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Bildung und Förderung

Was passiert beim Coaching? Eine Coachin erklärt den Ablauf in der Praxis.


Zwei Frauen sitzen sich gegenüber, eine lächelt und hält einen Stift und ein Notizbuch
Das Wichtigste in Kürze:
  • Im Coaching stehst du im Mittelpunkt und findest deine eigenen Lösungen – mit strukturierter und herzlicher Begleitung.
  • Du entscheidest, welches Thema du betrachten möchtest. Meist eine Veränderung, ein Umbruch, ein Konflikt oder eine Entscheidung.
  • Die Coach:in hört zu und stellt gezielte Fragen. Coaching funktioniert auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt. Deine Themen werden absolut vertraulich behandelt.
  • Coaching stärkt dein Selbstbewusstsein, macht dir deine Stärken bewusst und kann dir Klarheit verschaffen. Mit Förderung durch das Jobcenter kann Coaching für dich kostenfrei sein.

Du weißt nicht genau, ob Coaching zu dir passt, ob du konkrete Fragen mitbringen sollst und was eigentlich von dir im Coaching erwartet wird? Das verstehe ich gut und erlebe häufig, dass Menschen sehr aufgeregt oder nervös sind, wenn sie zum ersten Mal zu mir ins Coaching kommen. Deshalb erkläre ich hier aus meiner langjährigen Erfahrung, was Coaching wirklich bedeutet und wie es abläuft. Du bekommst hier Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Coaching.

Was ist Coaching – kurz erklärt aus Sicht einer Coachin.

Coaching bedeutet, mit strukturierter Begleitung eigene Lösungen zu entwickeln und konkrete nächste Schritte zu planen. Im Coaching stehst du mit deinen Bedürfnissen und Fragen im Mittelpunkt. Mit professioneller Unterstützung gewinnst du Klarheit über deine Situation. Eine Coach:in gibt nicht einfach Antworten vor, sondern stellt Fragen, ordnet, spiegelt und lässt dich so deine Stärken und Möglichkeiten entdecken und aktivieren.

Porträt von Claudia Adrian, Autorin für WBS TRAINING

Beim ersten Termin sind meine Coachees oft aufgeregt. Dabei ist jedes Coaching ein absoluter Safe Space und ich sage ihnen: Diese Zeit gehört dir. Du entscheidest, womit du weiterkommen möchtest, und ich begleite dich dabei.

Claudia Adrian

Referentin und Coachin, WBS TRAINING SE

Wann Coaching sinnvoll ist.

Generell kann Coaching immer dann sinnvoll sein, wenn Veränderung ansteht. Wenn du mit einer Entscheidung nicht weiterkommst oder ein Konflikt dich belastet oder auch wenn du Orientierung benötigst, unterstützt Coaching dich dabei, Klarheit zu finden und gestärkt auf dein Ziel zuzugehen. In diesen Situationen begleite ich meine Coachees bei WBS TRAINING:

  • Berufliche Neuorientierung und Wiedereinstieg, etwa nach einer Auszeit
  • Jobsuche, Bewerbungsphase
  • Unsicherheit nach Jobverlust
  • Schritt in die Selbstständigkeit
  • Konflikte oder Blockaden im Privaten oder im Beruf

Was Coaching nicht ist.

Zur Einordnung hilft auch die Abgrenzung, denn Coaching kann sehr viel bewegen, ist aber kein Allheilmittel. Coaching ist …

  • keine Therapie
  • kein reines Bewerbungstraining
  • keine klassische Beratung mit fertigen Lösungen
  • keine Wissensvermittlung wie im Kurs

Wie läuft ein Coaching konkret ab?

Jedes Coaching folgt einer klaren Struktur. Darauf zu achten, ist meine Aufgabe als Coachin. Dabei ist immer genug Raum und Zeit, um auch mal alles rauszulassen, Gefühle zu zeigen oder zusammen zu lachen. Alles, was im Coaching besprochen wird, bleibt unter uns. So sieht ein beispielhafter Ablauf aus:

Schritte Inhalt
1.  Erstgespräch: Wir lernen uns kennen und sprechen locker miteinander, sodass du dich wohl fühlst.
2.  Zielklärung: Du definierst, wofür du dein Coaching nutzen möchtest und was du erreichen willst. Wir besprechen, wie ich dich dabei unterstützen kann.
3.  Analyse der Ausgangssituation: Wir betrachten deine Situation im Zusammenhang deines Lebens.
4.  Stärken, Ressourcen und Hindernisse erkennen: Was hält dich auf, was bringst du mit, worauf kannst du zurückgreifen?
5.  Lösungswege entwickeln: Durch meine Fragen entdeckst du Möglichkeiten. Wir üben Gespräche oder probieren technische Dinge gemeinsam aus.
6.  Konkrete Schritte planen: Du nimmst deine Situation in die Hand und weißt genau, was du wann und wie tun wirst.
7.  Reflexion und Anpassung: Wir betrachten deine Schritte, du lernst durch Reflexion und gehst gestärkt auf dein Ziel zu.

