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Bildung und Förderung

Pflegedienstleitung werden: Dein Weg von der Pflegefachkraft zur Führungskraft.


Lächelnder Mann mit gestreiftem Hemd hält Schild mit der Aufschrift 'Wohngemeinschaft für außerklinische Intensivpflege' in den Händen
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Das Wichtigste in Kürze:
  • Pflegedienstleitung kannst du mit einer berufsbegleitenden Weiterbildung werden, wenn du bereits ausgebildete Pflegefachkraft bist und zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen kannst.
  • Die Bildungsmaßnahme gilt als Aufstiegsfortbildung und kann durch Aufstiegs-BAföG und weitere Förderungen finanziell unterstützt werden.
  • Wenn du einen passenden Kurs findest, lässt sich eine Weiterbildung dank Online-Unterricht gut mit Familie und Beruf vereinbaren.
  • Alle Schritte zur PDL-Weiterbildung sowie Voraussetzungen und Perspektiven plus Antworten auf die häufigsten Fragen zur Pflegekarriere.

Narcis hat zwei Kinder im Vorschulalter, baut zu Hause gerade um, macht jeden Tag Sport und liebt seinen Job als Fachbereichsleitung und Regionalleitung in einer Intensivpflege-Wohngruppe mit angeschlossener mobiler Pflege. Wie schafft er da noch eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung? Das erzählt er hier.

Du erfährst in diesem Ratgeber alles über die PDL-Weiterbildung. PDL ist übrigens die gängige Abkürzung für Pflegedienstleitung. Das Beste: Du bekommst hier einen Erfahrungsbericht aus erster Hand. Wenn du in der Pflege arbeitest und dich fragst, wie und wann du deine Karriere voranbringen kannst, lies jetzt unbedingt weiter.

Tipps von Narcis: Pflegedienstleitung werden in 5 Schritten.
  1. Recherchiere Bildungsangebote, die in dein Leben passen: Achte auf die Bezeichnung Teilzeit oder berufsbegleitend, wenn du bereits arbeitest.
  2. Lasse dich beraten, überprüfe deinen Kalender und stimme dich mit deiner Familie ab: Wann findet Blockunterricht statt, welcher Wochentag ist der Lerntag, wann sind Prüfungen. 
  3. Sprich mit deinem Arbeitgeber: Bekommst du finanzielle Unterstützung? Kannst du die Lerntage wahrnehmen?

    Alternativ: Bist du arbeitslos, dokumentiere deine Recherche und sprich mit dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit über deinen Plan. Bitte um einen Bildungsgutschein.

  4. Beantrage Aufstiegs-BAföG oder finde weitere Fördermöglichkeiten. Frage die Bildungsanbieter deiner Wahl nach Tipps. Kläre die Übernahme der verbleibenden Kosten. Viele Bildungsträger bieten Ratenzahlung an.
  5. Starte die Weiterbildung und schmiede Karrierepläne – du wirst jetzt Führungskraft!

PDL-Weiterbildung berufsbegleitend und online: Lernen neben Beruf, Familie und Alltag.

Narcis Duraković mag Herausforderungen und geht positiv an die Dinge heran. Um Beruf, Familie, Alltag und Weiterbildung unter einen Hut zu bringen, profitiert er von der Digitalisierung: Er absolviert die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung berufsbegleitend und online. In seinem Fall bedeutet das:

  • Einen Tag pro Woche Live-Online-Unterricht über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten.
  • Feste Lerngruppe, lebhafter Austausch untereinander und motivierte Fachtrainer:innen.
  • Innerhalb der sechs Monate gibt es zweimal eine Woche Blockunterricht.
  • Das Praktikum kann im eigenen Betrieb abgeleistet werden.

Das Onlineformat ermöglicht Narcis maximale Flexibilität. Ist der gebürtige Kroate zu Besuch bei der Familie, kann er über sein Notebook auch mal auf dem Balkon unter dem Sonnenschirm am Unterricht teilnehmen. Die Selbstlernphasen legt er sich gelegentlich auf den Abend, wenn die Kinder im Bett sind.

