Welche Jobs haben Zukunft? Der Job- und Gehaltsreport verrät es.
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KI und Digitalisierung

Wird KI meinen Job ersetzen? Finde es heraus mit diesen 5 Prompts.


Frau sitzt an einem Holztisch vor einem geöffneten Laptop und stützt das Kinn mit der Hand
Das Wichtigste in Kürze:
  • KI ersetzt selten ganze Berufe, aber viele einzelne Aufgaben.
  • Alles, was standardisiert und wiederholbar ist, wird leichter automatisiert.
  • Menschliche Stärken wie Strategie, Empathie und Kreativität bleiben entscheidend.
  • Mit 5 einfachen Prompts kannst du dein persönliches KI-Risiko selbst analysieren.
  • Wer jetzt die richtigen Skills aufbaut, bleibt langfristig gefragt und entwickelt sich weiter.

„Braucht es SEO noch in KI-Zeiten?“ Diese Frage begegnet mir aktuell immer wieder – in Artikeln, Diskussionen und auf LinkedIn. Und sie trifft mich direkt. Denn als SEO-Manager ist es mein Job, dafür zu sorgen, dass unsere Marke WBS TRAINING in Google und Co. gefunden wird.

Wird KI meinen Job ersetzen? Habe ich umsonst jahrelang Expertise aufgebaut? Diese Fragen gingen mir eine Zeit lang immer wieder durch den Kopf. In den Wochen danach las ich viele ähnliche Beiträge, die den Untergang ganzer Berufsgruppen durch KI vorhersagen. Mit Job-Abschusslisten, viel Aufregung und düsteren Prognosen für die Arbeitswelt.

Was mir dabei oft fehlt, ist eine ehrliche und vor allem hilfreiche Perspektive: Was kann ich konkret tun, um mit diesen Veränderungen umzugehen? Bin ich wirklich so machtlos, wie es oft dargestellt wird?

Ich glaube nicht. Und du wahrscheinlich auch nicht.

In diesem Beitrag zeige ich dir deshalb praktische Wege, wie du selbst herausfinden kannst, wie stark dein Job von KI-Entwicklungen betroffen sein könnte. Mit fünf einfachen Prompts kannst du deinen Beruf analysieren und herausfinden, was du schon jetzt tun kannst, um keine Angst vor der KI zu haben, sondern handlungsfähig zu bleiben. Ganz in Ruhe, und ohne schrilles Katastrophengeheul.

Die Schnelleinordnung: Wird KI meinen Job ersetzen?

Bevor wir direkt in die Prompts einsteigen, kann ich dich schon einmal beruhigen: In den meisten Fällen ersetzt KI keine kompletten Jobs, sondern einzelne Aufgaben.

Aktuelle Analysen – unter anderem vom Deutschen Bundestag – zeigen: Beschäftigte sind unterschiedlich stark betroffen, je nachdem, welche Tätigkeiten ihr Beruf umfasst.

Der Grund ist einfach: Jeder Beruf besteht aus vielen unterschiedlichen Aufgaben, und einige davon lassen sich nun mal leichter automatisieren als andere.

Merksatz: Alles, was klar strukturiert und wiederholbar ist, übernimmt KI. Alles, was Kontext, Menschen oder echte Entscheidungen braucht, bleibt beim Menschen.

Diese Aufgaben sind besonders betroffen.

Hohe Automatisierungschance durch KI: Niedrige Automatisierungschance durch KI:
Routineaufgaben Empathie und Kommunikation
Standardisierte Texte Strategische Entscheidungen
Einfache Datenanalysen Kreative Problemlösung
Gut zu wissen:

KI automatisiert zwar Aufgaben, lässt gleichzeitig jedoch auch völlig neue Jobs entstehen. Dies kannst du im JobReport der WBS TRAINING nachlesen, in dem wir über 900.000 Unternehmenswebsites und deren Stellenausschreibungen analysiert und ausgewertet haben. 

KI-Selbsttest: Diese 5 Prompts zeigen, wie sicher dein Job ist.

Die folgenden 5 Prompts helfen dir dabei, deinen Beruf zu analysieren und zu prüfen, was du tun kannst, um bestmöglich auf die Veränderungen durch die KI zu reagieren. Nimm dir Zeit für diesen Test und arbeite vor allem deine Aufgaben sauber heraus (die brauchst du für Prompt 2). Je besser du hier vorarbeitest, desto besser werden die Ergebnisse sein.

Mein Favorit ist übrigens der fünfte Prompt. Denn hier erhältst du konkrete Vorschläge, wie du dich weiterbilden kannst, um in deinem Job unverzichtbar zu werden. Das kann sogar bedeuten,dass du am Ende durch deine neuen Fähigkeiten von deiner Chef:in eine andere Berufsbezeichnung und im besten Fall mehr Gehalt erhältst.

Vorgehen und Anleitung: Kopiere die Prompts direkt in ChatGPT, Google Gemini, Copilot oder ein anderes KI-Tool deiner Wahl und ersetze einfach die Stellen in eckigen Klammern mit deiner Berufsbezeichnung.

