- Dein Anschreiben ist dein erster Eindruck: Zeige Motivation, passe den Text individuell auf das Unternehmen an und überzeuge auf maximal einer Seite.
- Struktur und Klarheit zählen: Briefkopf, Empfänger:in, Datum, Betreff, Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schlussteil und Anlagen sauber und korrekt gestalten.
- Hauptteil glänzen lassen: Belege deine Fähigkeiten mit Beispielen, beantworte Fragen aus der Stellenausschreibung und bleibe klar, prägnant und positiv.
- Feinschliff macht den Unterschied: Rechtschreibung prüfen, lesbare Schrift und Layout wählen, Text flüssig und freundlich halten – kleine Details wirken professionell und wertschätzend.
- KI spielt eine Rolle: Ein KI-Tool wird dein Anschreiben wahrscheinlich lesen; ein anderes kann dich beim Schreiben unterstützen.
Zu deinem neuen Job führt dich nicht nur deine fachliche Qualifikation, sondern auch deine Fähigkeit zur Kommunikation. Mit deinem Anschreiben gibst du den Personalentscheider:innen eine erste Probe deiner professionellen, schriftlichen Kommunikation.
In diesem Ratgeber erhältst du Tipps, wie ein erfolgreiches Bewerbungsanschreiben aufgebaut ist, sowie praktische Hilfestellungen für das Schreiben mit Beispielen. Und natürlich sagen wir auch, was inhaltlich von dir erwartet wird und was der Unterschied zwischen einem klassischen und einem modernen Anschreiben ist. Diese Tipps kannst du wie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung verwenden und ein überzeugendes Anschreiben für eine Bewerbung erstellen. Außerdem haben wir einige Beispiele formuliert, von denen du dich inspirieren lassen kannst und eine Checkliste für dich zusammengestellt, damit du nichts vergisst.
Was ist ein Anschreiben?
Das Erste, was Personalentscheider:innen von dir zu sehen bekommen, ist das Anschreiben. Hier kommunizierst du direkt mit der lesenden Person, willst deine Motivation für die ausgeschriebene Stelle rüberbringen und neugierig machen auf deine Bewerbungsunterlagen. Das ist deine Chance für einen ersten positiven Eindruck, die du unbedingt nutzen willst.
Eine schriftliche Bewerbung besteht in der Regel aus mehreren Teilen:
- dein aktueller Lebenslauf
- Ausbildungsnachweise
- Zeugnisse deiner Schulen und Ausbildungsstätten
- Zeugnisse ehemaliger Arbeitgeber, soweit vorhanden
- Nachweise für Zusatzqualifikationen
Diese Dokumente gehören in jede Bewerbung und sind in der Regel für alle potenziellen Arbeitgeber:innen identisch – sofern es in der Ausschreibung nicht anders gewünscht ist. Dein Anschreiben bildet den Auftakt. Es sollte deshalb keine Massenproduktion sein, sondern unbedingt auf die jeweilige Stelle zugeschnitten sein. Und es muss formell korrekt sein.
Wie schreibe ich ein Anschreiben bei einer Bewerbung?
Die Messlatte ist ganz schön hoch, stimmt’s? Keine Sorge, dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch das Anschreiben und gibt dir außerdem hilfreiche Tipps.
Hier gleich das Wichtigste vorab, gültig für ein modernes oder klassisches Anschreiben:
- Achte immer darauf, deinen Text individuell auf jede potenzielle neue Arbeitgeber:in abzustimmen.
- Ziel deines Anschreibens: Mache deinem Gegenüber klar, dass du zum Unternehmen passt und das Unternehmen zu dir. Gründliche Recherche gehört dazu.
- Achte in deinem Anschreiben unbedingt penibel auf die korrekte Rechtschreibung. Im Internet gibt es hilfreiche Tools wie den Duden-Mentor, um Texte online prüfen zu lassen.
Übrigens kann dich ChatGPT, oder jede andere Sprach-KI deiner Wahl, auch hervorragend beim Verfassen deines Anschreibens unterstützen. Erfahre, wie du die Technologie bestmöglich für deine Bewerbung nutzen kannst und erhalte professionellen Rat von unserer Recruitingexpertin Eveline Zimmermann aus dem HR-Team in unserem Ratgeber: ChatGPT und Bewerbung – so klappt es.
