Gekündigt, was nun? Erste Hilfe bei Arbeitslosigkeit

Arbeitslos melden:
Erste Hilfe bei Arbeitslosigkeit.

Droht Ihnen der Verlust Ihres Arbeitsplatzes oder sind Sie kürzlich arbeitslos geworden? Die Situation, plötzlich ohne Job dazustehen, kann zu großer Unsicherheit und Existenzangst führen. Es ist jetzt besonders wichtig, dass Sie einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Schritte unternehmen. Was Sie unbedingt wissen und beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.


Habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Wann muss ich mich arbeitsuchend und arbeitslos melden?
Wie kann ich Arbeitslosengeld beantragen?
Wieviel Arbeitslosengeld steht mir zu?
Muss ich ALG I oder ALG II beantragen?
Wird persönliches Vermögen auf das Arbeitslosengeld angerechnet?
Gibt es Arbeitslosengeld für EU-Bürger und Angehörige von Drittstaaten?
Habe ich nach einer Selbständigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Habe ich mit einer Krankmeldung Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Wie läuft das Gespräch mit dem Arbeitsvermittler ab?
Kann ich eine Weiterbildungen oder Umschulung machen?
Welche Chancen bieten Digitalisierung und Arbeiten 4.0?
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Habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat jeder, der innerhalb der letzten zwei Jahre insgesamt mindestens 12 Monate lang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie dies an einem Stück oder mit Unterbrechungen getan haben. Es können auch Ersatzzeiten wie Kurzarbeit, Wehrdienst, Mutterschaft, Kindererziehung, Krankengeldbezug oder Freiwilligendienst angerechnet werden.

Wenn Sie in Deutschland leben und Ihren Job verlieren, können Sie in der Zeit der Arbeitslosigkeit finanzielle Unterstützung beantragen, das sogenannte Arbeitslosengeld (ALG). Hier unterscheidet man zwei Versionen, das ALG I und das ALG II.

Tipp: Wenn Sie in den letzten zwei Jahren insgesamt mind. 12 Monate in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, können Sie Arbeitslosengeld beantragen.

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Wann muss ich mich arbeitsuchend und arbeitslos melden?

Die Meldung bei der Agentur für Arbeit ist der erste Schritt, um Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld zu sichern. Falls Sie noch im Arbeitsverhältnis stehen und die Kündigung droht, erhalten Sie i. d. R. noch bevor Ihre gekündigte Beschäftigung endet, einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Berater der Agentur für Arbeit. Mit diesem können Sie alle weiteren Fragen und notwendigen Schritte besprechen.

1. Online arbeitsuchend melden. 

Um Ihren Leistungsanspruch auf Arbeitslosengeld nicht zu gefährden, sollten Sie sich nach Erhalt der Kündigung sofort als arbeitsuchend melden. Sofort heißt hierbei innerhalb eines Tages. Wer einen befristeten Arbeitsvertrag hat, muss sich drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses als arbeitsuchend melden. Die Meldung kann  bei der Bundesagentur für Arbeit, telefonisch unter 0800 4 555500 (gebührenfrei) oder online erfolgen. Wurden Sie bereits gekündigt, muss die Meldung direkt bei Ihrer nächstgelegenen Niederlassung der Agentur für Arbeit erfolgen - in der aktuellen Krise jedoch telefonisch. Lesen Sie dazu Punkt 2.

2. Arbeitslos melden telefonisch möglich - sicher durch die Corona-Krise.

Sie können sich ab sofort auch telefonisch arbeitslos melden. Dies muss spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen. Anschließend erhalten Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld. Sie erwarten keine Nachteile durch die telefonische Arbeitslos-Meldung. Um in der Corona-Krise weder Mitarbeiter/-innen noch Antragsteller/-innen zu gefährden, wurde die telefonische Meldung ermöglicht. Aufgrund des hohen Anrufankommens werden zusätzlich regionale Nummern geschaltet.

Hier finden Sie die passenden regionalen Ansprechpartner.

Selbstverschuldete Kündigung. Wenn Sie selbst kündigen oder wegen schlechten Verhaltens gekündigt wurden, haben Sie mit einer Sperrzeit von 12 Wochen zu rechnen. Die Gründe für die Kündigung müssen auf einem gesonderten Blatt beim Antrag auf Arbeitslosengeld angegeben werden.

Tipp: Wenn Sie einen befristeten Arbeitsvertrag haben, sollten Sie sich drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses als arbeitsuchend melden.

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Wie kann ich Arbeitslosengeld beantragen?

Am ersten Tag Ihrer Arbeitslosigkeit müssen Sie sich telefonisch bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Auf eine persönliche Meldung vor Ort wird wegen der Corona-Krise verzichtet. Um das Arbeitslosengeld zu erhalten, müssen Sie einen Antrag auf Arbeitslosengeld ausfüllen. Dieser nimmt Ihren beruflichen Werdegang der letzten fünf Jahre auf. Das Formular füllen Sie online aus. Folgende Unterlagen sollten Sie für den Antrag mitbringen/bereithalten:

  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung, Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis
  • Sozialversicherungsausweis
  • ggf. Nachweise über einen früheren Leistungsbezug wie Wohngeld, Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Unterhaltsgeld
  • Arbeitsbescheinigung
  • ggf. Kündigung/Arbeitsvertrag
  • ggf. Bescheinigung über Bezug von Krankengeld
  • Lebenslauf

Essentiell für die Beantragung sind die Bescheinigungen Ihrer früheren Arbeitgeber, die Sie selbst organisieren müssen. Danach wird das ALG I berechnet.