Prompt 1: KI-Risikoanalyse für deinen Beruf.

Prompt zum Kopieren:

Ich arbeite als [Berufsbezeichnung].
Erkläre mir, wie stark dieser Beruf aktuell durch KI beeinflusst wird. 

Beschreibe kurz:

  1. Welche Aufgaben in diesem Beruf besonders leicht durch KI automatisiert werden können.
  2. Welche Aufgaben voraussichtlich weiterhin menschliche Fähigkeiten erfordern.
  3. Welche Aufgaben sich wahrscheinlich verändern, aber nicht komplett verschwinden.

Fasse deine Einschätzung am Ende in einer kurzen Bewertung zusammen: Wie stark ist dieser Beruf insgesamt von KI betroffen (gering/mittel/hoch) – und warum?

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Erste Einschätzung deines persönlichen KI-Risikos.
  • Verständnis, welche deiner Aufgaben durch KI automatisiert werden können.

Prompt 2: Aufgabenanalyse.

Prompt zum Kopieren: 

Ich arbeite als [Berufsbezeichnung]. 

Das sind meine wichtigsten Aufgaben im Arbeitsalltag: [Liste deiner Aufgaben]

Bewerte jede Aufgabe danach, wie leicht sie durch KI automatisiert werden könnte. 

Bewerte jede Aufgabe auf einer Skala von 1–10:

  • 1 = benötigt menschliche Intuition, Empathie oder physische Präsenz 
  • 10 = rein digital, logisch und gut automatisierbar

Erstelle eine Tabelle mit:

  • Aufgabe
  • Automatisierungsgrad (1–10)
  • kurze Begründung

Berechne am Ende, wie viel Prozent meines Arbeitstages theoretisch HEUTE schon durch eine KI wie dich übernommen werden könnten, wenn man Zugriff auf alle meine Tools hätte.

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Welche deiner Aufgaben gefährdet sind und welche stabil bleiben.
  • Eine Einschätzung, wie viel Prozent deine Arbeitstages durch KI automatisiert werden könnten.

Prompt 3: Zukunft des Berufs.

Prompt zum Kopieren: 

Ich arbeite als [Berufsbezeichnung].

Beschreibe, wie sich dieser Beruf durch KI in den nächsten 5–10 Jahren wahrscheinlich verändern wird.

Gehe dabei auf folgende Punkte ein:

  1. Welche Aufgaben werden wahrscheinlich stärker automatisiert?
  2. Welche neuen Aufgaben könnten entstehen?
  3. Welche Fähigkeiten werden wichtiger werden?
  4. Welche Fähigkeiten könnten an Bedeutung verlieren?

Fasse am Ende kurz zusammen: Wie wird sich dieser Beruf insgesamt entwickeln – eher ersetzt, stark verändert oder nur ergänzt durch KI?

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Wie sich dein Job in Zukunft verändert.
  • Welche neuen Aufgabenfelder entstehen.

Prompt 4: KI-sichere Fähigkeiten.

Prompt zum Kopieren:

Ich arbeite als [Berufsbezeichnung].

Welche Fähigkeiten sollte ich entwickeln, um in diesem Beruf auch in einer KI-geprägten Arbeitswelt erfolgreich zu bleiben?

Nenne:

  • die 10 wichtigsten Zukunftsskills
  • warum sie wichtig sind
  • ein konkretes Beispiel, wie diese Fähigkeit im Job eingesetzt wird

Markiere zusätzlich: Welche dieser Fähigkeiten besonders schwer durch KI ersetzt werden können.

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Konkrete Future Skills, die du lernen solltest.
  • Konkrete Anwendungsbeispiele, wie du diese Skills im Alltag einsetzt.

Prompt 5: Persönliche Weiterentwicklung.

Prompt zum Kopieren: 

Ich arbeite als [Berufsbezeichnung] und möchte mich gegen mögliche KI-Automatisierung absichern.

Basierend auf den typischen Aufgaben dieses Berufs: Welche Weiterbildungen, Tools oder Kompetenzen würden mir helfen, langfristig relevant zu bleiben?

Erstelle einen konkreten Entwicklungsplan mit:

  1. Fähigkeiten, die ich kurzfristig lernen sollte.
  2. Fähigkeiten, die mittelfristig wichtig werden.
  3. Tools oder Technologien, die ich verstehen sollte.
  4. Beispiele für mögliche neue Rollen oder Karrierepfade.

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Welche Weiterbildungen für dich wichtig sind in Form eines konkreten Fahrplans.
  • Inspiration für neue Karrierepfade, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast.

Optional: Der Future-Skills-Prompt.

Prompt zum Kopieren: 

Handle als Strategieberater für die Arbeitswelt 2030. 

Wenn du mein aktuelles Skillset als [Berufsbezeichnnung] betrachtest: Welche drei Fähigkeiten muss ich jetzt entwickeln, um KI-Anwendungen in Zukunft schlau zu nutzen anstatt von ihnen ersetzt zu werden? 