Anschreiben klassisch oder modern – und was ist der Unterschied?
Während früher oft formelle Standards und lange Einleitungen im Vordergrund standen, konzentriert sich ein modernes Anschreiben auf das Wesentliche: Warum passt du zu der Stelle und welchen konkreten Mehrwert bringst du dem Unternehmen?
Moderne Anschreiben sind:
- klar und prägnant formuliert
- frei von Standardfloskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich ..."
- auf konkrete Erfolge und Kompetenzen fokussiert
- ATS-kompatibel: Ein KI-basiertes Applicant Tracking System kann sie lesen.
Statt allgemeiner Aussagen wie „Ich bin teamfähig und motiviert“ überzeugen heute konkrete Beispiele:
„In meiner letzten Position konnte ich die Bearbeitungszeit von Kundenanfragen um 25 Prozent reduzieren.“
Viele Unternehmen nutzen inzwischen digitale Bewerbermanagementsysteme, abgekürzt ATS: Alle Bewerbungen werden automatisch gescannt, vorsortiert und Informationen können extrahiert und geordnet werden. Deshalb sollte ein Anschreiben übersichtlich strukturiert sein und wichtige Begriffe (Keywords) aus der Stellenausschreibung aufgreifen.
Denke daran: Modern bedeutet nicht zwangsläufig kreativ. Ein modernes Anschreiben ist vor allem relevant, authentisch und auf den Punkt formuliert.
Kein Angst vor KI: Lies direkt weiter und erfahre, wie ATS funktionieren und wie du auch deinen Lebenslauf so gestaltest, dass deine Bewerbung schließlich von einem Menschen gelesen wird: Moderner Lebenslauf 2026: Aufbau, Tipps und ATS-Optimierung.
Brauche ich überhaupt noch ein Anschreiben?
Berechtigte Frage, denn Bewerbungstrends sind mittlerweile schnelllebig. Manche Unternehmen fordern statt eines Anschreibens sogar ein kurzes Video, weil sie damit bei der Flut der Bewerbungen deine Persönlichkeit besser erfassen können. Tatsächlich werden Anschreiben in Deutschland aber weiterhin geschätzt und gelesen. Eine aktuelle Studie von Jobseeker* ergab, dass 82 % aller befragten Personalverantwortlichen Bewerbungsanschreiben lesen. Sie schätzen einen strukturierten und stimmigen Erzählstil bei einer Länge von maximal einer Seite.
Ob ein klassisches Anschreiben erforderlich ist, hängt heute stark von Branche und Unternehmen ab.
Ein klassisches Anschreiben wird oft erwartet bei:
- öffentlichen Arbeitgeber:innen und Behörden
- Anwalts- oder Steuerkanzleien
- Bildungseinrichtungen
- Gesundheits- und Sozialberufen
- kaufmännischen Berufen
- Personalwesen und Verwaltung
- Berufen mit hoher Kommunikationsverantwortung
Hier möchten Arbeitgeber sehen, wie Bewerber:innen formulieren, und ob sie die klassische Form beherrschen.
Wo eine moderne Bewerbung genügt.
Teilweise wird das Anschreiben sogar ausdrücklich als optional gekennzeichnet oder ganz davon abgesehen. Ein aussagekräftiger Lebenslauf oder ein Kurzprofil mit Arbeitsproben kommt in diesen Branchen häufig gut an:
- IT und Softwareentwicklung
- Data Science
- Tech-Start-ups
- Handwerk
- Logistik
- operative Fachkräfteberufe
Anschreiben ja oder nein? Unser Tipp.
Lies die Stellenausschreibung aufmerksam und sende genau die Unterlagen, die gewünscht sind. Wenn ein Unternehmen ausdrücklich um ein Anschreiben bittet, nutze die Chance und gestalte es sorgfältig. Ist es optional, kann ein kurzes und individuelles Anschreiben dennoch ein Pluspunkt sein –insbesondere bei einem Quereinstieg, wenn du deine Motivation näher erläutern möchtest. Hier findest du mehr zum Thema Bewerben als Quereinsteiger:in – Tipps und Strategien.