Tipp: Am ersten Tag Ihrer Arbeitslosigkeit müssen Sie sich telefonisch bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos melden. In der Corona-Krise wird auf die persönliche Arbeitslosmeldung vor Ort verzichtet. Hier finden Sie die passenden Nummern der Agentur für Arbeit.

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Arbeitslos melden: Arbeitsuchender Mann hat viele Fragen.
Melden Sie sich vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitsuchend.
Arbeitslos melden: Arbeitslosengeld. Münzen, Scheine und Taschenrechner liegen auf dem Tisch.
Sie erhalten etwa 60 % Ihres pauschalierten Nettoentgelts.

Wieviel Arbeitslosengeld steht mir zu?

Wie viel Arbeitslosengelde gezahlt wird, ist gesetzlich geregelt. In der Regel erhalten Sie 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts (Leistungsentgelt). Wenn Sie ein Kind haben, erhalten Sie etwa 67 Prozent. Ihre Steuerklasse hat ebenfalls Einfluss auf die Höhe des Arbeitslosengeldes. Sollte das Arbeitslosengeld nicht ausreichen, können Sie zusätzlich das Arbeitslosengeld II beantragen.

Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungs- und Unterstützungsleistung für Arbeitsuchende. Die Leistung soll Ihnen als Entgeltsersatzleistung eine angemessene Lebensgestaltung und eine Sicherstellung Ihres persönlichen Lebensstandards auf einem Mindestniveau ermöglichen. Die Höhe orientiert sich jedoch nicht an Ihrem früheren Lebensstandard, sondern an Ihrem persönlichen Bedarf, der für die Finanzierung eines menschenwürdigen Daseins nötig ist.

Im Falle einer Abfindung ruht Ihr Leistungsanspruch für einen gewissen Zeitraum. Das ALG I wird 12 Monate immer am Ende des Monats ausgezahlt, jedoch ist die Länge abhängig von der Sozialversicherungspflicht in den letzten fünf Jahren. Sie haben insgesamt vier Jahre nach dem ersten Einzahlen in die Versicherung Anspruch auf das Arbeitslosengeld.

Das Ihnen zustehende Arbeitslosengeld können Sie z. B. hier berechnen.

Tipp: In der Regel erhalten Sie 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts. Sollte das Arbeitslosengeld nicht ausreichen, können Sie zusätzlich Arbeitslosengeld II beantragen.

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Muss ich ALG I oder ALG II beantragen?

Sämtliche Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung werden unabhängig von Ihrem Vermögen berechnet. Als Empfänger von ALG I müssen Sie allerdings berücksichtigen, dass Einkünfte aus Nebentätigkeiten auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden. Der Anspruchszeitraum ist abhängig von der Dauer der Einzahlung. Für alle Arbeitslosen über 50 Jahre gibt es eine Sonderregelung.

Das ALG II, auch als Hartz IV bekannt, stellt eine staatlich finanzierte Grundsicherung für Arbeitsuchende dar. Hartz IV soll den Lebensunterhalt von Personen sichern, die keine oder nur wenig Leistung aus der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung beziehen. Somit haben Sie als Arbeitnehmer/-innen auch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II, wenn Ihr Gehalt nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu sichern. Hierzu gibt Ihnen die Agentur für Arbeit nähere Auskünfte.

Tipp: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Arbeitslosengeld II, wenn ihr Gehalt nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu sichern.

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Wird persönliches Vermögen auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Erwirtschaftetes Vermögen wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Auch von dritter Seite erhaltenes Vermögen wie zum Beispiel Schenkungen oder Erbschaften werden nicht angerechnet. Wer hingegen von seinem ehemaligen Arbeitgeber noch Leistungen erhält, wie zum Beispiel die Auszahlung einer Abfindung oder Provisionen, muss sich diese auf das Arbeitslosengeld anrechnen lassen. Das gilt auch für den Fall, dass der Arbeitgeber die gesetzliche Kündigungsfrist nicht eingehalten hat und seitens des Gekündigten noch ein Anspruch auf Gehalt besteht.

Tipp: Erwirtschaftetes Vermögen wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet, Abfindungen oder Provisionen allerdings schon.

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Gibt es Arbeitslosengeld für EU-Bürger und Angehörige von Drittstaaten?

Als Angehörige eines EU-Mitgliedlandes haben Sie entsprechend der EU-Abkommen die gleichen Rechte wie Deutsche und können unter denselben Voraussetzungen ebenfalls Arbeitslosengeld in Deutschland beziehen. Auch Angehörigen von Drittstaaten ist es möglich, unter Erfüllung bestimmter Vorschriften, Arbeitslosengeld zu beantragen.

