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KI und Digitalisierung

Job finden mit KI: So hilft dir ChatGPT bei der Jobsuche.


Illustration ChatGPT und Jobsuche
Das Wichtigste in Kürze:
  • KI unterstützt dich bei der Jobsuche: ChatGPT und andere KI-Tools helfen dir, passende Stellen zu recherchieren, Anzeigen zu verstehen und deine Suche gezielter zu gestalten.
  • Bessere Suchbegriffe bringen neue Möglichkeiten: KI findet alternative Berufsbezeichnungen und passende Keywords, mit denen du interessante Stellen entdeckst.
  • Stellenangebote lassen sich leichter vergleichen: Mit KI kannst du Anforderungen, Aufgaben, Gehälter und Arbeitsbedingungen übersichtlich gegenüberstellen.
  • KI hilft beim Erkennen von Warnsignalen: Verdächtige Stellenanzeigen lassen sich auf mögliche Hinweise für Job-Scamming untersuchen.

Ein neuer Job soll her, und du fragst dich, wo und wie du anfangen sollst? Stellenbörsen gibt es viele, von groß und renommiert bis klein und spezialisiert. Doch welcher Jobtitel beschreibt deine Kenntnisse, welche Keywords nutzen Unternehmen, welche Stelle passt wirklich zu dir? Diese vielen Fragen musst du nicht allein beantworten: ChatGPT und andere KI-Tools können deine Jobsuche ein gutes Stück leichter machen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du mit KI passende Stellen findest, Angebote vergleichst und herausfindest, welche Jobs zu deinen Fähigkeiten und Wünschen passen. Beispiel-Prompts zum Ausprobieren haben wir natürlich auch vorbereitet.

Erst die Grundlagen, dann die KI: Du möchtest wissen, worauf es bei Jobsuche, Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräch ankommt? Unser Guide zu Bewerbung und Karriere gibt dir den Überblick. Hier im Artikel erfährst du anschließend, wie ChatGPT dich dabei unterstützen kann.

Wie du ChatGPT für deine Jobsuche nutzt.

ChatGPT, Claude, Gemini, Copilot oder Perplexity sind KI-Anwendungen, mit denen du dich in natürlicher Sprache austauschst. Du stellst Fragen, beschreibst deine beruflichen Wünsche oder gibst eine Stellenanzeige zur Analyse ein. Technisch steckt dahinter ein Large Language Model (LLM), also ein Sprachmodell.

Besonders praktisch ist das, wenn du nach einer beruflichen Auszeit wieder einsteigen möchtest, gerade eine Weiterbildung abgeschlossen hast oder dich in einer neuen Branche umschaust, weil du den Quereinstieg planst. Vermutlich kennst du deine Stärken gut, weißt aber nicht sicher, unter welchen Berufsbezeichnungen passende Stellen ausgeschrieben werden. 

Wenn du dich beruflich neu orientierst, lohnt sich auch ein Blick darauf, wie KI in der Arbeitswelt Aufgaben und Anforderungen in verschiedenen Berufen verändert.

Je nach Anwendung und Funktionsumfang kann die KI auch aktuelle Stellenangebote im Web recherchieren. Die Ergebnisse sind aber nur eine erste Orientierung, die du immer selbst gegenchecken solltest.

Besonderer Mehrwert: Der KI-Chat ermöglicht eine dialogbasierte, personalisierte Jobsuche. Statt nur mit festen Suchbegriffen und Filtern zu arbeiten, benennst du deine Wünsche in natürlicher Sprache und verfeinerst die Ergebnisse gemeinsam mit der KI Schritt für Schritt.


Übersicht: So kann ChatGPT oder eine andere KI dir bei der Jobsuche helfen.