Lachender Mann in schwarzem T-Shirt joggt auf einem Fußballfeld

An den Präsenztagen kann man sich online im Plenum austauschen. Ich sitze in Waldkraiburg, jemand anderes in Dresden oder in Berlin. Trotz der Entfernung entsteht eine richtige Bindung untereinander, ich kann mir vorstellen, den Kontakt auch künftig zu halten, Erfahrungen zu teilen oder sich mal zu besuchen.

Narcis Duraković

Fachbereichsleitung und Regionalleitung, Ambulanter & Intensivpflegedienst Maria Schnee

Wichtige Zutaten für eine PDL-Weiterbildung: Motivation und Unterstützung.

Seit 11 Jahren lebt Narcis in Deutschland und arbeitet seitdem in der Pflege, die letzten fünf Jahre als Fachbereichsleitung. Er hat zunehmend mehr Verantwortung in seiner Pflegeeinrichtung übernommen und es war an der Zeit, seine praktische Erfahrung mit der passenden Weiterbildung zu ergänzen. Bei seiner Begeisterung für den Pflegeberuf und seinem Bestreben, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, war das eine naheliegende Entscheidung, und sein Arbeitgeber unterstützt ihn gern auf seinem Weg. Belohnt wird die Pflegeeinrichtung mit einer hoch motivierten und empathischen Führungskraft:

Mein wichtigster Aha-Moment war die Erkenntnis, dass gute Führung nicht darin besteht, für jede Situation die passende Antwort zu haben. Vielmehr geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen und die Kolleg:innen zum eigenständigen Denken und Handeln zu befähigen.
Ich möchte inspirieren, motivieren, fördern, unterstützen – für ein langfristig starkes Team und positive Harmonie. Im Pflegealltag kann das dazu beitragen, dass alle ihre Kompetenzen noch besser bei der Arbeit einbringen können, sich wertgeschätzt fühlen und Veränderungen aktiver mitgestalten.

Wie finanziert man eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung?

Die Ausbildung zur Pflegedienstleitung gilt in der Regel als Aufstiegsfortbildung. Schließlich bereitet sie Narcis auf einen bedeutenden Karriereschritt vor – er wird eine Führungsposition einnehmen. Er hat ja bereits eine abgeschlossene Ausbildung zum Pflegefachmann, bringt also jahrelange Berufserfahrung mit. Damit ist er berechtigt, Aufstiegs-BAföG zu beantragen und so 50 % der Kosten zu decken. Die verbleibenden Kosten konnte er sich mit seinem Arbeitgeber teilen. 

Mein Ziel ist es, die Führungsaufgaben, die mich betreffen, noch professioneller wahrzunehmen. Die offenen Fragen, Unklarheiten und Prozesse noch effizienter zu gestalten. Mein Arbeitgeber hat mein Entwicklungspotenzial erkannt und gibt mir den Freiraum, mich weiterzuentwickeln. Ich werde dabei jederzeit unterstützt und erhalte Rückhalt und Vertrauen – dafür bin ich sehr dankbar.

Gut zu wissen: Einige Bundesländer bieten weitere Fördermöglichkeiten für den beruflichen Aufstieg. Für eine schnelle Recherche probiere den Fördernavigator auf dem MeinNOW-Portal der Bundesagentur für Arbeit

Und noch ein Tipp: Eigene Ausgaben für berufliche Bildung kannst du in deiner Steuererklärung geltend machen.

Alles über die staatliche Förderung für Menschen, die beruflich weiterkommen möchten, liest du übrigens hier: Aufstiegs-BAföG. Du findest dort sogar eine Checkliste für die Schritte zum BAföG.

Was macht eine Pflegedienstleitung eigentlich?

Mit deinem Abschluss als Pflegedienstleitung bist du qualifiziert, um Leitungsaufgaben in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen zu übernehmen. 

  • Du leitest dein Team oder eine ganze Abteilung und kümmerst dich um die Entwicklung deiner Mitarbeitenden.
  • Du koordinierst Personaleinsätze und sorgst für einen reibungslosen Ablauf im Pflegealltag. 
  • Du kontrollierst Pflegeprozesse und sicherst die Qualität der Pflege. 
  • Du kommunizierst verlässlich und zugewandt mit Angehörigen und Patient:innen.
  • Du übernimmst Budgetverantwortung und sorgst für Rechtssicherheit.