*Quelle: Jobseeker Bewerbungstrends 2026.
Du kannst dir auf jeden Fall von der Text-KI deiner Wahl helfen lassen. Ein komplett durch KI erstelltes Anschreiben ungelesen rauszuschicken ist keine gute Idee. Hier geht es schließlich um dich als Persönlichkeit. Sei dir sicher: Personaler:innen erkennen reine KI-Texte – sie wollen aber dich kennenlernen. Nutze also KI als Unterstützung beim Formulieren und Strukturieren oder lass sie deinen Entwurf gegenlesen und korrigieren. Du kannst dein KI-Tool auch um einen Keyword-Abgleich bitten, um sicher zu sein, dass deine Bewerbung ATS-sicher ist.
Versorge die KI mit möglichst viel Info zu dir und der gewünschten Stelle, kopiere die Stellenausschreibung in deinen Prompt.
Prüfen bei jedem Ergebnis: Stimmen alle Fakten? Sind die genannten Erfahrungen korrekt? Passt der Ton zum Unternehmen? Werden deine wichtigsten Kompetenzen ausreichend dargestellt?
Aufbau und Form deines Anschreibens.
Beim klassischen Anschreiben zählen Form und Aufbau besonders, schließlich ist es ein persönlicher Brief an eine Person, die dich von deiner besten Seite kennenlernen soll. Deshalb betrachten wir jetzt alle Bestandteile einzeln. Auch ein modernes Anschreiben kann sich durch eine perfekte Form positiv abheben, du kannst es aber auch deiner Gesamtgestaltung der Bewerbung anpassen.
Für den Aufbau, und die Formatierung eines klassischen Anschreibens gibt es sogar eine eigene Norm, die DIN 5008. Bei einem Bewerbungsschreiben musst du dich nicht an diese Norm halten. Doch für eine harmonische Gestaltung und einen professionellen Eindruck ist es nützlich, wenn du dir die Norm DIN 5008 einmal genauer ansiehst.
Unser Tipp: Gehe folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung Punkt für Punkt und sehr sorgfältig durch. Sie folgt von oben nach unten gelesen dem Aufbau eines Bewerbungsschreibens und stellt dir die wichtigsten Bausteine vor. Nutze die Überschriften der einzelnen Bausteine wie die Punkte einer Checkliste und hake diese beim Verfassen deines Anschreibens nach und nach ab. So behältst du den Überblick und bist sicher, dass deine Bewerbung das perfekte Anschreiben erhält.
Die Kopfzeile oder der Briefkopf.
Versetze dich einmal in die viel beschäftigte Empfänger:in eines Briefes hinein. Was will diese Person zuerst wissen? Richtig: Worum geht es hier und wer hat mir diesen Brief geschrieben?
Darum legst du dein Augenmerk zunächst auf die Kopfzeile. Diese auch als Briefkopf bezeichneten Zeilen stellen einen ersten Kontakt der Entscheider:in mit deiner Person dar. Hier sind klare, eindeutige Informationen gefordert.
Wie sollte eine Kopfzeile aufgebaut sein?
Dein Briefkopf gehört rechtsbündig an den rechten oberen Rand des Anschreibens. Du beginnst in der ersten Zeile mit deinem ausgeschriebenen Vornamen und dem Nachnamen. Wenn du mehrere Vornamen hast, nimm den Rufnamen. Du hast einen akademischen Titel? Dann gehört dieser zu deinem Namen und in die erste Zeile des Briefkopfes.
In die zweite Zeile schreibst du deine Straße und die Hausnummer. Wenn der Straßennamen nicht allzu lang ist, wirkt es vollständiger, wenn du ihn nicht mit „-str.“ abkürzt, sondern „-straße“ ausschreibst. In die nächste Zeile schreibst du die Postleitzahl und Ort.
Damit du schnell und einfach erreichbar bist, solltest du darunter deine Telefonnummer und eine Zeile weiter deine E-Mail-Adresse schreiben. Du musst weder „Telefon“ noch „E-Mail“ davor schreiben. Das ist aufgrund der Formatierung eindeutig zu erkennen.