Aufgabe Was die KI übernehmen kann Das prüfst du selbst
Berufliche Orientierung Passende Berufsfelder, Jobtitel und Tätigkeiten aus Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen ableiten Vorschläge mit echten Stellenanzeigen abgleichen
Aktuelle Stellen finden Per Websuche nach Jobs recherchieren, gefiltert nach Beruf, Standort, Gehalt, Arbeitszeit oder Homeoffice Ob die Anzeige noch aktuell ist (Karriereseite, Originalportal)
Stellen vergleichen Aufgaben, Anforderungen, Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten gegenüberstellen Fehlende Angaben beim Arbeitgeber erfragen
Individuelles Matching Anzeigen mit dem eigenen Profil abgleichen, Lücken und übertragbare Fähigkeiten zeigen Die Einschätzung ist Orientierung; ob du passt, entscheidet das Unternehmen
Alternative Perspektiven Verwandte Berufsbilder, Quereinstiege und bislang unbekannte Jobbezeichnungen entdecken Voraussetzungen in echten Anzeigen nachlesen
Arbeitsmarkt und Arbeitgeber Unternehmen, Kultur, gefragte Kompetenzen, Gehaltsspannen und regionale Möglichkeiten recherchieren Quellen und Datum der Angaben prüfen
Jobsuche automatisieren Regelmäßig nach neuen Stellen suchen und über passende Angebote informieren, soweit Tool und Tarif das unterstützen Treffer stichprobenartig kontrollieren
Verdächtige Anzeigen einschätzen Auffälligkeiten benennen, Tendenz für Job-Scamming oder Ghost Ads anzeigen, Hintergrund recherchieren Unternehmenswebsite und Social Media Auftritt gegenchecken

Welche KI eignet sich am besten für die Jobsuche?

ChatGPT ist längst nicht mehr die einzige KI-Anwendung, die dich bei der Jobsuche unterstützen kann. Auch Claude, Copilot, Gemini, Perplexity und weitere bieten interessante Möglichkeiten. Brauchst du für jede Aufgabe ein anderes Tool? Zum Glück nicht. Die gängigen Assistenten unterstützen dich bei der Jobsuche auf ähnliche Weise. Die Unterschiede liegen vor allem in Bedienung, Zusatzfunktionen und Tarif. Gemini und Copilot lassen sich zum Beispiel bequem in Google- beziehungsweise Microsoft-Arbeitsumgebungen integrieren.

Weil sich die Angebote laufend ändern, hilft dir bei der Wahl ein Blick auf diese Kriterien mehr als ein Funktionsvergleich:

  • Websuche mit Quellen: Liefert das Tool aktuelle Treffer mit Quellenangabe? Lass eine konkrete Stelle suchen und überprüfe den Link.
  • Datenschutz: Lässt sich die Nutzung deiner Eingaben fürs Training abschalten? Sieh dir die Datenschutz- und Datennutzungseinstellungen des Anbieters an.
  • Gedächtnisfunktion: Merkt sich das Tool dein Profil über mehrere Chats hinweg? Entscheide, ob du das willst, und sieh in den Einstellungen nach, ob und wie sich das ausschalten lässt.
  • Kosten: Welche Funktionen sind im kostenlosen Tarif enthalten? Lies die Tarifübersicht des Anbieters.

Unser Tipp: Starte mit einer kostenlosen KI-Anwendung und probiere aus, wie gut du mit ihr zurechtkommst. Entscheidend ist, ob du hilfreiche und aktuelle Ergebnisse bekommst, die du anhand der Quellenangaben überprüfen kannst, und ob der Ton zu dir passt. Welche Daten du besser nicht eingibst, erfährst du unten im Abschnitt zum Datenschutz.

Welche Jobbörsen empfiehlst du, ChatGPT?

LinkedIn, Stepstone, Indeed oder die Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit: Es gibt viele Möglichkeiten, nach offenen Stellen zu suchen. Welche Jobbörse zu dir passt, hängt von deinem Beruf, deiner Region und deinen Vorstellungen ab. ChatGPT und andere LLMs können dir helfen, geeignete Plattformen auszuwählen. Suchst du etwa eine kaufmännische Tätigkeit in Hamburg bei einer gemeinnützigen Einrichtung, kannst du dir passende Jobbörsen nennen lassen. Interessierst du dich für einen Quereinstieg in die IT oder wünschst dir einen Job mit Sinn, kann die KI zusätzlich spezialisierte Portale und Suchbegriffe vorschlagen. Die meisten KI-Anwendungen bieten eine aktivierbare Websuche. So siehst du konkrete Stellenangebote samt Quellen. Prüfe aber immer auf der Karriereseite des Unternehmens oder im ursprünglichen Stellenportal, ob die Ausschreibung noch aktuell ist.

Prompt-Tipp: Finde passende Jobbörsen
Ich suche eine Stelle als [Berufsbezeichnung] in [Region]. Mein Hintergrund: [Qualifikation/Erfahrung in 1–2 Sätzen]. Mir ist wichtig: [z. B. Teilzeit, Homeoffice, Branche]. Welche Jobbörsen und Fachportale passen dazu? Nenne je Portal einen Satz Begründung und passende Suchbegriffe. Wenn du im Web recherchierst, nenne die Quellen.