Erstelle einen konkreten Lernplan für die nächsten 12 Monate, der sich auf Fähigkeiten konzentriert, die eine KI auf absehbare Zeit NICHT erlernen kann.

Was du mit diesem Prompt lernst:

  • Welche Fähigkeiten du dir in den nächsten 12 Monaten aneignen solltest, die dich „KI-resilient“ machen.

Mein Selbsttest: Wird mein Job als SEO-Manager durch KI ersetzt?

Ich habe bis jetzt (Anfang 2026) meinen Job als SEO-Manager nicht verloren. Und das, obwohl man auf LinkedIn, in Foren und selbst in IT-Nachrichtenportalen regelmäßig liest: „SEO ist tot“ 

Tatsächlich habe ich nach wie vor gut zu tun und habe den Eindruck, dass SEO nach wie vor quicklebendig ist. Was also hat KI in meinem Bereich wirklich verändert und was wird sie demnächst noch verändern?

Fakt ist, dass KI massive Auswirkungen auf Suchmaschinen wie Google und Bing hat, was in diesem Tagesschau-Beitrag Wie KI die Suche verändert schön beschrieben ist. In Sekundenschnelle tauchen KI-generierte Zusammenfassungen über den Suchergebnissen auf, im KI-Modus können User:innen chatten und mit Google interagieren. Nebenbei werden KI-Chatbots wie ChatGPT, Claude oder Perplexity zunehmend neben Google als Suchmaschine genutzt und bieten neue Möglichkeiten, manuelle Tätigkeiten zu automatisieren und Arbeitsabläufe zu beschleunigen.

All das verändert meine Aufgabe als SEO-Manager. Aufgaben wie Keyword-Recherchen, Content-Briefings, das Schreiben von Texten und das Aufbereiten von Reports lassen sich heute deutlich schneller mit KI-Tools umsetzen.

Und trotz dieser Veränderungen ist mein Arbeitstag nach wie vor gut gefüllt. Denn irgendjemand muss diese Automatisierungen konzipieren, steuern und überprüfen. KI macht Fehler, produziert Ungenauigkeiten oder auch mal Unsinn – und genau hier bleibt menschliche Kontrolle entscheidend.

Durch Automatisierungen entsteht gleichzeitig mehr Raum für strategische Themen, z. B. rund um „KI-Sichtbarkeit von Content“. Zudem bleibt mehr Zeit, um mich mit anderen Teams und Kolleg:innen zu vernetzen und Themen anzugehen, für die bislang zu wenig Zeit war. In meinem Fall konnte ich mich ganz frisch um das Thema Digitale PR (Public Relations) kümmern, die in Zeiten von KI immer wichtiger wird.

Und genau das hat übrigens auch der KI-Selbsttest bei mir ergeben. Unter dem Strich kam dabei heraus:

Was wird im SEO durch KI ersetzt – und was nicht?

✅ Wird eher durch KI ersetzt: ❌ Wird nicht ersetzt:
Reporting und Datenanalyse Strategie und Priorisierung
Keyword-Recherche Verständnis für Zielgruppen
Wettbewerbsanalysen Content-Qualität und Differenzierung
Technisches SEO (z. B. Fehlerchecks) Abstimmung mit Teams und Agenturen
Standard-Content und Meta-Texte Entscheidungen treffen
👉 Alles, was datenbasiert, wiederholbar und regelgesteuert ist 👉 Alles, was Denken, Kontext und Zusammenarbeit braucht

Somit übernimmt die KI viele operative Aufgaben in meinem SEO-Bereich, doch mein Job bleibt. Nur die Rolle verändert sich. Ich setze nicht mehr nur um, sondern steuere, entscheide, berate und treffe strategische Entscheidungen. Aus dem SEO-Manager wird somit der SEO-/GEO-Manager.

Mache KI zu deinem Werkzeug und gestalte die Veränderung aktiv mit.

Wer versteht, was KI leistet und wie sie sinnvoll eingesetzt wird, ist im Job klar im Vorteil. Nutze sie daher als Verbündete, die dir Routineaufgaben abnimmt und dir Freiräume für wichtigere Themen schafft. Der hier vorgestellte Selbsttest zeigt dir, welche Aufgaben stabil bleiben und welche sich durch KI verändern können.

Erstelle dir jetzt deinen ganz persönlichen Entwicklungsplan und finde heraus, was du neu lernen möchtest. Denn Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind die Lebensversicherung, um in einer Welt der KI und Transformation zu bestehen. 

Die Agentur für Arbeit bringt es so auf den Punkt:

Die KI in der Arbeitswelt ist ein dynamisches Feld, das alle Beschäftigten im Blick behalten sollten – und das lebenslanges Lernen immer wichtiger macht.

Quelle: Agentur für Arbeit

In diesem Sinne wünsche ich dir eine neugierige und vor allem mutige Zeit.