Topverdienste – und was dahinter steckt.
Über Geld spricht man doch.

Die bestbezahlten Berufe Deutschlands – und die Fakten dazu.

Fragst du dich manchmal, welche Berufe wohl das beste Gehalt bringen? Oder in welcher Branche man richtig gut verdient? Geld ist zwar nicht alles im Leben, aber es beschäftigt und fasziniert uns alle. Über Geld spricht man nicht, besagt eine Redensart. Andererseits wird in Tarifverhandlungen und bei Streiks genau darüber hart verhandelt.

Und wir finden: Über Gehalt darf man sprechen. Bestbezahlte Berufe kannst du googeln, aber hier bekommst du darüber hinaus noch zusätzliche Hintergrundinfo, damit du die Zahlen einordnen kannst.

In diesem Ratgeber erfährst du, welche Jobs und Branchen in Deutschland die besten Verdienstmöglichkeiten und Aufstiegschancen bieten. Wir klären, wovon gute Bezahlung abhängt und was du tun kannst, um dein Gehalt zu verbessern. Als Kirsche auf der Sahne haben wir Denkanstöße zur Frage, wie stark ein hohes Gehalt deine beruflichen Entscheidungen beeinflusst, oder was noch wichtig sein kann.

Diese Themen erwarten dich im Beitrag:

Über Geld spricht man doch – aber mit Bedacht.

Listen der bestbezahlten Berufe findest du regelmäßig im Internet. Darüber staunen oder den Kopf schütteln – über die enorme Spanne zwischen Mindestlohn und Bestverdiener:innen beispielsweise –, ist das eine. Darüber sprechen und eine eigene Haltung finden, das andere.

Warum? Vergleiche nach Zahlen sagen nichts über dich und deine Karriere aus und es wäre schade, wenn sie dir schlechte Laune bescheren. Dennoch ist gerade bei Gehältern Transparenz wichtig, denn sie schafft die Voraussetzung für faire und gerechte Bezahlung. Über Geld zu sprechen, ist also wichtig.

Transparenz bei Gehaltsangaben kommt.

Mann steht lächelnd mit verschränkten Armen im Büro am Fenster.

Es herrscht immer noch Unsicherheit, wenn über Bezahlung gesprochen wird – unter Freund:innen und Bekannten ist das Thema oft Tabu. Während es in Großbritannien gängig ist, Stellenanzeigen mit Gehaltsangaben zu veröffentlichen, sieht man das in Deutschland noch selten.

Aber es tut sich was: Eine EU-Richtlinie für mehr Lohngleichheit trat im Sommer 2023 in Kraft. Sie soll vor allem Lohndiskriminierung gegenüber Frauen bekämpfen. Arbeitnehmer:innen und Arbeitssuchende sollen mehr Rechte erhalten, um Transparenz und gleiches Entgelt zu fordern und durchzusetzen. Die EU-Mitgliedstaaten haben bis zu drei Jahren Zeit, die Vorschriften in nationales Recht umzusetzen. Hier wird sich also in Zukunft einiges ändern.

Was ist der Unterschied zwischen Durchschnitt und Median?

Bevor wir uns die bestbezahlten Berufe und Branchen ansehen, noch ein Wort zu Erhebungen. Häufig werden Durchschnittswerte angegeben, das bedeutet: bei 100 Angaben wird die Gesamtsumme durch 100 geteilt. Sind zwei Gehaltsmillionäre dabei, steigt der Durchschnitt enorm und sagt wenig über Einzelne. Der Medianwert ist nicht so stark von Extremen beeinflusst. Hier werden alle Angaben aufsteigend sortiert und die mittlere, hier also die 50. Angabe, genannt.

Welche Faktoren führen zur besten Bezahlung?

Du ahnst es – ein hohes Gehalt wird von mehreren Faktoren beeinflusst; dazu gehören:

  • Geschlecht
  • Standort
  • Berufserfahrung
  • Unternehmensgröße

Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass eine Frau weniger verdient als ihr männlicher Kollege. Unabhängig davon würde ein Umzug von Thüringen nach Hessen ihr Gehalt deutlich verbessern, ebenso der Wechsel von einem kleinen Betrieb in einen Konzern. Dass langjährige Erfahrung auch honoriert wird, ist nachvollziehbar. Du merkst schon – die Berufsbezeichnung allein sagt längst nicht alles über die Bezahlung.