Dein KI-Fahrplan durch den Job-Dschungel.

Du willst handfeste Ergebnisse? Dann folge diesem Fahrplan in vier Schritten.

1. Suchbegriffe und Jobtitel finden.

Du gibst „Projektmanagement“ in eine Jobbörse ein und bekommst Hunderte Ergebnisse. Manche Stellen passen gut, andere haben mit deinen Vorstellungen kaum etwas zu tun. Das liegt auch daran, dass Unternehmen ähnliche Tätigkeiten ganz unterschiedlich benennen. Der Begriff „Projektleiter:in“ ist auf dem deutschen Markt zum Beispiel schwammig: Dahinter können sich Rollen wie Projektmanagement, Product Owner, Scrum Master, Technical Project Lead oder PMO verbergen. Bitte die KI deshalb zuerst, dein Profil zu konkretisieren: Woher kommst du beruflich, was kannst du gut, wo möchtest du hin? Anschließend schlägt sie dir alternative Berufsbezeichnungen, verwandte Tätigkeiten und branchenspezifische Begriffe vor. So wird deine Suche genauer, ohne dass du interessante Möglichkeiten übersiehst.

Prompt-Tipp: Entdecke neue Suchbegriffe.
Mein Profil: [anonymisierte Kurzfassung]. Welche 3–5 Jobtitel passen dazu? Unter welchen weiteren Bezeichnungen werden ähnliche Stellen ausgeschrieben, auch auf Englisch? Prüfe per Websuche, welche Titel aktuell in Stellenanzeigen verwendet werden.

2. Ghost Ads, Fake-Jobs und Scam filtern.

Ein interessantes Stellenangebot, flexible Arbeitszeiten und ein auffallend hohes Gehalt: Manchmal klingt ein Job fast zu gut, um wahr zu sein. Tatsächlich finden sich in allen Jobbörsen auch unseriöse Ausschreibungen. Dazu zählen sogenannte „Ghost Ads“: Anzeigen für Stellen, die nicht (mehr) besetzt werden sollen, etwa weil sie veraltet sind, ein Talentpool aufgebaut wird oder Wachstum signalisiert werden soll. Hinzu kommen gefälschte Anzeigen, mit denen persönliche Daten gesammelt, Geld erbeutet oder Menschen zu anderen betrügerischen Handlungen bewegt werden sollen.

Prompt-Tipp: Prüfe eine Stellenanzeige auf Warnsignale.
Prüfe diese Stellenanzeige auf Warnsignale für Fake-Jobs oder Ghost Ads, zum Beispiel unrealistische Versprechen, Zahlungsaufforderungen, fehlende Unternehmensangaben, auffällige Kontaktwege oder die Abfrage sensibler Daten. Trenne klare Warnsignale von bloßen Vermutungen und sage mir, wie ich sie selbst überprüfen kann. Gib keine endgültige Echtheitsbewertung ab. Stellenanzeige: [Text]

Denk daran: ChatGPT und Co. können dir Einschätzungen geben, aber nicht zuverlässig feststellen, ob ein Stellenangebot echt ist. Auch eine professionell formulierte Anzeige kann betrügerisch sein oder gar keinen echten Bedarf widerspiegeln.

Das kannst du selbst tun: 

  • Sinnvoll ist immer ein Blick auf die offizielle Unternehmenswebsite. 
  • Gibt es die ausgeschriebene Stelle dort ebenfalls? 
  • Stimmen Inhalt, Unternehmensname, Kontaktdaten und Ansprechpartner:innen überein? 
  • Gibt es ein Impressum mit Anschrift und Handelsregisternummer?
  • Werden ungewöhnliche Kontaktwege angegeben, etwa nur Messenger oder private E‑Mail-Adresse?
  • Suche im Internet: Welche Erfahrungen haben andere gemacht?
  • Gibt es einen aktuellen Social-Media-Auftritt?

3. Passung prüfen: Muss ich wirklich alle Anforderungen erfüllen?

Du hast einige interessante Stellenanzeigen gefunden, aber die Liste der Anforderungen ist lang. Einige Punkte erfüllst du problemlos, bei anderen bist du unsicher. Lohnt es sich trotzdem, die Stelle genauer anzuschauen? Die KI kann die Anforderungen systematisch analysieren und mit deinen Kompetenzen abgleichen. Dafür beschreibst du deine Qualifikationen und Erfahrungen möglichst konkret, ohne unnötige persönliche Daten preiszugeben. So arbeitet sie heraus, welche Anforderungen du bereits erfüllst, welche Erfahrungen übertragbar sind und wo möglicherweise noch Kenntnisse fehlen.