Pflegedienstleitung ist eine verantwortungsvolle und sinnstiftende Tätigkeit mit Zukunft.

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Lachender Mann in schwarzem T-Shirt joggt auf einem Fußballfeld

Unser Beruf ist wirklich einzigartig. Er gibt uns täglich so viele schöne Momente. Durch Bürokratie wird manchmal vergessen, wie schön unser Beruf eigentlich ist. Es bewegt mich auf jeden Fall; ich gehe mit großer Freude zur Arbeit, weil ich von meinen Patient:innen immer Feedback bekomme. Ich versuche, schöne Worte für sie zu finden, baue Vertrauen auf. Obwohl die stark beeinträchtigt sind, zeigen sie ihre Freude oder dass sie Gänsehaut bekommen. Ich gebe mein Bestes, um sie zu unterstützen, ihnen zuzuhören, sie zu verstehen und Hilfe anzubieten. Respekt, offene Kommunikation und Zusammenhalt sind mir wichtig.

Narcis Duraković

Fachbereichsleitung und Regionalleitung, Ambulanter & Intensivpflegedienst Maria Schnee

Welche Voraussetzungen brauchst du, um Pflegedienstleitung zu werden?

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pflegefachkraft und mindestens zwei Jahren Berufserfahrung bringst du wichtige Voraussetzungen mit, um verantwortliche Pflegefachkraft nach § 71 SGB XI zu werden. Dieser Paragraf im elften Sozialgesetzbuch regelt den Pflegebetrieb und dessen Abrechnung in Deutschland.

Die exakten Voraussetzungen variieren je nach Bundesland. Deine lokalen Weiterbildungsanbieter sind im Thema und beraten dich gern dazu. Du solltest außerdem bereit sein, Verantwortung für ein Team oder eine Fachabteilung zu übernehmen. Dazu gehören kommunikative Fähigkeiten ebenso wie ökonomisches Verständnis und Leidenschaft für deinen Beruf. Hier nochmal auf einen Blick:

Voraussetzungen für den Weg zu Pflegedienstleitung.

  • Abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft oder Heilerzieher:in, Heilerziehungspfleger:in
  • Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung innerhalb der letzten acht Jahre
  • Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme für leitende Funktionen mit mindestens 460 Unterrichtsstunden
  • Staatlich anerkanntes Zertifikat für bestandene Prüfung als verantwortliche Pflegefachperson nach § 71 SGB XI 
  •  Hinweis: Bitte beachte, dass es je Bundesland abweichende Regelungen für die Teilnahmevoraussetzungen geben kann. Sprich uns an, wir beraten dich gern.

Hier findest du Informationen und passende Weiterbildungen rund um das Thema Pflegedienstleitung oder Praxisanleitung.

Wieviel verdient eine Pflegedienstleitung?

Deine Erfahrung und zusätzliche Weiterbildung sollen sich auch lohnen. Gut, dass sich die Lohnentwicklung in der Pflegebranche positiv zeigt.* Der Verdienst einer ausgebildeten Pflegedienstleitung variiert je nach Bundesland, Organisation und Berufserfahrung. Grobe Orientierung gibt dir ein Blick in den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Dort ist das mittlere monatliche Vollzeit-Bruttoentgelt (Median) für Deutschland mit 5.232 angegeben, Stand: Sommer 2026.

*Bundesregierung – Aktuelles: Mehr Geld für Pflegekräfte.

Als Pflegedienstleitung bist du auch Teamcoach.

Als Führungskraft wird Narcis mehr Zeit am Schreibtisch verbringen und weniger Zeit im direkten Patient:innenkontakt. Seine Zuwendung und Begeisterungsfähigkeit wird er in seinem Team geben, und damit schließt sich für ihn ein Kreis: Sein Vater war Profifußballer in Bosnien, Kroatien und Slowenien. Auch Narcis strebte zunächst als junger Mann eine Profikarriere im Fußball an.

Früher hatte ich große Träume im Sport. Heute arbeite ich in der Pflege – und ich kann mit Überzeugung sagen, dass dies die beste Entscheidung meines Lebens war.

