicherweise auch mehr verdienst. Zusätzliche Verantwortung ist außerdem ein gutes Argument, wenn du das Thema Gehalt selbst ansprechen möchtest.

Kann Jobenrichment auch in kleinen Unternehmen umgesetzt werden?

Ja, Jobenrichment kann in Unternehmen jeder Größe umgesetzt werden. Gerade in kleinen Teams ergeben sich oft ganz natürlich Gelegenheiten, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wichtig ist eine sorgfältige Planung, damit die neuen Aufgaben zu den Fähigkeiten und Interessen der Mitarbeitenden passen.

Was ist der Unterschied zwischen Jobenrichment und Jobrotation?

Während Jobenrichment das Aufgabenspektrum einer Person inhaltlich erweitert, geht es bei Jobrotation darum, verschiedene Positionen innerhalb des Unternehmens auszuprobieren. Jobenrichment vertieft also die eigene Rolle, Jobrotation verbreitert den Blick über den Tellerrand. Beide Ansätze können zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit beitragen.

Kann Jobenrichment die Mitarbeiterbindung verbessern?

Ja, durch Jobenrichment fühlen sich Mitarbeitende stärker in den Arbeitsprozess eingebunden, was zu höherer Arbeitszufriedenheit und damit zu einer stärkeren Bindung an das Unternehmen führen kann. Wer im Job wachsen kann, sucht seltener nach neuen Perspektiven außerhalb.

Wie kann man feststellen, ob Jobenrichment erfolgreich war?

Der Erfolg lässt sich an verschiedenen Faktoren messen, darunter die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, ihre Produktivität und die Bindung an das Unternehmen. Eine regelmäßige Überprüfung dieser Faktoren hilft dabei, die Wirksamkeit zu bewerten. Auch offene Feedbackgespräche liefern wertvolle Hinweise, ob die neuen Aufgaben wirklich passen.

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