Dabei hilft ein wichtiger Gedanke: Nicht jede Formulierung in einer Stellenanzeige beschreibt eine zwingende Voraussetzung. Unternehmen unterscheiden häufig zwischen notwendigen Qualifikationen und zusätzlichen Wunschkenntnissen. Die KI kann dir helfen, diese Unterschiede im Anzeigentext zu erkennen. Verbindlich sagen, welche Voraussetzungen tatsächlich unverzichtbar sind, kann aber letztlich nur das ausschreibende Unternehmen.

Prompt-Tipp: Prüfe, ob eine Stelle zu dir passt.
Vergleiche mein Profil mit dieser Stellenanzeige. Erstelle eine Tabelle: Anforderung (getrennt nach „zwingend“ und „wünschenswert“) | meine passende Erfahrung | mögliche Lücke. Zeige, welche meiner Fähigkeiten übertragbar sind. Schließe mit einer Einschätzung (passt gut / teilweise / eher nicht), ob sich eine Bewerbung lohnt. Erfinde keine Qualifikationen und frage nach, wenn Angaben fehlen. Mein Profil: [anonymisierte Angaben], Stellenanzeige: [Text]

Gerade nach einer Weiterbildung kann dieser Vergleich hilfreich sein. Du erkennst, welche neu erworbenen Kenntnisse für die Stelle relevant sind und welche bisherigen Erfahrungen du zusätzlich einbringen kannst. Vielleicht entdeckst du dabei sogar, dass du schon mehr mitbringst, als du zunächst gedacht hast.

4. Lebenslauf: Keyword-Check für ATS-Systeme.

Viele größere Unternehmen nutzen Bewerbermanagementsysteme, englisch Applicant Tracking Systems (ATS). Recruiter:innen sortieren und durchsuchen darin eingehende Bewerbungen, teils auch nach Stichwörtern. Deshalb lohnt es sich, zentrale Begriffe der Anzeige in deinem Lebenslauf aufzugreifen, aber nur, wenn sie wirklich auf dich zutreffen. Mehr Tipps für deinen zeitgemäßen Lebenslauf bekommst du hier: Moderner Lebenslauf: Aufbau, Tipps und ATS-Optimierung.

Prompt-Tipp: Finde die wichtigsten Keywords.
Welche Keywords (Hard Skills, Tools, Methoden) sind in dieser Stellenanzeige zentral? Welche davon fehlen in meinem Lebenslauf oder sind dort anders formuliert? Schlage vor, wo ich sie ergänzen kann, aber nur, wo sie tatsächlich auf mich zutreffen. Stellenanzeige: [Text], mein Lebenslauf: [Text,anonymisiert]

Wie hilft dir KI bei der Jobsuche auf LinkedIn?

LinkedIn ist mehr als eine Plattform für berufliche Kontakte. Du kannst dort Stellenangebote entdecken, Unternehmen beobachten und gezielt nach Tätigkeiten suchen, die zu deinem Profil passen. KI unterstützt dich bei der Vorbereitung: Lass dir geeignete Berufsbezeichnungen, Branchen und Suchbegriffe für deine Wunschposition zusammenstellen wie oben beschrieben und nutze sie in der LinkedIn-Jobsuche zusammen mit passenden Filtern.

Interessant ist auch die Suche nach Unternehmen, die zu deinen Vorstellungen passen. Vielleicht möchtest du in einem kleineren Betrieb arbeiten, bevorzugst eine bestimmte Branche oder suchst Arbeitgeber mit flexiblen Arbeitszeitmodellen. KI kann dir helfen, Kriterien für deine Recherche zu entwickeln und Unternehmen anhand öffentlich verfügbarer Informationen einzuordnen. Wie du dein Profil professionell pflegst, erfährst du in unserem Ratgeber: 5 LinkedIn-Tipps für ein erfolgreiches Profil.

Stellenangebote und Gehälter mit KI vergleichen.