In seiner Führungsrolle begleiten ihn die Themen von damals auf dem Platz: die eigenen Grenzen erkennen, gegenseitiger Respekt und die Aufgabe, für das Team ein Vorbild zu sein, die anderen zu inspirieren und sie zu unterstützen.

Fazit: Eine Karriere in der Pflege ist vielseitig und spannend.

Narcis sagt dazu: 

Die PDL-Weiterbildung eröffnet mir viele neue Perspektiven. Sie hat meine Fähigkeiten in den Bereichen Planung, Organisation, Zielsetzung und Zeitmanagement deutlich verbessert. Für mich ist sie kein Endpunkt, sondern der Beginn eines neuen Weges: Ich möchte mich auch künftig weiterentwickeln und kann mir sehr gut vorstellen, später als Dozent in der Erwachsenenbildung tätig zu sein.

Karrierewege nach der PDL-Weiterbildung.

Ambulante oder mobile Pflege, Pflegeheim oder Krankenhaus: Du kannst überall arbeiten. Mit dieser Weiterbildung bekommst du Jobsicherheit und wirst zur begehrten Führungskraft. Positionen als PDL, Wohnbereichsleitung, Stationsleitung oder Einrichtungsleitung warten auf dich. Deine Karriere ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Du könntest dich in Richtung Gesundheitsmanagement orientieren. Oder du widmest dich der Ausbildung junger Menschen in der Pflegebranche. Auch den Schritt in die Selbstständigkeit kannst du wagen und deinen eigenen Pflegedienst eröffnen. 

Narcis sagt: 

Allen, die über eine Weiterbildung nachdenken, kann ich nur Mut machen. Weiterbildung bedeutet persönliche Entwicklung, neue Perspektiven, wertvolle Erfahrungen und die Möglichkeit, viele inspirierende Menschen kennenzulernen und voneinander zu lernen. Holt euch Hilfe und Beratung. Meine Schwester hat mir geholfen, der Sachbearbeiter im Landratsamt war großartig und sehr hilfsbereit, und auch die Beratung durch WBS TRAINING hat mich vorangebracht.

Du willst mehr über Berufe in der Gesundheitsbranche und die großartigen Karrierechancen erfahren? Dann lies jetzt hier weiter: Berufe im Gesundheitswesen – deine Zukunft mit Sinn.

FAQ: Häufige Fragen zu Pflegedienstleitung werden.

Verfügst du über einen Berufsabschluss als Pflegefachkraft und bringst Berufserfahrung mit, dann kannst du innerhalb weniger Monate eine berufsbegleitende PDL-Weiterbildung absolvieren. So bereitest du dich neben der Arbeit auf deinen nächsten Karriereschritt vor.

Nach einer PDL-Weiterbildung bei einem anerkannten Bildungsträger erhältst du ein staatlich anerkanntes Zertifikat. Voraussetzung: Du bist bereits ausgebildete Pflegefachkraft und kannst mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Das variiert je nach Bildungsanbieter und Bundesland und hängt außerdem davon ab, ob du dich in Vollzeit oder neben dem Beruf weiterbildest. Es sind mindestens 460 Unterrichtseinheiten erforderlich. Zum Beispiel dauert die berufsbegleitende PDL-Weiterbildung bei WBS TRAINING etwa sechs Monate. Sie umfasst einen Unterrichtstag pro Woche und zwei Wochen Blockunterricht.

Ja, viele Bildungsanbieter bieten Live-Online-Unterricht an. Die erforderlichen Praxisstunden können meist im eigenen Betrieb abgeleistet werden.

Beide Begriffe meinen dieselbe Position. Pflegedienstleitung oder PDL ist der umgangssprachliche Begriff, bei dem alle wissen, was gemeint ist. Verantwortliche Pflegefachkraft ist eher Verwaltungssprache und die offizielle, gesetzliche Bezeichnung nach § 71 des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI) für diese Position.

Der Weg zur ausgebildeten Pflegedienstleitung lohnt sich für alle, die in der Pflege Karriere machen möchten, keine Angst vor Verantwortung und Schreibtischarbeit haben und Kommunikationstalent mitbringen. Kurz: Die PDL-Weiterbildung ist der richtige Schritt auf dem Weg zur Führungskraft im Pflegebereich.