Gruppe aus vier Personen sitzt an Laptop zusammen und arbeitet.

Gehaltsfaktor Standort – Bundesland und Stadt machen den Unterschied.

Um ein Gespür für unterschiedliche Gehaltsunterschiede innerhalb Deutschlands zu bekommen, sehen wir uns zuerst das Durchschnittsgehalt an: Im Jahr 2023 betrug es 49.214 Euro brutto* im Jahr, wobei Männer mit 52.254 Euro brutto deutlich über dem Durchschnittsgehalt der Frauen von 44.425 Euro brutto lagen. Frauen verdienen durchschnittlich 12,4 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Den englischen Fachbegriff dafür, Gender-Pay-Gap, hast du vielleicht schon gehört.

Hessen steht ganz oben auf der Liste der Bundesländer mit den höchsten Durchschnittsgehältern. Ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 53.952 Euro ist Anführer im Ranking. Aber auch Hamburg und Bayern können mit Gehältern von 51.746 Euro und 51.519 Euro ordentlich punkten.

* Vgl. www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/stepstone-gehaltsreport-2023-das-sind-die-bestbezahlten-berufe-und-branchen-in-deutschland-/27058372.html


Im Median verdienst du in diesen Regionen am meisten.

  • Hamburg
  • Hessen
  • Baden-Württemberg
  • Berlin

Diese Städte bieten das höchste Median-Gehalt.

  • München
  • Stuttgart
  • Frankfurt
  • Wiesbaden

Die bestbezahlten Branchen in Deutschland.

Neben wirtschaftlich starken Regionen sind es in Deutschland auch spezielle Branchen, die für ihre attraktiven Gehälter bekannt sind.

  • Im Bereich Banken, Finanzen und Versicherungen lässt sich mit dem Vermehren von Geld eine aussichtsreiche Karriere gestalten.
  • Die Automobilindustrie ist in Deutschland traditionell eine sehr starke Branche. Der Wandel vom Verbrennungsmotor hin zu neuen Antriebsformen wie der Elektromobilität führt dazu, dass völlig neue Prozesse und Jobs entstehen.
  • Auch die IT-Branche boomt. Datengetriebene Geschäftsmodelle und die allgegenwärtige Digitalisierung sorgen dafür, dass Fachkräfte mit aktuellen Kenntnissen und Fähigkeiten gebraucht werden. Ob du dich auf Datensicherheit, Programmierung oder Webdesign spezialisierst – hier kannst du mit einem überdurchschnittlichen Verdienst rechnen. 
Frau mit Tablet steht souverän im Büro.

Gut zu wissen: Top-Branchen bieten dir nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch spannende Karrieremöglichkeiten und Entwicklungspotenzial. Wenn du nach einem gut bezahlten Beruf suchst, lohnt es sich, einen Blick auf diese Branchen zu werfen und herauszufinden, welcher Bereich am besten zu deinen Interessen und Fähigkeiten passt. Dabei kann das neue Portal der Arbeitsagentur, „Mein NOW“, hilfreich sein.

Tipp: Der Einstieg in die Boom-Branchen ist hervorragend ohne Studium möglich. So lässt sich beispielsweise Programmieren in wenigen Monaten erlernen, auch Fertigungs- und Konstruktionsberufe kannst du dir durch gezielte Weiterbildung oder eine Umschulung zügig aneignen. Fachkenntnisse in Controlling und Betriebswirtschaft sind ebenso beliebte Weiterbildungen.

Das sind die lukrativsten Branchen Deutschlands:

Du wirst online unterschiedliche Rankings der lukrativsten Branchen finden, unter den Top 5 rangieren aber immer:

  • Banken
  • Luft- und Raumfahrt
  • Pharmaindustrie
  • Automobilindustrie
  • Versicherungen

Branchen mit Zukunft: Der Energiesektor ist nicht zuletzt durch den Klimawandel eine der Boom-Branchen schlechthin und bietet attraktive und zukunftsfähige Berufsaussichten. Mehr über Berufe mit Zukunft liest du in unserem Ratgeber.

Die bestbezahlten Berufe in Deutschland.

Mann arbeitet am Laptop und schaut freundlich über die Schulter.

Du kennst jetzt das lukrativste Bundesland und die Branchen mit den besten Bruttogehältern. Aber in welchen Berufen arbeiten denn nun die Bestverdienenden? Von Manager:in über Ärzt:in, Pilot:in bis hin zu Softwarearchitekt:in und Unternehmensberater:in – diese Berufe führen in der Regel die Listen der Bestverdiener:innen an.