Hier ist ein Muster:
Dr. Erika Mustermann
Musterstraße 1
10115 Berlin
(030) 123456789
erika.mustermann@email.de
Übrigens ist es generell eine gute Idee, auf Abkürzungen wie z.B. oder ggf. zu verzichten. Einerseits wirkt es sorgfältig und wertschätzend, Worte auszuschreiben – du nimmst dir Zeit für dein Gegenüber. Zum anderen nutzen immer mehr Personalabteilungen KI-basierte Anwendungen, um Bewerbungen zu erfassen. Die KI kennt eventuell nicht alle Abkürzungen und würde darüber stolpern. Mehr dazu erfährst du hier: Bewerbungstrends: Das solltest du über KI wissen.
Kontakt und Empfängerdaten.
In der Stellenausschreibung ist eine Ansprechperson genannt? Dann adressiere das Anschreiben an genau diese Person. Ist dir kein Name bekannt, frage im Unternehmen nach oder schaue nach, ob es bei einer anderen Quelle Angaben dazu gibt. Recherchiere auf der Karriereseite des Unternehmens, in einem Berufsnetzwerk oder in einer anderen, ähnlichen Stellenausschreibung.
Wenn du das Anschreiben adressierst, musst du nicht mehr „zu Händen“ schreiben, sondern einfach nur den Titel, – wenn vorhanden – den Vornamen und den Namen in die erste Adresszeile. In die zweite Zeile schreibst du den Namen des Unternehmens mit der Rechtsform. Die findest du im Impressum auf der Webseite, wenn sie nicht in der Ausschreibung steht. Häufige Rechtsformen von Unternehmen und Organisationen sind:
- GmbH (Gesellschaft mit begrenzter Haftung)
- AG (Aktiengesellschaft)
- KG (Kommanditgesellschaft)
- GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
- e.V. (eingetragener Verein)
Dann folgen Straße und Hausnummer oder das Postfach. In die nächste Zeile schreibst du die Postleitzahl und den Ort und darunter das Land, wenn das Anschreiben ins Ausland geht. Wenn du keine persönlichen Adressaten hast, kommt der Name des Unternehmens in die erste Zeile und darunter schreibst du „Personalabteilung“ oder „Human Resources“, je nachdem wie die Personalabteilung in dem Unternehmen genannt wird.
Hier sind Beispiele:
Erika Mustermann
Musterfirma GmbH
Musterstraße 1
10115 Berlin
Musterfirma AG
Personalabteilung
Postfach 1015
10115 Berlin
Das Datum: Aktualität ist Trumpf.
Zwei Zeilen unter die Empfängeradresse setzt du rechtsbündig das tagesaktuelle Datum. Wenn du das Anschreiben einer früheren Bewerbung als Vorlage nutzt, achte darauf, dass du das Datum aktualisierst. Ein Datumsformat mit ausgeschriebenem Monatsnamen wirkt weniger steif und mehr zugewandt als nur acht Ziffern. Also zum Beispiel 7. Juni 2025 statt 07.06.2025.
Die Betreffzeile: Sag, worum es geht.
Viele Bewerber:innen tun sich schwer mit der Betreffzeile. Sie wollen besonders kreativ sein und sich damit von Mitbewerber:innen absetzen. Doch das ist unnötig, was du sofort verstehst, wenn du dir die Funktion der Betreffzeile klarmachst.
Der Betreff ist eine Serviceleistung der Absender:in an die Empfänger:in. Trotz täglicher Briefflut und knapper Zeit soll die Empfänger:in schnell und eindeutig erkennen, worum es in dem Anschreiben geht, das er oder sie gerade in Händen hält.
Die Betreffzeile „Bewerbung als wissenschaftliche Mitarbeiter:in“ ist eindeutig. Wenn es eine Stellennummer oder eine Referenznummer gibt, solltest du diese zur leichteren Einordnung deiner Bewerbung unbedingt nennen. Also zum Beispiel: „Bewerbung als wissenschaftliche Mitarbeiter:in | Referenznummer 2021/LMT/20“. So zeigst du an dieser Stelle auch, dass du dich intensiv mit der Ausschreibung beschäftigt hast, dass du mitdenkst und Arbeitsanleitungen sorgfältig beachtest.