Was macht eine Coach:in im Gespräch?

Als Coachin stelle ich gezielte Fragen und höre zu. Erzählen bedeutet ja, Dinge auszusprechen, ihnen nachzulauschen, sie zu überprüfen und vielleicht zu verändern – oder zu bestätigen. Durch meine Fragen gebe ich meinem Coachee Impulse und biete auch mal eine neue Perspektive an: 

  • Was könntest du in einer schwierigen Situation anders machen, als die vielen Male vorher? Was würde wohl passieren? 
  • Wie würde deine beste Freundin dich beschreiben? 
  • Wofür könnte diese eine Eigenheit von dir gut sein?

So können wir gemeinsam Muster entdecken oder deinen Blick auf dich selbst weiten.

Ich gebe auch Feedback und spiegle dir, welche Stärken ich wahrnehme, wenn du sie selbst gerade aus dem Blick verloren hast. Bei praktischen Dingen wie Bewerbung schreiben oder ein entscheidendes Gespräch vorbereiten bin ich deine Sparringspartnerin. Wir navigieren durch digitale Systeme oder üben mit verteilten Rollen. 

Gerade im Bewerbungsprozess unterstütze ich meine Coachees auch beim sinnvollen Einsatz digitaler Werkzeuge und Künstlicher Intelligenz. KI ist längst in vielen großen Personalabteilungen im Einsatz. Ich informiere mich deshalb regelmäßig, worauf es zu achten gilt.

Hier liest du übrigens alles über das Bewerbungsschreiben mit und für KI. Und hier erfährst du, wie du einen modernen Lebenslauf für die KI lesbar machst und dir dabei auch von Künstlicher Intelligenz helfen lässt.“

Der Kern des Coachings: Bestandsaufnahme und Orientierung.

Im Zentrum jedes Coachings stehen drei einfache Fragen für meinen Coachee:

  • Wer bin ich?
  • Was will ich?
  • Was kann ich?

Um das klar zu beantworten, muss oft ganz viel erzählt werden. Beschrieben, hinterfragt, verworfen und neu formuliert werden. Dafür ist Zeit. Manchmal hilft auch ein Arbeitsblatt, das ausgefüllt wird, um die Gedanken zu strukturieren. Mein übergeordnetes Ziel im Coaching ist es, dir ein Bewusstsein für deine Stärken, Fähigkeiten und Talente zu geben. Im Coaching nennt man das auch Ressourcen – sie sind dein Schatz, aus dem du schöpfen kannst. Durch den Trubel des Lebens, durch Kritik oder Herausforderungen geht uns manchmal der Blick für die eigenen Ressourcen verloren.

Porträt von Claudia Adrian, Autorin für WBS TRAINING

Im Coaching machst du eine Bestandsaufnahme all dessen, was du dir in deinem Leben angeeignet hast. Keine Sorge, hier geht es nicht um Abschlüsse oder Zertifikate. Auch wenn du keinen Abschluss hast, wirst du staunen, was du schon mitbringst. Wenn du deinen Ressourcenschatz vor Augen hast, geht es meist darum, dich und deine Fähigkeiten in die Form einer Bewerbung zu bringen. Oder du möchtest dein Selbstbewusstsein stärken und üben, in schwierigen Gesprächen für dich einzustehen. Oder deine Unsicherheit nach einer langen Karriere, die plötzlich endet, überwinden. Dann unterstütze ich dich einerseits dabei, dir deine Kompetenzen bewusst zu machen. Und wir werden deine Skills aus der Vergangenheit auf die Anforderungen der Zukunft übertragen.

Claudia Adrian

Referentin und Coachin, WBS TRAINING SE

Coaching mit AVGS: Was bedeutet das in der Praxis?

Die Abkürzung AVGS steht für den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Den kannst du von deinem Jobcenter erhalten, wenn klar ist, dass ein Coaching deine Job-Chancen verbessern kann. Das kann nach einer längeren Auszeit der Fall sein, bei Langzeitarbeitslosigkeit oder nach einer Reha-Maßnahme. Auch wenn es bei dir im Privaten große Herausforderungen gibt, die dich bei der Jobsuche bremsen, kann ein Coaching dich weiterbringen.

Die Agentur für Arbeit übernimmt dann die Kosten für ein Coaching, in der Regel für zehn Einheiten. Wenn klar wird, dass du von weiteren Einheiten profitieren wirst, kann mehr beantragt werden. Hier liest du alles über den AVGS und wie du ihn bekommst: Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein.