Allerdings ist für ein Spitzengehalt die Branche entscheidend, in der sie tätig sind. So kann eine Ärztin in leitender Position in einem Klinikkonzern etwa 125.000 Euro im Jahr verdienen, bei einem sozialen Dienst in einer Kleinstadt aber nur um die 95.000 Euro jährlich. Eine Betriebswirt:in verdient in einer Großbank deutlich mehr als bei einer Versicherung oder einer gemeinnützigen Organisation.

Du willst dein Gehalt vergleichen? Dann ist es hilfreich, deinen Stundenlohn zu kennen. Wie du den berechnest und wann diese Zahl noch nützlich sein kann, liest du in unserem Ratgeber Stundenlohn berechnen – warum und wie.

Du willst mehr Gehalt?

Du kennst jetzt einige Stellschrauben, die Einfluss auf dein Gehalt haben können, wie Standort, Branche oder Unternehmensgröße. Ein weiterer Faktor bei Gehaltsverhandlungen ist Personalverantwortung. Sobald du in eine Führungsposition aufsteigst, machst du in der Regel einen deutlichen Gehaltssprung. Um deine Karriere aber langfristig erfolgreich zu gestalten, lohnt es sich vor allen anderen Punkten, deine Fachkenntnisse immer aktuell zu halten und dich weiterzubilden.

Das kann eine Aufstiegsfortbildung sein, um dich auf eine leitende Position vorzubereiten, oder ein Sprachkurs, um internationale Geschäftskontakte zu pflegen. Auch das Thema KI wird die Arbeitswelt und damit alle Boombranchen langfristig begleiten; Mobilität und Energie sind weitere Themen, die vor einer Transformation stehen. Neues Wissen und aktuelle Kenntnisse sind dein sicheres Ticket zum beruflichen Erfolg und mehr Gehalt.

Übrigens: Die Fördermöglichkeiten für berufliche Qualifikation und Weiterbildung sind so gut wie nie zuvor – das gilt für Arbeitnehmer:innen wie Unternehmen gleichermaßen.

Frau mit Brille sitzt am Laptop und denkt nach.

Fazit: Bestbezahlt – oder geht noch mehr?

Sich mit Gehältern zu beschäftigen und zu recherchieren, wer wie viel verdient, kann spannend sein. Und nur, wenn du deinen Marktwert kennst, kannst du fundierte Entscheidungen für deine Karriereplanung treffen. Lass dich aber nicht von abstrakten Zahlen und statistischen Daten verunsichern oder entmutigen. So gehören zu Spitzenverdiensten oft enormer Leistungsdruck und sehr hohe Verantwortung – bei Ärzt:innen oder Pilot:innen für Menschenleben, bei Banker:innen für unvorstellbare Geldbeträge und Unternehmenswerte. Konkurrenz und absurde Arbeitszeiten sind meistens auch Teil des Deals.

Hier sind ein paar Dinge, die du in weniger hoch bezahlten Jobs möglicherweise leichter erreichst:

  • Spaß bei der Arbeit.
  • Das Gefühl, einen Job mit Sinn zu machen.
  • Erfüllung, weil du positive Veränderung bewirkst.
  • Ausreichend Freizeit.

Und einen letzten Denkanstoß für dich: Erfolg muss nicht unbedingt in Euro gemessen werden. Definiere dein persönliches Erfolgsempfinden und lies dazu unseren Ratgeber über beruflichen Erfolg. Der Fokus auf das Thema Geld kann dazu verleiten, zu glauben, dass ein höheres Gehalt automatisch zu mehr Zufriedenheit führt. Doch Studien zeigen, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Während ein höheres Einkommen natürlich finanzielle Sicherheit bietet, ist es nicht der alleinige Faktor für das persönliche Glücksempfinden. Tatsächlich spielen andere Faktoren wie Arbeitszufriedenheit, Work-Life-Balance und soziale Beziehungen eine ebenso wichtige Rolle. Es lohnt sich also, eine persönliche Balance zwischen finanzieller Sicherheit und persönlicher Zufriedenheit zu finden. Denn letztendlich ist es die Kombination aus beidem, die ein erfülltes und glückliches Berufsleben ermöglicht.

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