Die Anrede in deinem Bewerbungsanschreiben.
Der wohl schlimmste Fehler, den du bei der Anrede machen kannst, ist ein falsch geschriebener Name. Schau also lieber dreimal hin, oder frage eine andere Person, bevor du einen Fehler im Namen machst. In den meisten Fällen ist die Anrede bei einem Anschreiben zur Bewerbung dann „Sehr geehrte Frau …,“ oder „Sehr geehrter Herr …,“. Konntest du keine Ansprechperson ermitteln, dann ist „Sehr geehrte Damen und Herren,“ die korrekte Anrede in deinem Anschreiben. Je nach Branche oder bei jungen Start-ups kannst du auch „Guten Tag Herr…,“ oder „Guten Tag Frau…,“ schreiben. Im Zweifel solltest du lieber etwas zu formell als zu flapsig formulieren.
Die Einleitung: Kreativität ist gefragt.
Hier darfst du kreativ werden. Setze dich schon mit dem ersten Satz positiv von deinen Mitbewerber:innen ab. Mit Standardformulierungen wie „hiermit bewerbe ich mich“ oder „Ihre Stellenanzeige im XY-Medium hat mein Interesse geweckt“ gelingt das nicht. Doch was gibt es Individuelleres als deinen Karriereweg oder dein persönliches Interesse für den Betrieb? Beginne zum Beispiel die Einleitung deines Anschreibens, indem du kurz deine aktuelle oder deine letzte Position beschreibst. Lasse zwei, drei prägnante Sätze folgen, warum du dich für das Unternehmen interessierst, und warum du zur ausgeschriebenen Position passt.
Hier kannst du zum Beispiel schreiben:
„Ihr Fokus auf moderne Personalarbeit und Mitarbeiterentwicklung hat mein Interesse sofort geweckt, da ich Personalmanagement als wichtigen Erfolgsfaktor für Unternehmen verstehe.“
oder:
„Recruiting, Personalentwicklung und die Beratung von Führungskräften gehören zu den Aufgaben, die mich im HR-Bereich begeistern. Daher bin ich hochmotiviert, mich als Personalreferentin in Ihrem Unternehmen einzubringen.“
Hast du gerade eine Weiterbildung oder Umschulung absolviert, kannst du das auch als Einstieg nutzen:
„Mit meiner erfolgreich abgeschlossenen Weiterbildung zur Fachkraft für Lohn- und Gehaltsbuchhaltung bin ich bereit, das Buchhaltungsteam der XY GmbH tatkräftig zu unterstützen.“
Der Hauptteil deines Anschreibens: Time to shine.
Überlege genau, was der Empfänger:in wichtig sein könnte, welchen Nutzen du dem Unternehmen bringst und warum das so ist. Beziehe dich auf die Anforderungen aus der Stellenausschreibung und belege, warum du die einzelnen Punkte erfüllst. Ein Beleg kann eine Berufserfahrung sein oder auch ein Lehrgang. Wenn du eine Anforderung noch nicht erfüllst, kannst du auf deine Lernbereitschaft und dein Interesse an dieser Qualifikation hinweisen.
Denke beim Anschreiben daran:
- Verliere dich auch im Hauptteil des Anschreibens nicht in Details oder Schachtelsätzen. Vereinfache die Formulierung oder mach aus einem langen Satz zwei kürzere Sätze.
- Ein Anschreiben sollte nicht mehr als eine Seite umfassen und dient nicht dazu, deinen Lebenslauf nachzuerzählen – der wartet ja auf den Folgeseiten.
- Zähle nicht nur Adjektive auf, die deine Qualitäten beschreiben, sondern belege sie mit Beispielen.
- Achte auf einen guten Lesefluss – auch das ist Service an der Empfänger:in.
- Lies dir den Text immer wieder laut vor. Wenn du irgendwo steckenbleibst, liegt das meist an einer hakeligen Formulierung oder einem Bandwurm-Satz.
- Nutze unbedingt die Schlagworte (Keywords) aus der Stellenausschreibung.