Du hast zwei interessante Stellen gefunden. Die eine bietet ein höheres Gehalt, die andere klingt abwechslungsreicher und verspricht mehr Flexibilität. Welche passt besser zu deinen Vorstellungen? KI kann dir helfen, die wichtigsten Unterschiede sichtbar zu machen. Statt mehrere Anzeigen immer wieder durchzulesen, lässt du die Informationen in einer übersichtlichen Tabelle gegenüberstellen. Damit der Vergleich für dich persönlich hilfreich wird, gibst du deine individuellen Prioritäten ein: 

  • Vielleicht ist dir eine kurze Anfahrt wichtiger als ein etwas höheres Gehalt. 
  • Oder du möchtest vor allem praktische Erfahrung in einem neuen Tätigkeitsfeld sammeln. 
  • Oder du bevorzugst die Atmosphäre im Startup gegenüber einem Konzern.

Prompt-Tipp: Vergleiche zwei Stellenangebote: 
Vergleiche diese zwei Stellenanzeigen in einer Tabelle: Aufgaben, Anforderungen, Arbeitsbedingungen, Gehalt, Entwicklungsmöglichkeiten. Meine wichtigsten Kriterien: [Prioritäten]. Kennzeichne fehlende Angaben, spekuliere nicht über die Arbeitgeber und nenne offene Fragen, die ich vor einer Entscheidung klären sollte. Anzeige A: [Text], Anzeige B: [Text]

So nutzt du ChatGPT optimal für deine Bewerbung.

Die HR-Expertin Eveline Zimmermann erklärt aus erster Hand, wie du ChatGPT optimal nutzt, damit Personaler:innen begeistert sind.

Zu den Bewerbungstipps

Kann ChatGPT auch Tipps zum Gehalt geben?

Ja, KI kann dir helfen, Gehaltsangaben einzuordnen und relevante Vergleichskriterien zu finden. Konkrete Gehaltsschätzungen solltest du allerdings nicht ungeprüft übernehmen. Die Vergütung hängt unter anderem von Berufserfahrung, Region, Branche, Verantwortung und Arbeitszeit ab.

Belastbarere Vergleichswerte liefern zum Beispiel der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit oder einschlägige Tarifinformationen. Auch Bewertungsportale wie Kununu erfassen Gehaltsangaben. Mit diesen Daten kannst du anschließend prüfen, wie sich die Gehaltsangaben aus deinen Stellenangeboten einordnen lassen.

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Neuorientierung im Job mit ChatGPT und Co.

Du wünschst dir berufliche Veränderung, weißt aber noch nicht genau, nach welchen Stellen du suchen sollst? Vielleicht hast du bisher im Verkauf gearbeitet und möchtest künftig weniger Kundenkontakt. Oder du fragst dich, in welchen Berufsfeldern deine Kenntnisse gefragt sind. KI kann dir helfen, deine Erfahrungen und Wünsche in konkrete Suchrichtungen zu übersetzen und passende Jobtitel abzuleiten. Dazu beschreibst du, welche Tätigkeiten dir liegen, was du künftig vermeiden möchtest und welche Rahmenbedingungen für dich wichtig sind.

Prompt-Tipp: Finde neue berufliche Möglichkeiten.
Ich möchte mich beruflich neu orientieren. Bisher: [Tätigkeit], Kenntnisse: [Kompetenzen]. Das mache ich gern: [Aufgaben]. Das möchte ich vermeiden: [Aufgaben]. Schlage 3–5 Berufsfelder mit konkreten Jobtiteln vor, erkläre, welche meiner Fähigkeiten dort nützen und welche Qualifikationen fehlen könnten. Berücksichtige realistische Quereinstiege.

Bist du dir noch ganz unsicher, wohin deine berufliche Reise gehen soll, gönne dir vorab eine kleine Coaching-Session mit ChatGPT oder Claude:

Prompt-Tipp: Das KI-Interview.
Du bist mein Karriereberater. Stelle mir eine Frage nach der anderen (maximal zehn) zu meinen Fähigkeiten, Erfahrungen, Interessen und Zielen und warte jeweils meine Antwort ab. Schlage mir danach drei Berufsrichtungen mit konkreten Jobtiteln vor. Beachte dabei den aktuellen Arbeitsmarkt in [Region, Stadt]

Gibt es gar keinen Haken bei ChatGPT und anderen KI-Anwendungen?