Gibt es ein festgelegtes Ziel bei gefördertem Coaching?

Das übergeordnete Ziel bei einem Coaching, das mit einem AVGS gefördert wird, ist deine Arbeitsaufnahme. Die Agentur bezahlt dein Coaching, damit du erfolgreich eine neue Stelle findest. In diesem Rahmen begleite ich dich nach deinen Bedürfnissen. Wir definieren vor jeder Coachingsitzung dein persönliches Ziel; das kann eine Bestandsaufnahme deiner Fähigkeiten sein, oder wir üben eine Gesprächssituation, arbeiten an deiner Bewerbung oder betrachten Verhaltensmuster, die dich ausbremsen.

Du bist dir sicher, ein Coaching würde dich voranbringen, aber du weißt nicht, wie du an Förderung kommst?

Sprich mit uns, wir beraten dich gern, kostenfrei und unverbindlich.

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Häufige Fragen an Claudia über Coaching.

Du musst vor einem Coaching nichts vorbereiten und kannst alles, was dich bewegt, auch ungeordnet vortragen. Ich begleite dich bei der Zielklärung so lange, bis sie für dich passt.

Ein Coaching ist keine Beratung, ich sage dir also nicht, wie du dein Leben aus meiner Sicht leben könntest. Das weißt nur du und wir finden es gemeinsam heraus. Bei praktischen Dingen aber, wie Bewerbung schreiben mit Künstlicher Intelligenz, oder dem Sichten und Auswählen von Stellenangeboten, teile ich mein Fachwissen gern mit dir.

Nein, alle Menschen können von Coaching profitieren. Ob Karrierefragen und das Hineinfinden in eine neue Rolle bei einer Führungskraft oder Schritte aus der Langzeitarbeitslosigkeit einer alleinerziehenden Mutter – ein wohlwollendes Gegenüber kann in jeder Lebenslage unterstützen.

Es kann sein, dass du auch unangenehme Themen besprechen möchtest. Eine gute Coach:in wird dir das Sprechen über bedrückende Dinge wie Arbeitslosigkeit, Schulden, Kündigung oder persönliche Scham respektvoll, empathisch und wertfrei ermöglichen. Solltest du dich dennoch während des Coachings unwohl fühlen, sage das sofort. Deine Coach:in wird alles dafür tun, dass die Situation wieder angenehm wird. Deshalb lautet die Antwort: Coaching ist nicht unangenehm – im Gegenteil, es ist deine Zeit und deine Verantwortung, ein Coaching voll für dich zu nutzen.

Das ist überhaupt nicht schlimm und sogar spannend. Denn genau dafür ist deine Coach:in ja da. Niemand weiß in jeder Situation immer genau, was zu tun ist. Aber im gemeinsamen Reflektieren öffnet sich meist ein neuer Blickwinkel. Coaching ist keine Prüfung und es gibt keinen Performancedruck. Du darfst auch mal ratlos sein.

Es geht um dich, deinen Weg, deine Fähigkeiten – Coaching ist im besten Fall sehr persönlich. Aber in einem guten Coaching werden deine Grenzen zu jeder Zeit respektiert. Nur du entscheidest, was du teilen möchtest, und kannst jederzeit eine Antwort lieber für dich behalten. Die Frage kannst du ja trotzdem mitnehmen. Außerdem wird nichts, was im Coaching besprochen wird, mit Dritten geteilt, es sei denn, du möchtest das.

Claudias Fazit: Woran du gutes Coaching erkennst.

In einem guten Coaching begegnen sich Coach:in und Coachee auf Augenhöhe. Es gibt keine Manipulation, kein Machtgefälle und keine Abhängigkeit. Ich begegne meinen Coachees mit viel Respekt für ihren Lebensweg, Neugier und Empathie. Gern teile ich mein Fachwissen über technische Dinge wie digitale Tools, den Einsatz von KI oder den aktuellen Stellenmarkt. Aber den persönlichen Lösungsweg entwickelt jede:r selbst – ich begleite und bestärke dabei, wertfrei und wohlwollend.

Der nächste Schritt.

Du möchtest herausfinden, ob Coaching zu deiner Situation passt? Oder du wünschst dir klärende Gespräche, um Ordnung in deine Gedanken, Wünsche und Sorgen zu bringen und gestärkt dein Leben in die Hand zu nehmen? Sieh dir hier als Erstes die verschiedenen Coaching-Arten an: Coachings – Übersicht

Wenn du arbeitslos bist oder von Arbeitslosigkeit bedroht, sprich deine Beratungsperson bei der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter auf ein Coaching an und bitte um einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Damit wäre eine Serie von Coachingsitzungen für dich kostenfrei. Lass dich gern vorab von uns beraten, wenn du klären möchtest, wie du das Thema ansprichst oder welche Art von Coaching für dich passt.