Tipp: Auch als EU-Bürger oder Angehöriger von Drittstaaten können Sie ggf. Arbeitslosengeld beantragen.

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Habe ich nach einer Selbständigkeit Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Bei einer Selbständigkeit richtet sich Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ebenfalls nach Ihren einbezahlten Beiträgen in die Arbeitslosenversicherung. Haben Sie 12 Monate lang entsprechende Beiträge getätigt, dann haben Sie auch als ehemalige/-r Selbständige/-r Anspruch auch Arbeitslosengeld.

Tipp: Wer selbstständig ist, zahlt freiwillig relativ geringe Beträge in die Arbeitslosenversicherung ein. Dies können Sie zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit bei der Arbeitsagentur beantragen. 

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Habe ich mit einer Krankmeldung Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Der Verlust des Arbeitsplatzes kreuzt sich oft mit einer Krankmeldung. In diesem Fall sind Sie als betroffener Arbeitnehmer über Ihren Arbeitgeber nachversichert. Das bedeutet, dass Sie für die Zeit der Krankmeldung Anspruch auf Krankengeld haben. Erst nachdem Ihnen der Arzt wieder Ihre Arbeitsfähigkeit bescheinigt hat, können Sie sich arbeitslos melden. Erkranken Sie hingegen während der Arbeitslosigkeit, bleiben Sie bei der Bundesagentur für Arbeit versichert. In diesem Fall ist es wichtig, die Agentur umgehend über die Krankmeldung zu informieren. Die Leistungen werden wie bei einer Festanstellung weiter bezahlt.

Tipp: Erst nachdem Ihnen der Arzt wieder Ihre Arbeitsfähigkeit bescheinigt hat, können Sie sich arbeitslos melden.

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Wie läuft das Gespräch mit dem Arbeitsvermittler ab?

Sobald alle bürokratischen Schritte erledigt sind und Ihr Arbeitslosengeld bewilligt wurde, folgt in einem nächsten Schritt die Suche nach Ihrem neuen Arbeitsplatz. Dazu ist ein Beratungsgespräch bei Ihrem Arbeitsvermittler vorgesehen. Bei diesem ersten Termin lernt der Arbeitsvermittler Sie kennen und bespricht mit Ihnen Ihre Jobsituation und das weitere Vorgehen. Es wird auch über Ihre berufliche Zukunft gesprochen. Wo möchten Sie gerne arbeiten? Kommt eine Weiterbildung oder eine Umschulung in Frage? Nutzen Sie das Gespräch und überlegen Sie sich schon vorab, was Sie gerne machen möchten bzw. in welche Richtung es gehen kann.

Tipp: Überlegen Sie sich vor dem Beratungsgespräch mit Ihrem Arbeitsvermittler, wo Ihre berufliche Reise hingehen könnte.

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Kann ich eine Weiterbildungen oder Umschulung machen?

Im Beratungsgespräch mit Ihrem Arbeitsvermittler können Sie Ihre Fragen zur Arbeitsuche vorbringen und auch Hilfe beantragen, z. B. für das korrekte Verfassen Ihres Bewerbungsschreibens oder Lebenslaufes. Dabei kann ein vom Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit finanziertes Bewerbungscoaching helfen. Außerdem können gemeinsam Schritte zur Optimierung der Chancen auf Wiedereinstellung besprochen werden. Dazu zählen etwa geförderte Kurse, Weiterbildungen, Lehrgänge und Umschulungen, in denen Ihre berufliche Qualifikation erhöht werden kann. Sie erhalten dazu auch Informationen über finanzielle Unterstützungen, die zur Finanzierung Ihrer Fortbildung oder Umschulung gewährt werden.

Tipp: Nutzen Sie die Zeit der Arbeitslosigkeit und machen Sie eine geförderte Weiterbildung oder Umschulung.

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Welche Chancen bieten Digitalisierung und Arbeiten 4.0?

Nicht nur zahlreiche Arbeitnehmer/-innen stehen Anfang des 21. Jahrhunderts vor einer neuen Herausforderung. Schlagwörter wie Digitalisierung und Arbeiten 4.0 fordern auch Unternehmen heraus. Aber auch das ökologische Umdenken und die damit verbundene Energiewende stellen Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Traditionelle Branchen verschwinden und mit ihnen viele Jobs. Dafür entstehen neue Berufe, für die es allerdings aktuell zu wenige Bewerber gibt.

Diese Herausforderungen können nur mit gut qualifizierten Fachkräften bewältigt werden. In vielen Bereichen gelten hier Quereinsteiger/-innen als besonders motiviert und sind entsprechend gefragt. Dabei eröffnen qualifizierte Fortbildungen und Umschulungen Ihnen völlig neue Chancen. Oft sind solche Fortbildungen zu 100 Prozent förderbar.

Hier finden Sie weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten für Aus- und Weiterbildungen.

Tipp: Die Kosten für Ihre Weiterbildung oder und Umschulung können bis zu 100 Prozent übernommen werden.

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