Was ist ein Learning Management System?
Ein Learning Management System, kurz LMS, ist eine Software, mit der Unternehmen, Hochschulen und Bildungsanbieter digitale Lernangebote zentral bereitstellen und verwalten. Lernende können darüber beispielsweise Kurse bearbeiten, Materialien abrufen oder Tests absolvieren. Lehrende und Administrator organisieren Inhalte, Nutzer, Termine und Lernfortschritte an einem zentralen Ort.
Beispiel: Ein Unternehmen stellt zwanzig neue Mitarbeitende ein. Die Personalabteilung verschickt die Einarbeitungsunterlagen nicht per E-Mail und führt auch keine Teilnahmelisten in Tabellen. Sie legt stattdessen einen Onboarding-Kurs im LMS an. Alle arbeiten die Module in ihrem eigenen Tempo durch, und das System meldet automatisch, wer fertig ist.
Ein LMS kann sowohl für reines E-Learning als auch für Lernformen wie Blended Learning eingesetzt werden.
Kurz gesagt: Ein Learning Management System ist die digitale Schaltzentrale, über die Lernangebote organisiert, durchgeführt und ausgewertet werden.
Learning Management Systeme erleichtern Weiterbildung im Berufsalltag.
Unternehmen nutzen LMS zum Beispiel für das Onboarding neuer Mitarbeitender, Pflichtschulungen oder interne Weiterbildungen. Das System stellt die benötigten Inhalte bereit und dokumentiert, wer eine Schulung begonnen oder abgeschlossen hat.
Auch Tests lassen sich darüber durchführen und teilweise automatisch auswerten. So sinkt der Verwaltungsaufwand und Unternehmen behalten leichter den Überblick über Schulungen und Lernfortschritte ihrer Mitarbeitenden.
Lesetipp: Wie digitales Lernen in der Praxis aussehen kann und warum es weit mehr ist als das selbstständige Anschauen von Videos, zeigt der Ratgeber Digitales Lernen – so einfach geht es.
Ein LMS übernimmt vier zentrale Aufgaben.
Der genaue Funktionsumfang unterscheidet sich von System zu System. Die meisten Learning Management Systeme decken jedoch mehrere grundlegende Bereiche ab:
- Kurse und Lerninhalte verwalten. Lehrende oder Administrator:innen können Kurse anlegen, Inhalte strukturieren und Materialien wie Texte, Videos, Präsentationen oder Aufgaben bereitstellen.
- Nutzer:innen und Zugriffsrechte organisieren. Ein LMS kann verschiedene Rollen für Lernende, Lehrende und Verantwortliche vergeben. So lässt sich festlegen, wer auf bestimmte Inhalte zugreifen oder diese bearbeiten darf.
- Lernfortschritte dokumentieren. Das System kann festhalten, welche Inhalte bereits bearbeitet, welche Aufgaben abgegeben oder welche Tests bestanden wurden. So werden Lernfortschritte nachvollziehbar.
- Austausch und Zusammenarbeit ermöglichen. Je nach Plattform stehen zusätzliche Funktionen wie Nachrichten, Foren, Kalender, Videokonferenzen oder interaktive Übungen zur Verfügung.
Moderne LMS lassen sich außerdem häufig mit anderen digitalen Anwendungen verbinden, wie interaktive Lernumgebungen. Bei WBS TRAINING lernen Teilnehmende beispielsweise im WBS LearnSpace 3D®, wo sie sich als Avatare begegnen, miteinander kommunizieren und gemeinsam an Aufgaben arbeiten.
Learning Management System: Häufig gestellte Fragen (FAQ).
Worin unterscheidet sich ein LMS von einem einfachen Onlinekurs?
Ein Onlinekurs ist ein konkretes Lernangebot, beispielsweise mit Videos, Texten, Übungen und Tests. Ein Learning Management System ist dagegen die technische Plattform, über die viele verschiedene Kurse und Nutzer:innen zentral organisiert werden können. Es verwaltet unter anderem Zugänge, Lernmaterialien und Bearbeitungsstände. Ein Onlinekurs kann deshalb innerhalb eines LMS angeboten werden, benötigt aber nicht zwingend ein solches System.
Brauchen kleine Unternehmen wirklich ein LMS?
Das hängt vor allem davon ab, wie häufig Mitarbeitende geschult werden und wie viel dabei organisiert werden muss. Wer regelmäßig neue Mitarbeitende einarbeitet, Pflichtschulungen durchführt oder Weiterbildungen dokumentieren muss, kann von einem LMS auch in einem kleineren Unternehmen profitieren. Besonders hilfreich ist die zentrale Übersicht darüber, wer welche Schulung bereits abgeschlossen hat. Bei einem kleinen Team mit nur wenigen Schulungen pro Jahr kann dagegen eine einfachere Lösung ausreichen.
Was kostet der Einsatz eines Learning Management Systems?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter und Funktionsumfang deutlich. Es gibt beispielsweise kostenlose Open-Source-Systeme wie Moodle, bei denen jedoch Aufwand für Einrichtung, Anpassung und Wartung entstehen kann. Kommerzielle Cloud-Lösungen werden häufig abhängig von der Zahl der Nutzer:innen oder den benötigten Funktionen abgerechnet. Deshalb sollten Unternehmen neben dem eigentlichen Preis auch Kosten für Einführung, Betreuung und technischen Support berücksichtigen.
Können Teilnehmende auch mobil auf ein LMS zugreifen?
Viele moderne Learning Management Systeme sind für Smartphones und Tablets optimiert oder bieten zusätzlich eine eigene App an. Lernende können dadurch beispielsweise Texte lesen, Videos ansehen oder kleinere Aufgaben unterwegs bearbeiten. Wie gut das funktioniert, hängt jedoch von den jeweiligen Lerninhalten ab. Umfangreiche Anwendungen, Simulationen oder bestimmte Übungen lassen sich an einem größeren Bildschirm häufig komfortabler nutzen.
Wie steht ein LMS zum Datenschutz?
Ein Learning Management System verarbeitet häufig personenbezogene Daten wie Namen, Kursaktivitäten, Bearbeitungsstände oder Prüfungsergebnisse. Deshalb müssen die geltenden Datenschutzvorgaben eingehalten und Zugriffsrechte klar geregelt werden. Unternehmen und Bildungsanbieter sollten außerdem prüfen, welche Daten tatsächlich benötigt werden, wie lange sie gespeichert werden und wo die Daten verarbeitet werden. Bei Cloud-Systemen spielt deshalb auch die Auswahl des Anbieters und des Serverstandorts eine wichtige Rolle.