In der Ausschreibung werden Fragen gestellt? Wie schön, dass du auch darauf eingehst. Beantworte jede Frage mit einem möglichst kurzen, knackigen Satz. Das kann auch der Hinweis sein, dass du dieses Detail gern im persönlichen Gespräch klären möchtest. Wichtig ist, dass du immer offen, glaubhaft und kooperativ wirkst.
Hier ist ein Beispiel:
Nach dem Abschluss meines Bachelorstudiums war ich als Sales Manager bei Firma XYZ tätig. Mein Aufgabengebiet war die Großkundenakquise und Betreuung im Raum Süddeutschland. Bereits in meinem ersten Jahr konnte ich die Kundenzufriedenheit in der Region um 20 % steigern und wurde zum verantwortlichen Kundenbetreuer für den gesamtdeutschen Markt ernannt.
Der Schlussteil deines Anschreibens.
Beim Schlussteil wird es wieder etwas formell. Hier unterstützt du die Personaler:in mit wichtigen Informationen, wie zum Beispiel dem frühestmöglichen Termin für deine Einstellung. Wenn du verhindern willst, dass deine Bewerbung bekannt wird, bitte mit einem einfachen Sperrvermerk um Diskretion.
Ansonsten kann es passieren, dass die Personaler:in bei deiner aktuellen Arbeitgeber:in Erkundigungen über dich einholt. Du kannst aber auch – nach vorheriger Abstimmung mit dieser Person – jemanden nennen, der dir auf Nachfrage eine mündliche Referenz gibt. Auch deine Gehaltsvorstellung, wenn gefordert, gehört in den Schlussteil des Anschreibens. Wenn du eine Vorstellung äußerst, dann immer in Brutto pro Monat oder Brutto pro Jahr. Äußere schließlich deine Bereitschaft zu einem Vorstellungsgespräch und ende mit einem höflichen Gruß. Dabei muss es nicht mehr ganz so formell wie früher zugehen: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen“ oder das klassische „für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.“ klingt inzwischen etwas altbacken.
So könnte ein selbstbewusster Abschluss klingen:
Da ich mich in einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis befinde, bitte ich Sie, meine Bewerbung vertraulich zu behandeln. Mein frühestmöglicher Eintrittstermin ist der 01. November 2025 und meine Gehaltsvorstellungen belaufen sich auf XX.XXX Euro jährlich. Ich freue mich darauf, sie bei einem persönlichen Gespräch von meinen Qualitäten zu überzeugen.
Mit freundlichen Grüßen
Erik Mustermann
Heutzutage prüfen Personalverantwortliche Lebensläufe oft digital mit automatischen Systemen. Eine klare Struktur und passende Keywords helfen dir, sichtbar zu bleiben und nicht früh aussortiert zu werden. So werden deine Stärken schneller erkannt und du hebst dich von anderen Bewerber:innen ab.
Hier erfährst du, wie dein Lebenslauf KI-tauglich wird: Wie erstelle ich einen modernen Lebenslauf – mit und für KI?
Anlagen: Mehr als nur der Lebenslauf.
Unter der Grußformel im Anschreiben weist du mit dem Wort „Anlagen“ darauf hin, dass du Anlagen beigefügt hast. Das Wort kannst du fettsetzen. Eine der Anlagen ist dein aktueller Lebenslauf. Die anderen Anlagen belegen deine Ausbildung, deine Qualifikationen und gegebenenfalls deine persönliche Eignung, wenn du zum Beispiel ein Führungszeugnis, also einen Auszug aus dem Bundeszentralregister vom Bundesamt für Justiz, vorlegen sollst.
Du hast gerade eine Weiterbildung abgeschlossen? Unser Ratgeber „Weiterbildung im Lebenslauf“ erklärt genau, wie du deine neuen Kenntnisse optimal präsentierst.
Checkliste: Was gehört in die Anlagen?
- Lebenslauf
- Arbeitszeugnisse deines letzten Jobs
- Ausbildungsnachweis/Zeugnis deines höchsten Bildungsabschlusses
- Zertifikate/Bescheinigungen von relevanten Fortbildungen
- Führungszeugnis/Gesundheitsnachweis, wenn verlangt
- Referenzen und Empfehlungsschreiben, wenn verlangt oder dienlich
Mehr hilfreiche Tipps liest du in unserem Ratgeber: Vollständige Bewerbungsunterlagen – was gehört in die Bewerbung?