So hilfreich KI bei der Jobsuche sein kann: Ihre Antworten sind nicht automatisch richtig. Sprachmodelle können Informationen verwechseln, veraltete Angaben verwenden oder überzeugend klingende Aussagen erzeugen, für die es keine verlässliche Grundlage gibt. Besonders bei aktuellen Stellenangeboten ist deshalb Aufmerksamkeit gefragt. Nur weil ChatGPT eine Position nennt oder einen Link ausgibt, bedeutet das noch nicht, dass die Stelle tatsächlich ausgeschrieben oder noch verfügbar ist. Auch die Einschätzung deiner persönlichen Jobchancen hat Grenzen. Eine KI kennt weder die internen Auswahlkriterien eines Unternehmens noch alle Hintergründe deiner beruflichen Erfahrungen. Die Analyse kann dir Orientierung geben, aber keine verbindliche Aussage darüber treffen, ob du für eine Stelle geeignet bist oder eingeladen wirst.

Datenschutz: Welche Informationen solltest du nicht eingeben?

Für die Analyse einer Stellenanzeige braucht die KI deine persönlichen Daten nicht. Füge Lebenslauf, Kurzprofil, Zeugnisse, Kenntnisse oder Wünsche möglichst allgemein oder anonymisiert in die Prompts ein. Das geht per Copy-and-Paste, ohne dass du vollständige Dokumente hochlädst.

Vermeide insbesondere die Eingabe von Ausweisnummern, privaten Kontaktdaten, Bankinformationen und vertraulichen Unterlagen. Prüfe außerdem die Datenschutz- und Datennutzungseinstellungen des jeweiligen KI-Anbieters, bevor du Dokumente hochlädst.

Unser Tipp: Nutze KI als Unterstützung beim Sortieren, Recherchieren und Vergleichen. Die Ergebnisse überprüfst du immer selbst anhand verlässlicher Quellen, und die Entscheidung über deinen nächsten beruflichen Schritt triffst du allein.

Fazit: ChatGPT ausprobieren und bewusst für die Jobsuche nutzen.

ChatGPT und andere KI-Tools können deine Jobsuche spürbar erleichtern. Das Beste: Wenn du sie für verschiedene Aufgaben entlang deiner Suche ausprobierst, verstehst du immer besser, wie sie funktionieren und wo ihre Grenzen liegen. Nebenbei wird die Jobsuche mit KI für dich zu einem 1a-Lernprojekt.

Du musst dafür keine komplizierten KI-Befehle beherrschen. Fang einfach mit einer konkreten Frage an, probiere einen unserer Prompts in verschiedenen Anwendungen aus, vergleiche und entwickle deine Suche Schritt für Schritt weiter. Mit etwas Neugier und einem prüfenden Blick nutzt du KI effektiv und sinnvoll für deinen nächsten beruflichen Schritt. Und bevor du dich an die ersten Bewerbungen machst, hole dir im Ratgeber weitere praktische Tipps zu allen Themen, vom Foto bis zum Vorstellungsgespräch.

FAQ: Häufige Fragen zur Jobsuche mit KI.

Ja, mit aktivierter Websuche können ChatGPT und andere KI-Anwendungen nach aktuellen Stellenangeboten recherchieren. Frage die Anwendung deiner Wahl, ob sie Zugriff auf aktuelle Online-Daten hat, und prüfe die Originalanzeige.

Alle gängigen LLMs können Stellenanzeigen analysieren und Unterschiede in Tabellen darstellen. Gib denselben Prompt in zwei oder drei Anwendungen ein und vergleiche die Ergebnisse, das ist oft aufschlussreich. Bei der Auswahl helfen dir die Kriterien im Abschnitt „Welche KI eignet sich am besten für die Jobsuche?“.

KI kann Anforderungen aus Stellenanzeigen mit deinen angegebenen Fähigkeiten vergleichen und mögliche Übereinstimmungen oder Lücken aufzeigen. So lässt sich besser einschätzen, ob sich der Aufwand einer Bewerbung lohnen kann. Ob du tatsächlich für eine Position infrage kommst, entscheidet allein das Unternehmen.

ChatGPT und die meisten anderen KI-Anwendungen bieten kostenlose Nutzungsmöglichkeiten. Bestimmte Funktionen, beispielsweise erweiterte Recherche oder die Verarbeitung größerer Dokumente, können je nach Anbieter und Tarif eingeschränkt oder kostenpflichtig sein.

ChatGPT kann verdächtige Formulierungen und mögliche Warnsignale benennen, eine zuverlässige Echtheitsprüfung ist damit aber nicht möglich. Kontrolliere Unternehmensangaben und Kontaktdaten selbst, wie im Fahrplan beschrieben, oder rufe im Zweifel beim Unternehmen an.

Uni Abschluss in der Tasche und auf Jobsuche?

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