Auf einen Blick: So baust du dein Bewerbunganschreiben auf.
Ein gutes Bewerbungsschreiben folgt einer klaren Struktur. So finden Personalverantwortliche alle wichtigen Informationen schnell und können deine Bewerbung besser einordnen.
Typische Bewerbungsanschreiben folgen diesem Aufbau:
- Absender: Dein vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
- Empfänger: Firmenname, Ansprechperson (wenn bekannt) und Unternehmensadresse.
- Datum und Ort: aktuell, ausgeschriebener Monatsname und rechtsbündig.
- Betreffzeile: „Bewerbung als [Jobtitel]“ mit Referenz zur Stellenausschreibung.
- Anrede: Persönlich, wenn möglich mit Namen der Ansprechperson.
- Einleitung: Kurzer Einstieg mit Bezug zur Stelle und deinem Interesse.
- Hauptteil: Deine Qualifikationen, Erfahrungen und passenden Kenntnisse zur Stelle.
- Schlussteil: Hinweis auf Verfügbarkeit, Gehaltsvorstellung (falls gewünscht) und Gesprächswunsch.
- Grußformel und Unterschrift: „Mit freundlichen Grüßen“ und dein vollständiger Name.
Tipp: Halte dein Anschreiben übersichtlich und auf den Punkt. Eine Seite reicht völlig aus.
Tipps für dein erfolgreiches Bewerbungsanschreiben.
Es lohnt sich, dein Bewerbungsschreiben bei Aufbau und Inhalt auf höchstem Niveau zu erstellen. Jede Mühe, die du dir hier bis ins Detail machst, hat positive Auswirkungen. Selbst, wenn es „nur“ über den Gesamteindruck oder unbewusst ist.
Dagegen können selbst kleinste Fehler gegen dich arbeiten. Jeder Schreibfehler, ein falsches Datum oder Name – all das hat eine Aussagekraft. Es kann als Hinweis gedeutet werden, dass der Absender:in die eigene Bewerbung nicht wichtig genug ist.
Auch ein leicht verständlicher, angenehm und flüssig lesbarer Text begünstigt – bewusst oder unbewusst – die Einstellung der Empfänger:in zu deiner Person.
- Wähle eine Schriftart, die zeitgemäß und gut lesbar ist.
- Auch die Schriftgröße, die Länge der Zeilen (Laufweite) und der Abstand der Zeilen voneinander sollten das Lesen erleichtern.
- Probiere verschiedene Schriftarten, Schriftgrößen und Zeilenabstände aus.
Kürze lieber den Inhalt, bevor du Schrift oder Zeilenabstände zu klein wählst oder die Laufweite der Zeilen zu groß. Modern und gut lesbar ist zum Beispiel die Schriftart Calibri in der Größe 12 und mit einem Zeilenabstand von 1,15.
Checkliste für das perfekte Anschreiben:
- Das Anschreiben wirkt in der äußeren Form harmonisch
- Oben rechts steht dein Briefkopf mit aktuellen Daten
- Name und Titel der Ansprechpartner:in sind korrekt geschrieben
- Deine Adresse und die der Empfänger:in ist korrekt
- Datum, Betreff und Anrede sind vorhanden und richtig
- Alle Anlagen sind beigefügt
- Alles wurde noch einmal gelesen und jedes überflüssige Wort gestrichen
- Das Anschreiben ist flüssig lesbar, klar und überzeugend
- Das Anschreiben wurde Korrektur gelesen
Herzlichen Glückwunsch, wenn du das alles abhaken kannst. Dann hast du bereits erfolgreich deine erste Arbeitsprobe für deine neue potenzielle Arbeitgeber:in erstellt. Wir wünschen dir viel Erfolg für deine Bewerbung!
Im kostenlosen Bewerbungstraining unterstützen wir Teilnehmende einer Weiterbildung oder Umschulung bei WBS TRAINING bei Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche.
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